Mein Chinamühlenprojekt...

 
mccab99
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Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 20.11.2008 - 21:04 Uhr  ·  #1
Hallo,

Auch bin unter die Verrückten mit einem Kleinwindrad im Garten gegangen. Fotos und genauerer Bericht unter:

http://riecken.de/?p=296

... läuft eigentlich sehr zufriedenstellend (Höhe 7m). In der E-Bucht gibt es noch neuere Versionen von dem Ding zu erwerben. Es ist wirklich flüsterleise durch ein verändertes Flügelprofil an den Spitzen. Einziger Wehmutstropfen: Hin und wieder muss man das (Gleit?)lager mit Fett abdrücken - das hört man tatsächlich vorher.

Gruß,

Maik
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 20.11.2008 - 22:02 Uhr  ·  #2
hallo Maik,
willkommen im Klub.
Ich betreibe eine Anlage gleichen Typs (Vertikalrotoren, mein Widerstandsläufer ) und hab da auch gleich eine Frage:
Wie lang ist Dein Kabel von der Mastspitze bis zum Regler?
Ich möchte meine Batterien umstellen und würde dann auf 40m kommen. :idea: Nach einem Widerstandsprogramm würde ich dann den Rasen heizen. :(
Der Regler und der Generator verkraften kurzzeitig auch einen Ladestrom von etwa 32 A. Bei mir scheint die Lagerung der Windfahne etwas schwergängig zu sein und das WR dreht später aus dem Wind. Im Regler und an den Kabeln entstehen dann keine übergroßen Temperaturen, nur das Kühlblech der Gleichrichterdioden ist handwarm. Ich verwende 2 gebrauchte LKW Batterien à 225 Ah, damit ich nicht mit dem Shunt das Gartenhaus heize. :lol:
Wie machst Du das mit der Verdrehung des Kabels?
Meine Anlage läuft seit einem halben Jahr und ich brauchte noch nie das Kabel lösen. Ich kann aber auch optisch die Verdrehung sehen, weil ich für die Aufnahme des Windrads ein kurzes Stück Rohr an die Spitze geschweißt habe und eine Schlaufe mit einer "professionellen" Zugentlastung ( Knoten ) habe.
Mit der Lautstärke des WR habe ich leider nicht so ein Glück wie Du, meine Anlage pfeift gerade im Schwachlastbetrieb ( 2-4 A ).
Ich werde noch einen Versuch mit Alu-Tape mit eingelegter Schnur machen (irgendwo hier im Forum beschrieben ) , wer so etwas schon einmal gemacht hat, möchte bitte seine Erfahrungen hier weitergeben.
weiterhin viel Wind

Peter
mccab99
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 21.11.2008 - 13:56 Uhr  ·  #3
Hallo,

Punkt 1: Verdrehung des Kabels
Ich habe ein fach unten am Mast eine Schukokupplung (wasserdicht, Baumarkt, weiblich am WR) eingebaut. Wenn sich das Kabel im Mast verdrillt, löse ich diese und kann dann bequem die Verdrillung lösen, da zwischen Mast und Boden noch etwa 15cm Platz bleiben. Ok - ein Übergangswiderstand mehr, aber so what. Und einen Knoten als Zugentlastung finde ich bei den "immensen" Spannungen - 12V tun halt weh..., von denen wir hier reden, ein vertretetbares "Risiko".

Punkt 2: Kabellänge
Hm - ich habe bisher nur eine absolut kapazitätsfreie uralte Autobatterie dran. Ich heize mit dem Shunt meine Garage. 32A habe ich noch nicht gesehen, aber das dürfte auch bei Wechselstrom schwierig werden. Momentan sind ca. 25m Nymkabel (starr) durch das Beet geschmissen, das durch Erdkabel ersetzt werden soll. Bisher dachte ich, dass 1,5mm² dafür ausreichen sollten (für 16A Wechselstrom spezifiziert) , aber wenn das Ding tatsächlich in Spitzen 32A bringt, wird das nicht reichen. Ich bin aber der Meinung, dass sich bei derartigen Windverhältnissen die Kiste eh aus dem Wind dreht und dass du den Strom eh nur bei Böen erreichst (das wären ja ca. 350W für 270 Euronen... Die Angabe 200W ist da schon realistisch). Ein starres Kabel sollte das doch eigentlich schlucken können. Ich plane das Kabel in meinen Keller zu führen (auch ca. 40m).

Punkt 3: Windfahne
Der Hersteller hatte bei mir die Bohrungen nachlässig entgratet, sodass ich mit nem 14er Metallbohrer nachgeholfen habe. Klappt zusammen mit ein wenig Schmierfett einwandrei um. Schmierfett auf dem Konus der Nabe ist auch ein gute Idee, weil dann der große Schrauberdreher anstelle des Kuhfußes zum Runterhebeln des Repellers reicht.

Punkt 4: Lautstärke
Bei mir sind die Flügelenden auf einer Seite etwas abgerundet. Das sieht man auf dem dritten Bild ein wenig. Das scheint es am ehestens zu bringen. Das hat bei mir der Verkäufer als Serviceleistung angeboten. sodass ich nur hin und wieder Malesche mit dem Gleitlager hatte. Jetzt liegt hier ein 4t Ratschenzug von der E-Bucht zusammen mit einer Ackerkette. Damit bekommt man das Ding auch allein hoch- und runtergeknattern (obwohl es mit vier Leuten viel einfacher und schneller geht - runter, Repeller ab, Fett rein, Repeller drauf, hoch das Ding - ca. 10 Minuten).

Die bieten jetzt die nächstgrößere Version vom gleichen Hersteller an. Ich liebäugle schon, da jetzt, wo alle Blätter fort sind, die Kiste eigentlich ständig dreht.

Gruß,

Maik
BerndH
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 21.11.2008 - 16:20 Uhr  ·  #4
Zitat
Bisher dachte ich, dass 1,5mm² dafür ausreichen sollten (für 16A Wechselstrom spezifiziert)

Sehe ich das richtig, das du den Strom den das Windrad erzeugt, direkt in einem 1,5mm² dünnen Kabel abführst ?
Falls es sich dabei um Spannungen von sagen wir bis zu 48V handelt, dürfte der Verlust auf diesem Kabel gewaltig sein.

Das Kabel kann zwar 16A Dauerstrom aushalten, das sagt aber absolut nichts über den Verlust an Energie aus, der auf dem Kabel erfolgt.
Dieser Verlust steigt mit sinkender Spannung.
Bei 230V wäre der Verlsut auf dem Kabel also um ein vielfaches geringer als bei 48V oder erst recht bei noch geringeren Spannungen.
(bei gleicher Stromstärke)
mccab99
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 21.11.2008 - 17:35 Uhr  ·  #5
Recht hast du. Mit Leitungen kenne ich mich nicht aus. Die Mühle macht Wechselstrom. Das mitgelieferte Kabel ist 3x1,5mm² flexibel und war ca. 15m lang. Das nun verwendete Kabel hat 3x1,5mm² starr und am Ladecontroller sehe ich bei entsprechend starkem Wind meine 20A, bei mäßigem zwischen 5-12A. Mir reicht das.
Klar kann ich mir jetzt noch 3x2,5mm² oder mehr Kupfer (Wechselstrom fließt ja hauptsächlich an der Leiteroberfläche, Querschnitt rulez) in den Garten buddeln oder direkt am Windrad wandeln. Dann gibt es aber noch ganz andere Herausforderungen, s. Dichte von Lösungen (Schwefelsäure) in Abhängigkeit von der Temperatur (nahe am Gefrierpunkt hat so ein Bleiakku einen mehr als beschissenen Leistungsverlust. Im Winter dürftest du allein deswegen bei einen nicht auf RT temperierten Batterie noch ganz andere Verluste einfahren. Wenn Bleiakkus zu warm werden (Sommer), ist das auch nicht gut. Meine Fiesta Batterie hat damals im Winter immer drinnen übernachtet... Bei Netzkopplung würde ich das anders sehen und mehr rechnen. Ich will nur einen Mediaserver treiben, mehr nicht. Spielkram halt.

Gruß,

Maik
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 22.11.2008 - 10:24 Uhr  ·  #6
Hier die Bezugsquelle für das Modell mit nachbearbeiteten Flügeln, sodass die Anlage wirklich leise läuft:

Bei Ebay nach dem Mitglied "windfischer" suchen. Der Mann kommt aus Wremen. Momentan ist die 24V-Version der Mühle im Angebot.

Ich habe allerdings die 12V Version. Die Angaben des Verkäufers halte ich nach meinen bisherigen Erfahrungen für realistisch.

Gruß,

Maik
turbodiesel
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 25.04.2009 - 11:39 Uhr  ·  #7
Ich habe vor 3 tagen meine Mühle wegen starker Lagergeräuschen vom Mast geholt.
Vorgeschichte: vor 3 Wochen hatte ich die Flügel abgenommen um die Spitzen zu ändern und hatte auch zum erstenmal die Lager abgeschmiert.

Zur Demontage habe ich das einteilige Kunststoffgehäuse mit einer Kreissäge unten einmal geschlitzt.

Der Generator ist beidseitig mit geschlossenen Kugellagern (6205 RS) gelagert. Die Abdichtung besteht aus Kunststoff.
Beim vorderen Lager konnte man schon mit der Hand ein Rubbeln feststellen. Bei genauerer Betrachtung konnte ich einen getrockneten Farbrest auf der Lagerabdichtung feststellen, er hatte eine Vertiefung verursacht.
Fazit: wahrscheinlich habe ich durch das Abschmieren den Farbrest erst gegen die Abdichtung gepresst und den Lagerschaden verursacht.
Geschlossene Lager abzuschmieren macht aus meiner Sicht auch nicht wirklich Sinn.



Das Ganze macht einen etwas rustikalen, aber doch soliden Eindruck. Der Läufer hat 8 Magnete.



Im Gehäuse sind 36 Stege im Winkel von etwa 10°.



Ich werde also wieder geschlossene Lager verwenden und weitere Lagerwechsel nach Gehör machen. Das Abschmieren werde ich unterlassen.

Gruß
Peter
Menelaos
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 25.04.2009 - 13:30 Uhr  ·  #8
WIr 2 hatten ja auch noch was vor...das trifft sich ja eigentlich ganz gut.
Ende nächster Woche bin ich mit meiner Klausur durch und dann werd ich dir das blaue Dingens mal nach Absprache langbringen wenn dein Windrad nun ohnehin vorerst außer Gefecht ist. Hat sich die Geräuschminderung nun auch bei größeren WIndgeschwindigkeiten in Grenzen gehalten nachdem du die Spitzen bearbeitet hast oder ist dieser grelle Ton bei hohen Drehzahlenb noch immer vorhanden?

Gruß
Max
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 29.04.2009 - 11:36 Uhr  ·  #9
Ganz so positiv war das Resultat dann doch nicht.
Nach der Änderung der Flügelspitzen wurde das WR frei von Westen angeströmt und lief erstaunlich leise.
Wenn der Wind aber durch die Baumreihe bläst wird's wieder lauter, obwohl das WR ganz stabil im Wind steht und bei gleichmäßigen Drehzahlen auch konstante Leistung bringt.
Ich glaube, der Lärm wird hauptsächlich durch Verwirbelungen vor dem WR verursacht.
Ich bin aber schon sehr gespannt, wie sich das blaue Dingens macht.

Da der Anblick des leeren Mastes doch sehr frustierend ist, habe ich vorgestern den Ruthland Generator vom selbstgebauten Heimtrainer abmontiert, Flügel angeschraubt, noch schnell einen Adapter für den Mast zusammengebraten und auf den Mast gesetzt. Jetzt dreht sich wieder etwas im Garten und man hört fast nichts. :D

windige Grüße

Peter
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 14.08.2009 - 22:37 Uhr  ·  #10
Tja - ich wollte noch einmal das Ende der Anlage beschreiben: Das örtliche Bauamt hat in einen neunmonatigen Verfahren mit immer neuen und unterschiedlichen Begründungen (von unzulässiger Grenzbebauung - 1,5m sind hier gar nicht ausgeschöpft, bis hin zum fehlenden Gutachten zur Betriebssicherheit) den Abbau der Anlage auf einem bürgerfreundlichen Weg ohne teuren Schriftverkehr verfügt. Schlussendlich "stellten die rotierenden Flügel einen unzumutbaren Blickfang für die angrenzenden Gärten und damit eine visuelle Belästigung dar, sodass die Anlage an diesem Standort nicht genehmigungsfähig sei". Ich werde sie jetzt bei der E-Bucht anbieten.


Gruß,

Maik
soderica
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 15.08.2009 - 00:31 Uhr  ·  #11
Hallo Maiki
tut mir da echt leid, habe da ja ähnliche Erfahrungen gesammelt. Irgendwie findet da immer einer einen Einwand um solche Projekte zu verbieten. Ich frage mich manchmal, ob es da wirklich mit rechten Dingen zu geht. Visuelle Belästigung??? Was ist den das für ein Bockmist? Dann müsste ja halb Europa klagen und sämtliche Windparks müssten abgebaut werden. Traurig, wenn Richter und Juristen sich auf ein so tiefes Niveau begeben. Wahrscheinlich erfolgt demnächst eine Klage das der Fernseher des Nachbarn die Nachtruhe stört, wegen flakerndem bläulichem Licht.

Ich versteh die Welt nicht mehr, traurig, das so etwas überhaupt möglich ist.


Gruss
soderica
mccab99
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Re: Mein Chinamühlenprojekt...

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Gepostet: 15.08.2009 - 11:35 Uhr  ·  #12
Naja - die Bauämter sind da weniger schuld als der Gesetzgeber. Kleinwindanlagen werden in Niedersachsen so bewertet wie ein Großanlage. Damit dürften die Kisten hier eigentlich nur in Industrie- und Mischgebieten genehmigungsfähig sein.
Zudem darfst du nie die Nachbarn vergessen: Das Bauamt sei nach eigenen Aussagen durch eine Beschwerde eines Nachbarn auf die Anlage aufmerksam geworden (auch genehmigte Großanlagen mussten deswegen schon demontiert werden!) - nur komisch, dass dann bei der "Dringlichkeit" über eine so langen Zeitraum keine Entscheidung gefallen ist. Vorausgesetzt, die nachbarliche Beschwerde ist keine Schutzbehauptung, kann natürlich auch bei einer Genehmigung der nachträgliche Abbau verfügt werden.
Schwamm drüber - von allzu viel Aufregung hat keiner was und Nerven sind nicht mit Geld aufzuwiegen - ich hatte mich schon beim "Erstkontakt" (panischer Bauamtsmitarbeiter hier an der Tür) auf dieses Ende eingestellt und kein Erdkabel gebuddelt.
Dafür war das Bauamt bei einem nachfolgenden Bauvorhaben extrem zuvorkommend und schnell. Ich glaube, dass da einfach noch zu viel Neuland ist und die Gesetzgebung alles andere als eindeutig. Für eine Windanlage brauchst du für den Mast eine Statik, für einen Fahnenmast, der hier im Baugebiet genehmigungsfrei bis zu 12m (meine Anlage war 7m) hoch sein darf und eine Fahne bis zu 4m² trägt, nicht. Ich glaube, dass es besser ist, vorher einfach mal nett mit einem Flügel vorbeizuschauen und zu fragen - dann wäre ich als Mensch auch kooperativer, als wenn da plötzlich die Anlage steht.

Gruß,

Maik
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