Dreibein statt wackeligem Mast :-)

 
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Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 12.11.2021 - 10:01 Uhr  ·  #1
Hallo, ich überlege ja gerade, wie man aus den zweimal drei Hälften meiner alten 20 kW Windflügel ein 3-10 kW Windrad bauen kann.

Ich denke es wäre clever, die drei dicken Hälften als 6 Meter hohes Dreibein zu nutzen.
Das spart Abspannseile und sollte ein Fundament gar unnötig machen:

www.robosoft.de/wind22

Ich bevorzuge den Darrieus !

Wenn dessen Leistung auf 3 kW begrenzt wird, dann sollte ich mit 10 kW maximale Belastung im Sturm rechnen können ?
Setze ich trotzdem nur 10 m/s an, dann ergibt sich mit E = F * s eine Kraft von 1000 Newton = 100 kg auf den Schwerpunkt der Flügel. Den definiere ich auch gleich als "Nabenhöhe".

In der Animation liegt die bei so 8 Meter Höhe. Das Dreibein hat eine minimale Standbreite von 3 Meter.
Also würde ein Gewicht von 100 / 3/8 = 267 kg reichen um das Umkippen zu vermeiden !
Ein 1000 Liter IBC Container mit Erde gefüllt hätte schon fast 2000 kg !!

Wen jetzt die 10 m/s zu niedrig erscheinen, bei 20 m/s würden 10 kW nur einen Druck von 50 kg auf die Nabenhöhe drücken.
Die Widerstandsfläche der Flügel ist ja nicht entscheidend (Wenn sie beim Darrieus auch höher ist als beim Axilrad). Der Widerstand entsteht ja dynamisch durch den Auftrieb am Flügel. Man muss den Motor oder die Bremse halt stark genug auslegen, um diesen Widerstand sicher auf 10 kW begrenzen zu können.

Wenn das aber gelingt, dann könnte der Bauer der an meinen Flügeln Interesse hat, so eine Dreibein-Konstruktion aber gar einfach mit 3 IBC Containern auf seine Weide stellen ?? Schwer vorstellbar !

 


das Roland
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 12.11.2021 - 13:12 Uhr  ·  #2
Also laut dieser Seite gäbe es für einen 1x1x1 Container (also 1m³) ein Gewicht von:
Baustoff / Stoffmischung........Gewicht pro m³
Beton aus Kies..............................2.300kg bzw. 2,3t
Stahlbeton.....................................2.500kg bzw. 2,5t
Sandstein.......................................2.600kg bzw. 2,6t
Sand und Kies trocken.................1.800kg bzw. 1,8t
Sand und Kies nas........................2.000kg bzw. 2,0t
Lehm und Ton...............................2.100kg bzw. 2,1t
Steinschotter.................................1.800kg bzw. 1,8t

Für einen Mast von 10 Metern Höhe wird im Normalfall ein Stahlbetonfundament von 2,5x2,5x2,5 Metern (also 15,6 m³ = fast 40 Tonnen) gefordert (allerdings ohne Abspannung). Und natürlich, ein Dreibein ist immer stabiler als ein Einzelmast.

Nicht zu vergessen, bei konisch montierten Rotoren gibt es dann bei Wind weniger Druck sondern Auftrieb.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 12.11.2021 - 14:06 Uhr  ·  #3
Zitat geschrieben von WL01

Für einen Mast von 10 Metern Höhe wird im Normalfall ein Stahlbetonfundament von 2,5x2,5x2,5 Metern (also 15,6 m³ = fast 40 Tonnen) gefordert (allerdings ohne Abspannung). Und natürlich, ein Dreibein ist immer stabiler als ein Einzelmast.

Nach meiner Rechnung wäre das halt nur deutsche Gründlichkeit. Denn mit 2,5 Meter Kantenlänge wäre die Auflagefälche ja ähnlich meinen 3 Metern. Allerdings kommen zu den 10 Meter überirdisch noch 2,5 Meter unterirdisch dazu. Und ein nackter Mast brauch bestimmt keine 40 Tonnen. Es sollte also von dem Winddruck abhängen. Da finde ich allerdings noch keinen Fehler in meiner Rechnung.

Ich fasse hier mal mit meinem Thread aus dem Biete/Verkaufe-Thread zusammen:
Zitat geschrieben von Carl

Wie, Du meinst doch nicht anders als in der Animation die Flügel oben nach aussen richten?

Nein ? In der Darrieus Animation sind die Flügel unten nach aussen gerichtet.
Ja, vom Schwerpunkt wäre es besser, wenn die Dicken enden unten sind, aber dann müssten die Flügel nach oben hin nach aussen gerichtet werden. Das würde allerdings auch den schnelleren Winden 5 Meter höher entsprechen.
Es ist halt für das Dreibein passender, wenn auch die Flügel nach unten hin einen größeren Abstand zur vertikalen Drehachse haben.
 

Zitat geschrieben von WL01

Nicht zu vergessen, bei konisch montierten Rotoren gibt es dann bei Wind weniger Druck sondern Auftrieb.

Ja genau deswegen überlege ich auch, die Flügel nach oben hin ausladend auszurichten. Dann würde der Wind die Anlage nicht nur kippen wollen, sondern auch auf den Boden drücken :-)
 

Sieht auch hübsch aus. Und wenn wir von 8 Meter auf 10 Meter Nabenhöhe hochgehen dann wäre das Dreibein unter den dicken Enden der Flügel.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 12.11.2021 - 17:46 Uhr  ·  #4
Die Schrägstellung der Flügel zur Strömung dürfte Verluste verursachen, normalerweise stehen aerodynamische Profilflächen optimal senkrecht zur Strömung.

An Deiner Stelle würde ich vorher ein kleines Modell bauen und die verschiedenen Möglichkeiten im Experiment prüfen.

Die Strömung wandert immer nach oben aus, das kannst Du mit einem in eine starke Windrichtung auf den Kopf gestellten Fahrrad leicht mal anschaulich machen.

Das leichtgängige Laufrad wird sich vom Wind getrieben nach oben bewegen, drehend im Kreis, nie umgekehrt nach unten. Der halbe Meter Höhenunterschied spielt dabei die Wingeschwindigkeit betreffend nur eine sehr untergeordnete Rolle, es beruht auf dem Umstand dass die Strömung einem Hindernis ausweicht, zwar auch zur Seite, tendenziell jedoch immer auch nach oben!

Zumindest in Bodennähe.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 12:02 Uhr  ·  #5
Wegen solch geringem Konus würde ich mir bezüglich Strömungsabwanderung keine Sorgen machen.

Wenn Du aber zu einem Gewinner werden willst, musst Du die breiten Blattenden auf größerem Radius laufen lassen, als die schmalen. Soll sich ja überall etwa die selbe TSR einstellen.
Das heißt in diesem Bild dicke Blattenden nach unten: modules/cback_mediamgr/uploads/u9561_1636722940_27569.jpg

Dsw. wird es sinnvoll sein, die Profiloberseiten zum Drehzentrum hin an zu ordnen. Bei einem 10 kW Darrieus mit Profil NACA4418 hat es sich als günstig erwiesen. In der Simulation auch. Siehe Bild 5 in http://www.geopolos.de/Quellen/Darrieusprinzip_n.pdf _invert wäre Einbau wie bei Dir.

Dann musst Du sehen, dass Du die Fliehkräfte beherrschst. Duzu die Drehzahl deckeln, z.B. bei der Nenndrehzahl für 9 m/s.
Link: http://www.geopolos.de/Quellen…tionen.pdf

Grüße, Che
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 13:46 Uhr  ·  #6
@Roland:

Ein Darrieus Rotor kommt gewöhnlich mit symmetrischen Flügelprofilen, was ist Deine Vorstellung für die Anordnung der gekurvten und der flachen Flügelseite? Was liegt bei Dir aussen, was innen?

Experimente mit kleinem Modell sollten nicht sehr problematisch sein, manchmal kann man sich den Rotor oder einzelne Flügel von Kleinwindrädern in der Bucht (ebay) günstig schießen.

Mit sowas einfachem müßte das eigentlich auch schon gehen, 9,99 Euro, 3 Flügel unverschränktes Profil:

https://www.ebay.de/itm/114975…ondition=4
Che
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 16:22 Uhr  ·  #7
Mit solch Spielzeug gelingt ein Darrieus nicht. Scheitert an zu geringen Re-Zahlen.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 18:15 Uhr  ·  #8
Danke für die vielen Antworten.
Schön vor allem dass Ihr die Sache konstruktiv und positiv angeht !
Zitat geschrieben von Carl
Die Schrägstellung der Flügel zur Strömung dürfte Verluste verursachen, normalerweise stehen aerodynamische Profilflächen optimal senkrecht zur Strömung.

An Deiner Stelle würde ich vorher ein kleines Modell bauen und die verschiedenen Möglichkeiten im Experiment prüfen

Mit Euren vielen Anmerkungen könnte das eigentlich schon ein Projekt für eine Fachhochschule sein. Leider gibt es heutzutage nicht mehr viele alte Windräder mit 20 Meter Durchmesser.

In der Tat habe ich noch drei so Flügel von Ista-Breeze rum liegen: www.ebay.de/itm/202637909663

Da könnte man in der Tat mal alle 6 Möglichkeiten ausprobieren.
Ich will eh schon lange mit diesen Hoverboardmotoren ein Windrad bauen, mit denen ich schon viel mache. Siehe mein Youtube Kanal: youtube.com/c/robodurden

Diese BLDC Motoren könnten bei 24V so 200 Watt leisten und haben sagenhafte 14 rpm/V. Für 24 Volt würden also 336 rpm = 6 revs ausreichen. Bei 2 Meter Durchmesser (6m Umfang) und einer Schnelllaufzahl von 3 bräuchte es nur 12 m/s. Die 2 m² Fläche entspricht einem Radius von 0,8 Meter und der erzeugt bei 10 m/s und 30% Wirkungsgrad satte 625 Watt. Pass also prima: rechneronline.de/windkraft/


Zitat geschrieben von Carl
Die Strömung wandert immer nach oben aus ... es beruht auf dem Umstand dass die Strömung einem Hindernis ausweicht, zwar auch zur Seite, tendenziell jedoch immer auch nach oben!
Zumindest in Bodennähe.

Gute Anmerkung ! Ist ja auch der Grund für den Beetz-Max-Wirkungsgrad..
Das spricht dafür, unten eng und oben weit zu wählen. Anstatt den Tannenbaum der unten dann kaum Winddruck hat und oben die Spitze kaum erntet.
Zitat geschrieben von Che
Wegen solch geringem Konus würde ich mir bezüglich Strömungsabwanderung keine Sorgen machen.

Das dürfte der Cosiunus sein und cos(10°) sind immer noch 98,5% und nur 1,5% Auftrieb/Abtrieb.
Bei 20° wären es dann schon 7% Verlust
Meine Animationen haben 10°
Zitat geschrieben von Che
Wenn Du aber zu einem Gewinner werden willst, musst Du die breiten Blattenden auf größerem Radius laufen lassen, als die schmalen. Soll sich ja überall etwa die selbe TSR einstellen.

"Entweder man verliert.. oder man versagt - Nichts dazwischen, nichts anderes!" (Robo Durden)
TSR = Schnelllaufzahl (Ich setzte da 3 an.)
Das Profil und die Breite der dicken Enden waren ja für langsamere Windgeschwindigkeit vorgesehen. Darum müssen sie weiter innen sitzen.
Ich denke die schmalen Enden oben und außen ist das Optimum. Kommt auch der Fliehkraft und dem Schwerpunkt entgegen :-)
Zitat geschrieben von Che

Dsw. wird es sinnvoll sein, die Profiloberseiten zum Drehzentrum hin an zu ordnen. Bei einem 10 kW Darrieus mit Profil NACA4418 hat es sich als günstig erwiesen. In der Simulation auch. Siehe Bild 5 in http://www.geopolos.de/Quellen/Darrieusprinzip_n.pdf _invert wäre Einbau wie bei Dir.

Wenn die Pofiloberseiten nach innen zeigen, dann wird die nach oben ausladende Version ("Schneebesen" statt "Tannenbaum") Auftrieb erzeugen. Wäre also interessant ob man die Profile auch nach aussen setzen kann.

Im Grunde dürfte das aber egal sein, weil die Profile ja eh so geneigt werden müssen, dass sie einem symmetrischen Profil entsprechen.
Zitat geschrieben von Che

Dann musst Du sehen, dass Du die Fliehkräfte beherrschst. Duzu die Drehzahl deckeln, z.B. bei der Nenndrehzahl für 9 m/s.
Link: http://www.geopolos.de/Quellen…tionen.pdf

Das ist auch eine prima Anmerkung
Denn die Fliehkraft ist: F = m v² /r

Wenn ich den Radius verdopple (was doppelte Fläche und damit doppelte Leistung bringt), dann halbiert sich bei gleichbleibender Schnelllaufzahl die Frequenz und gleichzeitig auch die Fliehkraft.

Umgekehrt, je kleiner der Radius gewählt wird, desto schneller muss das Windrad rotieren um das dreifache der Windgeschwindigkeit am Flügel zu erhalten (Schnellaufzahl 3)
Halber Radius halbiert zwar die Fliehkraft aber doppelte Geschwindigkeit vervierfacht sie wieder :-(

Anzumerken wäre dass der Drehimpuls "L = r m v " linear mit dem Radius ansteigt da die Geschwindigkeit ja gleich bleibt.
Da die 5-6 Meter langen Flügel schon 20-30 kg wiegen, wird die Umwucht irgendwann nicht mehr beherrschbar.

Hier der Schneebesen mit durchschnittlich 9 Meter Durchmesser:
 

4,5 m Radius und 5 Meter Höhe und sind 45 m² wirksame Fläche die für das online Tool einem Radius von 3,8 Meter entsprechen. Bei 30% Wirkungsgrad und 30 kmh sind dann 4,7 kW zu ernten.

Animation mit dann halber Drehzahl lade ich später auf die verlinkte Projektseite.
Zitat geschrieben von Carl

Ein Darrieus Rotor kommt gewöhnlich mit symmetrischen Flügelprofilen, was ist Deine Vorstellung für die Anordnung der gekurvten und der flachen Flügelseite? Was liegt bei Dir aussen, was innen?

Beides scheint möglich.
Wenn sie nach aussen gewölbt sind erzeugen sie hinter der Drehachse den Auftrieb. Sind sie nach innen gewölbt dann vor dem Wind. Siehe meine alte Animation zu flexiblen Flügeln: youtu.be/ne5Yv0uOre4
Ich denke dass hinter der Drehachse besser ist weil dann der Durchgang vor der Achse den Wind zusätzlich beschleunigt und so in dem hinteren Durchgang mehr Energie geerntet werde kann.
Auch die seitlichen Durchgänge tragen dann zur Effizienzsteigerung bei weil Wind nach innen gesaugt wird und so die Beetz-Wirkfläche vergrößert wird !
Aber wie oben schon gesagt, das Profil muss wohl eh so gekippt werden dass sich das Profil wie ein symmetrisches verhält.

das Roland,
der kleine Physiker :-)
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 18:40 Uhr  ·  #9
"Wenn sie nach aussen gewölbt sind erzeugen sie hinter der Drehachse den Auftrieb. Sind sie nach innen gewölbt dann vor dem Wind. "

intuitiv würde ich:

nach aussen wölben für vielversprechender halten weil so die Ablösung der Strömung im rückwärtigen Bereich des Rotors zur Strömung wirbelfreier verlaufen dürfte, der Luftwiderstand von Vorkante auf die Profile geringer sein dürfte und weil auf eine flache Profilseite aussen im zur Windrichtung laufendem Flügeln nur in einem sehr kurzen Drehkreisabschnitt ein optimaler Stellwinkel des Blattes wirksam würde.

Man darf nicht vergessen dass der Anstellwinkel des Flügels bei flacher Seite nach aussen - also gegen die Windrichtung dann aerodynamisch optimal wäre während sich der Flügel im Drehkreis noch gegen den Wind nach vorne bewegt. Andererseits nach aussen gewölbte Flügel hinter der Drehachse eine weit günstigere Position einnehmen weil dort durch die Ablösung der Strömung ein unterstützender Impuls in Drehrichtung stattfindet.

Für Experimente mit kleinen Flügeln in den verschiedensten möglichen Konstellationen bleibe ich natürlich neugierig!

Theorie ist nur dann gut wenn man wirklich alle Faktoren mit einbeziehen kann, auch die Unbekannten. Oft liefert erst die Praxis was daran noch fehlen könnte.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 19:28 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von Carl
intuitiv würde ich nach aussen wölben.
Eine Wölbung nach außen bedeutet einen Unterdruck nach außen. Sprich die Fliehkräfte nach außen steigen.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 20:28 Uhr  ·  #11
Nicht aerodyn. Kräfte mit Fliehkräften verwechseln!

Außer zu letzteren habe ich nach meinem Beitrag erstaunlich viel Geschwurbel gehört.
Aber es hat ein jeder das Recht auf sein Scheitern, und ich keine Lust mich zu wiederholen.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 21:35 Uhr  ·  #12
(Animation ist online)

Zitat geschrieben von WL01
Zitat geschrieben von Carl
intuitiv würde ich nach aussen wölben.
Eine Wölbung nach außen bedeutet einen Unterdruck nach außen. Sprich die Fliehkräfte nach außen steigen.


Korrekt, der nicht nutzbare Auftrieb addiert sich bei nach aussen gewölbten Flügeln zu der Fliehkraft, bei nach innen kompensiert er sie.
Auch wenn ich Carls Ausführungen zur Strömung heute abend nicht mehr folgen kann freue ich mich doch, dass auch er nach außen gewölbte Flügel bevorzugen würden.

Nach aussen gewölbte Flügel werden sich halt leichter montieren lassen ! Einfach ein 5000x100x100 mm Winkel 20x an die "ebene" Innenseite anschrauben.

Bei 9 Meter Durchmesser würden die Flügel so langsam rotieren dass man den Winkel dann sogar drehbar an den Sternstreben lagern könnte.
Gar nicht um sofort auf Anpassung während dem Rotieren zu gehen, sondern nur um den optimalen Kippwinkel zu ermitteln.

Und ja ich hab ja die passenden Flügel für Model. Wenn der liebe Bauer also tatsächlich den Mut hat, aus meinen Flügeln so ein riesen Ding zu bauen, dann werden wir bestimmt vorher den 300 Watt Hoverboard-Darrieus als Model bauen.

Kleine Denkhilfe für mich wenn es um die Wölbung und den Vortrieb geht. Bei einem Segelboot ist das gewölbte Segel auch immer hinter dem Mast. Und es ist schräg gegen den Wind gestellt um den Vortrieb zu erzeugen.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 13.11.2021 - 22:44 Uhr  ·  #13
Moin,
Zitat :
2 Meter Durchmesser (6m Umfang) und einer Schnelllaufzahl von 3 bräuchte es nur 12 m/s. Die 2 m² Fläche entspricht einem Radius von 0,8 Meter und der erzeugt bei 10 m/s und 30% Wirkungsgrad satte 625 Watt. Pass also prima: rechneronline.de/windkraft/

dann verbrennt der winzige Motor , oder die erste Böe lässt die Wicklung durchbrennen..?
Hast Du mal die Verluste berechnet ? Eine Frage des ersten Sturmes..?
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 06:21 Uhr  ·  #14
Bitte positiv denken. Kaputt machen können auch die Dümmsten. (Der Zusammenhang für den 2m Darrieus war hier klar genannt.)
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 08:21 Uhr  ·  #15
@WL01: "Eine Wölbung nach außen bedeutet einen Unterdruck nach außen. Sprich die Fliehkräfte nach außen steigen."

genau, das kommt als Faktor für alle Theorien dazu.

Wobei Fliehkräfte nach aussen für mehr Konstruktionsaufwand zur Beherrschung der Statik stehen würden! Wenn das der einzige Nachteil sein sollte, dann lass uns weiterdenken? Bringt es auch Vorteile, z.B. den cw der Flügel auf ihrer Kreisbahn betreffend?

Oder gar die Schwung- bzw. Kreiselkräfte angehend? würde der Unterdruck nach aussen nicht auch zumindest im von der Strömung abgewandten Drehkreis für Vortrieb sorgen in Wechselwirkung mit der Fliehkraft auf Kreiselkräfte die helfen, Schwankungen in der Windgeschwindigkeit zu überbrücken?

Hast Du einbezogen, dass die Wirkung des Winddruckes auf der dem Wind zugewandten Rotorseite mit den Fliehkräften in Relation gezogen werden müssten?

Umgekehrt bei den flachen Seiten nach aussen geschehen andere auch nicht zu vernachlässigende Wechselwirkungen.

Generell würde ich vermuten, dass die rezyklierten Flügel an den Aufhängungs- Punkten Statik betreffend in jedem Fall besondere Sorgfalt erfordern und was das Nahe liegendere betrifft, für künftige Experimente mit einem Modell bleibe ich weiterhin sehr neugierig.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 09:59 Uhr  ·  #16
Hallo

Habt Ihr mal bedacht warum alle Windräder vor dem Mast drehen ?
Da werden sie nicht durch Wirbel hinter dem Mast zu Rütteln und Schütteln animiert.
Die Achse in der Mitte ist zwar nicht so dick , aber das Vorne durchlaufende Blatt stoppt wärend des Durchlaufs erheblich die Durchströmgeschwindigkeit mit einer schönen Wirbelschleppe.

Gruß Aloys.
Händler
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 12:41 Uhr  ·  #17
"Bitte positiv denken. Kaputt machen können auch die Dümmsten. (Der Zusammenhang für den 2m Darrieus war hier klar genannt.)"
Na dann...
Bitte einfach vorher durchrechnen.
Du willst Dein 2 M Vertikal ja im Sturm auch bremsen können?
Kaputt geht's nach physikalischen Gesetzen.. Denn..
Ja eben, ich habe die winzigen Motoren hier liegen.
Du willst über 600 Watt ernten 👍?
Na dann..
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 13:00 Uhr  ·  #18
Zitat geschrieben von FamZim
das Vorne durchlaufende Blatt stoppt wärend des Durchlaufs erheblich die Durchströmgeschwindigkeit mit einer schönen Wirbelschleppe.

Nein es beschleunigt sie so dass der hintere Durchlauf mehr Energie ernten kann.
Die Verwirbelung kann man auch positiv sehen. Den selben Effekt nutzt man bei gegenläufigen Propellern die hintereinander sitzen.
Ist im ganzen natürlich komplexe Berechnung.
Che
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 16:14 Uhr  ·  #19
Wenn sowohl die Praxis als auch die Simulation gezeigt hat, dass Wölbung nach Außen bei asymmetrischem Profil eben nicht vorteilhaft ist, so kann man das Folgende nur als alternative Fakten einordnen:
Zitat
Nein es beschleunigt sie so dass der hintere Durchlauf mehr Energie ernten kann.

Vielmehr ist das richtig:
Zitat
aber das Vorne durchlaufende Blatt stoppt wärend des Durchlaufs erheblich die Durchströmgeschwindigkeit mit einer schönen Wirbelschleppe.
.
Alleine schon dadurch, dass die Profile, wohlgemerkt asymetrisch, im Luv-Halbkreis mit negativen Anstellwinkeln laufen. Dann erzeugen sie nur noch Widerstand.
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Re: Dreibein statt wackeligem Mast :-)

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Gepostet: 14.11.2021 - 16:41 Uhr  ·  #20
Ich hab nichts dagegen, die Wölbung nach innen zu packen. Das wirkt sich ja günstig auf die Fliehkräfte aus.
Außerdem gilt dann immer noch mein Verständnis. Nun ist es die Lee Seite welche den Wind zusätzlich beschleunigt und so einen Sog hinter der Luv Seite erzeugt :-)

Zur sicheren Befestigung der Flügel muss man wohl eh komplett durchbohren.
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