Vertikal Anlage für EFH

 
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Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 09.03.2018 - 13:54 Uhr  ·  #1
Hallo ich bin neu hier und erhoffe mir hier etwas Licht ins dunkle zu bringen! Wir haben ein Haus gebaut und ich habe wohnraumlüftung, Wärmepumpen und ein großes Aquarium das ca 1000w pro Stunde verbraucht! Jetzt wäre ich auf eine vertikaltubine aufmerksam geworden! Einen guten Platz hätte ich dafür in ca 8m Höhe! Was könntet ihr mir da empfehlen? Wind geht fast immer welche Anlage rechnet sich für ein Haus fragen über fragen
Wäre toll wenn mir jemand Hilfe leisten kann

Lg René
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Re: Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 09.03.2018 - 17:35 Uhr  ·  #2
Willkommen René.
Bin selbst noch sehr unbeholfen.

Warum vertikal?

Gruß
Miguel
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Re: Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 09.03.2018 - 18:06 Uhr  ·  #3
Hallo und Willkommen im Forum.

Ta, was rechnet sich für eine Windanlage für Dein Haus... kurz: keine Ahnung da nicht bekannt ist wieviel gleichmässig anströmenden Wind (also ohne viel Wirbel) an Deinem Standort zu erwarten ist. Das ist ein bisschen vergleichbar mit einer Frage wie " wieviele Kugel passen in ein Gefäß und wie schwer ist das?" (wie groß und aus welchem Material sind die Kugeln und was ist das für ein Gefäß?).

Ich hänge Dir mal hier ein Handout mit an das ich bei meinen Vorträgen hinterher verteile. Die Tabelle auf der Rückseite zeigt Dir ganz grob wie große eine Windanlage bei welcher Windgeschwindigkleit sein muß um realistische Erträge zu liefern. Umgedreht geht es natürlich auch: Du weißt wieviel Wind Du hast und kannst abschätzen bei welcher Anlagengröße Du wieviel Ertrag Du erwarten kannst. Meistens sehr ernüchtern, aber realistisch.

Ohne die tatsächliche Windgeschwindigkeit zu wissen kann Dir keiner eine vernünftige und belastbare Aussage machen. Am Besten Du misst den Wind an dem Ort der späteren Aufstellung und auch gleich in der richtigen Höhe und so kann man dann nach ein paar Monaten deutlich mehr dazu sagen und Du gewinnst eher ein Geühl dafür was viel und wenig Wind in m/s bedeutet.

Theoretisch spricht auch nichts gegen eine Vertikalachsanlage, nur mußt Du wissen das der Ertrag bezogen auf die projizierte Fläche immer deutlich kleiner ist als bei klassischer Bauweise. Für mich gibt es nur zwei gülige argumente für eine Vertikalwindanlage: a) sie sind in der Regel (!) leiser b) ich finde sie besonders chick und ansprechend. Punkt.


Schau Dir das mit der Tabelle in Ruhe an. Mess mal den Wind und vorallem lese Dich ein bisschen durch die Rubriken, denn fast alle Fragen sind vermutlich schon einige Male beantwortet worden. Wirst Du nicht fündig helfen wir gerne weiter.

Gruß Uwe
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Re: Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 14.03.2018 - 12:17 Uhr  ·  #4
Hallo danke schonmal für deine Antwort lg
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Re: Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 07.04.2018 - 15:44 Uhr  ·  #5
Uwes Link mit der Vortrags - Kurzfassung habe ich mir etwas gründlicher reingezogen und finde die Tabelle mit den Werten zu den verschiedenen Rotordurchmessern sehr aufschluss - und hilfreich!

Also könnte man bei der in Deutschland am meisten verbreiteten Durchschnittsgeschwindigkeit / Wind erst ab einem Rotordurchmesser von 3,5 m respektive 4 m x 4 m bei Vertikalläufern mit einem etwaigen Jahresertra von etwa 1000 kwh rechnen.
Was ja dann immerhin schon eine Nummer wäre, nur wer stellt sich so etwas großes in den Garten?

Wobei in Uwes Vortrag zutrifft, dass Vertikalläufer in einer solchen Größenordnung sehr solide (schwer) gebaut sein müßten um dann auch Stürme überstehen zu können und kaum sehr hoch auf Türmen. So verschiebt sich nicht nur durch höher anfallende Konstruktionskosten die Kosten - Nutzenrechnung auf die Seite zugunsten der Horizontalläufer, diese haben auch noch einen höheren Leistungsbeiwert. Diese letzteren als klassische Modelle zu bezeichnen bezieht sich allerdings auf die Nutzung in Europa, Amerika und weltweit in jüngerer Zeit denn die ersten Windmühlen datieren weit älter und waren ausnahmslos Vertikalläufer. (Persische Windmühle, chinesische Windmühle)

Um es kurz zu machen, ich stimme mit Uwes Vortrag überein, vermisse jedoch die realistische Relation zu den häufigsten Aufstellorten von Kleinwindanlagen und das diese zahlenmässig wohl überwiegend in kleinerer Bauweise ausgeführt sind als so ab 3 m Rotordurchmesser. Also wohl kaum in dem Größenbereich wo eine Kosten - Nutzen Rechnung noch Sinn macht. Und an Aufstellorten, wo kleine Vertikalläufer durchaus kompetent den Horizontalläufern gegenüberstehen können wenn wir für beide Bauarten einmal das Kosten - Nutzenrechnen weglassen! Denn auch dahingehend gibt es kaum noch Unterschiede eben wegen dem leidigen Umstand dass (einige) Vertikalläufer besser mit turbulenten Anströmungen klarkommen, allen voran der Savonius.

Solche Kleinstanlagen für Gärten erfüllen andere Wünsche als mit ökonomisch sinnvollen Kriterien machbar.

Dieser Aspekt zu Kleinstanlagen wirft nicht Uwes Einschätzung, das Rotorgröße entscheidend für eine sich rechnende Anlage ist über den Haufen, soll aber aufzeigen dass es einige Unterscheidungsmerkmale zwischen größeren und kleineren Kleinwindanlagen gibt, die sich hauptsächlich auf die möglichen Aufstellungsorte beziehen. Wer sich eine größere Anlage leisten will ist gut beraten einen günstigen Standort zu wählen und bei kleineren Anlagen geht es nicht gleich so ins Geld abgesehen davon dass die meisten Gärten als Standort kaum was abwerfen können, weder vertikal noch horizontal.

Ich selber sehe positive Argumente für größere Vertikalläufer in einigen wenigen Nischen - Anwendungen zu denen nicht nur der leise Lauf oder das ästetische Empfinden gehört. Für den Allgemeingebrauch stimme ich allerdings voll mit Uwe überein.

Gruß, Carl
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Re: Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 09.04.2018 - 08:12 Uhr  ·  #6
Zum Thema Rentabilität erst ab einer XX Rotorgröße möchte ich noch was sagen:

Ich habe Jahrzehnte ohne Netzanschluss im Ausland verbracht und war froh in den ersten Jahren abends in einer Berghütte mit einer Camping-Neonröhre Buch lesen oder Radio hören zu können. Auf meinem Segelboot - "le petit Bateau" wie es französische Atlantik Überquerer getauft hatten, als sie mir auf meinen Inselhüpfern damit begegneten, war mein winziges Solarpanel eine große Hilfe! Damals kostete ein 50 Wh Solarpanel 800 DM, weit mehr als ich damals monatlich zum Leben verbrauchen durfte. Das Boot war nicht größer als ein Opel Kadett, zum Schlafen lag ich in einer schmalen Röhre, es war ein Trimaran!

In späteren Jahren konnte ich mir eine verfallene Schabracke (ehemaliger Ziegenstall) 50 m2 Grundeigentum leisten, ohne Netzanschluß, das wurde nach mühevoller Arbeit zum neuen Domizil, ich wurde sesshaft... Dort versorgten mich bald schon 4 Solarpanele und mehrere winzige Windradexperimente mit Energie, kochen konnte ich damit nicht:

Aber eine umgebaute Waschmaschine mit 12 V Motor wusch alle Wäsche, Bohrmaschine lief, mein Laptop und Fernseher war nie ohne Saft und meine Stromsparbeleuchtung hätte ich die Nächte durchgehend anlassen können wenn nötig. Alles war auf Stromspar optimiert was ja schon sehr viel bringt.

Sowas in der Form geht mit sehr kleinen Windrädern mit 1-2 m Rotordurchmesser und Solar-Unterstützung auch in Deutschland und Kosten - Nutzen Fragen stellen sich im Gegensatz zu Auslagen für größere Anlagen weniger in den Vordergrund. Es ist also auch eine Frage des persönlichen Anspruchs oder was man sich leisten möchte oder kann.

Meiner Meinung nach ist es sinnvoll sich Gedanken über eine minimale Notstromversorgung mit Wind und/oder Solar zu machen. Dabei geht es mindestens um Licht und Kommunikation. Dafür sind kleinere Windanlagen neben kleinen Solaranlagen interessant. Eine Hauptversorgung ist weit aufwendiger kommt eher für abgelegene Inselversorgung in Frage und damit für die Mehrheit garnicht notwendig.

Das war meine Lanze die ich für die "Kleinen" breche. :-)

Gruß, Carl
ora
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Re: Vertikal Anlage für EFH

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Gepostet: 21.04.2018 - 11:44 Uhr  ·  #7
Lässt sich nicht erst mal das Aquarium isolieren?
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