Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

 
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Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 08.12.2017 - 14:25 Uhr  ·  #1
Hallo, liebe Freunde der Windkraft.

Hatte heute mit einem Bekannten das Thema Sturmsicherung bei Kleinwindanlagen und es ging auch um o.g. Sicherungsmethode.
Habe sie vor einiger Zeit bei der Futurenergy "AirForce1" gesehen - scheint bei den Generatoren mittlerweile Standard zu sein...

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht so recht vorstellen, wie es durch das "Wegbiegen" der Repeller zu einem Strömungsabriss kommen soll...
Kennst sich damit jemand aus? Gibt es Forumsmitglieder, welche damit Erfahrung gesammelt haben?

Würde mich mal interessieren.

Ein schönes Wochenende sowie einen besinnlichen, zweiten Advent!

Schönen Gruß,
Stefan.
ora
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 11.12.2017 - 11:06 Uhr  ·  #2
Was heisst: "Wegbiegen"- Seitlich wegdrehen?
Wenn eine MAschine schräg angeströmt wird, so kann man sich ja die Anströmvektoren hinmalen
und man wird feststellen, dass sich der Anstellwinkel der Blätter zyklisch ändert.

Jeder Rotor, der schräg angeströmt ist, ist somit ein instationäres System.
Da gibt's dann noch instationäre Effekte (weswegen bspw. eine Hummel fliegt).
Das ist komplex.
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 11.12.2017 - 15:30 Uhr  ·  #3
Hallo ora,

lt. Hersteller werden bei Starkwind die Flügelspitzen nach hinten weggedrückt. Also in Windrichtung, axial. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dadurch die Drehzahl so reduziert werden kann, dass der Generator keinen Schaden nimmt.

Ein Großteil der Repellerfläche bleibt doch stehen…

Gruß,
Stefan.
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 13.12.2017 - 12:08 Uhr  ·  #4
Hallo

Ein einfaches wegbiegen der Blätter ändert nicht viel an Drehzahl oder Drehmoment.
Da sind " Sichelblätter " eher geeignet, auch als Beispiel was überhaubt passiert.
Diese werden nicht nur mit dem Wind mitgenommen , sondern verdrehen das ganze Blatt, je weicher es ist um so mehr.
So wirt der Anströmwinkel geändert und auf eine geringere Schnellaufzahl im Aussenbereich gebracht.
Dadurch weniger Drehzahlzunahme, aber mehr Drehmoment möglich, wenn der G das schaft.
Schrömungsabriss ist da weniger im Spiel, und auch weniger Windgeräusche.
Mit graden Blättern ist das auch möglich, indem die Blätter nicht mit der Generatorachse fluchten , sondern der winkeligen Achse hinterher hinken.
So wie bei fast allen Passagiermaschinen , die eine "Pfeilung" der Tragflächen haben.
Bei Böen biegen sich die Flächen und verwinden sich, ändern den Anströmwinkel aussen, und die Strömung bleibt anliegen!

Gruß Aloys.
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 13.12.2017 - 19:11 Uhr  ·  #5
Zitat
Ein einfaches wegbiegen der Blätter ändert nicht viel an Drehzahl oder Drehmoment.


Zumal der gleiche Rotor bei einer Futurenergy zum Einsatz kam, wo eine Furling-Sturmsicherung verbaut war.
Ergibt für mich irgendwie keinen Sinn, die Funktionsfähigkeit einer derartigen Sturmsicherung erschließt sich mir sowieso nicht.

Hier mal das Zitat eines deutschen Händlers, der diesen Generator auch anbietet:

"Die Sturmsicherung erfolgt über die sogenannte Blattspitzenverwirbelung, d.h., die Rotorblätter werden bei Sturm etwas nach hinten weggedrückt, so daß das Flügelprofil seine optimale Form verliert und sich an den Rotorblattspitzen Verwirbelungen bilden. Diese Verwirbelungen verhindern, daß sich die Rotordrehzahl weiter erhöht. . So ist die ***** vor Sturmschäden geschützt, produziert aber weiterhin annähernd ihe volle Leistung."
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 15.12.2017 - 09:31 Uhr  ·  #6
Hallo

Zitate sind auch nur Meinungen, da verlasse Ich mich nicht drauf, eher auf das, was man sehen oder fühlen kann, wenn man gegen die Blätter drückt.
Man kann leichter mehr sehen und erkennen, als auf vielen Seiten geschrieben steht.

Gruß Aloys.
ora
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 16.12.2017 - 12:57 Uhr  ·  #7
Zitat geschrieben von stormbreaker

Hallo ora,
lt. Hersteller werden bei Starkwind die Flügelspitzen nach hinten weggedrückt. Also in Windrichtung, axial. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dadurch die Drehzahl so reduziert werden kann, dass der Generator keinen Schaden nimmt.


Völlig richtig.
Und wenn man sie zu weich bauen würde, würden sie zu flattern anfangen.
Weswegen das "Flügelprofil seine optimale Form verlieren soll" ist schon eine ziemlich - naja - Aussage.
Gut- es gibt dann eine Grenzschichtabwanderung,
aber in diesem Fall ist der Einfluss so minimal, dass an das vergessen kann.

Und was das mit den "Rotorblattspitzenverwirbelungen" auf sich hat - das ist so ein Gefasele, das Kompetenz darstellen soll. In diese verfallen Leute ganz schnell, wenn sie keine Ahnung haben.
Da gibt's leider mehr Fälle.
Es gibt nur Rotorblattspitzenwirbel, aber keine Rotorblattspitzenverwirbelungen- das ist Blödsinn!
Vermutlich meint er "Rotorblattwirbel", die er mit einem Übersetzer aus dem englischen Wort "Stall" übernommen hat. Das sind verwirbelte Strömungen- die aber blöderweise von der Blattwurzel nach aussen gehen - und nicht von aussen nach innen (was bedeutend chic-er wäre).

ora.
ora
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 16.12.2017 - 12:59 Uhr  ·  #8
FamZim hat das übrigens alles prima erklärt.
Besser könnte ich nicht.
Kann er vielleicht mal in den Grundlagen unter dem Topic
"Passive Boenminderung" verewigen. :-)

ora
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 16.12.2017 - 15:45 Uhr  ·  #9
Moin,


Wir beobachten diesen Rotor seit Jahren selber.Etliche arbeiten prima, aber bitte mit Sturmsicherung.

Also am besten : durch Winddruck wegkippen, oder Furling . UND elektronische Überwachung.Bremsung.

Diesen Rotor haben wir kurzgeschlossen im Orkan Christian mit Grundwind 130 kmh anlaufen und die 16mm 2 der Kurzschlussbrücke heizen sehen.

Hat der Generator eine grosse,sehr grosse Drehmomentreserve, dann gibt's von Futurenergy einen Bremsschalter,
mit Last+Kurzschluss VOR dem Orkan.
Dann kann man Glück haben, das der Rotor- vor allem die 3 Blatt Version, nicht mehr hochdreht.
Sicher reißt die Strömung denn auch ab. mit den Blattspitzen hat das nix zu tun.
Aber auch die wollen ab BF 9,das der Mast umgeklappt wird- :-) vor dem Orkan...

Soweit unsere Erfahrungen, nix mit geheimnisvollen Wirbeln, na klar biegen sich die Blätter, wenn die Böen einschlagen,
Aber dann überwiegt die Fliehkraft wieder....
Daher bei den WSD Anlagen eben beide Sicherungen immer aktiv.

Schöne Grüsse,

Cerco
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 16.12.2017 - 18:17 Uhr  ·  #10
Hallo allerseits,

mich hat es nur mal neugierig gemacht, wie das Futurenergy bei ihren aktuellen Modellen löst.
Ich habe mal bei denen nachgefragt und erfahren, dass ein neuartiger, permanenterregter Synchrongenerator verwendet wird und deshalb die Furling-Sturmsicherung nicht mehr nötig ist.

@ cerco

Ich bin da deiner Meinung.
Warum hast du dich bei deinen Generatoren eigentlich für die "Helikopter-Sturmischerung" entschieden?

Gruß und allen einen schönen, dritten Advent,
Stefan.
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 16.12.2017 - 19:36 Uhr  ·  #11
Hallo,

Der neue Gen ist für die 3 Blatt Version optimiert.
Ideal für guten, starken Wind.
Der Hersteller will unbedingt, das die Turbine VOR einem Sturm. ABGESTELLT wird.

Mit deren Stop Schalter.Gut, wenn jemand daheim ist.

Schöne Grüsse,

Cerco
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Re: Sturmsicherung "Blattspitzenverwirbelung"

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Gepostet: 02.12.2018 - 23:06 Uhr  ·  #12
Ich werfe hier einfach mal den Begriff "Passive Stallregelung" in den Raum. :)
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