Leistung abschätzen

 
 
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Gepostet: 24.06.2018 - 08:59 Uhr  ·  #1
Ein Hallo in die Runde.

Bin nun so weit mir ein WR auf's Dach zu bauen.

Von der Lage her sollte es perfekt sein- das Haus steht auf nem Berg.
Eine Seite ist frei, da Straße und Feld, eine Seite ist mit erheblichem Abstand bebaut.
Die beiden anderen Seiten sind Wald- mit ca. 20...30m Abstand, aber mit Hanglage.

Der Giebel überragt den Wald um ca 3m- da soll auch das WR hin- bevorzugt ein Savonius oder Darrius.

Sinn der Aktion ist es, dass ich meine laufenden Pumpen und Kleingeräte zum Großteil abdecken kann- bin Aquarianer.
Ich will also weder einspeisen noch eine komplette Hausversorgung erreichen.
Einfach nur eine Verbrauchsreduzierung.

Da ich mit dem Thema erneuerbare Energien beruflich zu tun habe stelle ich mir auch hier natürlich zu erst die Frage der Wirtschaftlichkeit und folgend des Umweltnutzens.

Womit ich beim Thema bin:
wie überschlage ich in etwa -also ohne große Formeln- wie viel ein Windrad bringt ?

In der Windkarte für D habe ich gesehen, dass Gera so mit 3..4 m/s im Mittel angegeben ist.
Und da geht mein Schmerz schon los:
bei mir auf dem Berg ist definitiv mehr los !

Ich überlege nun, mir erstmal ein einfaches WR aus China oder so zu holen und da mal Daten zu loggen.

Aber selbst da geht es um 200€...300€ die ich nicht einfach zum Fenster raus werfen will.

Die Leistung des WR ist ja nicht linear zur Windgeschwindigkeit, das Modell gibt nur pauschale Parameter her...

Also wie kann ich das -wirklich grob- überschlagen ?

Beste Grüße
Holger
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Re: Leistung abschätzen

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Gepostet: 24.06.2018 - 10:03 Uhr  ·  #2
Willkommen im Forum

Zitat:
Da ich mit dem Thema erneuerbare Energien beruflich zu tun habe stelle ich mir auch hier natürlich zu erst die Frage der Wirtschaftlichkeit und folgend des Umweltnutzens.

Eine Kleinwindanlage hat durchaus Berechtigung in Lagen-Gebieten, die ohne Strom sind, dort machen sie auch am meisten Sinn, somit sind auch die Investitionen gerechtfertigt. Die Wirtschaftlichkeit hängt damit zusammen, welche Windverhältnisse am geplanten Standort herrschen, wie gross der Repeller einer Anlage ist, wie viel Energie man benötigen wird usw. usw.

Unabhängig davon muss aber immer damit gerechnet werden, dass Wind nicht 24 Stunden täglich vorhanden ist, somit bleibt dann nur die Speicherung in Batterien übrig, was weitere Kosten verursachen wird.

Wie ich lese, bist Du sehr auf Investitionen bedacht die sich irgendwann mal bezahlbar machen, nicht rausgeworfenes Geld sind. Hier im Forum findest Du einige Ertragswerte von WKA`s und auch ergänzende Berichte und diesen Berichten darf man Glauben schenken, da nichts schön geredet wird.

Vertikalanlage oder Horizontalanlage, da streiten sich die Geister, eine vertikale hat bestimmt einige Vorzüge, ist aber im Grössenverhältnis zu Horizontalanlagen zur Energieausbeute unterlegen, so wird es wenigsten vermittelt.

Montage auf dem Dachfirst ist auch so eine Problematik, die gut überlegt sein will. Die Geräuschentwicklung im Gebäude, vorwiegend im Dachstoch-Estrich ist nicht zu unterschätzen und manch einer schon, hat seine Anlage wieder vom Dach genommen.

Praktisch auf alle Fragen findest Du hier im Forum entsprechende Antworten.

wie heisst es aber so schön:
no risk no fun, ohne erste Investition in eine WKA lässt es sich nicht abschätzen, ob sich das alles rechnet- gelohnt hat. Wie so oft aber, wird man nun Anhänger der Windkraft, experimentiert weiter und erfreut sich am Oekostrom, oder man schwört der Windkraft für immer ab.
ora
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Re: Leistung abschätzen

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Gepostet: 01.07.2018 - 11:29 Uhr  ·  #3
Hallo!

Also wie mein Vorredner schon sagte ist der Ertrag einer Windenergieanlage mit horizontaler Achse besser als der mit einer vertikalen Achse, wenn sie gleiche Flächen haben die gleiche Qualität. Eine horizontaler Anlage mit schlechten Blättern kann aber durchaus einen schlechteren Ertrag bringen als ein Darrieur-Rotor mit guten Blättern.
Ein Savonius ist wahrscheinlich nicht so gut; da der Anlagenschub zu hoch ist (kann das bitte jemand bestätigen?), also die Kräfte auf die Befestigung.

Der "Guro" Hugh Piggott ist beispielsweise grundsätzlich gegen Windenergieanlagen auf Häusern. Wobei-wenn das Haus exponiert steht muss es dann auch nicht unbedingt sein. In jedem Fall musssss (mit fünf "s") man aber dann die Anlage sauber akustisch vom Haus entkoppeln, also viele Gummidämpfer verbauen.
Niemals Metall direkt an eine Mauer schrauben. Da muss man dann gucken, welche Dämpfer geeignet sind.

Ganz ohne Formeln kann man da nicht viel machen. Wichtig ist die mittlere Wind-Geschwindigkeit, die man wissen muss.
Und dann hat man eine Leistungskurve der Windenergieanlage und auf Seiten auf dem Internet kann man die Zahlen dann einsetzen und man bekommt den Ertrag https://wind-data.ch/tools/powercalc.php
(die Berechnungen auf dem Internet sind richtig; Eigentlich ist die Excel-Programmierung nicht schwierig; nennt sich "Weibull-Verteilung").

"Rechnen" tun sich Kleinwindanlagen leider nur in den seltensten Fällen bzw. Spezialfällen.
Es sei denn, man wohnt an der Nordseeküste, in Wyoming oder gar auf dem Mount Washington.

ora
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