nanoflowcell

 
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nanoflowcell

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Gepostet: 07.05.2018 - 21:55 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

Ich bin eher durch Zufall auf eine mir neue Akku Technologie gestoßen 'nanoflowcell'.
Das Elektrolyt des Akkus wird hier in eine Flusszelle nach getankt.

Es gibt wenig neutrale Informationen im Netz.
Was haltet ihr davon?

Hier ein Link auf den Technologieführer:
http://www.nanoflowcell.com/de/

Hier wird etwas neutraler berichtet:
http://www.elektroniknet.de/el…52122.html

Hier dann auch kritischer:
https://energyload.eu/elektrom…ngang-ipo/

Danke und viele Grüße
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Flusszelle - Infos in einem Roman dazu - gratis!

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Gepostet: 08.05.2018 - 23:47 Uhr  ·  #2
Hallo,
diese Flusszellen-Technik ist gar nicht so neu, Prototypen der Zellen mit Antriebskonzepten für Boote und Fahrzeuge werden schon länger praktisch erprobt. Das Flusszellenkonzept würde mit einem Schlag alle Probleme der E-Autos, Hybrid-, Gas- und Wasserstoffautos lösen. Nur setzt sich das Konzept nicht durch, im Gegenteil: Hochschulen beenden überraschend ihre Forschungen, Webeinträge werden gelöscht, Erfinder "bedrängt" aufzuhören usw. Deshalb findet man kaum Informationen dazu, wie Erdorf auch festgestellt hat. Diese aggressive Verdrängung von Informationen ist verständlich, denn auf einmal würde kein Benzin oder Diesel für Neuwagen mehr benötigt, die Energie käme von Chemiewerken und nicht mehr aus den Ölförderstaaten. Öltanker, Tankstellen und das gesamte Raffineriegewerbe würde überflüssig, Scheiche würden arm - aber die Umwelt würde immens gewinnen - denn aus dem "Auspuff" kommt nichts mehr raus. Verständlich, dass die Flusszelle heftig Gegenwind bekommt - würde ihre Verbreitung die Riesenöllobby doch empfindlich treffen, die Chemielobby könnte dagegen triumphieren.

Utopie - nein, denn ich bin schon vor Jahren ein Flusszellenauto gefahren - zwangsweise. Aber das ist eine lange Geschichte. Wer mehr darüber erfahren möchte, dem empfehle ich meine Lektüre, den Technik-Krimi "E-Mobil", der in der Fachwelt für einiges Aufsehen gesorgt hat.
Erdorf sei dank, weil du das Flusszellen-Thema angesprochen hast, biete ich meinen Roman hier im Forum gratis an. Bitte eure E-Mail-Adresse mailen, dann bekommt ihr den Roman als Epub oder PDF- über eine Rückmeldung und eure Meinung dazu würde ich mich freuen.
info@wind-mobil.de

Grüße von Günther
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 10.05.2018 - 13:54 Uhr  ·  #3
Danke Günther,
für deine Informationen und deine Beteiligung an dem Thread.

Tatsächlich, du hast recht, existiert ist das Grundprinzip der Technik schon länger,
bekannt unter dem Namen "Redox Flow Batterie".
https://de.wikipedia.org/wiki/Redox-Flow-Batterie

Die dort gelistete maximale Energiedichte liegt bei 80 Wh/l (Zink-Brom-Akkumulator).
Zum Vergleich: Diesel hat 10000 Wh pro Liter!
Hmm, das sind zwei Größenordnungen weniger ...
Ob ein neues, besseres Elektrolyt reichen wird um unsere bisherigen Kraftstoffe in unsren Automobilen abzulösen?
NanoFlowCell behauptet eine Lösung gefunden zu haben:
Mit geringerer Energiedichte als Diesel und Co,
aber dennoch praktikabel mit z.B. größeren Tanks oder geringerer aber noch brauchbarer Reichweite
bei vergleichbaren (vielleicht etwas längeren) Tankzeiten.

Wie auch immer der Vergleich zu Speicherkraftwerken scheint schon zu passen, Zitat (wikipedia):
"womit diese Akkumulatoren konkurrenzfähig zu Pumpspeicher- und Druckluftspeicherkraftwerken wären"
Das macht für mich auch sofort Sinn:
Die Energiedichte von Wasser ist ja recht gering und nur in seiner Masse und der Höhenenergie begründet.
Zudem sind bei Pumpspeicher- und Druckluftspeicherkraftwerken besondere geografische Bedingungen
und/oder mehr oder weniger intensive Eingriffe in Umwelt/Natur erforderlich.

Ich denke schon das sich praktikable Anwendungen dafür finden lassen, welcher Art auch immer.
Mich interessiert das das Thema und ich werde versuchen es weiter zu verfolgen.

Grüße
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 10.05.2018 - 17:16 Uhr  ·  #4
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 10.05.2018 - 18:26 Uhr  ·  #5
Hallo seti2,

danke für deine Infos.
Deine Links zeigen Technik mit Vanadium-Redox-Akkumulator.
Diese haben laut Wikipedia eine Energiedichte mit 15 - 25 Wh/Liter.
Interessanterweise gibt es, trotz der vergleichsweise geringen Energiedichte offensichtlich
jetzt schon Anwendungsfälle wo die Technik vorteilhaft eingesetzt werden kann.

Ich bin mir jetzt schon sicher, davon wird man in Zukunft mehr hören.
Insbesondere für stationäre Systeme, wie z.B. von dir verlinkt.

Ich habe eine, wie ich finde, gute Zusammenfassung gefunden:
http://www.buch-der-synergie.d…rien_n.htm

Grüße
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 13.06.2018 - 22:33 Uhr  ·  #6
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Mit Vorsicht zu genießen...

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Gepostet: 14.06.2018 - 23:53 Uhr  ·  #7
Im Rahmen meiner Buchrecherchen nach Praxiserfahrungen mit Nano Flow-Zellen habe ich versucht, mit NanoFlowcell Holdings in Kontakt zu kommen. Denn mich interessierten die sporadisch auftauchenden euphorischen Presemitteilungen über deren angeblichen Erfolge. Leider war nicht mehr zu erfahren. Tatsächlich wurden in der Schweiz Testfahrzeuge gesichtet, die Technik angucken durfte offenbar aber noch niemand.
Lassen wir mal die Vorgeschichte der Firma beiseite, so verwundern die großspurtigen Versprechungen über die Presse schon länger nicht mehr. Entweder stimmt die Technik - dann wäre das toll und es würden sich bestimmt viele Käufer zur Serienfertigung finden, siehe Tesla. Ist aber alles nur heiße Luft, dann schadet das der noch jungen Entwicklung der Flusszellentechnik, an der in einigen Firmen und an Hochschulen intensiv geforscht wird. Von Insidern war zu erfahren, dass die mangelnde Energiedichte für mobiele Anlagen noch Probleme mache, daher werden auch von Fachleuten die Schweizer Angaben bezweifelt.
Grüße von Günther
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 15.06.2018 - 16:55 Uhr  ·  #8
Ja

Mangelnde Energiedichte :fgrin: , leider sieht man den Tank-Wagen nicht in der Werbung, der dem Sportwagen hinterher fährt :sick:

Gruß Aloys.
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 26.01.2021 - 20:07 Uhr  ·  #9
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 27.01.2021 - 09:00 Uhr  ·  #10
Wir alle schauen ja zuerst nach ob wir Schwachstellen an einer Neuentwicklung auftun können, zumindest nehme ich das so an bei dem meisten von uns.

Redox Flow Technik hört sich verlockend an, sicher lohnt es sich daran interessiert zu bleiben.

Wenn jedoch im Advertising so disqualifizierendes gebracht wird (der erste Link Erdorf oben):

"Die Energiedichte einer hybriden Durchflussbatterie, insbesondere eines Polysulfid/Luft-Systems, ist etwa 500-mal höher als die eines Pumpspeichers aus Wasserkraft."

Was soll man da denken? Hängt bei einem Pumpspeicher die Energiedichte nur von der gepumpten Wassermenge ab oder nicht vielmehr von der Pumphöhe?
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 27.01.2021 - 11:46 Uhr  ·  #11
Hallo Carl,

"die Energiedichte" meint wohl die kWh/kg.
Und die hängt auch aus meiner Sicht beim Pumpspeicherkraftwerk, direkt linear von der möglichen Pumphöhe ab.

Die Technik ist neu und wird, wie leider so oft üblich sehr theoretisch dargestellt.
Schon alleine die 'versprochenen' 25 USD / kWh klingen sensationell.
Mal sehen was dann real dabei raus kommt, wenn es überhaupt dazu kommt Produkte zu entwickeln.

Hier ein weiterer Link zum Thema:
solarserver.de

Grüße
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Re: nanoflowcell

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Gepostet: 27.01.2021 - 12:20 Uhr  ·  #12
Mit Redox Flow bleibt es natürlich heiß interessant!

Die "konkurrenz verdrängende" Attitüde in der Veröffentlichung stößt dann aber leider etwas auf denn auch wenn die Förderhöhe des Wasser bei Pumpspeicherwerken eine zentrale Rolle spielt - auch der Energieeinsatz für das Hochpumpen steigt nicht von Beginn an linear mit der Förderhöhe.

Das war ein eher dummer Vergleich der 500 fachen Speicherkapazität mit dem sich der betreffende Anbieter absolut nicht profilieren kann sondern eher mißtrauisch macht.

Man kann tatsächlich wie Du sagen dass es heutzutage oft üblich ist Dinge so darzustellen, man versucht anhand von diffusen Darstellungen konkurrierender Technik das eigene Produkt in vorteilhaftes Licht zu setzen.

Dabei führen doch immer viele Wege nach Rom, die Vielseitigkeiten unterschiedlicher Technologien erlauben doch erst die Anpassung an unterschiedlich vorgegebene Umstände.

Wir wissen doch alle inzwischen genau das die eierlegende Wollmilchsau nicht für jede Situation verfügbar oder anwendbar ist.

Dann ärgert man sich über das idiotische Konkurrenzgehabe, ich jedenfalls bin da etwas anfällig.
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