Viel gelesen, aber immer noch keinen Durchblick

 
Phyllo
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Viel gelesen, aber immer noch keinen Durchblick

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Gepostet: 30.08.2022 - 14:11 Uhr  ·  #1
Moin,

seit gut zwei Jahren kommt immer wieder der Wunsch auf, mit einem kleinem Windrad etwas Strom zu produzieren. Bisher war das immer sehr ernüchternd und ich habe immer gehört: "Lohnt nicht", "nicht mit PV", "Baugenehmigung - viel Spaß" usw.

Nun habe ich das Forum hier gefunden und daher ein neuer Versuch, denn seit diesem Jahr darf man in Niedersachsen ja unter bestimmten Bedingungen ja ohne große Genehmigung bauen.

Zur Situation:
Wir leben am Rand einer Kleinstadt (Dorf trifft es eher). Unser Haus (DHH), Schuppen und Garage sind mit PV voll. Hausdach -7° Azimut DN 45° ~6,5 kWp, Schuppen und Garage -7° DN 10° ~5,1 kWp und -97° DN 45° ~1,4 kWp. Jahresertrag rund 12,5 MWh und wir schaffen es 54% unseres Jahresbedarfs zu decken. Das ganze wird ohne Speicher betrieben, da wir mit dem E-Auto oder anderen Verbrauchern die 70% Abregelung fast immer vollständig umgehen können. Die Gasheizung ist vor zwei Jahren rausgeflogen und nun warte ich auf die Lieferung der WP. Warmwasser haben wir in der Zwischenzeit mittels Heizstab gemacht und im Winter mit Holz geheizt.

Nun haben wir die Chance, den Acker der südlich an unser Grundstück anschließt teilweise pachten zu können, da der nicht mehr genutzt wird und "nur noch" Blühstreifen ist (teilweise nutzen wir den schon als Gemüsegarten). Die Idee war dort eine Streuobstwiese anzulegen und ein Windrad aufzustellen. Im Außenbereich sollte das nun ja leichter möglich sein. Außerdem darf es bis zu 15m hoch sein, es gibt keine Vorgaben zum Rotordurchmesser und bei einer mittleren Windgeschwindigkeit von 4,18 m/s in 10m Höhe sollte es wohl nicht ganz Aussichtlos sein ein bisschen Strom zu ernten. Zumindest sind wir hier von großen Anlagen umzingelt :)

Muss sich das rechnen? Nein, eine Null wäre schon ein voller Erfolg, aber 10k pro Jahr versenken geht auch nicht ;)

Nur wie binde ich das in die vorhanden Anlage ein? WR sind von SMA inklusive dem SHM 2.0 zur "weichen" Steuerung. Über eine Batterie wäre ja eine Möglichkeit, da könnte ich gleich noch das Garagendach umbauen, ein paar Module mehr an den neuen Hibryd-WR von SMA und den auch an den Akku. Das wäre dann sogar gleich Ersatzstrom bei Netzausfall, mMn nicht nötig, aber eine lustige Spielerei. Nur die Lieferbarkeit.... Oder doch lieber mit weiterem Zähler und Einspeisevergütung?
Wie weit muss es von den Häusern entfernt stehen? So wie ich meinen Nachbarn kenne, habe ich keine fünf "Spatenstiche" getan und bereits die "Anzeige/Klage" im Briefkasten. War bei PV, unserem kleinen Forstbetrieb und ein paar anderen Schmankerln auch so.

Das so ein Windrad, sollte es nenneswert Strom produzieren, spielend im 5-stelligen Bereich ist, ist mir klar.


Karte aus Global Wind Atlas - Hoffe das ist so richtig


Gedacht war den Acker bis zur roten Linie zu pachten (Kauf leider nicht möglich), aber es geht auch mehr, wenn es zu nah an der Bebauung ist.

Danke schon mal für eure Antworten
Chritz
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Re: Viel gelesen, aber immer noch keinen Durchblick

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Gepostet: 31.08.2022 - 20:01 Uhr  ·  #2
Moin und nur mal kurz zum Thema.

Einspeisen könntest du mit einem Wind WR direkt ins Netz. Dann wäre kein Akku nötig.

Nun kommt das aber: Windstrom wird anders vergütet als PV. Heißt, wenn rechtlich sicher sein soll dann mit 2ten Zähler.

Und: Bis 15 Meter im Industriegebiet oder Außenbezirk. So wie ich das sehe ist es bei dir noch kein Außenbezirk. Besser vorher klären wenn du ein Nachbarn hast der Stress machen kann. Ohne Baugenehmigung kann er aber trotzdem gegen angehen. Auch wenn es sonnst rechtlich ok ist.
Phyllo
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Re: Viel gelesen, aber immer noch keinen Durchblick

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Gepostet: 01.09.2022 - 07:11 Uhr  ·  #3
Der Außenbereich beginnt direkt ab unserer Grundstücksgrenze. So weit bin ich bei der Gemeinde schon gekommen. Das Bauamt hier im Landkreis ist aber so gut wie nicht erreichbar, Sprechzeiten Donnerstags von 8.30 bis 10.30 Uhr, dass war es.

Ich habe nun noch was gefunden, was im BauBG steht. Demnach wären wir privilegiert, wenn es der öffentlichen Stromversorgung dient, also hieße das zweiter Zähler und einspeisen.

Lieder finde ich nichts zu Abständen bei kleinen Anlagen.

Wenn ich eine wirkliche Chance habe, dass bauen zu dürfen (wenn es sich denn überhaupt lohnt), dann stelle ich auch einen Bauantrag um sicherer zu sein. Nur aussichtslos Kohle versenken um den Amtsschimmel zu beschäftigen muss auch nicht sein.
cerco
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Re: Viel gelesen, aber immer noch keinen Durchblick

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Gepostet: 01.09.2022 - 20:07 Uhr  ·  #4
Hallo,
Pachten. Dann bauen?
Ein Sonderfall..?
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