Überspannungsschutz wichtig?

 
Solarundwind
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Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 13.05.2013 - 09:47 Uhr  ·  #1
Hallo,
ich habe mal ein paar Frage bezüglich Blitzeinschlag.

1) Ist es sinnvoll, vorhandene Solarmodule bzw. Windradmast elektrisch zu verbinden und eine dicke Leitung bzw. einen Stahlstab in den Boden zu rammen oder an die Erdung im Haus (Wasserrohre) anzuschließen?

Ist das quatsch oder hilft hier nur eine Blitzschutz-Anlage für 100000 Euro?

2) Helfen Überspannungsschutz- Steckdosen? Mittlerweile habe ich 5 Grid Ties laufen. Damit die nicht bei Überspannung abrauchen, habe ich vor, einzelne Überspannungs-Steckdosen zu kaufen (Einzeln deshalb, weil jedes Gerät einzeln an einer Phase angeschlossen ist).

Ist das überhaupt notwendig, wenn ca. 100 Meter weiter Strommasten stehen?

Sind die Schutzmöglichkeiten hier ausgereizt? Wie habt ihr das gemacht?

Gruß Solarundwind
doelle4
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 13.05.2013 - 14:58 Uhr  ·  #2
Also obige Maßnahmen ehöhen das Schadenspotential meiner Meinung da diese den Blitz zwar anziehen aber wenn er dann kommt unzureichend ins Erdreich ableiten.
An eine Wasserleitung anschließen? Das wär wie baden gehen im See bei Gewitter mit einer Metallstange die in den Himmel ragt...
Der Mast in 100 Metern wenn er weit höher ist wie dein WKA wird reichen.

Überspannugsschutz Netzsseitig ist sinvoll aber es sollte ein guter sein.
Sieh dir die APC aus der PC Ecke mal an, die hab ich mir zugelegt da die Schutzwerte wie auch der Aufbau gut sind.
http://www.amazon.de/APC-P1-GR…ungsschutz


Ich habe durch Einschlag im Haus z.b. eine induktive Überspannung in der Stromleitung erhalten die die Inverter 50 Meter weiter bei der WKA dahinrafften.
Seither verwende ich diese Zwischenstecker.
Fabian
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 05.07.2013 - 17:42 Uhr  ·  #3
Heey!

Überspannungsschutz:
Dazu gehört viel, viel mehr als ein einfacherer, simpler Zwischenstecker.
Man arbeitet mit sog. Zonen: Von außen nach Innen.
Angefangen beim Blitzschutz/Blitzableiter, dann das abfangen großer Überspannungen
in der Hauptverteilung.
Es geht weiter mit einer untergeordneten Zone: Z.b.: Stockwerk, Unterverteilung.
Bis hin zum Schutz vor Ort am Gerät, z.b. dein kleiner Zwischenstecker.

Vom rein logischen her kann dieses kleine Gerät keine Stoßströme bspw. von einem Blitzeinschlag
in der Größenordnung kA abfangen. Wo soll es die denn hin leiten?

Erst kürzlich hab ich bei Phoenix Contact eine live Vorführung im Testlabor genossen.
Die Geräte müssen einiges an Energie ableiten können. - Dabei wirds ziemlich laut O-)

Fazit: Ums Richtig zu machen, langt der Zwischenstecker nicht!
doelle4
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 05.07.2013 - 18:58 Uhr  ·  #4
Es ist mir schon klar das es verschieden Zonen gibt, meine Antwort bezog sich auf indirekte Blitzeinschläge bzw induktive Spannungsschwankungen.
Wenn die WKa der Blitz/Generator trifft und dieser über die Generatorleitung in den Ladregler/Inverter fährt ist obiges zwecklos.
Hier gibts es kaum funktionierenden Schutz, zu 100% lässt sich ein WKa gar nicht absichern meiner Meinung nach.
Eine höhere gut geerdete Fangstange im näheren Umfeld wäre da angemessen.

Mein Haus hat einen Blitzableiter der seine Arbeit erledigte als er in am Dach einschlug doch durch die Elektroverkabelung im Dachboden (2-3 meter) vom Bliteinschlag entfernt bekam mein Stromnetz eine Induktionsspitze ab die durch die Zuleitung zum Inverter 60 Meter hinterm Haus wanderte und meine PV wie auch Wka Inverter killten.
Mein Zählerkasten hatt keine dementsprechende Überspannungsschutzvorrichtung.
Ich finde das obige zwischenstecker besser als gar nichts sind zumal kein Umbau notwendig ist wie auch die 10 Euro leistbar sind nun habe ich in jeder Phase (Steckdose) eine stecken.
Obiger Stecker hatt eine Nennleistung von 900 Joule (besser wie viele andere) was rechnerisch bei z.b. einer 0,3 Sekunden Spannungspitze dann 3000 Watt elemenieren kann.
Es ist ja so gesehen auch möglich in einem 3er Verteiler 2 zu verwenden um die doppelte Energieabsorbierung zu erreichen.
Finde ich für 12 Euro /Stk. ok zumal man es nur einstecken braucht und erheblich besser wie gar nichts ist.

Gruß Hans
Fabian
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 08.07.2013 - 20:29 Uhr  ·  #5
Heey,

da muss ich wiedersprechen:
Es ist ganz klar Möglich eine Überspannung abzufangen. Auch an WKAs.
Da gibt´s einen ganzen Markt für. ;-)
Heutzutage wird die Anzahl und Stärke der Blitzeinschläge in WKA Flügel, registriert,
live online übermittelt und aufgezeichnet. Z.B. für Wartungsintervalle zu bestimmen.

Eine induzierte Überspannung und eine direkt durch den Blitz verursachte Überspannung,
sind beides Überspannungen und auch als solche detektierbar.

Auch induktive Spannungsschwankungen sind ebenso abfangbar, wenn
man denn Überspannungsschutztechnik installiert hat.

Haben aber die Wenigsten, da die meisten ja stattdessen eine Versicherung haben 8-)

Und ja "doelle4" es ist besser als gar nix, so einen kleinen Zwischenstecker zu haben.
Legt die Überspannung aber richtig zu schlägt es schon vor erreichen deines Zwischensteckers
woanders über.

Meines Erachtens hätte dich der Zwischenstecker damals nicht gerettet.
(Das liegt ganz einfach am ohmschen Gesetz)
doelle4
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 08.07.2013 - 22:23 Uhr  ·  #6
Zitat : "Es ist ganz klar Möglich eine Überspannung abzufangen. Auch an WKAs.
Da gibt´s einen ganzen Markt für. "

Also bisher in den letzten Jahren habe ich hier noch keinen Blitzableiter gesehen der vernünftig am Rotor vorbeiführt und die WKA frei drehen lässt ohne zu stören, auch käufliche Lösungen blieben bisher verborgen...
Falls doch - auch die induktive Spannung würde in der Generatorwicklung einen mächtigen Impuls auslösen der angeschlossenes dahinrafft.

Das Thema wurde öfters diskutiert ohne Lösungsansatz. Du kannst keine Großanlage mit einer 1-3 Meter WKA vergleichen.
Meine Überspannung war induktiv und ca 100-500 Volt , 95% der angeschlossenen Elektrogeräte im Haus haben überlebt ausser die Sat/TV Geräte und Warmwasserkollektorensteuerung die 2-3 Meter neben dem Blitzeinschlags montiert waren und direkte Leiter (Antennenkabel /Kupferrohr) zum Gerät hatten.
Die Inverter waren 60 Meter vom Einschlag weg sind aber sehr senibel und waren deshalb alle kaputt.

Die Inverter wären in meinem Fall denke ich ziemlich sicher gerettet gewesen.
Es wurden zwar von der Hausversicherung neue bezahlt aber wochenlange Umstände warens trotzdem.
Gruß Hans
Fabian
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Blitzschutzmaßnahmen Windkraftanlagen

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Gepostet: 08.07.2013 - 23:24 Uhr  ·  #7
Zitat von "doelle4":

Zitat
Also bisher in den letzten Jahren habe ich hier noch keinen Blitzableiter gesehen der vernünftig am Rotor vorbeiführt und die WKA frei drehen lässt ohne zu stören, auch käufliche Lösungen blieben bisher verborgen...
Falls doch - auch die induktive Spannung würde in der Generatorwicklung einen mächtigen Impuls auslösen der angeschlossenes dahinrafft.

Das Thema wurde öfters diskutiert ohne Lösungsansatz.

Heey "doelle4",

es wird ja auch kein starrer Blitzableiter benötigt. :-)
Eine Diplomarbeit die bei dem "Blitzschutzguru-Professor" Deutschlands geschrieben wurde und bei dem ich einige Vorlesungen gehört habe,
gibt darüber ziemlich gut Auskunft:

FH Aachen: Blitzschutzmaßnahmen von Windenergie-Anlagen unterschiedlicher Leistungsklassen

Es gibt somit a) käufliche Lösungen und b) Ableiter die von der Blattspitze bis in den Boden führen!

Und damit nicht weiterhin der Eindruck entsteht, dass die Anlagen sofort abrauchen, wenn sie ein Blitz trifft, dieser Link hier.
Es wird dokumentiert, wie oft und wie stark ein Blitz dort einschlägt.

System zum Monitoring von Blitzeinschlägen in Windkraftanlagen

Es ist ganz normal - es schlagen laufend Blitze in Windkraftanlagen ein. Und die Anlage produziert munter weiter Strom, ohne
eine Störung im Stromnetz zu verursachen.


Punkt.
Fabian
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Überspannungsschutz Umrichter

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Gepostet: 08.07.2013 - 23:57 Uhr  ·  #8
Guten Abend,

im übrigen erachte ich den obigen Post Nr. 7 von mir auch
für alle Kleinwindkraftanlagenbauer für äußerst interessant.
Warum sich dort nicht etwas abschauen. Die Großen machen es vor und arbeiten damit seit Jahrzehnten.

Zitat geschrieben von Solarundwind

Helfen Überspannungsschutz- Steckdosen? Mittlerweile habe ich 5 Grid Ties laufen. Damit die nicht bei Überspannung abrauchen, habe ich vor, einzelne Überspannungs-Steckdosen zu kaufen (Einzeln deshalb, weil jedes Gerät einzeln an einer Phase angeschlossen ist).

Ist das überhaupt notwendig, wenn ca. 100 Meter weiter Strommasten stehen?


Der Strommast, der Nebenan steht schützt deine Umrichter nicht vor einer Überspannung, die über das Stromnetz zu dir kommt.
Also, der Blitz kann
  • in den Mast selber einschlagen
  • in die Stromleitung einschlagen
  • beim Nachbarn ins Dach, oder den nächsten Baum treffen ;-)

Auf 1 und 2 möchte ich hier eingehen:

  • Schlägt er in den Mast, dann interessiert es dich wenig, weil dann die Spannung i.d.R. direkt in den Boden abgeführt wird. (Meist sind daran benachbarte Masten auch beteiligt.)
  • Wenn er in die Stromleitung einschlägt passiert in den ersten µs ziemlich viel. Was da genau passiert ist für dieses Posting viel zu viel und führt nicht zum Ziel. Letztenendes kommt an deinem Hausanschluss auch eine höhere Spannung an. Diese trifft auch deinen am Stromnetz angeschlossenen Umrichter.


Fazit: Du musst auch wenn neben deinem Haus ein hoher Strommast steht, für Überspannungsschutz sorgen!

Ich rate da zur professionellen Variante, die natürlich auch alle deine Haushaltsgeräte schützt (und deine Versicherungsprämie reduziert.)
Zwei Fliegen mit einer Klappe :-)
"Nie wieder den Fernseher ausstecken ;-)"
doelle4
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 09.07.2013 - 00:01 Uhr  ·  #9
Leider ist auch hier trotz mehrfacher Betonung keine kommerzielle Blitzschutzlösung Lösung angeführt sondern nur eine Diplomarbeit von Daniel Swoboda aus dem Jahr 2003.
Ich nehme nicht an das man dort eine indiviuell passende und den Normen entsprechnende Ableitung für seine WKA erwerben kann.

Das Überspannungschutz sinnvoll ist und dessen Gründe habe ich auch schon vorher angeführt. In welchen Ausmaß es jeder dann umsetzt ist dann dem einzelnen bzw der ausführenden Firma überlassen.
Die Versicherungsprämie würde zumindest in meinem Fall (Österreich) nicht reduziert sondern ist pauschal egal ob Blitzschutz besteht oder nicht.
Gruß Hans
Fabian
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 09.07.2013 - 00:10 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von doelle4

Ich nehme nicht an das man dort eine indiviuell passende und den Normen entsprechnende Ableitung für seine WKA erwerben kann.

Kurz und knapp: Auf Seite 53: - Kapitel: 6.1.2 Blitzschutz von Rotorblättern
- Erklärung des kommerziellen Systems der Fa. Enercon.
- Erklärung des üblichen Systems anderer Hersteller

Zauberwort: adaptieren
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 14.07.2013 - 18:47 Uhr  ·  #11
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 14.07.2013 - 19:57 Uhr  ·  #12
Zitat geschrieben von XXLRay

Ich glaube nicht, dass es ein sinnvoll bezahlbares System für Kleinwindanlagen gegen direkten Blitzeinschlag gibt. Da kauft man sich günstiger ne neue Anlage.


Ja!

Wie sieht das aus:

  • Lässt sich eine Kleinwindanlage versichern?
  • Oder ist sie über eine der üblichen Versicherungen für Haus und Hof mit abgedeckt?
XXLRay
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 14.07.2013 - 20:09 Uhr  ·  #13
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Re: Überspannungsschutz wichtig?

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Gepostet: 18.07.2013 - 12:44 Uhr  ·  #14
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