Investition bei "mowea"?

Expertenmeinung
 
Windvest58
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Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 29.06.2022 - 10:36 Uhr  ·  #1
Hallo liebes Forum,

da das mein erster Beitrag ist möchte ich mich kurz vorstellen. Mein Name ist Manfred, ich bin 58 Jahre alt und ich bin über die Plattform Econeers auf euer Forum gekommen weil ich Expertenhilfe suche.

Falls ich hier den falschen Bereich erwische bitte ich um entschuldigung. Ich wusste nicht sorecht wo ich mit meiner Frage hin sollte.

Ich überlege die Chance zu nutzen und einen größeren Betrag bei der Firma mowea aus Berlin zu investieren. Dort läuft gerade eine Finanzierung: https://www.econeers.de/investmentchancen/mowea .

Mich hat die Idee total überzeugt da ich es einfach logisch finde den Wind auch auf Gebäuden zu nutzen, mit Solar ist das ja quasi standard.



Allerdings bin ich jetzt etwas verunsichert, da das Thema nicht so neu zu sein scheint wie gedacht. Die Verbraucherzentrale hat da eine recht eindeutige Warnung vor solchen Kleinanlagen online: https://www.verbraucherzentral…ssen-10857 . Dort heisst es: "Das eigene Dach ist windtechnisch ein ungünstiger und unkalkulierbarer Standort. Bei der Montage auf Gebäuden können störende Geräusche und Vibrationen übertragen werden."

Jetzt stelle ich mir vor, dass größere Gebäude eher noch größere Probleme machen könnten und wohl auch ein Brückenpfeiler oder Sendemast irgendwie problematisch sind? Da die Mowea-Anlage ja auch gerade erst das Geld für die Formen und den Bau sammeln will, denke ich dass da auch noch keine echten Praxiserfahrungen vorliegen können - oder gibt es da schon Erfahrungen?

Wie ist da eure Meinung? Ich finde die Idee wie gesagt total Klasse und würde das gern nach vorne bringen. Aber mit den Informationen bin ich unsicher ob das wirklich machbar ist und mein Geld am Ende nicht weg.

Liebe Grüße!
FamZim
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 29.06.2022 - 12:36 Uhr  ·  #2
Hallo

So wie die aussehen werden die nur bei Starkwind oder Sturm drehen, also kaum mal Strom erzeugen.

Gruß Aloys.
Carl
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 29.06.2022 - 13:01 Uhr  ·  #3
"Das eigene Dach ist windtechnisch ein ungünstiger und unkalkulierbarer Standort. Bei der Montage auf Gebäuden können störende Geräusche und Vibrationen übertragen werden."

Eine korrekte Einschätzung, ganz klar!

Nicht jedes Dach ist von der Ausrichtung zum Wind und der Gebäudestatik für so etwas geeignet, hinzu kommt die Standortfrage: Wie sind dort die Windbedingungen wie die mittlere Windgeschwindigkeit über das Jahr und Windqualität hinsichtlich der in urbaner Umgebung sehr häufig auftretenden und dann die Leistung der meisten Bautypen minderndenTurbulenzen.

Es gibt zwar Turbinen die mit Turbulenzen extrem gut klarkommen, leider sind diese Bautypen grundsätzlich mit sehr viel geringeren Wirkungsgraden behaftet als der übliche Standard..

Ganz allgemein sind Kleinwindanlagen nur sehr selten eine Investition die sich schnell amortisiert schon deshalb weil an 80% der möglichen Standorte in Deutschland mit Schwachwindbedingungen in Bodennähe bis 10 m Höhe gerechnet werden muss.

Höhere Gebäude könnten zwar etwas günstiger diesbezüglich sein, jedoch sind diese meist in einem Umfeld mit anderen Hindernissen angesiedelt die dann eben leider oft störende Turbulenzen verursachen.

Wirklich Sinn macht eine Investition in Windkraft möglicherweise nur bei sehr großen Anlagen, sei es als Teilhaber einer einzelnen Anlage, als Aktionär eines Herstellers oder eines ganzen Windparks!
wieso
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 29.06.2022 - 13:57 Uhr  ·  #4
Ja Manfred , ja bitte nimm Dein eigenes Geld in die Hand und investiere , hoffe das diese Werbung hier von Dir , von niemanden ernst genommen wird um jeglichen Pfennig in die verlinkten Webseiten zu investieren
Erdorf
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 29.06.2022 - 19:28 Uhr  ·  #5
Hallo Manfred,

ich würde nicht investieren.

Die selbe Fläche kann man mit PV ausstatten, senkrecht bei Süd oder Ost/West (dann beidseitige PV).
Das bringt mehr im Jahresdurchschnitt.

Grüße
Che
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 29.06.2022 - 20:55 Uhr  ·  #6
Montage wie gezeigt an der Dachkante ist nur geeignet für die Hauptwindrichtung.
Allerdings sind die Nebenrichtungen oft schwach ausgeprägt.
An Sendemasten und Brückenpfeilern sehe ich den Einsatz so kritisch nicht.
Was nachteilig bleibt ist aber die offenbar fehlende Drehbarkeit zum Wind hin. So zumindest mein Eindruck von der Investoren-Offerte. Kann mich aber auch irren.

2-Flügler werden wegen Mangel an Fläche spät anlaufen. Danach aber arbeiten auch die. Dass nur bei Starkwind bzw. Sturm, dem kann ich mich nicht anschließen. Außerdem wird die Strömung an der Hauskante verdichtet. Ein Übriges bringt der Gewinn an Höhe.

Allerdings laufen 2-Blattanlagen sehr schnell, hohe TSR. Da ist mit aerodynamischen Geräuschen zu rechnen.
Allerdings lassen sich bei Bürohochhäusern die Fenster oft nicht öffnen, da über Hauslüftungsanlage klimatisiert.

Körperschall über den Mast zum Dach kann man mit speziellen Einrichtungen leidlich gut unterbrechen.
Macht die Sache aber teurer.

Ein Ausschlusskriterium, dort zu investieren ist aus meiner Sicht, dass sie derzeit wohl nicht mal einen Prototypen vorzuweisen haben. Der vermessen ist, wo die Daten bekannt sind.
Windvest58
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 30.06.2022 - 10:46 Uhr  ·  #7
Ich wollte jetzt wirklich nicht das Investment da bewerben, ich dachte das wäre mit meiner kritischen Nachfrage klar?

Da hier ja ein Universitäts-Team unter Leitung eines Dr. Ing. arbeitet hatte ich unterstellt, dass die Leistung wohl korrekt sein wird. Die sollen sich ja in 4 - 6 Jahren amortisieren. Ich ging eigentlich eher davon aus, dass ich irgendwas falsch verstehe.

Etwas skeptisch werde ich jetzt wegen der Kommentare. Mowea schreibt einem anderen Interessenten in der Kampagne "Im Proof of Concept und der seinerzeit vom Germanischen LIoyd zertifizierten Leistungskurve, wurde eine bis zu 10 Prozentpunkte verbesserte Effizienz gegenüber vergleichbaren und zertifizierten Kleinwindanlagen bestätigt. Wichtig ist hier der Aspekt der Zertifizierung (IEC61400).".

Che schreibt, dass kein echter Prototyp mit Daten bekannt wäre. Ich habe da auch tatsächlich jetzt nichts gefunden... Die Anlagen auf den Fotos sehen ja irgendwie auch immer anders aus. Mal mit großer Leitfahne, mal mit kleiner, mal ganz ohne und manchmal in einem Drahtkasten. Da wird ja offensichtlich noch geändert.

Laut der Kampagne brauchen Sie das Geld ja auch um die Formen für Gussteile wie Generator und Rotor überhaupt erst herzustellen. Also gibt es doch noch gar keine Anlage die so wäre wie die Serie - Oder verstehe ich das falsch?

Weiß jemand ob die Anlage dann jetzt überhaupt nach IEC61400 zertifiziert ist - oder stimmt das gar nicht? Unterlagen dazu sind in der Kampagne jedenfalls keine zu finden.
Menelaos
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 30.06.2022 - 10:59 Uhr  ·  #8
In,6 Jahren,armotisiert sich ganz sicher gar nichts. Geh mal eher von 30-40 Jshren aus,,alles andere ist schön gerechnet. Ich kann dir mehr oder weniger aus dem Stehgreif 10 quasi identische Konzepte aus den letzten 15 Jahren nennen. Nie ist daraus was geworden. Für mehr als schöne Bilder taugen solche Konzeptstudien nicht. Richtig lustig wirds dann aber beim Bauamt. Ich würde dringend dazu raten da nicht zu investieren. Die Warscheinlichkeit damit riesige Verluste einzufahren liegt bei wenig unter 100%.
FamZim
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 30.06.2022 - 17:00 Uhr  ·  #9
Hallo

Eine Anlage die nur auf dem Papier besteht würde Ich nicht zertifizieren !
Die Position auf der Dachkante würde Ich nicht senkrecht sondern 30° nach vorne geneigt anordnen .
Die Strömung kommt schräg von unten.

Gruß Aloys.
Che
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 30.06.2022 - 19:27 Uhr  ·  #10
"Die Position auf der Dachkante würde Ich nicht senkrecht sondern 30° nach vorne geneigt anordnen .
Die Strömung kommt schräg von unten."
Das ist richtig. Nur haben sie Windfahnen, so das offenbar doch bei der Hauptwindrichtung, sagen wir mal West, etwas laviert werden kann, Richtung etwas mehr Süd oder Nord.

Außerdem wollen sie ja wohl die selben Anlagen auch an Masten anordnen. Da wärs mit der Neigung dann kontraproduktiv.

Mit der Amortisation nicht übertreiben, Max!
Wenn es sich aber in 10 Jahren nicht amortisiert hat, kann man es getrost lassen.

Was verbleibt ist hautsächlich Eigenverbrauch. Bei Einspeisevergütung wie wir sie z. Zt. haben, könnte Max evtl. sogar Recht haben. Nun haben solche Gebäude aber i.A. auch reichlich PV, so dass bei Eigenverbrauch schnell Verdrängungswettbewerb herrscht...
wieso
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 30.06.2022 - 20:25 Uhr  ·  #11
Zitat
7 windturbines to power a household

An average Dutch household consumes 3,400 kWh/year. Listed below is the amount of wind turbines required, and their total cost, to power a Dutch household entirely using wind energy:

– Energy Ball : 47 windmills (202,288 euro)
– Ampair : 14 windmills (124,950 euro)
– Turby : 14 windmills (298,900 euro)
– Airdolphin : 9 windmills (157,932 euro)
– WRE 030 : 9 windmills (265,608 euro)
– WRE 060 : 7 windmills (260,309 euro)
– Passaat : 6 windmills (55,434 euro)
– Skystream : 2 windmills (21,484 euro)
– Montana : 2 windmills (37,016 euro)

An average American household consumes almost 3 times as much electricity as a Dutch household. Simply multiply the above figures by three.

https://www.resilience.org/sto…ds-and-uk/



Zitat
Mit der Amortisation nicht übertreiben, Max!
Wenn es sich aber in 10 Jahren nicht amortisiert hat, kann man es getrost lassen
Das ist ja genau der Punkt der betrachtet gehört

Muss man nicht schönreden und eine Übertreibung von Max war das auch nicht
XXLRay
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 30.06.2022 - 20:32 Uhr  ·  #12
WL01
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 05:17 Uhr  ·  #13
Ich habe mir einmal den Werbefilm reingezogen.
Interessant, bei dem ersten Interview mit einem Techniker konnte man sehen, dass bei recht frischem Wind die Anlage zwar nachgeführt wurde, jedoch keine einzige Umdrehung schaffte, sie lief eindeutig nicht an. Und am Schluss wo drei Techniker neben drei Turbinen standen. Weshalb wohl? Nun die haben für den Werbefilm offensichtlich die Turbinen in Rotation versetzt, denn man konnte sehen, dass im Laufe der paar Sekunden die Turbinen immer langsamer rotierten.
Nur so wie Werbung wirklich funktioniert....
Windbert
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 08:55 Uhr  ·  #14
Ich tue mir mit dieser Sache auch ganz schwer. So gerne ich endlich mal eine vernünftige Anlage sehen würde. Ich habe zum Beispiel den Prospekt für den Mowea-Generator, die "Core Unit" einmal rausgesucht. Wer diese Daten auf deren Website sucht wird erstaunlicherweise enttäuscht, denn vollständige technische Daten gibt es quasi nicht. Zum Glück haben einige Webseiten den Prospekt von vor der Finanzierung gespeichert und abrufbar. Auf Seite 3 wird das Datenblatt gelistet: https://docplayer.org/18007215…t-aus.html

Also:
Überstrichene Fläche: 1,8 m²
Nennleistung: 500 W
Nennwindgeschwindigkeit: 9 - 10 m/s

Und da bin ich ehrlich gesagt raus. Eine Nennwindgeschwindigkeit musse ein(!) Wert sein, sonst lässt sich das ja nie prüfen. Das ist in meinen Augen völlig unseriös. Wäre doch wie ein Auto mit 200 bis 225 PS - ja was denn nun?

Und nun bewerben die ja offen einen angeblich zertifiziert 10% besseren Wirkungsgrad als alle bisher zertifizierten Anlagen. Da bin ich wirklich skeptisch geworden und habe einfach mal eine einfache Prüfung gemacht:

Windleistung = 0,5 x Rho x Rotorfläche x Windgeschwindigkeit^3

Also:
0,5 x 1,225 kg/m³ x 1,8 m² x 9 m/s^3 = 804,00 Watt
0,5 x 1,225 kg/m³ x 1,8 m² x 10 m/s^3 = 1.102,50 Watt

Der maximale Wirkungsgrad nach Betz sind 16/27 bzw. 59%. Das heisst am Rotor ist maximal folgende Leistung abrufbar:
9 m/s: 804 x 0,59 = 474,36 W
10 m/s: 1102 x 0,59 = 650,18 W

Bei 9 m/s sind 500 Watt Ausgangsleistung also schon rein nach den Gesetzen der Physik unmöglich. Nehme ich trotzdem nochmal hervorragende 85% Wirkungsgrad für den Generator und 95% für den MPPT komme ich auf maximal:
9 m/s: 474,36 x 0,85 x 0,95 = 383,05 W
10 m/s: 650,18 x 0,85 x 0,95 = 525,02 W

Diese Anlage müsste für 500 Watt Leistung bei 9 m/s also sämtliche Limits der Physik sprengen! Selbst für 10 m/s müsste die Anlage die wohl effizienteste der Welt sein. Und ich habe hier offizielle Prospektangaben genommen. Das ist in meinen Augen völlig unseriös und dürfte einer Universitätsausgründung nie passieren.

Vielleicht habe ich ja irgendwas völlig übersehen und tue denen Unrecht, dann bitte gerne korrigieren...

Grüße, Der Windbert
Che
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 11:57 Uhr  ·  #15
Schon richtig der Ansatz.
Der Grenzwert von Betz mit 0,59 wird aber nie erreicht, ist ein thoretischer grenzwert,
weil folgende Verluste noch garnicht eingeflossen sind:
- Profilverluste (Luftreibung)
- Randwirbelverluste an den Blattspitzen (induzierter Widerstand)
- Drallverluste (Rotation des Strahles im Nachlauf, hinter der WEA)

Groß-WEA mögen rein auerodynamisch 0,5 überschreiten und sich der 0,55 annähern.
Bei solchen kleinen würde ich höchstens mit 0,45 rein gehen in die Berechnung.
Dann kommen noch die elektrischen Verluste.
Das sieht in meinem Berechnungsschema dann so aus wie in den Anhängen.

Die 500W würden erst bei 11 m/s erreicht.
Viel wichtiger ist aber der Jahresertrag. Dafür habe ich EXCEL rückwärts rechnen lassen.
Bei 4 m/s Jahresmittelwind kommt es mit 370 kWh fast hin.
Bei 5 m/s sind sie mit ihren Erwartungen sogar drunter geblieben (650 von 744)
Wohl in Würdigung dessen, dass sie bei Montage an der Dachkante auf die Nutzung der Nebenwindrichtungen verzichten.

Nun beruhen meine Berechnungen auf Annahmen, realitätsnahen denk ich, aber eben Annahmen.
Bei der MOWEA aber auch.

Bei Manteltriebwerken gilt der Grenzwert von Betz übrigens nicht. Die haben wesentlich mehr Cp.
Die Umhausungen an der Dachkante aber als Ummantelung durchgehen zu lassen, diesen Gedanken bezeichne ich als zu kühn.

Werde mich weiter mit der Offerte von Mowea beschäftigen, bevor ich zu einem Schluss komme.

PS:
Gerade Eingebung gehabt, wie die auf 500W bei 10 m/s kommen können:
Haben offensichtlich mit Cp_arodyn = 0,59 gerechnet, also Grenzwert von Betz. Das aber geht nicht!
Würde den Lahresertrag auch wesentlich zu hoch ausweisen.

 
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Menelaos
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 12:16 Uhr  ·  #16
und so ultra effizient sollen sie dann auch noch an,einer Dachkante und bei teilweise gegenseitiger Verschattung sein? :-D
"Will" der Wind uberhaupt durch so eine Wand aus Widerstsnd strömen oder gibts ggf. auch Staudruck von Vorne etc...???
wenns gute praktische Ertragsmessungen gäbe, würde man damit werben. Alles,was sie,bislang machen, ist nicht gegen die technischen Maschinenrichtlinien zu verstoßen. Das kann mein Toaster aber auch bieten...

Was leistet die Anlage bei 5 m/s? DAS Wäre ein absoluter Top Windstandort, das findet man,sicher nucht auf dem dach der nächsten Aldifiliale. Aber immerhin käme man damit auf sowas wie überschläglich 50€ iVergutung im Jahr. Nun sind wir nebst dem unrealistisch hohen Durchschnittswind nochmal großzügig und verdoppeln diesen Betrag mit gutem Willen wie aus Zauberhand auf 100€ und ignorieren damit erneut die Physik:
In 10 Jahren (wenn nichts an der Anlage oder dem Wechselrichter kaput geht) haben wir dann 1000€ eingenommen. Dafür mussen nun der Wrchselrichter und die Anlsge gekauft werden, das ganze irgendwo im 8. Stockwerk installiert werden (Statik, Genehmigungen, Auflagen, ARBEUTSSCHUTZ, Schallschutz....kran etc. Und Bezshlung der ausführenden Firmen.
Rechnet man nun noch Wartung und ghf. Defekte dazu....und dann ist so eine Anlsge auch in 20 Jahren endgültig platt, der Hersteller aber langst insolvent weil nichts klappt wie errechnet und,angepreisen...
Nunja, man braucht nichtmal rechnen, sondern nur selbst wohlwollend überschlagen um festzustellen, das man das nichtmal mehr als Milchmädchenrechnung ansehen kann sondern dass hier aktiv Geld verbrannt wird...
Ich denke, das ganze Bedarf keinerlei weiterer Aufmerksamkeit.
Windbert
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 13:00 Uhr  ·  #17
Che, mit den weiteren Verlusten (Profil/Drall etc.) hast du natürlich vollkommen Recht - nur auf die kam es eben gar nicht an. Mowea hat 500 Watt mit 9 - 10 m/s beworben. Und das ist eben physikalisch unmöglich.
Nehme ich mal deine Werte, also 0,45 für den Rotor, die ich auch für am oberen Rand des realistischen halte, dann sieht es doch so aus:

Wind: 0,5 x 1,225 kg/m³ x 1,8 m² x 10 m/s^3 = 1.102,50 Watt
Rotor: 1.102,50 W x 0,45 (Wirkungsgrad) = 496,13 Watt
Elektronik: 496,13 x 0,85 (Generator) x 0,95 (Regler) x 0,96 (Kabel) = 384,60 Watt

Da sind 500 Watt Nennleistung also selbst bei 10 m/s noch völlig ausgeschlossen. Von den 9 m/s sprechen wir mal gar nicht.

Wenn schon die Nenndaten der Anlage überhaupt nicht hinkommen, und soetwas wie eine Leistungskurve nichtmal im Prospekt ist, zu welchem Schluss soll man da bitte kommen... Da sind mir die Jahreserträge -die ja auch nie gemessen wurden- dann jedenfalls egal. Erst recht wenn jemand Millionenbeträge haben will.

Zitat geschrieben von Menelaos
Nunja, man braucht nichtmal rechnen, sondern nur selbst wohlwollend überschlagen um festzustellen, das man das nichtmal mehr als Milchmädchenrechnung ansehen kann sondern dass hier aktiv Geld verbrannt wird...
Ich denke, das ganze Bedarf keinerlei weiterer Aufmerksamkeit.

Da stimme ich Menelaos insofern voll zu.

Grüße, der Windbert
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 15:59 Uhr  ·  #18
Nicht immer im Zweifel gleich Böswilligkeit vermuten! Oftmals gibts da in der Anfangszeit bezüglich Daten ne gewisse Eigendynamik, die lauten kann: "Chef, was nehm wir für ne Nenngeschwindigkeit?" "Schreiben wir mal 9 bis 10 m/s."
Sind nicht immer die absoluten Fachkräfte, welche solche Prospekte gestalten.

Man braucht doch nur einen Zähler später, also bei 11 m/s abregeln, und schon hat man die 500W.

Wenn die Jahreserträge halwegs stimmen, die sind es, welche das Geld einbringen!

Mit Millionen mal nicht übertreiben! ich sehe gerade 250.000.

Mal noch zur Aufwärtsrichtung an Hochhäusern: Gut möglich, dass die dachartigen Gebilde die Luft in die Waagerechte leiten, s. erstes Bild zu Beginn von Thread.
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 16:15 Uhr  ·  #19
Nachtrag:

Mal im Globalwindatlas "Berlin, Alexanderplatz" eingetragen. In 50m Höhe, auf Hochhäusern also, 4,85 m/s bzw. in den 10% der windigsten aeras im 3x3 km-Quadrat drumrum bis 4,9 m/s.
Wind Power-Rose mit deutlicher Hauptkeule aus Westen, so dass man den Osten glatt ignorieren kann.

Warum soll man sowas auf Hochhäusern verwerfen?
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Investition bei "mowea"?
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Carl
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Re: Investition bei "mowea"?

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Gepostet: 01.07.2022 - 17:52 Uhr  ·  #20
Verwerfen muß man es im Einzelfall nicht wenn es als Ausnahme auch günstige Standorte dafür gibt und mit der Technik alles stimmig wäre....

Es wurde jedoch um Rat gebeten in der Frage ob so etwas als Investor Beteiligung an einem Unternehmen Erfolgs - Aussichten haben könnte-

Und was diese Frage angeht hat XXLRay schon sehr treffend gesagt - als Investor am besten "Finger weg."
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