Windkraft: Ansturm aufs Meer

Nichts neues oder doch?
 
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Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 10.04.2021 - 11:47 Uhr  ·  #1
Für mich nicht wirklich neu, aber dass daraus ein nachhaltiger Trend werden könnte ist dann schon neu.

Schwimmende Windräder haben das Zeug, zur günstigsten Energiequelle überhaupt zu werden.
Windkraft: Ansturm aufs Meer

Das Zeug zur günstigsten Energiequelle überhaupt zu werden kann eine Technologie, wenn überhaupt nur eine gewisse Zeit lang schaffen. Hier müsste man, um das objektiv zu Bewerten den Preisvorteil inklusive von Folgekosten und die Zeit als unangefochtener Champion mit einfließen lassen.

Aber ja, Schwimmende Windräder haben das Zeug zu einem GOAT der Energielieferanten zu werden.

Ich 'sehe' schon fliegende Windräder die noch einmal deutlich einen Vorteil haben :D

Im Anhang, eine spannende Konstruktion, in der Vorphase zu einem Prototypen, Quelle:
https://aerodyn-engineering.com/scd-technology-scd-nezzy/

Was meint Ihr?

Grüße
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 10.04.2021 - 20:27 Uhr  ·  #2
Von dem Doppelrotor bin ich nicht überzeugt. Lieber einen einzelnen größeren Rotor mit gleicher Fläche. Ist kosteneffizienter und lässt sich einfacher ausrichten. Schwimmende Fundamente wie bei Ölbohrinseln kann ich mir vorstellen, um Wasserstoff direkt auf dem Meer zu gewinnen.
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 11.04.2021 - 06:42 Uhr  ·  #3
Hallo, warum auch zweimal den Generator und die ganze Technikl dazu wenns mit nur einem größerem Rotor plus Gondel weniger aufwendig geht.

Man könnte über den Multirotor von Dr. Selsam nachdenken wenn es darum geht mehrere Rotoren zu nutzen, dort genügt eine Gondel für alle.

https://www.google.de/search?q…GIgpGJA9-M

Energie mit fliegenden Windrädern müsste man beibringen wie sie die Bestimmungen zur Flugsicherheit einhalten können.

Ich habe bereits einige Versuche mit Drachen und Rotoren gemacht den Generator am Boden. Natürlich geht das, man kann es nur nicht unbeaufsichtigt lassen. Es gibt keine Verankerung da oben, runter kommt das Zeug auch ohne dass man daran zieht, selbst mit gasgefüllten Ballons!

Das ist der Fluch des Fesselflugs!
Che
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 11.04.2021 - 08:45 Uhr  ·  #4
Das Doppel-Ding hat 15 MW!
Was macht man, wenn die größten Einzelturbinen z.B. bisher "nur" 7,5 Mw haben?
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 11.04.2021 - 20:44 Uhr  ·  #5
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 12.04.2021 - 06:40 Uhr  ·  #6
Die Y-Lösung gefällt mir rein statisch nicht. Zuviel Gewichtsüberhang relativ zur Gravitationslinie und der Bewegung durch Seegang.

Wie der Y-Turm unter Wasser aussieht sieht man auf den Fotos nicht, möglicherweise als Schwimmer ein ringsum fest verankertes Rohr in die Tiefe.

Wie geht da dann die Windnachführung? Schräg liegende Azimuthlager? Abgesehen vom Verschleiß - die Nachführung dreht dann den Rotor Richtung nach unten oder oben in (aus) den Wind und nicht horizontal.

Wenn die Gondeln ohne Nachführung steif verbaut wären, wie sollte dann die Windnachführung ohne größeren Aufwand an der Verankerung gehen? Es würde eine weit höhere Gefahrenzone für die Schifffahrt geschaffen wenn das Teil in großem Kreisbogen um einen festen Ankerpunkt schwöien soll.

Die Verankerung ist immer ein Schwachpunkt bei schwimmenden Pattformen.
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 12.04.2021 - 11:26 Uhr  ·  #7
zitiere XXLRay:

"Da gab's schon auf dem Land immer wieder Ansätze, die sich nicht durchgesetzt haben" Zitat Ende

Auch wahr!

Mit dem maßgeblichen Unterschied dass bei einer schwimmend auf der Meeresobefläche beweglichenen Plattform ganz andere Voraussetzungen gegeben sind als an Land.
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 12.04.2021 - 12:04 Uhr  ·  #8
Hallo zusammen,

Es freut mich, dass ihr euch an diesem Thema beteiligt.

Schwimmende Windkraftanlagen sind das eine. Diese Nessy mit den zwei Rotoren ist schon der besonders und deswegen auch diskutable, wie ich finde.

Berichte über nessy² gibt es auch als Video mit einigen technischen Infos von einer 1:10 Anlage.
Die Anlage soll bis 300 Meter Meeresboden Tiefe einsetzbar sein.
In China, soll dann eine 1:1 Anlage bebaut werden. Warum in China und nicht hier, wird nicht erklärt.
https://www.3sat.de/wissen/nan…y-100.html

Mal sehen ob eine 1:1 Anlage gelingt und sich durchsetzen kann oder wie schon so oft, ein scheinbar viel versprechendes Konzept, dann einmal mehr nicht konkurrenzfähig darstellbar ist. Mut gehört jedenfalls dazu und das alleine hat meinen Respekt verdient ^_^

Grüße
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 12.04.2021 - 13:33 Uhr  ·  #9
Um so ein schwimmendes Doppelwindrad in 300 m Tiefe mit mindestens 3 Leinen zum Meeresboden hin sicher zu vertäuen müsste ein relativ großer Winkel schräg nach unten eingehalten werden, was eine weit höhere Länge der vielleicht schenkeldick nötigen Polypropylen Seile bedeutet. Man will ja wahrscheinlich dann größere Anlagen im Multi Megawatt Bereich nutzen. Die Preise für solche Festmacherleinen und Fundamente unten oder Anker in dann geschätzten insgesamt 3000 m Länge, 1000m pro Verankerung (wenn es sicher und positionsstabil vertäut sein soll) können dann schon fast die Baukosten der über dem Wasser errichteten Anlage erreichen.

Merke: Je flacher der Zugwinkel und damit je länger die Ankerleine ist, desto besser hält der Anker am Boden fest. Auch wenn die Verankerung fest mit dem Boden verbunden ist hat ein zu steiler Winkel der Vertäuung negative Folgen - die Materialbelastung der Seile ist dann bei weitem größer, Abrieb, Materialermüdung wegen der Zugkräfte auf kleinen Raum usw.

Das hat nichts mit der Y - Form zu tun es betrifft alles was auf offenem Meer positions-stabil am Meeresboden vertäut werden soll.

Zudem, damit die Verankerung auch am Boden stabil bleibt müsste sie fest dort mit dem Boden verbunden werden oder mit einem Gewicht einige 100 M vor dem eigentlichen dann lose am Meeresboden aufliegenden Anker auf Zug gedämpft werden so dass der Anker nicht ruckartig gezogen seine Lage verliert und am Boden rutscht. Das Gewicht wird dann bei Zug angehoben und sinkt auf den Boden zurück, der Anker hingegen rührt sich dann nicht, gräbt sich eher in den Boden ein.Das kommt nicht nur bei sandigem Boden vor, es ist gängige Verankerungs-technik für Boote die auf sandigem oder sonst wie rutschigem Boden ankern müssen. Also dann mit nur einer Ankerleine wenn Platz genug ist um mit dem Wind mitzudrehen.

Will man dort mit vertretbar langer Ankerleine sicher ankern führt kein Weg an solcher Ankertechnik vorbei. Man kann auch mit ein paar tausend Meter Ankerkette oder Ankerleine ohne Gewichtskörper dazwischen bei schlechtem Ankergrund vor Anker Liegen, dann übernimmt eben die Länge und das Gewicht der Vertäuung diese als Dämpfung wirkende Funktion.

Bei Wartungsarbeiten in der Anlagen-Gondel bzw. Maschinenraum (nicht drehbar ist es keine Gondel) wäre vielleicht auch die Schräglage der Türme eine besondere Herausforderung.

In Y- Form schrägstehend müsste ein normaler senkrecht stehender großer 100m Turm dann um einiges länger werden wenn er die gleiche Höhe über dem Meeresspiegel einhalten will.

Gegen Experimente lässt sich wenig einwenden - wenn Ingenieure vergessen bei Rechnungen alle Faktoren zu beachten dann gehört bei der Umsetzung vom Modell zur Echtgröße nicht nur viel Mut sondern auch die Bereitschaft des Geldgebers. Man erlebt es nicht selten dass Geldgeber voreilig investieren und dann zusehen wie die Kohle verbrannt wird.

Wer trägt denn beim schwimmenden Y-Turm das Risiko oder wird dort mit dem Modell schon um Steuergelder geworben?

Wenn der Y-Turm auf Meereshöhe drehbar sein soll, dort sind dann auch besondere Anforderungen an die Dichtigkeit zur Drehlagerung und des nötigen Antrieb-stranges dafür vorhanden. Eine Windfahne dreht das Teil nicht in den Wind.

Viele Unterwasser-"Windräder" sind genau an dem Problem des nach Algen - und Muschelbewuchses durch die Dichtungen dringende Feuchtigkeit gescheitert. Dichtungen wechseln in Wartungsabständen weniger Jahre wäre an der Stelle kaum vorstellbar zumindest extrem aufwendig zu realisieren.

Was sich Ingenieure manchmal als technisch machbar ausdenken zeigt oft erst in der Praxis und im Langzeit-Betrieb seine versteckten Tücken.

Das jemand einen Ingenieurstitel hat erhebt ihn natürlich zu einer Position aus der man viel erreichen kann, auch das Verbrennen von finanziellen Mitteln - ich erinnere an die Anfänge der Horizontalmaschinen in Deutschland, die erste 1 MW Großwindanlage "Growian" auf dem Testfeld in Brunsbüttelkoog.

Kenner wissen jetzt Bescheid, was gemeint ist. Meine sonstige Meinung dazu: Keine!
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 26.04.2021 - 22:25 Uhr  ·  #10
Hallo zusammen,

interessant an dieser neuen Entwicklung der Windkraftanlage Nezzy ist absolut das individuelle Design. Das dieses Modle es erlaubt Windkraftanlagen auch in tiefere Gewässer zu integrieren, könnte schon recht innovativ sein.

Gruß
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 07.05.2021 - 18:11 Uhr  ·  #11
Südkorea plant für Milliarden den grössten schwimmenden Windpark der Welt. Deutsche Hersteller stehen wohl schon an..
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Re: Windkraft: Ansturm aufs Meer

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Gepostet: 07.05.2021 - 18:44 Uhr  ·  #12
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