Innovationen durch Atomkraft

 
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Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 16.03.2011 - 20:22 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

Wir benötigen heute sehr viel Energie.
So viel Energie, das es immer schwieriger wird, diese Energie, Umwelt verträglich, zu produzieren.

In einigen Ländern, z.B. Frankreich wo ca. 80 % des Strom über Kernenergie produziert werden,
scheint es unmöglich diese Energiemengen anderweitig zur Verfügung zu stellen.
Die aktuellen Ereignisse in Japan und die ungelöste Endlagerung des radioaktiven Abfalls,
zeigen jedoch gleichzeitig recht deutlich das Autokraftwerke keine zukunftsweisende Lösung der Energiefrage sind.

Ich frage mich schon seit langem was war eigentlich zuerst da?
Der hohe Energiebedarf oder die Atomkraftwerke?

Mittlerweile - es kann ja eigentlich physikalisch nicht anders sein -
glaube ich die Atomkraftwerke waren zuerst da.
Erst danach kam der immer größer werdende Energieverbrauch:
die von mir so genannten "Innovationen durch Atomkraft"

Ich habe diesen Thread aufgemacht um eine Liste dieser "Innovationen" zu erstellen.
Die Idee ist diese "Innovationen" erst mal aufzuzeigen und
darzustellen wie stark wir uns an die Atomtechnik angepasst haben.
Im Weiteren kann man dann ja mal überlegen ob man nicht auf diese "Innovationen" verzichten kann
oder ob es nicht auch sinnvoll wäre unser Verhalten an die Bedingungen regenerativer Energieren anzupassen.

Ganz konkret: welche "Innovationen" denkt ihr sind durch Atomkraft entstanden?

+ Pumpspeicherkraftwerke?
+ Beleuchtete Autobahnen z.B. in Belgien?
+ Straßenbeleuchtung, nachts im Allgemeinen?
+ elektrische Durchlauferhitzer?
+ Nachtspeicherheizung?
+ Standby Geräte + Fernbedienungen zum Einschalten?
+ elektrische Heizgeräte?
+ Wasserbetten die permanent mit Strom geheizt werden müssen?
+ Föhn?
+ Handföhn?
+ Staubsauger?
+ Waschmaschinen?
+ Elektroherd?
+ Das "je mehr Leistung desto besser" Denken: Wie viel Watt hat denn deine ...

Die "Innovation Handföhn" finde ich z.B. nur ärgerlich,
weil es selten richtig funktioniert und immer länger dauert,
als mit einem normalen Handtuch, das auch noch zum Teil von selber trocknet.

Was fällt euch noch ein?
Was meint ihr dazu?

Gruß Frank
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 17.03.2011 - 15:55 Uhr  ·  #2
Wer war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

Atomkraftwerke wurden uns in den sechziger Jahren als die saubere Energie der Zukunft verkauft. Alles schien perfekt zu sein, die Ingenieurskunst war unendlich groß und perfekt.
Einige der Innovationen, die du aufzählst, entstammen nach meiner Ansicht den Innovationsschmieden, die dem Konsummenschen alles andrehen wollen, was sich verkaufen lässt. Was in deine Aufzählung nicht hineingehört, sind Nachtspeicheröfen, die gab es schon vor den Atomkraftwerken, aber darauf komme ich später noch mal zurück.
In unserem Leben dreht sich alles fast nur noch um das Geld und so sehe ich in der Atomkraft deutlich eine Wandlung von ursprünglich guter Absicht der Energiesicherung hin zum dicken Geschäft. So wie es aussieht ist mit der Atomenergie sehr viel Geld zu verdienen, jedenfalls bis zum 12. März 2011. Denn spätestens jetzt müsste uns bewusst werden, dass die Kernenergie nicht sauber und schon gar nicht billig ist. Wenn ich es richtig verstanden habe, sind die Atomkraftwerkbetreiber nicht einmal in der Verantwortung für die Folgen eines Unfalls. Würden die Kernkraftwerke versichert werden, könnte die kWh elektrische Arbeit auf ca. 2 € steigen. Dies war die Aussage eines Experten aus der Versicherungsbranche.
Die Dinge, die du aufgezählt hast, sind für einige Menschen vielleicht unwichtig, für andere aber eine Erleichterung. Nach meiner Meinung sollten wir nicht beginnen, alles als Teufelswerk zu betrachten, auf meine Waschmaschine möchte ich eigentlich nicht verzichten.
Der Energiebedarf der privaten Haushalte im Bereich Unterhaltung, Information und Kommunikation ist tatsächlich im Zeitraum 1995 – 2006 um über 25 % gestiegen (Quelle: Statistisches Bundesamt). Die absoluten Zahlen konnte ich bisher nicht finden, d.h. wie viel Anteil die privaten Haushalte im Verhältnis zum Gesamtenergiebedarf haben. Viel Energie wird z. B. auch im Bereich Verkauf verbraten, nur damit der Kunde die Brötchen noch appetitlicher findet oder die Kleidung im Schaufenster noch besser rüberkommt. In meiner Abteilung, der Leuchtenabteilung im Baumarkt, lag der Energieverbrauch im Oktober 2007 bei 3500 kWh in 10 Tagen (Normaler Jahresverbrauch eines 4 köpfigen Haushalts). Als Sofortmaßnahme wurden dann durch meine Initiative Anfang 2008 die meisten Glühlampen durch Energiesparlampen ersetzt, obwohl ich dies nur als Übergangslösung betrachte.

Nun zu den Nachtspeicheröfen:
Diese Form der Heizung wurde in den fünfziger Jahren durch die Kraftwerksbetreiber (Seinerzeit hauptsächlich Kohlekraftwerke) unterstützt, um in der Nacht die gleichmäßige Auslastung der Kraftwerke zu sichern. Auch oder gerade in der heutigen Zeit wären diese Öfen durchaus in der Lage, einige Probleme der Erzeugung regenerativer Energien zu mildern. So wäre im Winter ein ferngesteuertes Zuschalten der Öfen bedarfsgerecht verteilt rund um die Uhr durchaus sinnvoll, wenn Überschussenergie vorhanden ist. Die Fernsteuerung über Rundsteuerempfänger existiert schon seit den siebziger Jahren hier im Norden, es wäre nur eine Anpassung der Regelung beim Kunden nötig.

Zum Titelthema:
Nach meiner Ansicht sind nicht unbedingt die aufgezählten Geräte Schuld daran, dass es immer noch Atomkraftwerke gibt, ebenso wenig werden sie deshalb erfunden worden sein. Vielmehr ist das Konsumstreben der hauptsächlich Auslöser.
In Deutschland sind wir schon auf dem richtigen Weg. Wir haben die einmalige Chance, die Vorreiterrolle in Sachen Atomkraftabbau und Nutzung regenerativer Energien zu spielen. Ein vorzeitiges Abschalten aller Atommeiler in Deutschland halte ich allerdings für etwas gefährlich. Es könnte nämlich passieren, dass die Stromkonzerne Atomstrom im Ausland einkaufen und dann kann der Schuss nach hinten losgehen. Wenn, dann müssen wir europaweit Einigkeit erzielen, nur so kann der Atomwahnsinn gebremst werden.
Mein Traum ist ein weltumspannendes Solarkraftwerk, verbunden mit der Windenergie und einem Gleichstromnetz. Betrachten wir mal die Landmasse von Spanien bis Russland, so würde da einiges gehen. Leider sind die politischen Grundbedingungen dafür nicht besonders gut. Meine Hoffnung liegt in dem Schock, der die Welt seit dem 12. März 2011 hoffentlich wach gerüttelt hat. Und wer weiß, wie die Welt in 100 Jahren aussieht, entweder ist die Erde komplett verstrahlt oder die Menschheit ist endlich zur Vernunft gekommen.

Grüße von
Sandy

P.S.: Vorsicht mit dem Reiseföhn, da hat die Frauenwelt noch ein Wörtchen mitzureden :D
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 17.03.2011 - 19:44 Uhr  ·  #3
Moin Moin,

Ich bin auch der Meinung das wir nicht verschwenderisch mit der Energie umgehen sollten und dass ein oder andere Gerät nicht unbedingt angeschafft werden sollte.
Auch ich habe überall Sparrglühbirnen eingebaut.

Trotzdem habe ich eine eher nicht opportunistische Meinung und zwar bin ich für sauberen und sicheren Atomstrom: "Atomstrom ja bitte!" :-)

Gruß

Andreas
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 17.03.2011 - 19:51 Uhr  ·  #4
Ach ja, ich hatte noch etwas vergessen:
Alle Atomstrom - Befürworter möchte ich in die Nähe eines Atomkraftwerks umsiedeln, damit sie sich zu Hause fühlen können ... :'(

Grüße von
Sandy
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 17.03.2011 - 20:09 Uhr  ·  #5
Ich, als Automstrom - Befürworter fühle mich da zu Hause wo mein zu Hause ist, unabhängig der Nähe eines Atomkraftwerkes. Autobahn- oder Flugzeuglärm würde mich schon eher stören. Das ist aber "Out of Topic".

Gruß

Andreas
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 17.03.2011 - 23:43 Uhr  ·  #6
Nun denn, die Disskusion ist eröffnet
Was sol das Gejammer von wegen Atomstrom, erneuerbare ökologische Energie?

Sind nicht wir, ja genau Du, der da gerade im Forum unterwgs ist, auch daran persönlich beteiligt?

Das was uns die Technologien heute bieten, benötigt Strom, egal woher er eigentlich kommt. Wir benützen immer mehr " unnötige " Technologien und sind total überfordert, wenn nur für ein paar Sek. Minuten der Saft ausfällt. Kein Handy funzt, kein TV geht mehr, geschweige denn, ich kann mein Essen nicht kochen, da kein Strom da ist, usw. usw.

Sind wir nich selber an diesem Debakel schuld, nur weil wir jeden Scheiss Trend mitmachen? Unsere Jugend ist nicht einmal mehr im Stande, ein Feuer zu entfachen, weil die Däppen nicht wissen wie es geht ( könnten zwar googeln, aber wennkein Strom da ist, gehts ja nicht ), die werden dann als erstes verhungern, oder verkloppen die Alten.

So, was soll das also?
Ohne Strom nix los, sind wir uns da einig?
Atomkraft ja oder Nein?
Gibt es vernüftige Alternativen?
Wenn ja, welche?
Alles, was als Alternativenergie heute angepriessen wird, deckt bei weitem nicht die Kapazitäten, wie wir sie tagtäglich, sinnlos verheizen.

Um so wichtiger erscheint es mir, dass wir, und ich meine, uns Bastler, Tüftler, mit unseren Beiträgen dazu auffordern, selbt etwas zu tun.
Jedes erzeugte Milliwatt an Strom ist wertvoll und dieser Aspekt muss sich in den Köpfen der Verbraucher einnisten. Wenn jeder endlich begreifen
wird, das mit eigenenh Mitteln und entsprechenden Sparmassnahmen, der Energieverbrauch gesenkt werden kann, brauchen wir in Zukunft weniger Kernkraftwerke, weniger Energie.

Ich glaube, dass die Windenergie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten kann, aber auch Solar und Geothermie die Zukunft sein werden. Ohne Atomenergie wird es aber in naher Zukunft nicht funktionieren, so lange wir jeden erdenklichen neuen Technoschrott betreiben und mitmachen möchten-werden. Ueberlegt Euch mal, was Ihr in Eueren Hausahalten an Elektrogeräten benutzt, oder aber auch, was habt Ihr angeschafft und nur weil es " In " war, gekauft und kurz darauf in den Keller verbannt habt. Hier liegt ein unglaubliches Potential an reinster Energieverschwendung vor, die uns immer mehr in die Abhängikeit des Atomstromes treibt.

Kein anderes System ist momentan noch so günstig in der Stromproduktion und jeder, auch die " Grünen " bedienen sich dieser Technologie, bewusst oder unbewusst.

Japan, hat gezeigt wohin wir steuern, Alternativen, werden jetzt vielleicht Realität, zuerst aber müssen wie immer zig tausende Menschen mit ihrem Leben dafür bezahlen, damit sich in der Politik und in der Technik etwas ändert.

Ich fühle mit der japanischen Bevölkerung und hoffe, dass die Welt endlich aufwacht und bewusst auf " sichere " Techniken umstellen wird.
Es muss nicht alles nur noch per Akku, PC. Tablet, Handy ect. funktionieren, entsinnen wir uns an die Zeit in der wir gewohnt und gelernt
waren, dass es auch ohne ging. Vieles ist auch angesichts der immer fortschreitenden Texchnologien nicht besser geworden, ja, sogar schlechter, aber, dafür ist jeder selbst verantwortlich und bestimmt mit seinem Konsumverhalten den benötigten Stromverbrauch.

Frage am Rande:
Was nützt und das WEB, die neuesten Technologien, wenn wir keinen Strom mehr haben?
Sind wir überhaupt noch in der Lage, uns ohne heutige Technik mitzuteielen, uns zu ernähren?

DENKT MAL DARUEBER NACH?

Gruss Bruno
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 18.03.2011 - 08:30 Uhr  ·  #7
Ich als jemand, der zwischen Asse und Gorleben wohnt und dessen Ferienhaus in Schweden 45 Minuten Fahrt vom Atomkraftwerk in Oskarshamn entfernt ist bin nicht der Meinung, das man die deutschen Meiler von einem Tag auf den anderen abschalten sollte. Wie Uwe schon ganz richtig erwähnt hat, reichen die Kapazitäten dafür bei weitem nicht aus. Keiner hat etwas davon, wenn wir den Atomstrom dann einfach von der anderen Rhein- oder Donauseite beziehen müssen. Da ist es mir lieber, wenn wir selbst die Sicherheitsrichtlinien bestimmen können. Das einzig vernünftige ist ein kontrollierter Umbau der Energieversorgung und konsequent gesteuerte Energiesparmaßnahmen. Wer behauptet, man könne von heute auf morgen einfach auf Atomstrom verzichten (ohne uns in die Steinzeit zurückzuversetzen) der betreibt in meinen Augen nichts als Augenwischerei.
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 18.03.2011 - 09:18 Uhr  ·  #8
Zitat geschrieben von XXLRay
Ich als jemand, der zwischen Asse und Gorleben wohnt und dessen Ferienhaus in Schweden 45 Minuten Fahrt vom Atomkraftwerk in Oskarshamn entfernt ist.....

:D scherz an: nun versteh ich endlich woher XXLRay kommt... /scherz vorbei :P
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 18.03.2011 - 19:31 Uhr  ·  #9
Auch die „modernen“ Techniken beinhalten die Möglichkeit zum Energiesparen. Es ist z.B. nicht egal, ob ich mit einem PC (Ca. 150 W) oder einem Notebook (Ca. 20 W) surfe und arbeite. Wir müssen ja nicht gleich auf unsere durchaus sinnvollen Errungenschaften verzichten, wir müssen nur die Augen öffnen und Verschwendung erkennen.
Wenn ich überlege, wie viel Energie bei mir nur deshalb verschwendet wurde, weil ein herkömmlicher Klingeltrafo jahrelang meine Haustürklingel mit 12 V versorgte. Allein der Einsatz eines Schaltnetzteils mit 0,1 W Standby - Verbrauch hätte ca. 1220 kWh in den letzten 35 Jahren eingespart. Noch besser wäre der Einsatz von Batterien gewesen, ein mechanischer Gong verbraucht nur Energie beim Betätigen des Klingeltasters.
Natürlich werde ich damit nicht die Abschaltung der Atomkraftwerke bewirken. Wenn ich allerdings die Summe aller schleichenden Verbraucher in ganz Deutschland als Maß nehme, sieht die Sache schon anders aus.
Das gezielte und geplante Abschalten der Atomkraftwerke in Deutschland wird einen Schub nach vorn für die alternativen Energien bedeuten.
Wie hieß noch mal der Werbespruch eines Ölkonzerns in den siebziger Jahren?
Zitat:

„Es gibt noch viel zu tun, packen wir es an“


Zitat Ende

Diesen Spruch möchte ich jetzt in Richtung erneuerbare Energien lenken.

Grüße von
Sandy

P.S. Meine Haustürklingel wurde vor 2 Jahren auf meine Inselanlage umgeklemmt. Meine Beleuchtung ist fast im ganzen Haus schon unabhängig vom öffentlichen Stromnetz.
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 18.03.2011 - 19:56 Uhr  ·  #10
Hallo zusammen,

schön dass ihr euch an dem Thread beteiligt,
ich finde alle eure Beiträge interessant.

@Sandy vielen Dank für die Aufklärung zu den Nachtspeicherheizungen.
Ich glaube auch das Speichertechniken zukünftig noch wichtiger werden.
Interessant sind dann auch E-Autos, diese könnten dann über Nacht geladen werden,
wenn ansonsten weniger Strom verbraucht wird ...

Wieder etwas zurück zum Topic, zu den "Innovationen".

Die Atomkraftwerke sind so ab 1960 weltweit gebaut worden.
Heute sind es so viele und wir haben uns so dran gewöhnt,
dass ein Abschalten mit einem Zeitsprung zurück in die "Steinzeit" gleichgestellt wird.
Das wäre natürlich übertrieben, die 60er waren keine "Steinzeit", wenn auch das Leben zweifelsfrei härter war.

Ich möchte noch ein paar "Innovationen" nennen, die mir noch eingefallen sind:

Sonnenstudios
Hallenbäder
Eissporthallen
Skihallen

Auch wenn die "Innovationen durch Atomkraft" weder vollständig noch korrekt sind,
kann man nach gut 50 Jahren Atomtechnik ein erstes Resümee ziehen.
Man kann gut sehen wie wir uns von der gelieferten Energie abhängig gemacht haben.
(Ich übrigens eingeschlossen, Wasserbett, PC, Wäschetrockner, ... ich breche mal ab sonst wird die Liste zu lang :'( )

Interessant fände ich es, wenn wir jetzt noch abschätzen könnten wie die 50 Jahre ohne Atomkraft
gelaufen wären, welche Nachteile müssten wir dann heute in Kauf nehmen?
Welche "Innovationen ohne Atomkraft" hätten wir zu Stande gebracht?
Wo würden wir heute stehen?
Wir wären ja sicherlich nicht in den 60er stehen geblieben.
Gut das abzuschätzen bleibt natürlich spekulativ aber es kann verstehen helfen...

Jetzt mal ganz konkret:
Welche der hier im Thread genannten "Innovationen durch Atomkraft" ist es euch ganz persönlich wert,
dass zwei Flecken auf der Erde, mit sagen wir mal einem Radius von 10 Km und diverse Zwischenlager,
für erheblich lange Zeit keinen Lebensraum mehr für Menschen und größere Tiere darstellen kann?
Harter Stoff oder nicht?

Etwas softer:
Welche der hier im Thread genannten "Innovationen durch Atomkraft",
ist es, für euch, ganz persönlich, denn definitiv nicht Wert unseren Lebensraum langsam aber stetig zu verkleinern?

Im Grunde müsste man eine vernünftige Liste haben wo die "Innovationen" und der Energieanteil sortiert aufgeführt werden.
Dann kann man, beim "Dicksten" angefangen und überlegen wie man den Energiebedarf reduzieren kann...
Das ist eine der vielen Möglichkeiten das Thema anzugehen, wenn auch zugeben mühselig.
Ich mache so etwas Ähnliches schon mal auf der Arbeit, jedoch eher selten,
weil ich dort meistens Ressourcen im Überfluss habe und es sich nicht lohnt!

Gruß Frank
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 18.03.2011 - 21:05 Uhr  ·  #11
Hier mal einige Daten zum Energieverbrauch:

http://www.strom-prinz.de/Stromverbrauch/#c2005

@Zwar bin ich der Meinung, die Atomkraftwerke sind nicht durch die aufgezählten Innovationen entstanden, trotzdem finde ich deine Initiative sehr gut.
Nun zu den aufgeführten Energiefressern:
Sonnenstudios: Hält sich noch in Grenzen in Sachen Energieverbrauch, für mich unwichtig, da ich mich in meiner Freizeit aufs Fahrrad setze und auf diese Weise automatisch eine Bräune erhalte.

Hallenbäder: Lassen sich inzwischen z.T. durch Solarthermie günstiger betreiben. Außerdem bedeuten Hallenbäder sehr viel Freude für Kinder und diesen Spaß möchte ich ihnen nicht nehmen.

Eissporthallen: Die Eissporthalle bei uns in Flensburg wird nur in der kalten Jahreszeit betrieben, im Sommer wird sie zur Lagerhalle umfunktioniert. Macht mir persönlich sehr viel Spaß, über das Eis zu flitzen, bei uns ist der Winter selten so kalt, dass wir in der Natur Eisflächen finden. Weiß jemand, wie viel Energie die Eishallen verbraten? Der Verbrauch wäre entscheidend für mein Urteil.

Skihallen: Brauche ich nicht.

Thema PC: Viele alte PCs nehmen noch 30 W auf, wenn der Computer runtergefahren, die Stromversorgung aber nicht abgeschaltet wurde. Falls das Netzteil keinen Schalter besitzt, einfach eine Steckdosenleiste mit Schalter einsetzen.
Bei der Neuanschaffung eines Computers nach Möglichkeit den Umstieg auf eine Notebook erwägen.

Grüße von
Sandy
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 21.03.2011 - 15:50 Uhr  ·  #12
Hallo Sandy,

danke für die Daten zum Energieverbrauch.

Beispiel 2008 in Deutschland:
Bruttostromverbrauch 616,6 Mrd. kWh
Haushalte: 139,5 Mrd. kWh (22,6%)
Industrie, Handel Gewerbe 331,5 Mrd. kWh (53,7%)
Verkehr, öffentlichen Einrichtungen? 139,5 Mrd. kWh (23,7%)

Das zeigt doch recht toll wie viel Einfluss die Haushalte und
damit wir alle direkt auf den Energieverbrauch haben.
Selbst wenn wir alle in den Haushalten 50 % Energie einsparen,
was drastische Einschnitte in den Komfort hätte,
würde das den gesamten Energiebedarf nur um 11.3 % reduzieren.

Interessant am Link ist auch das der größte Verbraucher der Haushalte
mit 19 % das Kühlen und Gefrieren ausmacht.
Das hatte ich auch schon bei einer Insellösung festgestellt
und den Kühlschrank nochmal zusätzlich isoliert.

Gruß Frank
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 21.03.2011 - 19:54 Uhr  ·  #13
Auch derjenige, der mit einer Ölheizung sein Haus erwärmt, muss elektrische Energie zum Betrieb einsetzen. Jährlich mache ich für Freunde die private Abrechnung der Stromkosten für genau diese Heizung. Die Anlage versorgt ca. 250 m² Wohnfläche und verbraucht dabei jährlich etwa 980 kWh elektrische Arbeit.
Nachdem ich seinerzeit den Zähler installierte, lag im ersten Jahr danach der Verbrauch bei 1800 kWh. Deshalb machte ich mich auf die Suche nach den Energiefressern innerhalb der Anlage und wurde fündig:
Der Installateur hatte großzügig 3 Umwälzpumpen eingebaut und diese noch jeweils auf Stufe 3 ihrer Leistung gestellt. Nachdem ich die Pumpen auf Stufe 1 runtergeregelt und zusätzlich eine der Pumpen im Nebenkreis über einen Raumthermostaten angeschlossen hatte, sank der Verbrauch um 820 kWh.
Im selben Haus fand ich dann noch einen weiteren Energieschlucker. Eine Tiefkühltruhe kam mir verdächtig vor, weil ich während der Arbeiten an der Heizungsanlage die zahlreichen Einschaltungen bemerkte. Ein Zwischenzähler brachte es zu Tage: 2,65 kWh elektrische Arbeit wurden täglich von dem Gerät verbraten.
Ein daraufhin neu angeschaffte Truhe nahm nur noch 0,90 kWh auf, der Kaufpreis war nach ca. 3 Jahren durch die Einsparung an Energie wieder zurück im Geldbeutel.

Grüße von
Rainer

P.S. Gerade in warmen Gegenden, wie z. B. Spanien, wird die Isolierung eines Kühlgerätes sicherlich besonders wichtig sein. :-)
P.P.S. Achtung! Umwälzpumpen in einer Heizungsanlage dürfen nicht einfach über Monate abgeschaltet werden, weil sie dann festgammeln können. Regelmäßiges Einschalten alle 3 - 4 Wochen ist hier angesagt!
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 23.03.2011 - 15:01 Uhr  ·  #14
@XXLRay
Ich brauche nur 25min bis Oskarshamn... :'(

Da ich nun hauptsächlich in einem Land Lebe, wo der Ausstieg vom Ausstieg schon vor den deutschen Szenario beschlossen wurden und ich mit O- hamn, Forsmark usw. auch beruflich zu tun habe, ist für mich eins klar: ich habe kein WIRKLICHES Vertrauen in die Betreiber. Als Person die sich mit Sicherheit von Produktionsanlagen beschäftigt, stelle ich fest, dass gefährliches Selbstvertrauen einiger Angestellter, gepaart mit unheimlichen Unwissen eher die Regel ist. Das ist in Deutschland nicht anders (muß noch bis Mitte März viel Pendeln). Hier sehe ich die größten Risikenfür kommende Horrorszenarien.
In meiner Gemeinde war zu meiner Überraschung die Einstellung zu Windkraftanlagen (ca. 90 -120m) sehr hoch. Nur ein Deutscher hatte sich dagegen ausgesprochen, da nach seiner Meinung die Anlagen zu dicht an seinem Haus stehen würden. Ok soweit. Nun ist aber die Rede von 220m - 250m!!!! Anlagen. Damit kippt natürlich die Stimmung. Als Gegenstück haben wir nun eine 10kW Solaranlage in Planung, die im April aufgestellt werden soll (Pirat Bay lässt grüßen O-) )... Mal sehen, wer dann noch mitmacht... Leider ist mein Gebiet nicht das Beste für KWA´s... (aber TROTZDEM!!!)
Für Schweden lässt sich zwar bestimmt in 10 - 15 Jahren eine Infrastruktur verwirklichen die es ermöglichen würde, O- hamn und Forsmark vom Netz zu nehmen, jedoch wäre dies auch füher möglich gewesen. Leider hat hier die bürgerliche Allianzregierung die Kehrtwende eingeleitet. Nun, ich sehe schon recht deutlich den O4 vor mir. Die meisten Bewohner des Kreises Oskarshamn sehen dies auch eher positiv.

Ach, für alle die es wissen wollen: Ich fühle mich nicht unbedingt unsicher, engagiere mich aber unbedingt für Energieeinsparung, damit nicht noch mehr von den Teilen gebaut werden. Und CO2- Neutral, oder gar "sparend" ist diese Art der Energiegewinnung nicht mal in Ansätzen. Jedes Watt, was nicht benötigt wird, ist ein gutes (latentes) Watt.

Ich glaube, dass jede Technik immer Innovation ist, jedoch nicht immer NOTWENDIG!!! Kernforschung, auch ohne die AKW´s, hat jeodch auch gutes hervorgebracht, in der Medizin z.B... Inwieweit ohne diese Technologie die Forschung auf diesem Gebietso weit wäre, steht auf einem anderen Blatt.. Tyvärr (Leider) bekommen wir IMMER das ganze Paket, das Gute und das Schlechte, aber wir können auf die Vereteilung einwirken.
Übrigens: ein gigantischer Energiefresser ist das WWW in dem wir uns bewegen. Die letzte Serverfarm, die ich besichtigt hatte, war JENSEITS von Gut und Böse im Energiebedarf.... Aber Verzichten???

Ich selber habe trotz guter Vorsätze meine Umwälzpumpen noch nichtersetzt, jedoch schon eine verbesserte Steuerung für diese eingebaut. Ach: und meine Kühlschränke werden ENDLICH im Mai ersetzt. Dann bin ich für den Rest des Jahres in meiner "Hütte" und kann die Teile endlich abschaffen (20- Jahre alt... schluck...)

@ Erdorf
tss, tss: also Wasserbett???? Wieviel "frisst" denn so ein Teil?? Ok. wer Rückenprobleme hat..... seufz, hat auch zwei Seiten.

Ich hatte in der Vergangenheit auch immer Komfort und Luxus gleichgesetzt. Da liegen wohl viele Probleme.
Es stimmt: für Kerle ist ein Haartrockner ( ist Fön eigentlich immer noch ein geschützer Name?) nicht WIRKLICH nötig. Rechtzeitiges Haare waschen im Winter schützt vor Gebrauch, da die Teile dann Trocken sind... Ist aber eine Erfindung aus den 20igern, glaub ich..

Ansonsten sin wir hier in Schweden eher Energieoberverschwender.. Im Winter Licht in jedem Fenster!!!! Sieht ja hübsch aus, aber nicht wirklich nötig. Habe aber viele meiner Nachbarn hier von LED- Produkten überzeugt...

@Sandy
Ich habe an der Tür eine Handbimmel, die verbrauch nicht mal Batterien ;-), natürlich mit Elchmotiv!!!!

Also, ich logge mich mal aus, damit etwas weniger Kernabfall entsteht :devil:

Übrigens: Tolles Thema!!
Gruß Andre
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 23.03.2011 - 21:14 Uhr  ·  #15
Der Beschluss zum Ausstieg aus dem Ausstieg hat hier im Norden Deutschlands eine gewisse Lähmung in Sachen alternative Energien zur Folge gehabt. Nun können wir nur hoffen, dass der Schock über die Geschehnisse tief genug sitzt und es einen neuen Richtungswechsel gibt.
Der Ausbau der regenerativen Energien wird einen neuen Schub erfahren, wenn die Energiespeicherung mit einem praktisch durchführbaren Verfahren gelingt.
Durch einen Mitarbeiter der Schleswiger Stadtwerke wurde ich auf ein Verfahren aufmerksam gemacht, dass zu einem Hoffnungsschimmer für Speichertechnik wird:

http://derstandard.at/12713753…hem-Erdgas

Wir, das Volk, müssen den Ausstieg aus der Atomenergie nur wollen und den Druck auf die Politiker erhöhen.

@Schwede
Alter Schwede, ‚ne Elchbimmel :fgrin: ! Werde gelegentlich mal von Kunden gefragt, ob ich solche Handbimmeln beschaffen kann. Nun weiß ich endlich, wo es die Teile zu kaufen gibt.

Grüße von
Sandy
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 24.03.2011 - 05:58 Uhr  ·  #16
@sandy
Falls Du nicht nach Schweden kommst, kannst Du mal im Netz nachsehen. Ich glaube war was mit Nordland. Da hat sich ein Bekannter auch ne´Windfahne mit Elch bestellt..... :D
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 24.03.2011 - 14:26 Uhr  ·  #17
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 24.03.2011 - 20:12 Uhr  ·  #18
Hallo zusammen,

Hallo Andre,
Ein Wasserbett verbraucht 1 - 3 KWh pro Tag.
Ich hatte damals mal mein Wasserbett genauer vermessen, ist vergleichsweise schwierig,
weil man min. eine Woche lang messen muss und auch dann noch diverse, schlecht kalkulierbare Einflüsse hat.
Ich habe dann das Wasserbett besser isoliert (Styropor von unten, Decken von oben).
Genaue Daten habe ich aber nicht mehr, wenn du es genauer wissen möchtest, kann ich ja nochmal messen...
Tja tatsächlich habe ich mir das Bett wegen Rückenproblemen angeschafft und das hat auch geholfen,
ich habe keine Rückenprobleme mehr.
Heute sehe ich die Sache aber anders und werde, wenn das Bett kaputt geht,
aufgrund des hohen Stromverbrauchs sicher kein Wasserbett mehr kaufen.
Die Rückenprobleme sind auch anders lösbar (Sport, ...) und
ich will mich und meinen Schlaf nicht mehr vom Strom abhängig machen...

Ich komme jetzt nochmal auf die Daten von Sandy zurück:

Beispiel 2008 in Deutschland:
Bruttostromverbrauch 616,6 Mrd. kWh
Haushalte: 139,5 Mrd. kWh (22,6%)
Industrie, Handel Gewerbe 331,5 Mrd. kWh (53,7%)
Verkehr, öffentlichen Einrichtungen? 139,5 Mrd. kWh (23,7%)

Recht deutlich sieht man das die Industrie mit über 50 % den Löwenanteil am Stromverbrauch hat.
Warum ist das eigentlich so?

Vielleicht noch eine "Innovation":
Wegwerfgesellschaft war gestern, heute sind wir "Abwrackgesellschaft".
Das Wegwerfen funktionsfähiger Dinge ist professionell geworden:
Es wird recycelt, verschrottet, neu gebaut, neu gekauft und man wird auch noch dafür belohnt.
So bleiben die Maschinen und die 'Schildbürger' auch in schlechten Zeiten am arbeiten und
verbrauchen Energie und Ressourcen.
Reparieren war gestern, es kann ja mittlerweile auch kaum noch einer.
Reparieren ist aufwändig, der Mensch muss bezahlt werden, das ist viel zu teuer. Lieber neu kaufen.

Nur:
Reparieren ist nach wie vor deutlich Ressourcen schonender als recyceln.
Klar gibt es Fälle wo es besser ist doch neu zu kaufen.
Aber auch das sollte man energetisch abwägen.
Wie viel Energie kostet die Herstellung des neuen Gerätes und das verschrotten/recyceln des alten Gerätes.
Wie viel Energie spare ich durch das neue Gerät? Lohnt sich das wirklich?

Noch etwas,
gerade in der aktuellen Diskussion wird immer wieder behauptet regenerativer Strom wird den Strom teuer machen.
Warum soll das so sein? Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
Meine Erfahrungen bei Insellösungen ist die dass je höher die regenerativen Anteile sind,
desto geringer werden die Kosten, mittelfristig und erst recht langfristig.
Wenn das schon im 'Kleinen' so ist, warum dann nicht erst recht im großen Maßstab?
Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass es auf Dauer günstiger sein soll z.B. immer wieder die Kohle aus der Erde zu "buddeln"
als den Wind, oder die Sonne, die von alleine kommt auszunutzen.
Aktuell sind reine Ökostromtarife normal teuer, auch hier kein echter Hinweis auf eine "Kostenexplosion" wie manchmal behauptet.
Wirklich, ich glaube, je mehr regenerative Techniken eingesetzt werden desto günstiger werden die Preise,
insbesondere dann wenn konsequent Techniken zur Reduktion vom Energieverbrauch eingeführt werden.

Gruß Frank
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 25.03.2011 - 07:32 Uhr  ·  #19
@ Frank
Ist schon erstaunlich was eine Ruhestatt so verbrauchen kann. Brauchst nicht noch mal zu messen.... Danke

Wir haben uns in meiner Region entschlossen auf dezentrale Enrgieversorgung zu setzen. Die von mir erwähnte Solaranlage ist ein erster Schritt. Ich versuche momentan für ein neues Projekt BHKW- Technologie einzuführen. Wir planen ein Hotell über unsere "ekonomisk förening", eine Art Genossenschaft, und wollen hier mit guten Innovationen mehr Energie erzeugen, als wir benötigen. Dazu haben wir zwei Varianten. Leider ist eine Lösung für (nah)Fernwärme nicht umsetzbar. Hier sind vorranig die Bodenbeschaffenheit (Rasen sprengen bekommt hier eine völlig andere Bedeutung :P ) und die damit verbundenen Kosten, die Hauptursache. Daher wird wohl leider etwas weniger möglich. Zum Glück ist in meinem Dorf das Leitungsnetz komplett erneuert worden. Damit bestehen auch genug Einspeisereserven auf elektrischer Seite. Hier sehe ich, besonders als Nachbar zur Kernenergie, die besten Voraussetzungen. Und Passend zum Artikel: Das ist auch ( nicht nur) durch Sponsoring seitens des Betreibers des AKW Oskarshamn möglich, daher eine "indirekte" Innovation, meine ich ^_^ ...
Wenn wir das Leitungsnetz schnellstens auf einen neuen Stand bringen (Europaweit mal gesehen) und die Technologien, die für eine intelligente Leistungssteuerung schon da sind, einsetzen würden, ginge vieles heute schon besser. Leider wird Ökonomie immer als Naturgesetz gesehen, jedoch ist dies nur eine auf belibig zu verändernden Spielregeln basierende Sache und nicht das Hebelgesetz. Ich will den Kapitalismus nicht abschaffen, jedoch sollten die Spielregeln auf Zukunft gestellt sein. Gleichstromnetze, Softwarelösungen, Technologie, alles da und nicht mal mehr unbedingt in den Kinderschuhen. Da würde es auch keine Anstalten mehr geben, Kleineinspeiser neue Anlagen zu verbieten, da die Spannung im Netz gefährlich ansteigen kann, obwohl auch dies wohl fraglich ist, habe ich aber letztens in einem deutschen Artikel gelesen... Wer weiß, wers erfunden hat..

Die Industrie ist ein anderer Faktor: Momentan bekommen noch viele Großabnehmer so große Rabatte, das sich Sparen ja nicht unbedingt lohnt.
Jedoch auch in anderen Fällen bin ich immer entsetzt, dass sich viele Betriebe hier garnicht kümmern. Auch wenn sie mosern, dass die Energiekosten zu hoch sind. Manchmal sieht man schon auf dem ersten Blick, wo es klemmt ( wie das Baumarktbeispiel weiter vorn). Von schlechter Wärmedämmung über nur Kunstlicht, die nicht Ausnutzung von Abwärmeprozessen, usw, sehe ich ein Elend in dieser Richtung überall. Hier habe ich mal eine Hochrechnung gesehen, dass die Industrie in Europa ca. 30% an Energie Sparen könnte, wenn hier konsequenter gehandelt wird. Selbst wenn das nur 15% ergäbe, wäre es schon beachtlich.

Zur Reparatur:
Komischerweise gibt es in Schweden für Kaffeemaschinen billigen Kannenersatz (obwohl son Teil vielleicht nicht zwingend notwendig ist), in Deutschland kann ich dafür eine Neue bekommen. Also es ginge was... Auch in anderen Bereichen.

Wie gesagt, nur das nicht benutzte Watt ist ein Gutes

Gruß Andre
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Re: Innovationen durch Atomkraft

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Gepostet: 25.03.2011 - 07:41 Uhr  ·  #20
Zitat geschrieben von Erdorf
Wie viel Energie kostet die Herstellung des neuen Gerätes und das verschrotten/recyceln des alten Gerätes.
Wie viel Energie spare ich durch das neue Gerät? Lohnt sich das wirklich?

Das untermauert irgendwie meine Meinung, dass (konventioneller) Strom noch viel zu billig ist.

Zitat geschrieben von Schwede
Rasen sprengen bekommt hier eine völlig andere Bedeutung

Hihi, das kenn ich. Unser Ferienhaus bei Högsby ist ja nicht weit weg von dort. Wir haben angefangen, ne Veranda zu bauen. Ohne einen geschmiedeten "Schlagspet" bekommt man die Löcher für die Fundamente auf keinen Fall in den Boden.
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