Temperaturrekord der Ozeane

 
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 04.12.2014 - 20:08 Uhr  ·  #41
Hallo windreichHP,

erst mal vielen Dank für die Erklärungen.

Aus meine allgemeinen Verständnis heraus, glaube ich das höhere globale Temperaturen grundsätzlich erst einmal
die biologischen Prozesse, die Vegetation, beschleunigen.
Kältere Temperaturen die Prozesse verlangsamen.
Das es Grenzwerte für diese höheren Temperaturen gibt ist mir klar und wo die liegen weiß ich nicht,
ich habe aber nicht dass Gefühl das wir aktuell schon am Limit wären.

Wenn ich dazu noch berücksichtige das die Ozeane bei höheren Temperaturen CO2 emittieren und
die meisten Pflanzen durch höhere CO2 Anteile in der Luft ihr Wachstum beschleunigen
unterstützt das mein allgemeines Verständnis.

Was ich auch verstehe dass höherer Temperaturen eine höhere Unordnung produzieren
und dadurch die Häufigkeit von Extremwetter Ereignissen steigt.
Was auch klar ist, dass der Anbau von Nahrung nicht gleichzusetzen ist mit beliebiger Vegetation.

Sie nehmen an, dass der Wasserstress, das scheint ein Fachausdruck für "Wassermangel" zu sein,
sowohl in niederen Breiten als auch in höheren Breiten zunimmt.
Das Wasser verschwindet ja nicht einfach, im Gegenteil durch Eisschmelzen nimm ja das in Umlauf befindliche Wasser zu.
Was glauben Sie wo das Wasser hin ist, bzw. wo das Wasser dann gebunden ist?

Vielen Dank
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 04.12.2014 - 21:55 Uhr  ·  #42
Zitat

Das Wasser verschwindet ja nicht einfach, im Gegenteil durch Eisschmelzen nimm ja das in Umlauf befindliche Wasser zu.
Was glauben Sie wo das Wasser hin ist, bzw. wo das Wasser dann gebunden ist?


Ich weiß nicht, ob Du den verlinkten Bericht des Umweltministeriums gelesen hast. Darin heißt es, dass das zusätzliche Wasser durch die Eisschmelze plus andere Faktoren rund 30% der weltweiten Küstengebiete betreffen wird. Ein freundliche (zynische?) Umschreibung für "Land unter".

Außerdem vermischt Du weiterhin Klima und Wetter. Ein höherer Wassergehalt in der Atmosphäre bedeutet mitnichten, dass es überall zu erhöhten Niederschlägen kommt. Da spielen ganz andere Gesichtspunkte, wie etwa das Relief, eine Rolle. Ein schönes Beispiel dafür findest Du in den Pyrenäen, deren Nordseite im üppigsten Grün prangt. Zwanzig Kilometer weiter südlich auf der spanischen Südseite findet man außerhalb der Täler eine Trockenzone. Im Südwesten und Westen der USA regnet es seit Jahren definitiv weniger, in der Sahelzone mehr.

Der Einfluss von Wolken (Wasserdampf) in der Atmosphäre gehört zu den größeren Unbekannten in der Klimaforschung. Einseits reflektieren sie die Sonneneinstrahlung (und vermindern das Aufheizen der Erdoberfläche unter ihnen), andererseits vermindern sie nachts die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche unter ihnen. Vieles hängt davon ab, wo sich zusätzliche Wolkenfelder bilden und wo nicht. Dazu gibt es Theorien, aber keine gesicherten Erkenntnisse...

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 04.12.2014 - 23:29 Uhr  ·  #43
Hallo Dieter,

das Wasser soll also nur die Küstenregionen überschwemmen und dann dort bleiben?
Das wäre das erste mal in der Klimageschichte der Erde dass das passiert und das ist das unwahrscheinlichste Szenario überhaupt.

Schau dir mal den Wasserkreislauf an z.B.:
http://de.wikipedia.org/wiki/Wasserkreislauf

Natürlich verdunstest das Wasser, es bilden sich Wolken und treffen die auf kühlere Luft gibt es Regen,
weil die Luft das Wasser nicht mehr halten kann.
Verdunsten geht natürlich umso besser je höher die Temperatur ist.
Auch kann die Luft mehr Wasser aufnehmen, wenn die Temperatur höher ist.
Ich gehe bei einer Erhöhung der Temperatur von mehr Niederschlägen aus,
mit den Vor und Nachteilen.

Natürlich spielen regionale Bedienungen eine große Rolle.
Wo es eisekalt ist wächst nix weil entweder kein Wasser da ist oder das zu Eis wird.
Wo es sehr heiss ist, kommt es auf das Wasser an:
Viel Wasser wächst jede Menge -> Tropen ...
Wenig Wasser wächst wieder nix -> Wüste.

Grüße
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 06:14 Uhr  ·  #44
Zitat geschrieben von dig-it

Zitat

kann man aber den Kollegen keinen Vorwurf machen, es geht nicht anders als hart am Limit. Eine andere Bewirtschaftung wäre zwar wünschenswert, dann hätte aber der Verbraucher nach Miete und Einkauf von Nahrungsmitteln nix mehr über für schnelles Internet, Auto und Fernreise, was nun politisch auch nicht so gewollt ist.


Eine andere Landwirtschaft ist möglich - inklusive im Weinbau - und sie wird schon von vielen betrieben. Dieses mit einer Rendite, die höher liegt, als bei der "klassischen" Landwirtschaft mit ihren ungeheuren Kosten für Maschinenpark, Pestizide und Kunstdünger. Die daraus resultuierende Zerstörung der Ressource, des Bodens nämlich, hast Du schon erwähnt. Ich kenne hier Leute der "bäuerlichen" Landwirtschaft, mit Betrieben von 150 ha bis herunter zu 5 ha, die bestens verdienen. Ihre Bioprodukte kosten zwar mehr als "normale", aber nicht so viel mehr, dass man sie sich nicht auch mit schwächeren Einkommen leisten könnte. Wer 90 € für Plastiklaufschuhe ausgibt, die in der Herstellung 4 € kosten, und 700 € für ein Smartphone, kann möglicherweise auch 2 € für ein Kilo Kartoffeln ausgeben. Kartoffeln im Übrigen, die in geschmacklicher Qualität und Textur nichts mit denen zu tun haben, die man im Lidl oder Aldi ersteht. Die kurzen Wege dieser Produkte tun ein Übriges in Sachen Frische und vermeidung von Abgasen.

Die bisherige Form der Nachkriegs-Landwirtschaft wird nur noch künstlich am Leben gehalten. Das hat sie mit unserem Finanzsystem gemeinsam. Und die Sorge, dass uns nach dem Umstieg in eine nachhaltige Landwirtschaft Hungersnöte bevorstehen, beruht auf den Lobbyanstrengungen der Agrarindustrie. Wer sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzt, sieht, dass die Erträge pro ha in der Bio-Landwirtschaft deutlich über denen der klassischen Landwirtschaft liegen. Von den Vorteilen für die Gesundheit der Landwirte, der Verbraucher und unseres Planeten braucht man dann erst garnicht mehr zu reden...

Dieter


Mit verlaub, mit Bioanbau hast Du Dich nicht wirklich befasst, oder? Der biodynamische Anbau ist quasi die traditionelle Landwirtschaft. Kunstdünger (Stickstoff) wurden erst mit Haber-Bosch möglich :)
Der Aufwand an Maschinen und AKh nimmt bei der Wirtschaftsweise nicht ab, sondern deutlich zu, inklusive eines deutlich höheren Kraftstoffverbrauchs ... Bio ist NICHT "der Herr lässt wachsen".
Pflanzenschutz (das verteufelte Spritzen) wird auch nicht weniger betrieben, sondern deutlich mehr und mit Mitteln, die mittel- und langfristig Boden und Klima schädigen (Schwefel und Kupfer, Schwefel gibt SO2 in der Luft, Kupfer reichert sich im Boden an, kann nicht abgebaut werden).
Die Erträge können kurzfristig höher sein, durch die Umtriebsplanung sind sie jedoch niedriger, weil die Böden durch Brachen regeneriert werden müssen ... Brachen mit Einsaaten und Pflege versteht sich, kein Wildwuchs.
Die Ernteausfälle sind dafür aber auch höher als bei konventionellem Anbau.

Aus meiner Sicht und das praktiziere ich auch, ist ein Mittelweg richtig. Es gibt Konzepte, die man sich beim Bioanbau abschauen kann ... will da jetzt nicht zu sehr auf die Nährstoffdynamik im Oberboden abschweifen ... da gibt es ne Win-Win-Situationen. Aber das dogmatische "back to nature" halte ich für genau so falsch wie das "viel hilft viel".

Diese Kampagne war bis Ende Juli problemlos mit Pflanzenstärkungsmittelchen und passivem Pflanzenschutz zu managen, dann hab ich das auch gemacht. Wenns im August ständig warm reinregnet braucht man aber doch potente Wirkstoffe ... das sind dann bei Bio entsprechende Hammerkonzentrationen und höhere Frequenz oder eben konventionell.

Schorfige Äpfel, wurmige Kirschen, Riesling Jägerschnitzel (Pilzton), Mutterkorn sind nicht vermarktungsfähig.
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 06:46 Uhr  ·  #45
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 07:53 Uhr  ·  #46
Zitat

Die Erträge können kurzfristig höher sein, durch die Umtriebsplanung sind sie jedoch niedriger, weil die Böden durch Brachen regeneriert werden müssen ...


Ich könnte Dir unzählige Betriebsergebnisse liefern, die genau das Gegenteil beweisen. Und unendlich viele Studien, die belegen, dass der Ausstoß von Treibhausgasen in nachhaltiger Landwirtschaft geringer ist. Von der Einbringung hochtoxischer Chemikalien in den natürlichen Kreislauf durch die "klassische" Nachkriegs-Landwirtschaft wollen wir erst garnicht reden. Und ich sehe, wie die Bio-Bauern in meinem Bekanntenkreis arbeiten, und diejenigen, die ihre Felder ringsum liegen haben... Aber ich will hier keine weitere Diskussion lostreten, die angesichts eines gewissen Beharrungsvermögens mancher Beteiligter wahrscheinlich nichts bringen wird...

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 10:58 Uhr  ·  #47
jaja, seh schon ... Bekannte ... Studien ... mach mal selber und leb davon. Hochtoxische Stoffe einbringen (vorallem nicht abbaubare) ... welche denn??
Nach dem Krieg wurde einiges getrieben, aber das ist zwischenzeitlich längst vom Tisch ... davon Abgesehen wurden in Biofleisch höhere Mengen an Dioxin nachgewiesen als in konventionellem, als Folge des Krieges und Beweidung, noch heute ...

Du darfst auch die Begriffe nicht vermischen, nachhaltig ist NICHT Bio, das sind zwei paar Schuhe, wie Klima und Wetter.

90% der Verbraucher wünschen Bioprodukte, 3% kaufen sie tatsächlich ... und das sind Fakten.

Bio, nein Danke, ich hinterlasse der Nachwelt doch keine schwermetallverseuchte Flächen.
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 13:01 Uhr  ·  #48
Zitat

Bio, nein Danke, ich hinterlasse der Nachwelt doch keine schwermetallverseuchte Flächen

Zumindest hier in Frankreich ist nach der EG-Verordnung CE 2092/91 das Einbringen von Schwermetallen im Bio-Anbau von Weinreben wohl untersagt.
Wer französisch spricht: http://www.itab.asso.fr/downlo…tation.pdf
Keine Ahnung, wie das bei Euch aussieht.

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 14:25 Uhr  ·  #49
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 16:19 Uhr  ·  #50
Zitat geschrieben von dig-it

Zitat

Bio, nein Danke, ich hinterlasse der Nachwelt doch keine schwermetallverseuchte Flächen

Zumindest hier in Frankreich ist nach der EG-Verordnung CE 2092/91 das Einbringen von Schwermetallen im Bio-Anbau von Weinreben wohl untersagt.
Wer französisch spricht: http://www.itab.asso.fr/downlo…tation.pdf
Keine Ahnung, wie das bei Euch aussieht.

Dieter


Nette Zusammenstellung der Rebkrankheiten und auch der Hinweis bei Peronospora und Oidium auf die Alternativlosigkeit vom Einsatz von Kupferpräparaten und Schwefel im Bioweinbau. Unten Links letzte Seite das Kästchen lese ich so, 6kg/ha p.a. oder 30kg/ha über 5 Jahre ...

Kupfervitriol -> Kupfersulfat

schau mal dort
http://de.wikipedia.org/wiki/Kupfersulfat
unter Gefahrstoffkenzeichnung ;)
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 16:37 Uhr  ·  #51
Wieder etwas dazu gelernt und um eine Enttäuschung reicher...

Irgendwie ist man hin- und hergerissen. In der letzten Woche habe ich hier einen Bericht gelesen, wonach bei untersuchten Weinen Pestizid-Rückstände gefunden wurden, die z.T. mehr als das 300fache über den im Trinkwasser erlaubten Werten liegen. Bei Wein sind sie aber erlaubt. Selbst Bio-Weine hatten Rückstände, aber die lagen nur rund beim 10fachen des beim Trinkwasser erlaubten Grenzwertes.

Einfach keinen Wein mehr trinken? Das geht nun mal überhaupt nicht! ;-)

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 17:09 Uhr  ·  #52


errare humanum est ... wie ich im Asterix las :)

Es werden sich sicherlich noch zuhauf Themen ergeben in denen Du mich korrigieren kannst.

PS: Man sollte halt nicht so viel Vino wie Aqua konsumieren und schon garnicht damit duschen oder darin baden ;)

PPS: Ich hasse das Wort Pestizid, wennschon dann sollten die Medien auch sagen welche Gruppe ... Herbizid, Insektizid, Fungizid ... solche Meldungen sind immer gut als Lückenfüller für die Zeitungen.

Ach so, ganz vergessen, weibliche Hormone sind auch drinnen, wenn man davon trinkt kommt man ins palavern und kann kein Auto mehr fahren
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 05.12.2014 - 18:24 Uhr  ·  #53
Zitat

... solche Meldungen sind immer gut als Lückenfüller für die Zeitungen.


Nun gut, die Quelle war die Verbraucherorganisation hier in Frankreich, vergleichbar der Stiftung Warentest, geprüft hatte ein anerkanntes Labor.

Zitat

PS: Man sollte halt nicht so viel Vino wie Aqua konsumieren


Das man mit Wasser duschen kann, davon hatte ich schon gehört. Das man es aber auch trinkt, war mir völlig neu. Noch etwas gelernt! ^^

Das mit den weiblichen Hormonen zeige ich meiner Frau besser nicht, sonst verwüstet ein Drache Deine Rebstöcke!!! Und trinkt anschließend Deinen Keller leer...

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 06.12.2014 - 09:39 Uhr  ·  #54
Zitat
Und trinkt anschließend Deinen Keller leer...


dann kann sie bestimmt kein Auto mehr fahren LOL ...

Also, um wieder aufs Thema zurück zu kommen ... Klimaschutz ... Umweltschutz ... ich biun der Überzeugung, solange unsere erwählten Volksvertreter Nebenposten in Industrie oder gar Fallbackpöstchen bei lupenreinen Demokraten und / oder Energieversorgern haben wird das nie etwas mit irgendwelchen Klimazielen. Dem gemeinen Proleten wird seine Energiesparlampe und energetische Sanierung als Meilenstein verkauft ... dieser Tage hochbrisante Radiomeldung, eine Stadt in der Nähe hat die Nase vorn bei Energiesanierung (boa ey) das muss gefeiert werden.
Wer hat nochmal die Studie auf deren Basis die Bundesregierung ihr Förderprogramm aufbaut bezahlt??? Wer weiß es? BASF
Wer produziert nochmal das vielgepriesene Styrodur?? ... der Kandidat hat 100 Punkte.
Und das geht doch nicht nur hier so, dieses Raubtierverhalten zieht sich rund um den Globus. Will man da was ändern muss man bei sich selber und seinem Umfeld anfangen.
Hatte erst neulich palaver mit meiner Holden von wegen Kinder mit dem Auto in den Kindergarten, das zwar wohl praktisch, aber bei 200m Luftlinie nicht erforderlich ist. Den Kindern beibringen, dass man das Licht auch aus machen kann wenn man den Raum verlässt. Zum Bäcker geh ich zu Fuß oder auf Inlinern, also auch vorleben, viel wenig gibt auch viel in Summe.
Was ich am Meisten bemängele wenn ich mein Umfeld so anschau ist die absolut mangelhafte Kenntnis von physikalischen Grundbegriffen. Es ist ein Graus. Energieerhaltungssatz kennen viele nur vom Hörensagen, gerade unter den Kollegen. Da werden Kühlaggregate zum zu kühlenden Produkt gepackt und weil dann ja die Kühlleistung nicht reicht werden größere Aggregate angeschafft, anstatt das man mal überlegt wo die Wärme wohl herkommen mag.
Da wird Regelungstechnik angeschafft mit 5W Standby, ist ja nicht viel, braucht ja fast nichts, dass da aber 40 Stück 7 Tage die Woche 24h am Tag laufen, was da in Summe bei herauskommt zu errechnen sind nur die Wenigsten in der Lage, den Übergang von Watt zu Wh zu kWh schaffen nur wenige.

Anderes Beispiel ... mein einer Nachbar schaut mich nicht mehr an ... vor 2 Jahren kam er, (Lehrer, überzeugter Grün Wähler) ich, als Landwirt hätt da doch sicher was wo man dem Gras im Bordstein den Garaus machen könne. Hab ich auch, gab ihm dann 100ml mit der Unterweisung 2 Teelöffel auf 10l reichen locker, dauert aber etwas bis man die Wirkung sieht. Letztes Jahr kam er dann wieder, von dem Zeug bräuchte er noch, das hätt gut geklappt. Hab Ihn dann gefragt wo die Anderen 95ml geblieben seien ... weil das Zeug nicht gleich welk wurde hat er den Rest mit in die Spritze geschüttet. Das das Zeug dann direkt in die Kläranlage ging ging ihm knapp am Arsch vorbei. Aber Grün wählen. Hab ihn dann fortgeschickt, gibt nix mehr.
Dieses Jahr kam er ob ich nicht was hätte was gegen diesen Buchsbaumzünsler zieht, das Zeug aus dem Baumarkt is eh nur Mist ... Hab ihn zum Teufel geschickt und meine einfach abgeschnitten. Seither hab ich Ruhe mit dem Viehzeug und Ruhe vor dem Nachbarn.

Es sind oft Kleinigkeiten die viel ausmachen. Alleine dieses Jahr konnte ich bei mir im Betrieb durch Optimierung von Prozessen von 16000kWh auf 12000kWh und von 2200l auf 1600l Diesel drücken, ohne das das Produkt schlechter wurde. Nur durch zeitliche Verlagerung von Arbeitsgängen. Beispiel. Im Sommer wird oftmals die offene Gasse bearbeitet gepflügt um die Konkurrenz zur Hauptkultur zu hemmen. Das kann man entweder machen wenn die Sonne herunter brennt und nebenbei der Boden knochenhart ist oder man macht in den heißen Tagen low und wartet bis es mal kurz regnet. 5mm Niederschlag und die Maschine geht deutlich zärter durch, erspart fast 2/3 Diesel (und nebenbei nutzen sich die Schare nicht so stark ab).
Auch bei der Nährstoffversorgung kann man einiges machen, wenn man ne Winterbegrünung einbringt kann man auch ne Mischsaat mit Leguminosen machen, Wicke beispielsweise ist sehr günstig. So konnte ich die Stickstoffgabe ebenfalls um 2/3 reduzieren ohne Qualitätsminderung, im Gegenteil. Zeit Geld gespart, besseres Produkt, weniger Nitratauswaschung ins Grundwasser.
Durch Einsaat von Weizen als Zwischenbegrünung konnte ich die Düngung von Phosphor und Kali komplett absetzen, also langfristige Bodenentsalzung herbeiführen und gleichzeitig richtig Kohle sparen.
Und nein, ich bin kein Bio, sondern überzeugter konventioneller. Ich mach die Geschichten auch nicht für die Welt oder die obskure Menschheit sondern für meine Familie und mich, weil ich überzeugt bin, das es richtig ist ... interessanterweise machen meine Projekte aber Schule und werden mittlerweile von vielen Kollegen in der Gemeinde kopiert.

Nicht selten wenn ich mal wieder draußen am Wursteln bin oder gar wieder mit ner Eigenkonstruktion raus fahre stehn am Zeilenende Kollegen und beobachten was ich da wieder treibe ... bis ich hin komme sind die natürlich wieder verschwunden, aber es scheint sich zu lohnen dem Spinner auf die Pfoten zu schauen.
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 06.12.2014 - 10:51 Uhr  ·  #55
Zitat

Will man da was ändern muss man bei sich selber und seinem Umfeld anfangen


Genau so sehe ich das auch. Motto: Wann immer man Geld ausgibt, entscheidet man, in welcher Welt man morgen leben möchte. Unter anderem auch deshalb stammen die bei uns verwendeten Lebensmittel aus nachhaltiger Landwirtschaft, bevorzugt bio - unter anderem auch wegen der erheblich höheren Qualität der Produkte. Was immer geht, wird direkt beim Erzeuger in nächster Nähe erstanden.

Geheizt wird mit einer modernen Holzscheit-Heizung mit Sturzbrandverbrennung und 1000 l Zwischenspeicher. Das fördert die örtliche Holzwirtschaft, ist in der Summe CO2-neutral, die 3 kg Asche pro Woche kommen in den Kompost. Das beim Unterhalt unserer Wallhecken entstehende Holz wird getrocknet und ebenfalls verbrannt. Wir haben die Raumtemperatur von 20 auf 19 Grad gesenkt. Man gewöhnt sich sehr schnell daran. Energieersparnis rund 7%. An der Wärmedämmung des Hauses kann man nicht mehr viel verbessern.

Die KWA liefert uns ein Viertel bis ein Drittel des benötigten Stroms. Die Lampen werden nach und nach auf LED umgestellt, die ja inzwischen erträgliches Licht liefen. Das größte Problem war in der Tat, den Kindern beizubringen, dass man beim Verlassen eines Raumes dort das Licht ausknipst...

Der größte Teil der Gartenwege mit einer bisherigen Oberfläche aus verdichtetem Brechsand werde ich im Frühjähr mit Rasen einsäen, Roundup kommt in den Sondermüll. Da diese Wege einen festen Untergrund bilden, lassen sie sich spielend leicht mit dem handgeschobenen Spindel-Rasenmäher pflegen. Das verbrennt nebenbei ein paar überschüssige Pfunde beim Hausherrn. Die Rasenflächen werden gemulcht, das Schnittgut verbleibt an Ort und Stelle. Das ergibt zwar keinen "englischen" Rasen, erzeugt aber Jahr für Jahr ein paar Millimeter Humus. Mit den Jahren sind so sicherlich schon ein paar Dutzend Tonnen Biomasse entstanden und haben CO2 aus der Atmosphäre gebunden.

2000 Qudratmeter des Grundstücks sind seit zwei Jahren Brache. Die Artenvielfalt dort erhöht sich schnell. Nebenbei eine interessante Erfahrung zu sehen, was passiert, wenn man der Natur ihren Lauf lässt. Das kann man übrigens auch auf wenigen Quadratmetern schon tun. Es ist irgendwie wie die Was-passiert-dann-Maschine aus der Sesamstraße.

Beim Urlaub verzichten wir inzwischen auf Flugreisen. Ich kann gut damit leben, den Grand Canyon wohl nicht live zu erleben. Ein Ferienhaus aus grauem Granit in der Bretagne oder eine Fahrt mit dem Hausboot auf dem Canal du Midi sind mindestens ebenso reizvoll.

Alles was sich vor Ort kaufen lässt, wird auch dort gekauft. Schluss aus mit Amazon und anderen Unternehmen, die Milliardenbeträge an der heimischen Steuer vorbei manövrieren. Und wenn schon ohne Mehrwertsteuer, dann bei jemandem aus der Nachbarschaft! ;-)

Dazu kommt noch eine politisch Arbeit auf lokaler Ebene mit konkreten Projekten wie der Umstellung auf Holzheizung in kommunalen Einrichtungen, Bürger-Windpark, Verbesserung des Essens in Schulkantinen...

Wie schon gesagt: Man muss unten anfangen! Aber man kann eine Menge tun. Dazu gehört auch, sich so umfassend wie möglich zu informieren.

Dieter

Edit: Abgetrennte Diskussion http://www.kleinwindanlagen.de/Forum/cf3/topic.php?t=5201 - XXLRay
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 09.12.2014 - 18:20 Uhr  ·  #56
Derweil tobt über dem Nordatlantik ein Sturm mit Kerndruck 944 hPa, einer der niedrigsten gemessen Drücke seit allen Zeiten in dieser Region und fast unglaublich bei nichttropischen Stürmen. Der amerikanische Wetterdienst warnt vor Wellen in Höhe von 20 Metern und mehr sowie der Gefahr von "Monsterwellen", An ungeschützten Stränden an der irischen und schottischen Westküste wird eine Brandung mit Wellen über 10 Metern erwartet. Ein weiteres - natürlich zufälliges ;-) - Extremereignis. Auf jeden Fall werden einige in den nächsten Tagen mächtig Strom erzeugen.

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 09.12.2014 - 18:45 Uhr  ·  #57
Und,

wie willst du das verhindern?
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 09.12.2014 - 19:58 Uhr  ·  #58
Zitat

Und,

wie willst du das verhindern?


Ich möchte verhindern, dass sich diese Phänomene noch deutlich verstärken. 200 km/h Wind erträgt meine Hütte nicht ohne größere Schäden, Deine womöglich auch nicht. Noch kann man nach Ansicht des bei weitem überwiegenden Teils der Wissenschaft ein paar Bremsfallschirme ziehen. Irgendwann - und das vielleicht schon bald - gibt es den "point of no return".

Vielleicht sollte ich unserem Sohn die Gründung eines Dachdeckerbetriebs empfehlen. Es wird reichlich zu tun geben...

Dieter
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 09.12.2014 - 21:59 Uhr  ·  #59
Hi,

Zitat
Noch kann man nach Ansicht des bei weitem überwiegenden Teils der Wissenschaft ein paar Bremsfallschirme ziehen


Die da wären?
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Re: Temperaturrekord der Ozeane

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Gepostet: 10.12.2014 - 10:40 Uhr  ·  #60
Zitat

Die da wären?



Ich werde hier jetzt nicht die ganze Liste aller Möglichkeiten wiederholen. Die Leute, die verstanden haben, um was es geht, kennen sie. Die anderen wollen sie nicht kennen.

Dieter
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