Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

 
Levcuso
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Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 08:04 Uhr  ·  #1
Hallo,
Aus diversen Gründen denke ich darüber nach, meinen Speicher von aktuell AGM Bleibatterien auf LifePo4 umzustellen.
Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich an meiner Anlage etwas verändern muss. Alle Laderegler haben eine einstellbare Ladeendspannung, Ladekurve speziell für Lithium ist in einer bewohnten Inselanlage ja eh nicht möglich (meine Meinung). Reicht es also die Ladeendspannung entsprechend einzustellen und gut?

Gruß von der Ostsee
Jörg
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 08:41 Uhr  ·  #2
Hallo Jörg,

Lifepo4 Akkus beglückt man gewöhnlich mit 3 verschiedenen Ladeparametern:

1. Boostladung - was soviel heißt dass der geleerte Ladezustand bis zur Lade Endspannung mit voller Kanne aufgefüllt wird, das sind in der Regel 14,4 V bei 12 V Akkus dementsprechend vervielfacht bei höheren Akku Nennspannungen.

2. Die sofort danach einsetzende Erhaltungsladung. Sobald die Ladeendspannung erreicht wird soll der Laderegler auf Erhaltungsladung schalten. Das dürfen bei Lifepo4 nicht mehr als 13,8 V sein denn das ist die maximale Ruhespannung.

Es würde dem Akku schaden wenn er ständig auf 14,4 V gehalten wird !!!

3. Die Ausgleichspannung kann man manuell vornehmen, kann auch fabrikseitig vorgegeben oder mit Einstellung am Laderegler programmiert werden und dient zum Ausgleich der Akkuzellen. das kann auch in längeren Abständen monatlich oder länger gemacht werden und zwar kurzzeitige Ladung mit leicht höherer Spannung als 14,4 V, 14, 6 V sind gut.

Zur Pflege des LIFEPO4 und besonders schonende Behandlung kann man bei manchen Ladereglern programmieren wie hoch die Erhaltungsladung sein darf, da 13,8 V die Ruhespannung bei Vollladung ist auf die die Ladespannung nachdem zurückfällt, stellt man z.B. die Erhaltungsladung auf 13,7 V ein damit der Akku nicht ganz voll gemacht wird.

Das ist insofern gut weil der Innendruck der Zellen bei Vollladung ansteigt und so die mechanische und auch die chemische Belastung kleiner bleibt und sich mit längerer Lebensdauer bedankt.

Auch das Leerfahren sollte so eingestellt sein dass der Akku nicht tiefentladen wird. Man kann volle Zyklen fahren, manche schonen ihren Akku dadurch dass nur bis etwa 40% leergemacht wird.

Dabei werden dann nur halbe Zyklen gefahren was sich in den gesamt nutzbaren Zyklen mit denen der Akku werkseitig angegeben ist mit längerer Nutzungsdauer aufteilen kann, generell spielt aber auch der normale Alterungsprozess eine Rolle weshalb die meisten Nutzer einfach nur beim Verbrauch darauf achten dass der Akku nicht in Tiefentladungs Zustand kommt.

Gute und verständliche Laderegler für alle Akkutypen mit deren Lade-Algorithmen sind die von Victron, die Serie Smartsolar hat Bluetooth für das Ablesen und Programmieren per App mit Handy, Touchpad oder PC.

Es gibt wohl auch noch andere Geräte für Lithium Akkus - die von Victron haben gute Handbücher auch auf Deutsch und sind jedenfalls in der Nutzergemeinde sehr beliebt.
Erdorf
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 12:30 Uhr  ·  #3
Hallo zusammen,

Hallo Carl, danke für die Informationen.
Das klingt für mich das eine generelle automatische Ladespannung von 13,7 V gut wäre.

Einige Laderegler haben einen Temperaturausgleich.
Ist das bei Lithium auch sinnvoll?

Grüße
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 12:56 Uhr  ·  #4
Der Boost-Vorgang läd jedesmal kurzzeitig bis auf die LIFEPO4 typische Ladeendspannung von 14,4 V Das ist wichtig für den automatischen Zellausgleich den das BMS von fertigen LIFEPO4 Akkus meist schon eingebaut haben oder für selbst zusammengestellte Akkus die dann auch mit BMS bestückt und verschaltet werden müssen so das jede 3,6 V Zelle automatisch immer ausgeglichen wird.

Den Akku dauerhaft nur mit 13,7 V zu laden ohne den Boost Ladevorgang würde den Ausgleich wohl beschränken, es wird wohl einen Grund geben warum bei werkseitiger Grundeinstellung für LIFEPO4 Akkus bei Victron das Wieder vollladen bis 14,4 V geht - nur eben nicht dauerhaft sondern danach weiter mit 13,7 oder noch darunter, jedenfalls aber nicht mehr als 13,8 V.

Ich gebe jetzt nicht den Rat einfach den LIFEPO4 Akku nicht voller als bis 13,7 V zu laden kann aber auch nicht davon abraten, ich weiß nicht ob das gravierende Folgen haben könnte. Wahrscheinlich geht es gut wenn man ab und zu von Hand zwischendurch mal kurz eine Vollladung bis 14,4 V oder maximal bis 14,8 V macht, aber wirklich nur bis zu dem Punkt und dann sofort auf Ruhespannung zurückfallen.

Das was man alle paar Wochen oder Monate bei Victron automatisch oder einzeln machbar einstellen kann ist eine kurzzeitige Ausgleichsspannung die noch minimal über 14,4 V liegt - also z.B.14,6 V - das ist programmierbar.

Diese Ausgleichsladung ist nur sehr kurzzeitig, darf nicht dauerhaft oder längere Zeit aufrecht erhalten werden, noch viel weniger als die Boostladung bis 14,4 V.

Wenn man das beachtet - bei Victron welches ich nutze mit APP und eingebautem Bluetooth im Victron Smart Solar Laderegler lässt sich das relativ leicht und verständlich machen nachdem man das Handbuch durchgeblättert hat oder im PDR gelesen -

dann bedankt sich der LIFEPO4 Akku mit seiner hochzyklischen Lebensdauer bei der er nach 10 Jahren noch 80% Kapazität haben kann und vielleicht sogar 20 Jahre durchhält.

Ich habe aber auch schon von Wohnmobilspezis gehört die ihren LIFEPO4 Akku nach 2 Jahren in die Tonne kloppen mussten.
Falsche Behandlung oder miserable Herstellung? Wer weiß?

Meine Akkus sind seit 6 Jahren immer noch topfit!
Che
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 15:00 Uhr  ·  #5
Zu Temperaturgang der zulässigen Ladeendspannung bei Li-Akkus habe ich im Netz noch nichts gefunden.
Wenn selbst VICTRON da nichts vor sieht, wird es wohl nicht nennenswert sein.
Erdorf
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 15:54 Uhr  ·  #6
Danke Che,

wenn es bezüglich Temperatur Anpassung bei Li-Akkus keine Hinweise gibt,
sollte man diese dann ggf. deaktivieren, fall vorhanden beim angedachten Laderegler.
Meistens reicht hier die Demontage.

Passiert das nicht, würde der Laderegler sonst ggf. im Winter mit höherer Ladeendspannung als eingestellt arbeiten.

Grüße
Levcuso
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 18:41 Uhr  ·  #7
Ok danke,
Dann würde ich eventuell einmal die Woche auf die Boost ladung gehen, ansonsten die ladeendspannung auf erhaltungsladung lassen. Was würde passieren bei einem victron Gerät z.b. , wenn während der boostladung die Sonne weggeht? Oder ein starker Verbraucher eingeschaltet wird? Startet der dann jedesmal von vorne?
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 19:00 Uhr  ·  #8
Victron sieht auch für den Temperarurausgleich Programmiermöglichkeiten vor die mit der App individuell eingestellte werden können. :-) Ich vergaß leider im Beitrag darauf zu antworten

LIFEPO4 Akkus sollte man nicht unter dem Gefrierpunkt beladen, auch die Entnahme der Energie aus dem Akku ist dann nur beschränkt möglich.
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 19:11 Uhr  ·  #9
"Was würde passieren bei einem victron Gerät z.b. , wenn während der boostladung die Sonne weggeht? Oder ein starker Verbraucher eingeschaltet wird? Startet der dann jedesmal von vorne?"

Der Victron Laderegler macht im gesamten Spektrum der Spannungen Boostladung solange bis die 14,4 V Marke erreicht ist und schaltet dann weg auf Erhaltungsladung. Geht während der Boostladung die Sonne weg so läd er mit der immer noch hohen Panelspannung weiter im Boostmodus oder je nachdem was er gerade macht im Erhaltungsmodus weiter, natürlich dann nur mit dem Strom ( Ampere) der dann noch geliefert wird. Wird ein starker Verbraucher an den Akku geschaltet oder über diesen an den Wechselrichter bleibt erst recht das Laden im Boostmodus oder Erhaltungsmodus aufrecht erhalten - so lange bis die Ladeendspannung erreicht ist oder die Erhaltungsladung noch anliegt. Es sei denn, die Spannung sinkt unter den vorprogrammierbaren Tiefpunkt. Dann geht es in jedem Fall zuerst volle Kanne auf Boost.

Gegen Tiefentladung schützt der Laderegler nicht, das macht entweder der Wechselrichter der sich dann automatisch wegschaltet oder ein separater Batteriewächter den Victron mit 65 A. 100 A und 250 A Belastbarkeit auch programmierbar entweder manuell mit Pin einstecken und 1 Digit Display Zahl - Eingabe am Gerät oder mit Bluetooth oder Schnittstelle für Fernbedienung.

Sinkt die Akkuspannung auf ein vorprogrammierbar niedrigeres Nivel als die eingestellte Ladeerhaltungsspannung dann setzt sofort die Boostladung erneut ein - wieder bis zur Lade Endspannung.

Wenn die Boostladung öfter einsetzt ist das für den Akku nicht bedenklich sondern wenn bei Volladung diese durch Weiterladen auf gleicher Höhe länger fortgesetzt wird verschleißt das den Akku früher als erwünscht. Also bitte nicht dauerhaft mit der Ladeentspannung laden! Die ist bei 12 V Akku iun der Regel 14,4 V - bei 24 V Akku 28,8 V usw.

Lies Dir das mal durch: https://www.victronenergy.com/…pdf-de.pdf

oder das: https://www.victronenergy.com/…ex-de.html

Der Victron setzt den Erhaltungs Ladevorgang zurück und startet jeden Morgen zuerst kurz neu mit Boost bis der Lade Endspannungspunkt der Erhaltungsladung erreicht wird. Bei einer einstellbar tiefen Entladung geht das Boost bis zu 14,4 V hoch und lässt danach auf Ruhespannung absacken oder darunter startet aber an dem Tag erst dann wieder neu mit Boostladung wenn der Tiefpunkt unterschritten wird den man mit der App programmiert hat.

Man kann mit der Ap auch einfach nur LIFEPO4 Modus auswählen und die werkmäßig dafür bereits eingestellten Parameter nutzen ohne sich viel den Kopf zerbrechen zu müssen.

Das würde ich dann so machen wenn noch die Erfahrungen damit fehlen, es ist absolut sicher.
Erdorf
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 19:59 Uhr  ·  #10
Hallo Levcuso,

Schau mal hier:
https://www.victronenergy.com/…ation.html

Das was Victron dort macht sieht für mich ziemlich genau wie Blei Akku Ladekurven aus?!

Was mich wundert: Die Lithium Akkus haben ein internes BMS.
Das BMS regelt sowieso noch einmal selbst den Ladestrom in die Zellen und macht auch einen Zellen Ausgleich,
wenn es das kann.

Ich meine durch das interne BMS sind die Anforderung an externe Ladetechnik deutlich geringer als bei Blei.
Das ist ja gerade einer der Gründe warum ein Umstieg Sinn macht.

Grüße
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 04.01.2024 - 22:57 Uhr  ·  #11
Hallo Frank,

das BMS steuert den Ausgleich zwischen den einzelnen Zellen eines Akkupacks - beim 12 V Akku z.B. sind das 4 Einzelzellen die vom im Akku integrierten BMS einzeln jede intern über Kabelverbindung angesteuert werden.

Das könnte kein Laderegler so machen, dazu müssten die Akkus geöffnet und die einzelnen Zellen mit dem Laderegler verkabelt werden

Der Victron Laderegler macht etwas was das BMS in Standard Akkus normalerweise nicht kann, er steuert die Höhe der eingehenden Ladespannung in einer Weise wie schon zuvor beschrieben indem er bis zur Ladeendspannung boostet, dann auf Erhaltungsladung geht usw usw.

Das macht ein BMS also normalerweise an Speicher Akkus nicht sondern gleicht nur die Spannungen untereinander bei den Zellen aus - mit der Spannung die gerade die Spannung des Akkus ist.

Die Ausgleichspannung die man bei Victron konfigurieren kann dient lediglich dazu das der Akku gelegentlich auf volle Spannung kommt damit das BMS im Akku damit dann die Zellen untereinander bedient.

Natürlich gibt es auch BMS in Geräten mit integrierten Akkus die Laderegelung machen aber das sind komplexere Schaltungen als die welche in Standard Speicher Akkus eingebaut werden.

Gruß, Carl
Levcuso
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 06:59 Uhr  ·  #12
Und wo liegt jetzt der Unterschied zwischen einem BMS und einem BMS mit aktiven Balancer? Ich dachte ein "einfaches" BMS schützt nur vor Überladung, Tiefentladung und Temperatur?
Levcuso
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 07:22 Uhr  ·  #13
Was mich auch noch beschäftigt, wenn jetzt das BMS aus irgendeinem Grund die Batterie abschaltet, was passiert mit meiner Inselanlage? Windrad dreht durch, da ungebremst ohne Batterie? Solarladeregler? Der Inselwechselrichter bekommt über 30v (was viele Wechselrichter nicht abkönnen) von solar oder wind weil jetzt ohne Batterie keine Steuerung mehr vorhanden??
Erdorf
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 08:20 Uhr  ·  #14
Zitat
Was mich auch noch beschäftigt, wenn jetzt das BMS aus irgendeinem Grund die Batterie abschaltet

Ich erwarte dass das BMS bei Überspannung den Stromfluss in den Akku stoppt.
Ob der Akku dann noch Spannung und Entladestrom bereit stellt? Da gehe ich von aus.

Zitat
Windrad dreht durch, da ungebremst ohne Batterie.

Ja, wenn keine Bremse dazwischen ist, die erkennt dass der Akku keinen Strom mehr annimmt und dann automatisch bremst.

Zitat
Solarladeregler?

Diese sind eher unkritisch und leiten keinen Strom mehr von der PV in den Akku.
Die Regler könnten jedoch in einen Fehlerzustand geraten der manuell zurück gesetzt werden muss.
Insbesondere dann, wenn diese eine automatische Akku Spannung Erkennung haben kann das nötig sein
oder sogar zu falscher Erkennung führen und Probleme machen, wenn der Akku wieder Ladestrom annimmt.

Zitat
Der Inselwechselrichter bekommt über 30v (was viele Wechselrichter nicht abkönnen) von solar oder wind weil jetzt ohne Batterie keine Steuerung mehr vorhanden?

Der Inselwechselrichter sollte irgendwann bei über 30 V DC Spannung in Störung gehen und abschalten, was man prüfen sollte ob das auch so ist. Oft bei über 32 V, das sollte in der Beschreibung ersichtlich sein.

Grüße
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 09:19 Uhr  ·  #15
"Und wo liegt jetzt der Unterschied zwischen einem BMS und einem BMS mit aktiven Balancer? Ich dachte ein "einfaches" BMS schützt nur vor Überladung, Tiefentladung und Temperatur?"

Wir sprechen doch jetzt von Speicherakkus der LIFEPO4 Sorte und zwar nicht von Akkus die in Handys, Laptops etc eingebaut werden.

Solche LIFEPO4 Akkus für Solar und Wind Speicher sind es mit denen ich mich schon ein wenig besser auskenne weil ich sie seit einigen Jahren nutze.

Als ich meinen ersten 12 V Winston 100 Ah Akku kaufte kostete der noch über 800 Euro. Grund genug mich etwas schlauer darüber zu machen wie man LIFEPO4 Akkus so behandelt dass man 10, vielleicht sogar noch 20 Jahre lang daran seine Freude haben kann. Er verliert seine Speicherkapazität nicht schlagartig - normalerweise - man kann auch Restkapazität noch lange Zeit gut nutzen. So hatte und habe ich das verstanden was ich mir dazu angelesen habe!

Beim Winston LIFEPO4 Akku war noch kein BMS eingebaut, werkseitig wurden dazu Zellen verbaut die gewichtmässig und von den elektrischen Merkmalen wie Kapazität, Innenwiderstand etc. genau gleich sind.

Und damit ist der Kern des Pudels getroffen wenn es um das BMS bei solchen Akkus geht:

Die Einzelzellen die aus der Fabrikation kommen können leicht abweichende Werte aufweisen und das hat im Verbund mit mehreren davon in einem 12 V oder wie groß auch immer Akku schlimme Folgen weil sie ihre Ladung untereinander nicht so leveln wie zum Beispiel bei Blei Akkus.

Wer sich darin noch vertiefen möchte kann das vielleicht hier: https://de.wikipedia.org/w/ind…edirect=no oder hier: https://de.wikipedia.org/w/ind…edirect=no

Jedenfalls schützt das einfache BMS - also unseres - in der Regel vorrangig die einzelnen Zellen davor dass sie ungleich geladen werden.

Da ich mit LIFEPO4 Akkus bisher gute Erfahrungen gemacht habe, die Kosten für einen Speicher generell bei allen Typen je nach Kapazität ganz schön erheblich sein können war mir zuletzt die Möglichkeit, große LIFEPO4 Zellen einzeln kaufen zu können als verlockend erschienen:

Was macht man wenn in einem versiegelten großen Fertig-Akku eine Zelle den Geist aufgibt war die Frage.

Ich nahm den gesamten zur Verfügung stehenden Mut zusammen, kaufte für mein neues Speichersystem richtig große Einzelzellen und ein 200Ah starkes BMS von DALY für einen der Gartenbungalos des früheren Gartenvereins von dem ich ein kleines Geländestück habe und wo ich versuche diese zu erhalten und etwas aufzupeppeln mit inzwischen 4 kleinen Inselsystemen, den DDR Eigenbau Trecker an dessen Akku den Winter über auch ein Micro Inselsystem hängt wie an verschiedenen anderen Kleinstanwendungen bis hin zur Wildbeobachtungskamera auch :

und baute als Beginn des Abenteuers mit BMS und Einzelzellen zum Anlernen zuerst mal nur 12 x LIFEPO4 Einzelzellen mit je 6 AH für meinen Akku Rasenmäher zusammen und lernte auf diese Weise gleich hautnah wie und warum am BMS 13 kleine Adern zu jeder Zelle führen und in welcher Reihenfolge sie an den Einzelzellen angebracht werden müssen.

Das BMS für einen 12 V Akku hat nur 4 Adern Gott sei Dank und ein 24 V Akku BMS 8 davon!

Die 6 AH LIFEPO4 Rund-Zellen hatte ich mit aufgeschweißten Schraubanschlüssen für Plus & Minuspole besorgt, was sich später als sehr hilfreich beim konfektionieren in mehreren Anläufen herausstellte - Irrtümer sind immer möglich!

Also in Kürze, wer sich einen LIFEPO4 Akku fertig kauft sollte sich vorher genau erkundigen ob ein einfaches BMS verbaut wurde oder ob auch Tiefentlade und Überspannungsschutz verbaut sind. Letzteres ist in der Regel nicht der Fall, Der Akku wird durch den externen Laderegler geschützt.
Levcuso
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 09:45 Uhr  ·  #16
Ja, mein wechselrichter geht über 30v in Störung allerdings habe ich mir trotzdem mal einen anderen wechselrichter zerstört, als mal kurzfristig über ca. 38v an lagen, da der wechselrichter zwar in Störung geht aber trotzdem die Spannung anliegt. Ein Großteil der Dioden? waren einfach geplatzt innerhalb des Gerätes, ähnliche oder gleiche Dioden sind auch in den Solarladereglern verbaut, welche ich verwende, die das auch nicht abkonnten....
Nach meinen Erfahrungen wäre es der absolute Supergau, wenn der Akku vom System getrennt wird, außer bei Windstille....
Ich weiß leider auch nicht, was mein Windladeregler macht, wenn der vom Akku getrennt wird...
Carl
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 09:50 Uhr  ·  #17
Dann schau auf jeden Fall genau hin beim Kauf des LIFEPO4 Akkus. Mir sind keine solche Speicher dafür bekannt dass deren BMS auch Über und Unterspannung regelt - aber das will nichts heißen. Vielleicht gibt es solche ja - ich bin nicht allwissend.

Und was Wechselrichter angeht - da kann man sich im Netz, in Foren und Youtube etc. auch vorher schlau machen darüber, welches Fabrikat verlässlich ist. Das soll kein Vorwurf sein, mir ist es auch schon oft genug passiert dass Billigprodukte mit großen Versprechungen mehr Schaden als Nutzen waren.
FamZim
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 10:07 Uhr  ·  #18
Hallo

Hmm, war und ist es nicht so das ein BMS den gesamten Akku vor Über-und Unterladung schützt ?
Ein Balanzer dagegen Einzelzellenüberwachung macht , auch mit Ausgleich untereinander.
Balanzer erster Generation schützen mit kleinen Endladeströmen die Zellen die die Ladeendspannung erreicht haben.
Die nächste Generation konnte dann schon von vollen Zellen in andere Zellen zusätzlich zu deren momentanem Ladestrom umladen.
Also schnellerer Ausgleich untereinander.
Die Anzahl der Balanzerkabel ist immer Zellenzahl pluß eins.
Bleizellen die sprudeln dürfen , gleichen Unterschiedliche Ladungen selbstständig aus.
Geschlossene Systeme haben dann ein Problem oder ??

Gruß Aloys.
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 10:27 Uhr  ·  #19
Zitat geschrieben von Levcuso

Ja, mein wechselrichter geht über 30v in Störung allerdings habe ich mir trotzdem mal einen anderen wechselrichter zerstört, als mal kurzfristig über ca. 38v an lagen, da der wechselrichter zwar in Störung geht aber trotzdem die Spannung anliegt. Ein Großteil der Dioden? waren einfach geplatzt innerhalb des Gerätes, ähnliche oder gleiche Dioden sind auch in den Solarladereglern verbaut, welche ich verwende, die das auch nicht abkonnten....
Nach meinen Erfahrungen wäre es der absolute Supergau, wenn der Akku vom System getrennt wird, außer bei Windstille....
Ich weiß leider auch nicht, was mein Windladeregler macht, wenn der vom Akku getrennt wird...
Also ich kann nur meine Erfahrungen wiedergeben:
Wenn der Akku unter die BMS Abschaltspannung fällt (bei 12V-Akkus rund 11,4V), dann schaltet das BMS den Akku auf 4,9V Notspannung und der Wechselrichter wird nicht mehr versorgt, wird aber 230V-seitig mit Strom versorgt (mit entsprechendem Standby-Verbrauch). Aber auch der Laderegler wird dann nicht mehr mit Strom versorgt und fällt aus. Wenn allerdings wieder Strom vom Windrad oder der PV-Anlage kommt, sollte sich die Batterie wieder aufladen. Kommt jedoch jetzt sehr auf den Laderegler an, ob er dies wieder checkt und nicht dadurch geschädigt wird (normal sollten die Laderegler IMMER zuerst an die funktionsfähige Batterie angeschlossen werden und erst danach an den Wind/PV-Strom; wenn die Batterie ausfällt wird dieses empfohlene Prinzip ad Absurdum geführt). Ich hatte LR die dann durch den Windstrom immer nur kurzfristig aufleuchteten und keinen Strom an die Batterien weitergaben, da sie selbst mehr verbrauchten, als vom Wind kam. Nachher (nach ca. einer Stunde waren sie dann zumeist hinüber).

Bei Überspannung hingegen (Batterie hat den Sollstrom erreicht) sollte der Laderegler die Windturbine abbremsen und die PV-Verbindung kappen. Allerdings sollte der am LR einstellbare Sollstrom der Batterie unter der BMS Über-Spannungs-Ausschaltspannung liegen. Die jeweiligen Einstellwerte sind bei manchen LR jedoch nicht immer auf den ersten Blick nachvollziehbar.
Bezüglich des Wechselrichter kommt es nun darauf an, ob er an der Batterie oder am Leistungsausgang des LR hängt. Der LR versorgt dann grundsätzlich zuerst die Batterie und erst danach den Leistungsausgang. Wenn der WR an der 24V-Batterie hängt kann er nur die von der Batterie vorgesehenen Maximalspannung erhalten.
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Re: Inselanlage Umstellen von Blei auf Lifepo4

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Gepostet: 05.01.2024 - 10:45 Uhr  ·  #20
Zitat geschrieben von FamZim
Hmm, war und ist es nicht so das ein BMS den gesamten Akku vor Über-und Unterladung schützt ?
Ein Balanzer dagegen Einzelzellenüberwachung macht , auch mit Ausgleich untereinander.
Balanzer erster Generation schützen mit kleinen Endladeströmen die Zellen die die Ladeendspannung erreicht haben.
Die nächste Generation konnte dann schon von vollen Zellen in andere Zellen zusätzlich zu deren momentanem Ladestrom umladen.
Also schnellerer Ausgleich untereinander.
Die Anzahl der Balanzerkabel ist immer Zellenzahl pluß eins.
Bleizellen die sprudeln dürfen , gleichen Unterschiedliche Ladungen selbstständig aus.
Geschlossene Systeme haben dann ein Problem oder ??
Stimmt grundsätzlich, allerdings gibt es Balancer, die auch zwei oder mehrere Einzelakkus mit nur drei Kabel ausbalancieren. z.B. ein 24V-System mit zwei 12V-Batterien.
Nur wenn ein BMS die Batterie ausschaltet wird es schwierig sie wieder einzuschalten. Bei Unterspannung wird es über einen LR schwierig (musste sie dann immer über ein externes Ladegeräte aufladen und habe daher ein eigenes Notladesystem eingebaut), bei Überspannung weiß ich es leider nicht, hatte das Problem noch nie ;-) .
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