Inselnetz für Ferienhaus

 
**
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Alter: 27
Beiträge: 10
Dabei seit: 10 / 2020
Betreff:

Inselnetz für Ferienhaus

 · 
Gepostet: 10.10.2020 - 12:17 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

für ein Ferienhaus von meinem Onkel, welches nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen ist, möchte ich die Stromversorgung optimieren. In dieser Corona-Zeit nutzen wir das Ferienhaus, um das es geht, nun wieder öfter.
Bisher sind dort PV-Module mit einer Leistung von 800 Wp und mehrere Blei-Akku (24 V, 110 Ah) inkl. Laderegler und Wechselrichter installiert. Versorgt wird ein Kühlschrank, Licht und Warmwasser. Dies reicht im Herbst allerdings nun nicht mehr aus. Aus diesem Grund würde ich dort gerne eine Kleinwindanlage für das Dach hinzufügen, da im Herbst ja durchaus der Wind zu nimmt und die Sonnenstunden zurückgehen.
Habt ihr etwas ähnliches schon einmal gemacht und könnt mir Hinweise geben? Falls ja, welche Kleinwindanlage in der Größenordnung +- 1 kW könnt ihr mir empfehlen? Genehmigungsrechtliche Probleme habe ich an diesem Standort nicht zu erwarten.

Danke und liebe Grüße
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Inselnetz für Ferienhaus

 · 
Gepostet: 10.10.2020 - 13:18 Uhr  ·  #2
Hallo,

vor etwa 10 Jahren habe ich ein ähnliches Projekt betreut.

Ich habe beim Kühlschrank auf hohe Effizienz geachtet und diesen sogar zusätzlich isoliert.
Warmwasser (Duschen ...) haben wir mit Gas gemacht.
Wäsche waschen, kalt, mit einweichen und etwas mehr Waschpulver.
Warmwasser (Spülen, Kaffee ... ) haben wir im Sommer mit Strom, bei Knappheit mit Gas gemacht.
Für Licht grundsätzlich LED Technik verwendet.

PV war auch um die 800 Watt installiert, allerdings in Spanien.
Zusätzlich hatten wir einen auf Gas umgebauten Generator um im Winter beiladen zu können.
Wir hatten 24 V 1000 Ah Stapler Akkus installiert mit Elektrolyt Umwechslung (EU).
Die Akkus konnten das Haus max, ca 1 Woche versorgen ohne das anderweitig Strom rein kam.
Wir hatten zusätzlich ein Black 300 Windrad installiert, was letztendlich nur selten, signifikant geholfen hatte,
vielleicht mehrere Tage im Herbst und Winter, quasi bei Sturm.

Letztendlich lag der Verbrauch bei ca, 2 KWh pro Tag und
im Winter wurden ein oder zwei 11kg Gasflaschen für den Generator benötigt.

Mein Fazit aus dieser Zeit:
+ Verbrauch über aktuelle Standard Technologie senken
+ Großen Akku wählen so dass min 3 Tage, besser 1 Woche, der Stromverbrauch ohne Zufuhr gesichert ist
+ Mehr PV installieren, in diesem Fall verdoppeln, oder verdreifachen
+ Stromgenerator als Backup und für 'magere Zeiten' bereit stellen
+ Bei täglich stetig gutem Wind kann ein Windrad vielleicht signifikant helfen
+ Man sollte Spaß an der Technik haben auch wenn die Erwartungen vielleicht nicht erfüllt werden
+ Eine geschätzte Kosten- und Nutzenaufstellung machen mit den verschiedenen Möglichkeiten

Grüße
Moderator
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: Süd-Niedersachsen
Homepage: xxlray.bplaced.net
Beiträge: 6695
Dabei seit: 11 / 2007
Betreff:

Re: Inselnetz für Ferienhaus

 · 
Gepostet: 10.10.2020 - 15:51 Uhr  ·  #3
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Alter: 73
Beiträge: 1232
Dabei seit: 08 / 2014
Betreff:

Re: Inselnetz für Ferienhaus

 · 
Gepostet: 10.10.2020 - 18:17 Uhr  ·  #4
Hallo

Mal zum Akku :
24 V mal 1000 Ah sind 24 Kwh, und bei Tagesverbrauch 2 Kwh müsste es für 12 Tage reichen.
Entweder war der Akku nie voll oder er wurde geschont durch früzeitiges Nachladen !
Wie werden den Staplerbatterieen für den nächsten Tag normal wieder geladen ? mit 1/10 Kapazität ? (100 A) aber nicht nur bis 13-14 V.
Da sind die nicht voll, in meinem Lehrbuch stand mal etwas von über 16 V mit starker Gasung, und geöffneten Stöpseln und Belüftung der Ladehalle.
Trozdem starker Gasgeruch.

Gruß Aloys.
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Inselnetz für Ferienhaus

 · 
Gepostet: 10.10.2020 - 22:07 Uhr  ·  #5
Hallo Famzim,

"24 V mal 1000 Ah sind 24 Kwh, und bei Tagesverbrauch 2 Kwh müsste es für 12 Tage reichen."
Dann wären die Akkus tief entladen und teilweise dadurch geschädigt was zu schnellerer Alterung führt.
Es waren 1000 Ah C5, das sind mindestens 1200 Ah C100.
Diese Akkus, kann man mit EU bis zu 80% entladen und müssen dann aber sofort geladen werden.
Weil die Akkus ja im Herbst und Winter, nicht vorhersehbar geladen werden, haben wir versucht die Akkus
nicht mehr als 50 % zu entladen, im Regelfall sogar nicht mehr als 30%.

"Wie werden den Staplerbatterien für den nächsten Tag normal wieder geladen ?"
Technisch kann man diese Akkus bis zu 16 V (32V) laden, bei dann starker Gasung, das ist korrekt FamZim.

Praktisch hatten wir EU installiert, 3 .. 4 mal am Tag automatisch und beim aktiven Laden mit Gasgenerator durchmischt.
Im Sommer, (vorhersehbares Überangebot, quasi täglich) haben wir bei 28.5 V (14,25 V)
die Spannung konstant gehalten genau unterhalb der Eigengasung.
Wir hätten den Akku sonst jeden Sommer mehrere Monate lang gekocht und nachhaltig geschädigt.
Bei Stromknappheit, im Winter dann die Spannungskonstante höher gedreht 29 V (14,5 V) was in der Realität sehr selten,
vielleicht 10 mal pro Winter dann erreicht wurde.
Hinweis:
Die Spannungen gelten für 25° und wurden noch mal Temperatur kompensiert, waren also real im Winter noch etwas höher.

Grüße
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0