Auswuchten der WkA

 
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Auswuchten der WkA

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Gepostet: 23.03.2009 - 21:52 Uhr  ·  #1
Das präzise Auswuchten ist eine sehr wichtige und absolut notwendige Angelegenheit. Es erhöht die Lebensdauer der WkA erheblich und verhindert (meistens mit Erfolg, wenn die Sturmsicherung funktioniert) dass das gute Stück sich in seine Bestandteile zerlegt.

Ich habe feststellen müssen, dass viele Leute sich schwer tun, beim Auswuchten ihrer WkA bzw. der Rotorblätter. Deshalb hier eine einfache und präzise Methode ohne aufwendige Maschinen. Diese Methode ist anwendbar auf (fast) jede Größe von WkA's.

Das Prinzip des Auswuchtens ist eigentlich gedanklich und auch praktisch sehr einfach, wenn du erst einmal verstanden hast, worauf es ankommt.

Zum Beginn benötigst du einen geschlossenen Raum, wo keine Zugluft oder andere Luftbewegungen vorhanden sind, damit deine Arbeit wirklich auf einige Gramm genau funktioniert.

Ich erkläre jetzt mal das Ganze mit (nur) zwei Flügeln (einzelne Flügel, nicht ein Doppel-Flügler), weil es im Prinzip keinen Unterschied macht, wie viele Flügel du auswuchtest. Mehr Flügel ist "nur" mehr Arbeit. Wie man einen Doppel-Flügler (Zwei Flügel als ein gemeinsames Teil) auswuchtet, kommt dann ganz am Schluss, nach dem Auswuchten der Nabe.

1) Das Gewicht des bzw. der einzelnen Flügeln ist total unwichtig, die Größe auch. Sie dürfen auch problemlos ganz unterschiedlich schwer sein. Vergleiche das Ganze mit einer Balkenwaage. Das Gelenk in der Mitte der Waage ist dein Drehpunkt, bzw. die Nabe der WkA.
Es kann durchaus ein Flügel ein sehr viel höheres Gewicht in der Nähe der Nabe haben und der andere Flügel zum Ausgleich nur ein ganz kleines (Mehr)-Gewicht ganz außen am Ende des Flügels. Trotzdem halten sich beide in der Waage. Ob das jetzt Flügel sind oder Gewichte an einer Stange ist unwichtig. Schaue dir Bild 1 A+B an.
Das präzise Auswuchten ist eine sehr wichtige und absolut notwendige Angelegenheit. Es erhöht die Lebensdauer der WkA erheblich und verhindert (meistens mit Erfolg, wenn die Sturmsicherung funktioniert) dass das gute Stück sich in seine Bestandteile zerlegt.

Ich habe feststellen müssen, dass viele Leute sich schwer tun, beim Auswuchten ihrer WkA bzw. der Rotorblätter. Deshalb hier eine einfache und präzise Methode ohne aufwendige Maschinen. Diese Methode ist anwendbar auf (fast) jede Größe von WkA's.

Das Prinzip des Auswuchtens ist eigentlich gedanklich und auch praktisch sehr einfach, wenn du erst einmal verstanden hast, worauf es ankommt.

Zum Beginn benötigst du einen geschlossenen Raum, wo keine Zugluft oder andere Luftbewegungen vorhanden sind, damit deine Arbeit wirklich auf einige Gramm genau funktioniert.

Ich erkläre jetzt mal das Ganze mit (nur) zwei Flügeln (einzelne Flügel, nicht ein Doppel-Flügler), weil es im Prinzip keinen Unterschied macht, wie viele Flügel du auswuchtest. Mehr Flügel ist "nur" mehr Arbeit. Wie man einen Doppel-Flügler (Zwei Flügel als ein gemeinsames Teil) auswuchtet, kommt dann ganz am Schluss, nach dem Auswuchten der Nabe.

1) Das Gewicht des bzw. der einzelnen Flügeln ist total unwichtig, die Größe auch. Sie dürfen auch problemlos ganz unterschiedlich schwer sein. Vergleiche das Ganze mit einer Balkenwaage. Das Gelenk in der Mitte der Waage ist dein Drehpunkt, bzw. die Nabe der WkA.
Es kann durchaus ein Flügel ein sehr viel höheres Gewicht in der Nähe der Nabe haben und der andere Flügel zum Ausgleich nur ein ganz kleines (Mehr)-Gewicht ganz außen am Ende des Flügels. Trotzdem halten sich beide in der Waage. Ob das jetzt Flügel sind oder Gewichte an einer Stange ist unwichtig. Schaue dir Bild 1 A+B an.





2) Du baust dir jetzt mal so was Ähnliches wie eine große Balkenwaage. Diese Vorrichtung kannst du auch aus Holz fertigen, aber ich mache sie aus Stahl, weil das für mich einfacher ist. Am besten aus einem Stück Stahlrohr (1 bis 4 Zoll) oder Vierkantprofilrohr. Das Rohr sollte mindestens so lang sein wie dein Flügel. An der einen Seite muss du deinen Flügel dran festschrauben können, am besten unterhalb des Rohres, und an der anderen Seite bringst du ein Gegengewicht aus Stahlschrott, Beton oder, oder,--- an. Hauptsache du kannst dieses Gegengewicht hin und her verschieben, und auch mit einer Schraube festklemmen können, dass es sicht mehr bewegen kann, wenn es an der richtigen Stelle ist. Das Gewicht darf sich auch dann nicht verschieben, wenn du den ersten Flügel abschraubst und den zweiten, dritten, usw. festschraubst. Das Gegengewicht sollte etwa doppelt so schwer sein (plus-minus 30%), wie dein Flügel.

3) Deine Waage sollte AUF KEINEN FALL eine richtige (Dreh)-Achse haben. Die ist viel zu ungenau, hat zu hohe Reibung, und du kannst die Empfindlichkeit deiner Vorrichtung auch nicht einstellen. Schweiße oder schraube stattdessen ein stabiles Flacheisen OBEN quer auf dein Rohr mit folgender Einteilung: eine Seite 1/3 (dort kommt der Flügel hin) und die andere Seite 2/3, (das Gegengewicht). Das Flacheisen soll etwa 1/4 der Länge des Flügels haben. An das Flacheisen schweißt du rechts und links jeweils eine Muttern. In die Mutter drehst du ein 15 bis 20 cm langes Stück endloses Gewinde oder eine Maschinenschraube mit langem Gewinde, welche unten spitz geschliffen ist, wie ein Körner. Wenn du nicht schweißen kannst bohre auf jeder Seite ein Loch durch das Flacheisen und mache dann beidseitig eine Mutter auf deine Schraube. Mit dieses "Schrauben" kannst du, durch rauf- und runterschrauben einstellen, wie genau später deine Flügel ausgewuchtet sind. Die Spitzen deiner Schrauben stellen den Mittelpunkt der Nabe dar. Du kannst die Empfindlichkeit bis auf Null und auch unterhalb von Null einstellen. Unterhalb von Null kippt deine Waage immer zu einer Seite und das System funktioniert nicht mehr. siehe Bild2 A 1B C und Bild 3.





4) Dein Flügel beginnt ja nicht genau im Zentrum der Nabe, sondern irgendwo ein Stück weiter außen. Das bedeutet: Zum Auswuchten, muss du auch dafür sorgen, dass dein Flügel GANZ, GANZ, GANZ genau im gleichen Abstand an deiner Waage montiert wird, wie an der WkA. Bringe deshalb an der Seite, wo der Flügel befestigt wird, ein hin und her verschiebbares und feststellbares Arretierungsteil an. Dadurch ist sichergestellt, dass während der Auswuchtarbeiten immer jeder Flügel genau an der gleichen Stelle befestigt ist. ACHTUNG: Überprüfe auch an deiner Windkraftanlage, dass auch dort ganz genau alle Flügel im gleichen Abstand von dem Zentrum der Nabe entfernt beginnen.

5) Jetzt kannst du den ersten Flügel befestigen, am besten unterhalb von deinem Rohr. Ich beginne immer mit dem schwersten Flügel, weil ich zum Auswuchten ein Zusatzgewicht an den anderen (leichteren) Flügeln anbringe. Wenn du dadurch auswuchten willst, dass du an den schwereren Flügeln Gewicht entfernst, dann solltest du mit dem leichtesten beginnen. Sobald der Flügel befestigt ist, stellst du deine Konstruktion auf ein Stück Blech, damit die spitzen Schrauben sich nicht in der Unterlage eindrücken können.

6) Dein Gegengewicht, verschiebst du jetzt nach rechts oder links, bis dass dein Flügel auf der anderen Seite sich einigermaßen in der Horizontalen befindet. Der Flügel muss NICHT GENAU waagerecht sein. Bevor du jetzt mit dem Auswuchten beginnen kannst, muss du noch die Empfindlichkeit deiner Waage einregeln. Dazu legst du auf das Ende des Flügels eine VOLLE Zündholzschachtel oder was ähnlich Leichtes. Dabei sollte der Flügel wegen dieses "Zusatzgewichtes" etwa 5 bis maximal 20 mm runter sinken und wieder hochgehen, wenn du die Zündholzschachtel wegnimmst. Zu große Empfindlichkeit macht dir unnötigen Ärger, denn du musst dich ja im Raum bewegen und das macht Luftbewegungen und dadurch schaukelt deine Waage rauf und runter.

7) Jetzt beginnt das Auswuchten. Du befestigst am Ende des Flügels, sowie an allen anderen an der gleichen Stelle, eine Markierung (z.B. einen Stückchen dünnen (1mm) Draht, oder eine Nähnadel). Jetzt kannst du messen, nachdem das Schaukeln aufgehört hat, wie weit der Flügel (GANZ GENAU IN MM) vom dem Boden oder vom Tisch entfernt ist. Das ist jetzt dein gültiges Maß für alle weiteren Flügeln. Notiere dir zur Sicherheit dieses Mass.

8) Du musst jetzt noch mit einem Filzschreiber markieren, wo genau deine Waage stand, denn beim nächsten Flügel muss sie wieder genau an der gleichen Stelle stehen.

9) Du kannst den ersten Flügel abbauen und den Zweiten befestigen. Jetzt wirst du (vermutlich) feststellen, dass dieser Flügel bei der Messung ein gutes Stück weiter in nach oben steht. Zum Auswuchten musst du zusätzliches Gewicht an diesem Flügel anbringen, bis er GENAU wieder auf der gleichen Höhe steht wie der Erste. Das kannst du mit einem mehr oder weniger kleinen Gewicht außen am Flügel erreichen oder mit einem entsprechend größerem Gewicht in Nabennähe. Ich bringe zusätzliches Gewicht (Schlauben-Muttern und längere Schrauben) an der Befestigung des Flügels an. Das hat den Vorteil, dass dein Flügel keine "Verletzungen" abbekommt. Auch wenn du diesen Flügel nach dem Auswuchten abmontierst, müssen an der WkA später genau die gleichen (Zusatzgewichts)-Schrauben und Anzahl der Muttern an der gleichen Stelle montiert werden.

10) Dann folgt der Dritte usw. ACHTUNG: In seltenen Fällen kommt es vor, dass der zweite oder dritte Flügel nach der Inbetriebnahme nicht höher steht, sondern tiefer. Das hat mit der Gewichtsverteilung im Flügel selbst zu tun. Das bedeutet dann, dass du wieder ganz von vorne beginnen musst, denn dieser Flügel ist somit logischerweise dein ERSTER und dessen Maß ist jetzt entscheidend.

11) Wenn du jetzt an deiner WkA noch immer eine Unwucht feststellst, gibt es hierzu nur noch zwei Möglichkeiten:
Erstens: deine Flügel stehen nicht genau im Dreieck / Viereck usw. Abhilfe: Den Abstand zwischen den Flügeln nachmessen. War der Abstand überall gleich, dann kommt nur noch Punkt zwei in Frage.
Zweitens: Deine Nabe ist nicht ausgewuchtet. Abhilfe: Die Gondel ohne die Flügel auf einem sehr ebene und in beiden Richtungen absolut waagerechten (glatten) Boden abstellen. Unterhalb der Gondel vier ziemlich große leicht laufende (harte) Räder ohne Gummibereifung in den 90 Grad-Winkel zur Hauptwelle festschrauben, auf welchen die Gondel jetzt ruht. An den Generator Strom anschließen, falls der Generator als Motor die Nabe drehen kann. Sonst irgendeinem kleinen Zusatzmotor innerhalb der Gondel anbringen, der das Drehen der Nabe erlaubt.
Jetzt der ersten Versuch: Die Nabe langsam in Umdrehung setzen, und dann immer schneller. Durch die Unwucht, welche den Mittelpunkt der Nabe jetzt umkreist, wird ab einer bestimmten Umdrehungszahl die Gondel beginnen heftig auf den Rädern nach recht und links zu schwingen. Damit ist deine Unwucht, (sowie deren Größe) ganz sicher festgestellt. Jetzt beginnt die (langwierige) Suche nach dem fehlenden Gewicht und nach dem Anbringungspunkt des Gegengewichtes. Zuerst an irgendeiner Flügelbefestigung, oder sonst irgendwo an einem rotierenden Teil, ein mehr oder weniger großes Gewicht (abhängig von der Schwingung) anbringen und erneut versuchen. Die Schwingung wird heftiger oder kleiner. Wenn die Schwingung heftiger wird, das Gewicht an der gegenüberliegenden Seite anbringen. Ist sie bereits kleiner ein größeres bzw. ein kleineres Gewicht anbringen. Und so weiter,---Und so weiter,---- Und so weiter---bis dass die Gondel nicht mehr hin und her schwingt.

Auswuchten von einem Doppel-Flügler.

Einen Doppel-Flügler aus einem Teil mit rechts und links einem Flügel wuchtet man ähnlich aus, nur dass man hier auf diese Waage verzichten kann. Doppel-Flügler haben (meistens) in dem Zentrum ein Loch. Wenn nicht, muss du halt eines reinbohren ABER GENAU IM ZENTRUM zwischen deinen Befestigungslöcher. Und bitte schön, genau im 90 Grad Winkel. Am besten du benutzt eine Ständerbohrmaschine. In dieses Loch kommt jetzt ein Stück Schraubengewinde mit oben und unten jeweils einer Mutter. Dieses Gewinde hat den Zweck genau wie vorhin die Empfindlichkeit einzustellen. An einem Ende des Gewindes musst du (genau in der Mitte) ein kleines Loch von einigen mm dick reinbohren. In dieses Loch wird jetzt eine genauso dicke Schnur oder ein ganz, ganz, ganz dünnes Stahlseil eingeklebt mit einem Zwei-Komponenten-Kleber. Der Doppel-Flügler wird mit dieser Schnur aufgehängt, und neigt sich (wahrscheinlich) auf einer Seite etwas runter und wird, wie oben, ausgewuchtet, entweder durch Gewichtserhöhung oder durch Abschleifen. Natürlich mit dem ganz feinen Unterschied dass der Doppelflügel nach dem Auswuchten 100% waagerecht hängen muss.

Gruß
CONSTANT
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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 05.04.2009 - 18:58 Uhr  ·  #2
Zu 11) in Constant seinem Beitrag könnte ich noch anfügen, dass es Sinn macht, an 4 Stellen, gleichmäßig über den Umfang verteilt, verschieden farbige Kennzeichen an zu bringen. Dann kann man anhand der Farbe, die ausgelenkt wird, gleich in etwa die Richtung der Unwucht fest stellen.
Auch gibt es Konsolen mit 3 oder 4 lenkbaren Rollen zum Möbelrücken im Baumarkt.

Ansonsten ist das durchaus eine ganze Menge Text.

Sicher, wer häufig Blätter aus wuchtet, für den mögen sich Schweißkonstruktionen lohnen. Wie oft kommt das aber beim Eigenbau vor?
Deshalb bevorzuge ich doch immer die ganz einfachen Lösungen.

Vorweg wäre noch zu schicken, dass es vollkommene Unwuchtfreiheit nicht gibt und auch nicht geben muss. Bei Autorädern ist z.B. eine Restunwucht von 1,5 g zulässig, allerdings nach meinen Erfahrungen schon reichlich viel.

Im Beitrag meines Vorredners wird ein Auswuchten durch ein Auswägen ersetzt.
Das ist soweit richtig, dass es ab einer gewissen Größe nicht mehr anders geht.
In dieser Bemerkung ist schon integriert, dass es bei kleineren natürlich auch geht.
Auch schadet es natürlich nichts, möglichst genau zu sein.

Die Gleichung für die Fliehkraft eines Flügels ist Fz=m*r*2*Pi*fn²

Dabei ist r der Abstand des Massenmittelpunktes (Schwerpunktes) des jeweiligen Flügels vom Drehzentrum und fn ist die Drehfrequenz.

Nun kommt es auf 2 Dinge an:

1. Die Flügel sollten gleiche Masse haben.

Nach Hacker, „Wind ins Netz“ sollte der Unterschied bei den Größen, die er vermutlich meint, so um D 1,5m, nicht mehr als 0,5 g sein

2. Der Schwerpunkt sollte die gleiche Lage haben.

Dazu, in Anlehnung an Hacker:
Man lege auf einen Tisch 2 Stapel Bücher, so dass ein Flügel noch etwa dreimal dazwischen passt. Dann lege man eine dünne Schnur darüber und einmal unterm Tisch durch und verknote, damit sie einigermaßen straff ist.
Jetzt Flügel senkrecht dazu auf legen und so lange verschieben, bis er im Gleichgewicht ist.
Anhand der Schnur Peilmarken am Flügel (mit weichem Bleistift) an bringen. Die Verbindung wäre die Schwerpunktlinie.
Diese Peilmarken so genau es geht auf die anderen Flügel übertragen.
Durch Masseabtragung oder Zusatzmassen jeden Flügel an dieser Schwerpunktlinie ins Gleichgewicht bringen.

Punkte 1 und 2 , letzter Satz, mehrfach im Wechsel wiederholen bis alles stimmt.

3. Nabe ggf. auswuchten, wie z.B. bei Constant beschrieben, Pkt 11


Nun ist zwar alles ausgewogen, aber Fertigungsabweichungen können immer noch Unwucht rein bringen. So werden z.B. bei einem Passungsspiel der Blattverschraubung von 0,1mm bei 2 Schrauben im Abstand 100mm bei einem 1m-Flügel an der Flügelspitze 2 mm (Strahlensatz). Das geht so weit, dass man diesen Effekt gezielt zum eigentlichen Auswuchten aus nutzen kann. Dazu muss aber der Rotor komplett aufgebaut sein.

Eigentliches Auswuchten:

In Zeiten der Generatoren ohne oder mit wenig Rastkraftrippel kann man schon mal seine Rotorachse in die Waagerechte bringen und sehen, ob sich eine Stelle immer nach unten bewegt. Diese Seite hat zu viel Masse. Man kann sogar fest stellen, wie viel, indem auf der Gegenseite am Flügelende Knete angeklebt wird oder Metallteile mit Klebeband fixiert werden.
Wenn man Masse zugeben will, können diese Gewichte dann mit der Briefwaage aus gewogen werden. Wenn an der zu schweren Seite Masse ab getragen werden soll, kann man auf die Gewichtsbestimmung auch verzichten.

Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, wie oben schon an gedeutet:
Man nutzt die verbleibende Schwenkmöglichkeit der Flügel, die das Passungsspiel der Flügelbefestigungen bietet, um deren Schwerpunkte zu verlagern.
Hinterher sollte man die Flügel in Ihrer Lage aber fixieren.
Im Maschinenbau greift man dann meistens zum Verstiften. Das ist hier aber blöd, da die Oberflächenversiegelung angekratzt wird.
Wie wärs mit Sekundenkleber? Oder etwas ab gemildert und anschließend noch lösbar– Loctide oder ähnliche Schraubensicherung zwischen Nabe und Flügel, in Erwartung, dass es zumindest ein Wenig in den Spalt ein dringt.

Wenn der Generator doch zu viel Rastkraft hat oder andere Gründe das direkte Verfahren nicht zu lassen, dann verbleibt immer noch der Trick mit der Hilfswelle und den Auswuchtschienen. Dazu am Besten folgendes Bild:



Es muss also eine Ersatzwelle her (pink), die sehr genau in die Bohrung passt, so dass die Drehachse möglichst genau mit der im realen Einsatz überein stimmt.
Rohre gehen nur zur Not oder müssen überdreht werden, denn sie sind meist nicht exakt kreisförmig rund. Spannend wird es bei kegliger Wellenaufnahme.

Dann braucht man noch 2 Rohre oder andere Profile, die zumindest im Mittelbereich absolut ohne Rostnarben etc. sind, oder durch Feile und Schleifpapier gemacht werden.
Es gehen auch Latten, die mit Metallschienen belegt werden.
Diese müssen so lang sein, dass sie z.B. zwischen 2 Stehleitern auf die Sprossen gelegt werden können und das Windrad sich dazwischen noch frei drehen kann.
Es gehen auch 2 Türme hoch gestapelter Kisten etc., mit Metallschienen beleg.
Möglicherweise sogar 2 Stapel von Bierkästen, denn der eigentliche Abrollbereich ist nicht groß.
Wichtig ist die waagerechte Ausrichtung in den beiden Achsen der Ebene, so gut wie möglich (Wasserwaage).
Darauf wird wieder das Windrad auf gelegt. Es ist ausgewuchtet, sobald kein Flügel nach unten wandern will und es in jeder Stellung zum Stehen bleiben gebracht werden kann.

Wer das öfter macht und etwas mehr Aufwand treiben will, kann sich auch so was bauen:

[Bild: Auswuchtwaage von Conrad-Electronik]

Propeller Auswuchtwaage, hier für Modellbauer.

In der Mitte ist die Hilfswelle mit 2 Konen zu sehen, die den Propeller zentrieren.
www.Conrad.de wird mir das sicher nicht krumm nehmen.

Soweit zum statischen Auswuchten, welches für flache Repeller genügt. Wenn größere Ausdehnung in Richtung Drehachse dazu kommt, so wie bei den Senkrechtachsern, verbleibt nur Auswägen, wie oben beschrieben oder dynamisches Auswuchten. Doch dazu muss der Prüfling in Drehungen versetzt werden.
Später vielleicht mehr dazu.

Gruß vom Windfried
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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 22.02.2011 - 21:54 Uhr  ·  #3
Wie wuchtet Ihr einen Savonius aus ?
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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 22.02.2011 - 21:58 Uhr  ·  #4
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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 23.02.2011 - 15:18 Uhr  ·  #5
Ich dachte man wuchtet Ihn auf die Art wie man eine Motorrad Felge wuchtet
Müsste eigentlich genauso funktionieren.
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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 23.02.2011 - 16:04 Uhr  ·  #6
Ja, man kann den Rotor natürlich z.B. mit einer Borhmaschine antreiben und sehen, wo es Unwuchten gibt. Das ist aber wie schon gesagt, aufgrunde der vergleichsweise geringen Drehzahlen nicht zwingend notwendig. Ab einer gewissen Baugröße stößt das Verfahren dann auch an seine Grenzen.
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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 24.02.2011 - 01:58 Uhr  ·  #7

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Re: Auswuchten der WkA

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Gepostet: 03.08.2012 - 21:38 Uhr  ·  #8
Hallo,

Ich möchte mich auch einmal zu Wort melden. Ich habe unter anderem im Nachbarforum einen interessanten Thread gesehen, wo genau über dieses Thema diskutiert wurde. Ich habe zwei Varianten gefunden, die Rotorblätter an der Nabe montiert zu wuchten.

1) Bei der ersten Variante wird ein Seil an der Drehachse des Rotors befestigt und an der Decke ebenfalls befestigt. Dies ist z.B. in der Garage gut möglich. Der Rotor hängt also an dem Seil in der Luft und wird jetzt wahrscheinlich in eine Richtung kippen. Diese Seite, die nun einen geringeren Abstand zum Boden hat, ist folglich schwerer als die andere. Man muss nun also entweder auf der schwereren Seite Material abtragen oder auf der leichteren Material anbringen. Je nachdem wie stark die Unwucht ist, muss mehr oder weniger Material aufgetragen oder abgetragen werden. Ich würde beides machen- auf der schwereren Seite etwas abschleifen und auf der leichtern Seite Lack auftragen oder ähnliches- je nachdem, wie groß die Unwucht ist. Hat man das Gefühl, der Rotor hängt jetzt waagrecht, misst man an jeder Flügelspitze an demselben Punkt den Abstand zum Boden und kann so kleinere Differenzen beheben.

2) Bei der zweiten Variante wird der Rotor mittels einer Welle ausgewuchtet. An der Drehachse wird eine Welle montiert, die auf beiden Seiten der Nabe etwas Platz hat und dort drehbar gelagert ist. Wichtig ist, dass die Welle genau waagrecht liegt. Das schwerste Rotorblatt wird nun nach unten drehen bzw. das Leichteste nach oben. Nun wird auch wieder wie in 1) entweder auf- oder abgetragen oder auch beides. Ist der Rotor ausgewuchtet, müsste er in jeder Position stehenbleiben. Je nachdem, wie groß die Unwucht ist, muss viel oder wenig Material auf- oder abgetragen werden. Ist die Unwucht kleiner, kann man wie im Video mittels Lack genauer Wuchten.
Es kann auch der Spinner auf die Nabe montiert werden und die Welle nur auf einer Seite hinausragen, aber sie muss dann doppelt, am besten mit Nadellagern, gelagert sein.

Variante 1: User von daswindrad.de

Variante 2: YouTube-Video


Gruß
Dani
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