Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

 
BerndH
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Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 30.10.2008 - 18:52 Uhr  ·  #1
Hallo Leute

In einem anderen Thread schrieb Radixdelta folgendes, was mich zum Nachdenken angeregt hat.
Es ging um Vergleichsmessungen mit verschiedenen Rotorblattkonstruktionen bei einem H-Rotor.
Zitat
....wenn nicht möglichst genau und reproduzierbar (auch für andere) gemessen wird. Ich denke das mit etwas Schrott und Material für vielleicht unter 100€ die Grundlage für Rotor- und Generatortests gelegt werden kann, deren Ergebnisse für jeden mit eigenen Tests vergleichbar sind.

Das "auch für andere" war das Schlüsselwort für mich.
Ich persönlich stehe noch ganz am Anfang meiner Windradkarriere und möchte das realtiv unerforschte "durchströmte Profil" für
einen H-Rotor ausprobieren und mit anderen Konstruktionen vergleichen.

Es kam mir also die Idee eine Art einfachen, kleinen Messtand zu basteln, mit dessen Hilfe man unterschiedliche Blattkonstruktionen
unter den gleichen Rahmenbedingungen direkt miteinander vergleichen könnte.
Ich dachte da an die Ermittlung der Drehmomentkräfte auf unterschiedlichsten Positionen des 360 Grad Kreises,
sowie die Ermittlung der abgegebenen mechanischen Leistung an der Rotorwelle im Betrieb.

Radixdeltas Einwurf "auch für andere.." brachte mich auf die Idee, evtl. einen Teststand bzw. Testmethode zu entwerfen (mit euch gemeinsam !!),
die bei Bedarf auf einfache Weise für jedermann nachbaufähig ist und durch die dann jedermann
direkt mit anderen vergleichbare Ergebnisse erhält. Fast zu schön um wahr zu sein ?
Ich finde das könnte klappen.

Die Testmethode und die benutzten "Messgeräte" sollten einfacher Natur sein und für jedermann käuflich zu erwerben oder nachzubauen.

Ich mache mal einen Anfang.
So ein "Teststand" für einen vertikal Rotor, welche Dimensionen sollte der haben ?
Sicher nicht zu gross, damit der Aufwand, auch der finanzielle, sowie der Platzbedarf nicht zu gross wird.
Ich würde mal sagen, Rotordurchmesser variabel bis 50cm und auch Flügelhöhe variabel bis 50cm ?
Für direkte Vergleiche der Flügelkonstruktionen müssen die Grundabmessungen der Konstruktion, Durchmesser, Bauhöhe ja gleich sein.
XXLRay
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 31.10.2008 - 09:53 Uhr  ·  #2
Windikus
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 31.10.2008 - 10:20 Uhr  ·  #3
Hallo xxlray und Bernd

Ich finde das was zu hier planst sehr gut. Vielleicht bringen sich hier radixdelta und arcobär auch mit ein, da wohl beide sehr viel praktische Erfahrung haben. Im Moment sind Sie zwar noch nicht ganz so einer Meinung, bin aber zuversichtlich das sich das noch ändert ;).

Zum Wind: Für einen Teststand von 50 x 50 cm reicht ein handelsüblicher Heißwetterventilator (aus dem Büro o.ä.) völlig aus. Der den ich hier einsetze hat 60 Watt (andere Leistungsmerkmale find ich nicht). Wenn ein Bild gewünscht wird stell ich das gerne hier ein.

Das gute Stück hat 3 Gewindigkeiten mit denen ich in der mittleren Stufe
Schnellaufzeiten bis 1,2 erhalte.

Fragt mich nicht wie die das machen, aber in der Bucht kosten die Dinger inkl. Versand um die 15 Euro.

http://cgi.ebay.de/STANDVENTIL…otohosting

Grüße vom Fluppser
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 31.10.2008 - 16:57 Uhr  ·  #4
Hallo Fluppser

Genau so stelle ich mir die "Bauteile" für einen Prüfstand vor, einfach zu besorgen und günstig.
Deine Ebayverlinkung ist sehr lang und zieht das Forum in die Breite.
Folgender Link tuts auch : http://cgi.ebay.de/STANDVENTIL…0101310598

Kanst ja deinen Link vielleicht kürzen.

Ich rätsle derzeit an einer Drehmomentmessung im laufenden Betrieb herum,
hab auch schon erste Vorstellungen wie das klappen könnte... :)
Windikus
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 01.11.2008 - 18:44 Uhr  ·  #5
Hallo

Ich kann meinen Beitrag leider nichtmehr ändern, bin über dem Zeitlimit :(
Vielleicht wäre einer der Moderatoren so nett und kürzet meinen unsinnigen Link ein.

Drehmomentmessung ist nach Umbau auf eine stabielere und größere Version des Einflüglers dran.

Gruß
Andre
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 04.11.2008 - 02:12 Uhr  ·  #6
Hallo Leute

In meinem Kopf ist die Idee des "einfachen Rotorblattprüfstands" schon wieder einen Schritt weiter.
Drehmoment und Drehzahl ergeben die mechanische Leistung die der Prüfling in der Lage ist abzugeben.
Um das Drehmoment des "Prüflings", sprich des H-Rotorblattes während des laufenden Betriebes messen zu können,
habe ich über eine einfache "Leistungsbremse" bei gleichzeitiger Messung nachgedacht.

Man könnte diese Leistungsbremse in der Art wie bei einem einfachen Hometrainer ausführen,
nämlich mit einem in der Wirkung regulierbaren Schleifriemen.
Die eigentliche Drehmomenterfassung soll dann über eine kleine Digitalwaage erfolgen, dazu später mehr.

Da ich aber gerne bastele, habe ich für mich selbst eine etwas kompliziertere Bremse gebaut, bzw. ich bin noch dabei dies zu bauen.

Dem Grundgedanken dieses "Prüfstandes" entsprechend sollte auch meine angedachte "Bremse" sehr kostengünstig zu erstellen sein.
Ich habe daher einen kleinen Scheibengenerator entworfen, dessen Dimensionen der Baugrösse des kleinen Prüfstandes
entsprechende angepasst wurden, und den ich dann später als "Leistungsbremse" missbrauchen möchte.

Dieser Generator (alias Leistungsbremse) soll aus 12 Spulen und 16 (kostengünstigen) Magneten pro Seite, also insgesamt 32 Magnete, bestehen.

Da das mir bekannten Berechnungstool für Scheibengeneratoren auf weitaus grössere Magneten ausgelegt ist, habe ich weitestgehend "aus dem Bauch heraus" die Dimensionierung vorgenommen.
Als Magnete habe ich günstige runde Neodym Versionen mit 10mm Durchmesser und 5mm Stärke ausgesucht. (Die hatte ich hier noch)
Ich hoffe das diese Dimensionierung in etwa hin hauen wird. :) Schlimmstenfalls liege ich um eine Zehnerpotenz daneben :(

Heute habe ich die 12 Spulen gewickelt.

Meine Spulen haben einen Kerndurchmesser von 10mm. (Magnetdurchmesser)
Äusserer Durchmesser der Spule knapp 20mm.
Drahtdurchmesser 0,4mm.
Windungszahl pro Spule = 50
Widerstand pro Spule ca. 0,3 Ohm
Spulenhöhe ca 4mm
Luftspalt zwischen den gegenüberliegenden Magneten ca. 5mm
4 Spulen pro Phase (auch dieser Minigenerator soll ein Drehstromgenerator werden, mein erster selbstgebauter)

Die erzielbare Spannung ist mir eigentlich relativ egal.
Es geht mir nur darum über einen einstellbaren Belastungswiderstand eine stufenlose Bremswirkung erhalten zu können.
Mal sehen ob das klappt. Wie schätzt ihr die Chancen ein ?

Hier einige Bilder. Als erstes das Bild meines "Wickelkörpers"



Hier eine der Spulen in Nahaufnahme.
Ich habe die Spulen nach dem Wickeln zunächst mit einem feinen Faden stabilisiert
und dann mit einem oder zwei Tropfen Klarlack pro Seite fixiert.


Die Spulen mal so zusammen gelegt wie sie später in etwa montiert werden sollen.
Im Bild sind die 10x5mm Rundmagnete zu sehen.:

radixdelta
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 05.11.2008 - 01:15 Uhr  ·  #7
Das sicht ja super aus. Wenn du das ganze als Pendelmaschine baust, ist der Wirkungsgrad ja auch egal.

Ein Schleifriemen als Bremse könnte funktionieren, eine alte Trommelbremse vermutlich auch, aber die Haftreibung ist jeweils zu überwinden. Es gibt doch auch diese Bohrmaschinenpumpen für'n Appel. Mit einem geschlossenen Wasserkreislauf und geeigneten Drosselventilen liesse sich da auch was machen.

Ich bin schon ein paar Tage am überlegen, ob man mit einer Schnur um eine Riemenscheibe gewickelt und verschiedenen Gewichten einen Generator ausmessen kann. Der Wirkungsgrad beim Abwickeln dürfte recht gut sein, und die Leistung ist anhand Masse und Sinkgeschwindigkeit des Gewichtes einfach zu berechnen. Verschiedene Gewichte und verschiedene Lastwiderstände am Generator und ggf. verschiedene Riemenscheiben-Druchmesser lassen eine ganze Menge an Lastzuständen und Drehzahlen zu. Man braucht nur eine genügend große Fallhöhe.
Wenn man die Schnur nicht übereinander, sondern nebeneinander Wickelt kann man per Drehzahlmesser die Fallgeschwindigkeit ermitteln. Wenn die Geschwindigkeit nach einiger Fallzeit konstant bleibt gibt es keine Beschleunigung mehr und man kann einfach rechnen.
Wenn man genügend Daten zusammen hat, kann man eine Wirkungsgrad-Kennlinie seines Generators über Leistung und Drehzahl zeichnen. Dann lässt sich der Generator auch mit ausreichender Genauigkeit als Leistungsmeßgerät einsetzen.

Du hast von einer Digitalwaage geschrieben...
Ich würde in jedem Fall die Meßwerte im PC loggen, das macht die Arbeit erheblich einfacher weil auch das weitere Rechnen erledigt die Tabellenkalkulation, incl. anschließender graphischer Darstellung. Rotordrehzahlsignal und das Signal vom Anemometer wären eh digital, also kein großes Problem. Das Drehmomentsignal wäre wahrscheinlich Analog, ein A/D-Wandler kostet aber nicht die Welt.
IMHO gibt es auch Software die Maussignale umdeuten kann. Dann könnte man die Sensoren von alten Kugelmäusen als Bewegungssensor mißbrauchen, und das ist garnicht mal ungenau.

Wenn du die max Anlaufmomente in verschiedenen Rotorpositionen messen willst, solltest du deinen Generator sperren können. Ein Paar Löcher und ein Nagel sollten bei einem Scheibengenerator reichen.
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 06.11.2008 - 15:21 Uhr  ·  #8
Hallo Radixdelta
Pendelmaschine, es gibt also sogar einen Fachbegriff für das was ich mir da ausgetüftelt habe :)
Deine Überlegungen zum einfachen Ausmessen von Generatoren finde ich sehr gut.
Ich bin überzeugt das man so recht genaue Kennlinien erhalten könnte, trotz einfacher "Messtechnik".
Ich habe einen 3,70 Meter hohen Raum zur Verfügung....
Ich bin ein Freund von einfachen Lösungen. "Mit wenig viel erreichen", das fasziniert.

Besonders gut gefällt mir die Idee mit der Pumpe für die Bohrmaschine.
Ich befürchte allerdings das diese Pumpe eine ziemlich grosse innere Reibung hat.
So wie ich mich erinnere drehen die schon so im Leerlauf recht schwer. Vielleicht wäre das eher was für einen grösseren Rotor.
Ich glaub ich hab sogar noch eine rumfliegen, ich werde mal suchen ob ich die finde. Die Idee an sich finde ich sehr gut.

EDIT:
Ich habe gerade meine Pumpe gefunden. Leider hat sie ein derart hohes Losbrechmoment das man die Welle von Hand nicht durchdrehen kann.
Vielleicht sind neuere Pumpen besser geeignet als mein Uraltding.

Die Geschichte mit dem Daten loggen wäre dann die nächste Steigerung.
Es gibt sogar eine Seite wo man Software für Drehmomentmessungen, die auf diese Weise durchgeführt werden, erhalten kann für 10 Euro.
Eigentlich geht es dort um die Messung von Elektromotoren für den Modellbau, aber im Grunde ist es das gleiche.
http://www.dero-modelltechnik….fstand.htm

Mit der Maus z.B. die Rotordrehzahl messen ist eine prima Idee.
Nur weiter so ! So habe ich mir das genau vorgestellt mit den Vorschlägen und Ideentausch. :)
Waldo
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 06.11.2008 - 19:08 Uhr  ·  #9
Hallo BerndH,

hatte da noch etwas aus meiner Zeit als Mechaniker im Kopf,
als wir Getriebe mit Reibwertmessgeräten auf Wiederstand und verlorene NM prüften.( Lang ists her )
War so ne Art Drehmomentprüfung während des Drehens.
Zwei Scheiben verdrehten sich gegeneinender die mit Federspannung aufeinander arretiert waren und zeigten Nm an.
Das ganze hatte noch eine kleine Kurbel und glich einer Ratsche die man in Werkzeugkästen findet.
Weiß nicht ob Ihr was damit anfangen könnt.
Viel mir nur so ein. 😉


www.tensometric.com/

mfg

Waldo
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 07.11.2008 - 01:00 Uhr  ·  #10
Hallo Waldo
Zitat
War so ne Art Drehmomentprüfung während des Drehens.
Zwei Scheiben verdrehten sich gegeneinender die mit Federspannung aufeinander arretiert waren und zeigten Nm an.

Das ist genau das was ich auch vorhabe.
Die Rotorwelle wird über einen drehbar gelagerten "Bremsgenerator" gebremst und dabei wird
mechanisch über die drehbare Lagerung der Bremse das Drehmoment erfasst.

Heute abend habe ich mal die Lagerung des "Prüfstands" gebaut.
Das mit den Kugellagern, also so wie ich sie "befestigt" habe, gefällt mir noch nicht so richtig, das muss ich nochmal anders machen.
Maße Unterbau 25 x 25 x18cm BxTxH
Höhe senkrechte Achse über Unterbau ca. 60cm


BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 09.11.2008 - 13:38 Uhr  ·  #11
Gestern habe ich auf etwas grössere Lager, jetzt 10mm Innen, "hochgrüstet".
Dabei bemerkte ich, das sich die Lager auf der Gewindestange zwischen den Muttern verkanteten.
Der Effekt entsteht, weil die Muttern ihr Spiel innerhalb des Gewindes beim Festziehen so ausgleichen,
das die Muttern am Ende etwas schräg auf der Welle sitzen.
Das Kugellager dazwischen dann natürlich auch. Grrrrr...

Ich habe mir vorerst so geholfen indem ich anstatt der Muttern ca. 3cm lange "Verbinder" (so eine Art sechskantiges Rohr mit Innengewinde) als Muttern verwendet habe.
Die haben aufgrund ihrer Länge kaum mehr Spiel und die Lager sitzen nahezu gerade drauf.

Gefrustet musste ich dann noch ein Erfolgserlebnis haben. So enstand mein erster Rotor überhaupt, ein klassischer Savonius ohne Durchströmung,
Höhe 50cm Durchmesser des Rotors 25cm.
Das folgende Video entstand bei ca. 5m/s Wind. Drehzahl geschätzte 300U/min

http://www.vallstedt-networks….otor_1.avi
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 09.11.2008 - 23:57 Uhr  ·  #12
Nochmal ein Update.
Soeben habe ich meinen ersten H-Rotor nach dem Prinzip "von Canstein" fertig gestellt. Höhe 50cm, Durchmesser 50cm.
Natürlich alles noch mehr Spielerei, aber das muss ja auch mal sein, richtige Messungen kommen später.
Einige interessante Beobachtungen konnte ich aber auch so schon machen, z.B. das das größte Moment dann entsteht,
wenn der Wind fast 90 Grad zur Flügelfläche anströmt, was ich nie vermutet hätte.

Hier ein Video das den Rotor als Einblatt- sowie als Zweiblatt Version zeigt. ( 11 MByte )

www.vallstedt-networks.de/diverses/durchstroem_1.avi

Durch " Wind_Stefan " inspiriert, habe ich meine Tragarmhalterung in ähnlicher Weise wie er erstellt.
Bei mir allerdings aus einem Stück Multiplexplatte das noch herum lag.
Aussägen per Stichsäge dann einfachstes Runddrehen, aufgespannt auf eine Bohrmaschine als Ersatz für eine Drehbank.
Dann habe ich mit einer Ständerbohrmaschine die 10er Löcher schön lotrecht in den Block gebohrt.
Jeweils Löcher für 1, 2 oder 3 Blatt Versionen (120 bzw. 180 Grad Versatz) also universell.
Anschliessend habe ich dann das ganze vorsichtig in der Mitte aufgesägt.
Fertig ist eine prima Klemmhalterung die das Rohr wirklich unverrückbar festhält ohne es zu deformieren :)

Windikus
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 10.11.2008 - 10:28 Uhr  ·  #13
na mein lieber mann :).

An dir ist ja wohl mal ein richtiger Werkzeugmacher/Konstrukteur verloren gegangen. Das sieht ja schon alles richtig schick aus ;). Fein Fein !!!

nun aber zur Mägelei : :D
Was ich mit meinen bescheidenen Versuchen herausgefunden habe ist wohl die Tatsache das "Cansteins" H_Rotor wohl eher ein Wiederstandsläufer ist.
Dies bedeutet wohl das der Vorflügel doch recht groß gehalten werden sollte.

Absoltutes Minimum stellt da wohl der Durchmesser des Vorflügels = Länge des -gerundeten Leitblechs - (in meinen Augen isses nicht mehr) dar.



ACHTUNG NEU:

Desweiteren hab ich eine sprürbare Leistungsteigerung (Drehzahlsteigerung)
mit oben und unten geschlossenem Vorflügel erreicht. Dabei sollte der Vorflügel an den Enden jeweils 1-2 cm überstehen. Vielleicht kannst du das nachvollziehen.


Ansonsten weiter so *Schulterklopf*

Grüße vom fluppser
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 10.11.2008 - 15:27 Uhr  ·  #14
Hallo Fluppser

Vielen Dank für deine anerkennenden Worte, das tut immer gut.

Du hast natürlich Recht das diese Rotorblätter noch längst nicht optimal sind.
Es war mehr ein Schnellschuss gestern abend "damit sich mal was dreht" :)

Heute werde ich Rotorblätter mit grösseren Vorflügel bauen, zunächst mit geraden Blech, später mit im Rotorradius gerundeten Blech.
Auch das Leitblech werde ich heute vergrössern und die Flügelenden schliessen.

Du hast geschrieben das der Durchmesser des Vorflügels mind. der Länge des Leitbleches entsprechen soll, das wäre aber ein sehr grosser Brummer.
Hast du dich da evtl. verschrieben ?
Aber ausprobieren kann ich jetzt ja alles. Herrlich, mein neues "Spielzeug"...

P.S. Mein Vater war Werkzeugmacher und Feinmechaniker, vielleicht sind es die Gene..... 😉
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 11.11.2008 - 00:27 Uhr  ·  #15
Hallo Freunde
Heute nun das "derzeitige Spitzenmodell" meiner durchstömten H-Rotorblatt Versionen.
Ich habe die Blatttiefe auf 12cm erhöht. Der Vorflügel wurde aus einem 6,5cm Kunststoffrohr geschnitten.
Das Rotorblatt wurde im Radius des Rotors gebogen. Dabei musste ich feststellen das meine
"Blechverfomungskünste" verbesserungsfähig sind, siehe Dengelspuren. :)



Dieser neue Rotor dreht sehr gut an.
Trotz deutlich grösseren Vorflügel und höherer Blatttiefe dreht er mit höherer Drehzahl als mein gestriges Modell.
Das maximale Drehmoment (in optimaler Position im Stillstand mit einer Federwaage ermittelt) hat sich mehr als verdoppelt.
Es scheint das Projekt macht Fortschritte.
Hier ein Videolink (7MB)

http://www.vallstedt-networks.de/diverses/durchstroem_3.avi

Morgen werde ich die Vorflügelseiten schliessen, mal schauen wiviel das noch bringt.
arcobär
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 11.11.2008 - 09:31 Uhr  ·  #16
Hallo Bernd,

habe dein Modell des durchströmten Profils nur durch Zufall endeckt.
Du bist damit im falschen Thema.

So ähnlich hatte ich meinen Flügel auch konstruiert.
Der Durchmesser des Vorflügels stimmt auch, denn von Canstein sagt ja auch, dass dieser etwa der halben Blatttiefe entsprechen sollte.

Bei mir war auch das Moment bei Windströmung senkrecht zur Fläche am größten.

Ein reiner Widerstandsläufer ist er damit nicht. Die Schnelllaufzahl ist auch größer 1.

Warte gespannt auf erste Meßergebnisse.

Gruß Uli
Windikus
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 11.11.2008 - 14:27 Uhr  ·  #17
Hallo Bernd

Zitat

Du hast geschrieben das der Durchmesser des Vorflügels mind. der Länge des Leitbleches entsprechen soll, das wäre aber ein sehr grosser Brummer.
Hast du dich da evtl. verschrieben ?
Aber ausprobieren kann ich jetzt ja alles. Herrlich, mein neues "Spielzeug"...



Du hast natürlich recht, ich meinte nicht Durchmesser sondern Umfang. Sorry :oops:

Ansonsten schaut sich das immer besser an. Noch eine kleine Bemerkung
Ich habe meine Vorflügel nicht mittig geteilt sondern zu 2/3 und 1/3. Der Einsatz des 2/3 Vorflügels brachte nochmal eine kleine Steigerung der
Drehzahl.


Ich bin mir ziemlich sicher das hier schon noch die eierlegende Wollmilchsau "erfunden" wird ;).

Ich habe im Moment leider zum Basteln keine Zeit, obwohls wie irre in den Fingern kribbelt, aber das wird auch wieder besser ...

Grüße vom Fluppser
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 11.11.2008 - 16:01 Uhr  ·  #18
@Uli
Zitat
habe dein Modell des durchströmten Profils nur durch Zufall endeckt.
Du bist damit im falschen Thema.

Naja das ist so ein zweischneidiges Schwert. Eigentlich geht es ja um den kleinen Teststand hier in diesem Thread.
Gleichzeitig werden hier aber auch Rotorblatt Ergebnisse mitgeteilt. Keine Ahnung wie man es am besten macht.
Vielleicht hast du/ihr ne Idee wie ich es besser machen könnte.
Zitat
Ein reiner Widerstandsläufer ist er damit nicht. Die Schnelllaufzahl ist auch größer 1.

So richtig kann ich die Schnelllaufzahl noch nicht ermitteln.
Dafür ist die Anströmung durch den kleinen Ventilator mit "nur" 40cm Propellerdurchmesser auf meinen 50x50cm Rotor
noch zu ungleichmässig. Grössere Ventilatoren gibts bezahlbar aber kaum... :(
Ich bin noch am tüfteln und habe auch schon Vorstellungen wie ich das besser lösen kann, ala "einfacher Windkanal".
Zumindest bin ich aber erstaunt wie flott das Teil bei der relativ bescheidenen Anströmung rotiert.

@Uli
Uli ich werde auch noch grössere Vorflügel einsetzen, also etwas mehr als ein Halbkreis und nicht einfach nur mittig ein Rohr durchschneiden.
Ich hatte gestern leider nur das eine Rohr und deshalb gings nicht anders.
Aber ich muss auch sagen das man auch mal "bewusst falsch" (oder auch unbewusst) ausprobieren muss wenn man quasi die Grundlagen erforscht.
Auch das tiefere Eintauchen des Blattes in den Vorflügel ist dank meiner Vorflügelhalterung einfach durchzuführen und zu testen.

P.S.
Ich habe die geschwungenen Rotorblätter mal ganz ohne Vorflügel ausprobiert.
Naaa wer möchte mal einen Tipp abgeben wie das Ergebnis wohl gewesen sein könnte ? :)
Windikus
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 11.11.2008 - 17:18 Uhr  ·  #19
Hallo Bernd

Zitat
Ich habe die geschwungenen Rotorblätter mal ganz ohne Vorflügel ausprobiert. Naaa wer möchte mal einen Tipp abgeben wie das Ergebnis wohl gewesen sein könnte ? Smile


Also mein Cansteinscher Einflügler ließ sich von derlei Experimenten nicht beeindrucken. Er drehte ein Stück und fing dann den Wind auf, blieb also stehen.

Der Zweiflügler wird da sicher anders reagieren. Ich vermute mal das er nachdem er angeschubst worden ist weiterdrehen, wohl aber nicht so schnell wie mit Vorflügel.

Falls das nicht stimmt nehm ich alles zurück und behaupte das Gegenteil :).
BerndH
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Re: Vergleichsmessungen verschiedener Rotorprofile, Prüfstand

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Gepostet: 12.11.2008 - 08:58 Uhr  ·  #20
Hallo Fluppser

Du hast genau Recht !
Ohne die Vorflügel tat sich absolut null.
Ist ja auch irgendwie verständlich. Die Blätter haben dann ja kein "von und hinten" mehr, also kann sich keine Laufrichtung ausbilden.

Ich habe beschlossenen in diesem Thread ab sofort nichts mehr über die Ergebnisse die ich feststellen konnte, zu schreiben.
Hier soll es nur noch um den Aufbau und die Meßmethode des kleinen Prüfstandes gehen den ich baute bzw. immer noch baue.
Ergebnisse für die getesteten Rotorblattkonstruktionen werden ich dann in die passende Rubrik dieses Forums schreiben.
Ich denke das ist für das Auffinden von Informationen innerhalb des Forums besser. Danke nochmal an Arcorbär für den Hinweis !
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