Menelaus,
ich kenne die genauen Daten ebensowenig wie Du, deshalb arbeite ich - im Gegensatz zu Dir - mit Annahmen und mit Zahlen . . .
Definitiv falsch ist, dass die größere Fläche zur Berechnung verwendet werden muss, denn die durchströmende Luft erreicht im Diffusor an oder kurz nach der der engsten Stelle die größte Geschwindigkeit, und dies wird eben durch Staudruck (vorne) und Unterdruck (hinten) durch die Querschnittsänderung erreicht.
Der Wirkungsgrad der Unterdruckerzeugung ist übrigens enorm, denn auf diesem Prinzip arbeiten auch die sogenannten Staustahl-Triebwerke (Ram-Jets), die vollkommen ohne Kompressor und Turbine auskommen. Wäre der Wirkungsgrad gering, würde ein solches Triebwerk nicht den benötigten Sauerstoff erhalten und die freigesetzte Energie beim Verbrennen des Treibstoffs würde mehr oder weniger einen Massestrom nach beiden Seiten des Triebwerks bewirken (was definitiv nicht der Fall ist).
Das Gelabere vom Perpetuum Mobile ist natürlich Quatsch, denn der Masse-Strom / die Windenergie wird durch zwei Faktoren umgeformt (Impuls-Erhaltung, es wird keine Energie "erzeugt") :
1. die Verengung des Querschnitts am Lufteintritt (Verdichtung) und
2. die anschließende Erweiterung des Querschnitts am Luftaustritt (Entspannung).
Ein großer Teil des Massestroms wird hierbei durch die außen um das Diffusor-Gehäuse herum geleitete, bewegte Luftmasse Sog-seitig beschleunigt.
Zitat
"Trichter, diffussor...scheiß egal...das prinzip ist das gleiche "
Eben nicht, denn erst die Kombination von Kompression und Dekompression bewirkt die maximale Strömungsgeschwindigkeit und den minimalen, statischen Druck am engsten Querschnitt. Die Kunst besteht darin, die Wirkung von Kompression und Dekompression so auszubalancieren, dass sie sich optimal unterstützen (als nicht zu viel oder zu wenig von beiden Komponenten) und das Ganze auf möglichst kleinem Raum und unter Aufrechterhaltung einer möglichst laminaren Strömung, also konstruktiv alles andere als trivial !
Wenn ich mir die Bilder des Herstellers ansehe, schätze ich den Querschnitt am Lufteintritt (engste Stelle) auf etwas weniger als die Hälfte der Windlastfläche (vordere Querschnittsfläche) und somit auf etwa 1,25 m². Für die Luftbeschleunigung ist diese Fläche maßgeblich, und zwar im umgekehrten Verhältnis zur Austrittsöffnung also:
4,45 m² / 1,25 m² = 3,56
Ich behaupte nicht, dass dieses Maximum erreicht werden kann und schon gar nicht bei geringen Windgeschwindigkeiten, aber man nähert sich umso mehr an, als die Windgeschwindigkeit zunimmt und solange die Strömungsführung laminar bleibt.
Wie bei einer Tragfläche sich der Auftrieb nicht nur durch das Verhältnis der Strömgeschwindigkeiten oberhalb und unterhalb definiert sondern auch durch andere aerodynamische Faktoren (Anstellwinkel, etc.), so hängt bei einem Kompressor / Diffusorsystem die interne Beschleunigung nicht nur von Querschnittsverhältnissen ab, sondern auch - und zwar sowohl von interner wie auch externer - Strömungsführung und das ganz erheblich. So wird z.B. durch Windabrisskanten (Spoiler) der effektive Austrittsquerschnitt gegenüber der reine physikalische Abmessung vergrößert.
Selbstverständlich gibt es praxisorientiert stets Verluste, und natürlich liegt ein Rotor mit etwa 1,2 m Durchmesser natürlich nicht vollständig im Bereich der maximalen Strömungsgeschwindigkeit.
Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass der Rotor hier (überwiegend) im Schubbetrieb als Widerstandsläufer arbeitet und nicht mit einer sonst beim Savonius möglichen Schnelllaufzahl von 1,8.
Andererseits - und hier offenbart sich Deine Milchmädchen-Rechnung - wird vollkommen außeracht gelassen, dass sich am engsten Querschnitt nicht nur die Strömgeschwindigkeit erhöht, sondern auch die Dichte der Lufftmasse, das ist halt so das Wesen der Kompression . . .
Schon ein Hobby-Garagen-Bastler erreicht ohne weiteres eine Strömungsgeschwindigkeits-Anhebung um Faktoren von 1,5 bis 2,0.
(Nachzulesen ist das Prinzip übrigens auch als Messergebnis unter:
http://www.windstuffnow.com/main/vawt.htm wobei zu berücksichtigen ist, dass dies ein Experimentalaufbau und keine optimale Konstruktion darstellt . . . )
Du jedoch jonglierst hier mit durch nichts belegten Annahmen (wie die - von Dir behaupteten - zur Berechnung zu verwendende Flächen) und verflüchtigst Dich mit . . .
Zitat
Dass es generell möglich ist, die Windgeschwindigkeit zu erhöhen oder auch die Dichte zu ändern bestreite ich nicht, in dieser Art und weise allerdings ganz sicher nicht.
Für mich ist das Thema damit nun abgeschlossen.
DIE ERDE IST EINE SCHEIBE !