was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

viel viel wind

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 02:10 Uhr  ·  #6398
Das finde ich doch auch etwas sehr verdächtig.
Da wirft ein Neuling einen Link ins Geschehen mit den Worten:Was haltet ihr davon?
Man nimmt ihn ernst und geht darauf ein.Eine Seite später kommt noch ein Neuling und rechnet
wie ein Profi die Sache schön bis zum geht nicht mehr.
Also, Neuentwicklungen in Ehren aber hier stimmt was nicht. Das sind Zahlen die ich mir nicht
vorstellen kann. Auch die folgende Grafik ist mir unerklärlich!
http://www.energy-age-wind.de/…ionell.pdf
Das ist meine Meinung dazu.

Menelaos

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 02:25 Uhr  ·  #6399
Ich denke ihr seid auf dem Holzweg.
Es kann nie mehr Leistung herausgeholt werden, als durch die Fläche entstehen kann, sprich:

Als Rechengröße ist hier die Größere der angegebenen Flächen (4,45 qm) zu verwenden. Nun gibt es jedoch bei der Erzeugungeines Überdruckes und domit der Luftkomprimierung (Dichteerhöhung) oder wie in diesem Fall mit Hilfe eines Diffusors (also das umgekehrte Prinzip) auch einen Wirkungsgrad zu beachten. runden wir zur Vereinfachung mal die Werte. Diffusorfläche 4qm und die dann eigentliche wirkfläche auf 2 qm. Würde sich nun die Windgeschwindigkeit aufgrund des Diffusors und des damit verbundenen Soges hinter der Turbine ver 3,5 fachen, so hätte man Energie damit gewonnen, da sie sich maximal verdoppeln könnte. Das ware dann der Durchbruch und all unsere Energieprobleme wären gelöst.
Dazu kommt dann noch der Wirkungsgrad der Unterdruckerzeugung.
Luft ist kompressibel, keine Ideales Medium.
Ich versuche gar nicht weiter auf die komische Herumrechnerei zu achten, da es schon auf falschen Grundlagen beruht.

Um sich das ganze anschaulich vorzustellen, könnt ihr ja mal einen strohhalm in ein Glas wasser stellen und an der Oberseite horizontal drüber pusten. Der Wasserspiegel im Strohhalm wird leicht ansteigen und wenn ihr kräftig pustet wielleicht auch oben austreten. Vergleicht nun aber mal die Energie die ihr zum pusten aufgewendet habt und die, die in dem angehobenen Wasser nun als Energie vorhanden ist. Das wird ein Bruchteil sein.
Gleiches Prinzip wird auch bei Ejektorpumpen verwendet.
Luft lässt sich aufgrund der kleineren Dichte sicherlich leichter ansaugen, aber der Effekt ist noch immer recht klein.

Das wiederspricht jeglicher Physik...meiner meinung nach.
Wenn hier auch nur 1 KW erreicht werden kann, ist das schon sportlich. 2,5 kw halte ich für ein Gerücht.

Gruß
Max

Menelaos

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 03:03 Uhr  ·  #6400
...und nun zum Abschluss für die endgültige Beweisführung noch ein kleines Rechenbeispiel:

Diffusorfläche 4,45 qm......Wirkfläche turbine 2,5 qm

bei einer Windgeschwindigkeit von 7 m/s ergibt sich für die größere Fläche eine Windleistung von:

0,6*Fläche*Windgeschwind. hoch3

0,6*4,45*7hoch3 =915 Watt.
Mehr Leistung KANNDER WIND NICHT auf diese Fläche bringen.

Nun zur kleineren der beiden

0,6*2,5*7hoch3 =514 Watt.

Wenn ich nun davon ausginge, dass durch den Diffusor eine 1,5 fache Windgeschwindigkeit auf die kleinere Fläche Konzentriert würde (Trichter, diffussor...scheiß egal...das prinzip ist das gleiche...) passiert folgendes

0,6*2,5*10,5hoch3=1736watt.
Nanu...was ist denn da passiert...?
Nochmal zum Vergleich
Aus der Diffusorfläche kann eine Leistung von maximal rund 900 Watt rausgeholt werden. An dieser Stelle geschieht nun ein Wunder, die Windgeschwindigkeit steigt an und am ende haben wir rund 1700 Watt.

Wenn sich die Windgeschwindigkeit in diesem Fall ver1,2-facht, kommen wir auf 890 Watt. das passt also ungefähr. Noch immer ist hier aber kein Wirkungsgrad für die Energieumwandlung zum "Diffusieren" eingerechnet.

Man muss also eben aufpassen.

Wenn der Anbieter also von einer mehr als 1,2fachen windgeschwindigkeitserhöhung bei den angegebenen Flächen und damit Verhältnissen spricht, kann er nur nichts verstanden haben. Und ich weiß ja nicht, ob ich ein Produkt von einem Entwickler kaufen würde, der nicht einmal diese einfachen Theoretischen Grundlagen begriffen hat.

Dass es generell möglich ist, die Windgeschwindigkeit zu erhöhen oder auch die Dichte zu ändern bestreite ich nicht, in dieser Art und weise allerdings ganz sicher nicht.
Für mich ist das Thema damit nun abgeschlossen.
Gruß
Max

steph

Betreff:

Ich nochmal!

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 10:02 Uhr  ·  #6403
DA ich habe das Thema angefangen habe,
muß ich es auch beenden!

Ich habe mit dem Laden"Energy-Age" nichts am Hut!!!!

Auf meine Anfrage ob sie ein WKA bei mir in der Nähe stehen haben schrieben sie mir das zurück:
-------------------------------------------------------------------------------------------------
Sehr geehrter Herr steph,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

In Ihrer Nähe steht derzeit noch keine Anlage, Typ "eightwind", da die
Produktion der kleineren Anlagentypen erst vor kurzem begonnen hat. In den
nächsten Wochen werden die ersten Anlagen ausgeliefert mit Standorten in
Nord- / Nordwestdeutschland und Bayern. Dies wird auch unter der Rubrik News
auf unserer Website veröffentlicht. Ween Sie dort regelmäßig nachschauen,
entgeht Ihnen nichts.

Mit freundlichen Grüßen
i. A. xxx

energy-age wind Ltd. & Co. KG
Kesslerweg 45
48155 Münster
-----------------------------------------------------------------------------------------
Und für die,
die den 2.Satz wieder vergessen haben nochmal:
Ich habe mit dem Laden"Energy-Age" nichts am Hut!!!!
MfG Steph

cashu

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 12:02 Uhr  ·  #6406
Menelaus,

ich kenne die genauen Daten ebensowenig wie Du, deshalb arbeite ich - im Gegensatz zu Dir - mit Annahmen und mit Zahlen . . .

Definitiv falsch ist, dass die größere Fläche zur Berechnung verwendet werden muss, denn die durchströmende Luft erreicht im Diffusor an oder kurz nach der der engsten Stelle die größte Geschwindigkeit, und dies wird eben durch Staudruck (vorne) und Unterdruck (hinten) durch die Querschnittsänderung erreicht.

Der Wirkungsgrad der Unterdruckerzeugung ist übrigens enorm, denn auf diesem Prinzip arbeiten auch die sogenannten Staustahl-Triebwerke (Ram-Jets), die vollkommen ohne Kompressor und Turbine auskommen. Wäre der Wirkungsgrad gering, würde ein solches Triebwerk nicht den benötigten Sauerstoff erhalten und die freigesetzte Energie beim Verbrennen des Treibstoffs würde mehr oder weniger einen Massestrom nach beiden Seiten des Triebwerks bewirken (was definitiv nicht der Fall ist).

Das Gelabere vom Perpetuum Mobile ist natürlich Quatsch, denn der Masse-Strom / die Windenergie wird durch zwei Faktoren umgeformt (Impuls-Erhaltung, es wird keine Energie "erzeugt") :

1. die Verengung des Querschnitts am Lufteintritt (Verdichtung) und
2. die anschließende Erweiterung des Querschnitts am Luftaustritt (Entspannung).

Ein großer Teil des Massestroms wird hierbei durch die außen um das Diffusor-Gehäuse herum geleitete, bewegte Luftmasse Sog-seitig beschleunigt.

Zitat
"Trichter, diffussor...scheiß egal...das prinzip ist das gleiche "


Eben nicht, denn erst die Kombination von Kompression und Dekompression bewirkt die maximale Strömungsgeschwindigkeit und den minimalen, statischen Druck am engsten Querschnitt. Die Kunst besteht darin, die Wirkung von Kompression und Dekompression so auszubalancieren, dass sie sich optimal unterstützen (als nicht zu viel oder zu wenig von beiden Komponenten) und das Ganze auf möglichst kleinem Raum und unter Aufrechterhaltung einer möglichst laminaren Strömung, also konstruktiv alles andere als trivial !
Wenn ich mir die Bilder des Herstellers ansehe, schätze ich den Querschnitt am Lufteintritt (engste Stelle) auf etwas weniger als die Hälfte der Windlastfläche (vordere Querschnittsfläche) und somit auf etwa 1,25 m². Für die Luftbeschleunigung ist diese Fläche maßgeblich, und zwar im umgekehrten Verhältnis zur Austrittsöffnung also:

4,45 m² / 1,25 m² = 3,56

Ich behaupte nicht, dass dieses Maximum erreicht werden kann und schon gar nicht bei geringen Windgeschwindigkeiten, aber man nähert sich umso mehr an, als die Windgeschwindigkeit zunimmt und solange die Strömungsführung laminar bleibt.

Wie bei einer Tragfläche sich der Auftrieb nicht nur durch das Verhältnis der Strömgeschwindigkeiten oberhalb und unterhalb definiert sondern auch durch andere aerodynamische Faktoren (Anstellwinkel, etc.), so hängt bei einem Kompressor / Diffusorsystem die interne Beschleunigung nicht nur von Querschnittsverhältnissen ab, sondern auch - und zwar sowohl von interner wie auch externer - Strömungsführung und das ganz erheblich. So wird z.B. durch Windabrisskanten (Spoiler) der effektive Austrittsquerschnitt gegenüber der reine physikalische Abmessung vergrößert.

Selbstverständlich gibt es praxisorientiert stets Verluste, und natürlich liegt ein Rotor mit etwa 1,2 m Durchmesser natürlich nicht vollständig im Bereich der maximalen Strömungsgeschwindigkeit.

Zu berücksichtigen ist dabei auch, dass der Rotor hier (überwiegend) im Schubbetrieb als Widerstandsläufer arbeitet und nicht mit einer sonst beim Savonius möglichen Schnelllaufzahl von 1,8.

Andererseits - und hier offenbart sich Deine Milchmädchen-Rechnung - wird vollkommen außeracht gelassen, dass sich am engsten Querschnitt nicht nur die Strömgeschwindigkeit erhöht, sondern auch die Dichte der Lufftmasse, das ist halt so das Wesen der Kompression . . .

Schon ein Hobby-Garagen-Bastler erreicht ohne weiteres eine Strömungsgeschwindigkeits-Anhebung um Faktoren von 1,5 bis 2,0.
(Nachzulesen ist das Prinzip übrigens auch als Messergebnis unter: http://www.windstuffnow.com/main/vawt.htm wobei zu berücksichtigen ist, dass dies ein Experimentalaufbau und keine optimale Konstruktion darstellt . . . )

Du jedoch jonglierst hier mit durch nichts belegten Annahmen (wie die - von Dir behaupteten - zur Berechnung zu verwendende Flächen) und verflüchtigst Dich mit . . .

Zitat
Dass es generell möglich ist, die Windgeschwindigkeit zu erhöhen oder auch die Dichte zu ändern bestreite ich nicht, in dieser Art und weise allerdings ganz sicher nicht.
Für mich ist das Thema damit nun abgeschlossen.


DIE ERDE IST EINE SCHEIBE !

XXLRay

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 12:28 Uhr  ·  #6409

cashu

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 12:42 Uhr  ·  #6410
viel viel Wind,

Jetzt möchte ich mal bemerken:

1. ich habe mit dem Hersteller nichts zu tun

2. ich rechne hier nichts schön, sondern behaupte lediglich, dass die angegebene Größenordnung des Herstellers nicht ganz aus der Luft gegriffen sind bzw. mir (halbwegs) plausibel erscheinen

3. Erfolgte mein Beitrag erst auf eine Reihe recht inkompetent vorgetragener Nörgeleien und Äpfel / Birnen Vergleiche hin und

4. ist Alter bzw. Zugehörigkeitsdauer kein Merkmal von Kompetenz. Leistung muss man erbringen, die kann man nicht ersitzen . . .

Grüße
Carmen

(cashu . . . die mit dem Wind tanzt . . .)

steph

Betreff:

???

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 13:06 Uhr  ·  #6411
GENAU !!! :D

Uwe Hallenga

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 13:50 Uhr  ·  #6413
Ich fände es sehr gut, wenn das wieder sehr S A C H L I C H weitergeht.

Nicht nur das ich mal vom Stand auf der Messe geflogen bin, nein, man mir auch schon mal sehr freundlich geschrieben, und das könnte man mit etwas Phantasie durchaus auch als Drohung verstehen. Also BITTE !





Von Turbinen habe ich einfach keine Ahnung, aber beim Flieger stecke ich ja nun doch auch erheblich Energie in Form von Cerosin rein. Wie sieht es denn da mit den Wirkungsgraden aus?
Wenn ich mir so einen Querschnitt einer Strahldüse ansehe, dann sieht man ja Einiges von den Anstrengungen die Strömung sauber und laminar zu führen. Da ist nun aus meiner Sicht auch nichts Vergleichbares bei besagten Anlagen zu sehen.

Wie empfindlich sind Savonius Rotoren bei turbulenter Strömung? Ich weiß aus der Windmesstechnik nur, das turbulente Strömung nur sehr begrenzt zum Ertrag beiträgt. Je nach dem, wie genau ich den Betrachtungswinkel auflöse, bewegte sich die Luftmasse oder Teile davon nicht mehr geradeaus mit, sondern entgegengesetzt oder quer. Der Beitrag zur nutzbaren Windenergie innerhalb einer Turbine oder eines Windrades sinkt mit zunehmender Turbulenz somit ganz erheblich. In Windkanälen wird ebenfalls erheblicher Aufwand mit Gittern und Röhrchen in verscheidenen Abständen und Längen betrieben, um die Luftströmung möglichst laminar zu halten.
Im großen Maßstab kennt dies vermutlich fast jeder hier, der seinen Rotor mal hinter einem Busch stehen hatte.

Ich bin weder Mathematiker noch Wissenschaftler, der das im Detail alles nachrechnen kann, aber so ein paar Grundreglen haben sich bei mir festgesetzt.
Für mich ist immernoch einer der wichtigsten Grundsätze, die der Energieerhaltung. In einem geschlossenen System kommt nichts hinzu und kann auch nichts verloren gehen. Jetzt wird es schwierig die Windanlage selbst in ein geschlossenes System zu stellen, aber theoretisch müsste ich doch für jeden Bruchteil einer Sekunde eine ausgeglichene Energiebilanz aufstellen können. Wenn ich also der bewegten Luftmasse einen Energiegehalt zuordnen kann, so muß ich doch auch bei Druckerhöhung oder Absenkung die veränderte kinetische Enrgie bestimmen. Theoretisch müsste es doch möglich sein, die Windanlage im Schnitt aufzumalen, in verschiedenen Cluster aufteilen und in jedem Cluster die enthaltene Energie bestimmen (inclusive der Zu- und Abnahmen durch Druckerhöhung und Absenkungen, Geschwindigkeitszunahme und wieder Abfall). Und wenn das dann alles passt kann man ja weitergehen und das Drehmoment und Wellenleistung bestimmen mit allen Nebenwirkungen auf Geschwindigkeit, Druck und Temperatur.

Mich würde das tatsächlich auch nur der theoretisch Ablauf interessieren, aber mir fehlen schlicht die physikalischen Kenntnisse und leider auch die Zeit mich da tiefer reinzuhängen. Wäre doch eigentlich eher was für eine Diplom- oder Dr.-Arbeit...

Übrigens ist das nicht die erste Disskussion zum Thema Venturi-Düse / Bernulli-Effekt bei Windanlagen.

Gruß Uwe

Menelaos

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 13:51 Uhr  ·  #6414
Nun ja cashu... Der von dir angesprochene Massenstrom- und da stecken ja Bernoulli und die Kontinuitätsgleichung drin- kannst du so aber nicht auf die Praxis übertragen. Diese Annahme beruht auf einer Idealen Flüssigkeit (!).
Nun ist Luft weder eine Flüssigkeit, noch ideal....und Reibung entsteht da auch massenhaft, vor allem an der Turbine un dann is da nix mehr mit laminar....

Auch war es denke ich schon richtig, die kleinere Fläche anzusetzen, da diese diejeneige ist, auf die der finale Luftstrom denn nun wirkt, die Turbinenfläche also quasi.
Sicherlich habe ich noch einige Faktoren außer Acht gelassen. Ich wollte das aber nun auch nicht zu sehr ausdehnen.

Und das Beispiel mit dem Triebwerk ist nun wirklich etwas komplett anderes, da hier ja auch noch massig Energie durch den Treibstoff zugeführt wird...


Edit:
Da kam mir Uwe wohl schon zuvor

cashu

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 14:11 Uhr  ·  #6415
Ja, ein Triebwerk ist etwas anderes, da wird Energie in Form von Treibstoff zugeführt und bei der Windturbine wird Energie entnommen.

Dennoch beruht das Modell, um das es hier geht - ebenso wie ein Triebwerk - u.a. sehr eheblich auf den Effekten der Kompression und Dekompression.

Um dabei den Fakt der Energieerhaltung zu betrachten, genügt es eben nicht, sich nur auf die gemessenen Querschnitte innerhalb und außerhalb des Turbinengehäuses zu nehmen, sondern man muss schon das System aus Turbine mit den wirksamen Querschnitten und aus umgebender Luftströmung bis zu einer eher vernachlässigbaren Einflussgröße mit einbeziehen.

Und das ist eher komplex denn trivial . . .

Menelaos

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 14:24 Uhr  ·  #6417
ok....nun komme ich langsam an meine Grenzen.
Was ich mir hier zusammengereimt habe, beruht auf meinen Kenntnissen aus der Hydrodynamik von Schiffskörpern und den verschiedenen Effekten die beim Manövrieren auftreten. Inwiefern sich das auf "Luft" übertragen lässt kann ich ehrlich gesagt auch nur vermuten ohne mich weiter damit zu beschäftigen. Ich weiß nicht mehr wirklich wie ich dagegenargumentieren soll, ohne mich zu wiederholen, bin aber irgendwie dennoch der Überzeugung, dass es ganz so einfach nicht ist
Mach doch mal eine Zeichnung und erkläre es uns anhand dieser. Zeichne Strömungen und Drücke ein...und wo was passiert bzw. theoretisch passieren müsste. Das wäre sicher hilfreich um das von dir geschilderte nachzuvollziehen...

Davon mal abgesehen, und das sagtest du ja selbst, kommt der von dir angesprochene Effekt erst bei Höheren Windgeschwindigkeiten so richtig zu tragen (wenn es denn wirklich so ist dass es auf diese Art und weise doch tatsächlich klappen SOLLTE).

Dann würde mich doch mal interessieren, was denn da für ein Generator verbaut ist.
Denn es ist ja so, dass die mechanische Leistung des Rotors ohnehin mit zunehmender Windgeschwindigkeit viel stärker ansteigt als die Generatorleistung, die ja mehr oder weniger linear verläuft im gegensatz zur "Parabel" der Repellerleistungskurve.
Wenn der von dir angesprochenen Effekt klappt, so stiege die Turbinenleistung noch mehr an.
Wäre dann nicht der Generator komplett überfordert?

Oder anders gefragt: Wie soll er denn so ein großes Leistungsspektrum ausschöpfen?

Vielleicht eine kombination aus mehreren Genos die nacheinander zuschalten..?

Was wir wollen ist doch etwas Leistung auch bei Schwachwind und nicht "noch mehr" Leistung bei Sturm.

Gruß
Max

cashu

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 16:10 Uhr  ·  #6421
Hallo,

ich kann eine Skizze (jpg ca. 100 KB, kann auch noch verkleinert werden) zum Thema "Konzentrator / Diffusor / effektiver Querschnitt" mailen, wenn die jemand (nach Belieben / vorübergehend) für mich einstellen will . . . ich selbst habe keinen Web-Space . . .






Menelaos,

ich weiß nicht, was für ein Generator in dem System verbaut ist, aber wenn man sich die Anlage genau ansieht, findet man in der Beschreibung, dass Leistung oberhalb der Nennleistung in einer Wasser-Wirbel-Bremse / Pumpe z.B. zur Vorwärmung in die Warmwassererzeugung eingespeist wird.

Natürlich weiß ich, dass die meisten Hobby-Energie-Erzeuger hauptsächlich Schwachwind-Nutzer sind, aber das hat nichts mit dem Funktionsprinzip und der Leistung des ursprünglich hier hinterfragten Systems zu tun.

Sicher ist jedenfalls, wenn man, wie wir beide - viele Annahmen mit vielen Fehlermöglichkeiten triff, können sich solche Fehler sehr schnell potenzieren

Menelaos

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 03.06.2008 - 18:38 Uhr  ·  #6431
schau mal unter imageshack.com

Da kannst du ohne Anmeldung Bilder hochladen und dann hier einfach den Link einfügen. SO mache ich es auch, da auch ich keine Homepage habe.
Gruß
Max

viel viel wind

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 04.06.2008 - 03:59 Uhr  ·  #6441
Hallo, cashu
wenn Dir die angegebene Größenordnung des Herstellers nicht ganz aus der Luft gegriffen sind bzw.
Dir (halbwegs) plausibel erscheinen, dann bleibe ruhig dabei. Ich bleibe dagegen bei meiner Meinung.
Jedem seine Meinung die er frei äußern darf. Nicht war?
Mit der Zugehörigkeitsdauer hast Du leider den Sinn nicht verstanden wie ich das meinte,
Da musst Du mich nicht gleich abfällig bezichtigen.

WWWFREAK

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 04.06.2008 - 09:57 Uhr  ·  #6443
Hallo zusammen,
auch ich gehöre zu den Leuten, die speziell für dieses Thema nicht mit
Sachkompetenz um sich schmeißen können.
Trotzdem behalte ich mir vor, mit meiner mir eigenen vielleicht etwas
simplen Betrachtungsweise einige Punkte aufzuzeigen, die mir hier
aufstossen.

Das Prinzip der Luftkomprimierung und Dekompression sei hier mal
außer Frage gestellt, es wird sicherlich einen Effekt in dieser Richtung
geben.

Aber......
was ich in der Diskussion vermisse, ist die Kraft die sich durch die
Generatorflügel der Luftströmung entgegenstellt.
Wenn ich hier einen Generator von "nur" 1,5kW einsetze und mir vorstelle
welche Kraft diese 1,5kW als Motorkraft drehen können, so bekomme ich
eine Vorstellung davon welche Kraft der Luftströmung entgegensteht.

Dies bedeutet für mich, daß die Durchströmgeschwindigkeit der Luft in
erster Linie abhängig ist von der Last die an dem Generator hängt.
Diese Last kann aber durchaus unterschiedlich sein, von unbelastet bis
leicht überlastet zum Beispiel.
Für mein Verständnis hängt die Strömungsgeschwindigkeit der
durchfließenden Luft direkt von der Gegenkraft die der Generator
darstellen kann, ab.

Für eine freie Durchströmung der Luft kann ich mir o.g. Werte für eine
Beschleunigung der Windgeschwindigkeit durch Kompression und
Dekompression durchaus vorstellen.

Wenn also die Kraft der beschleunigten Luft mit diesen vorgenannten
Werten genutzt werden sollte, so müßte dies doch hinter der
Dekompression geschehen. In dem Moment wo ich einen Widerstand von
einer Größenordnung von z.B. 1,5kW in die Durchlassöffnung für die Luft
einbringe, wird diese Beschleunigung extrem abgebremst es kommt zu
Rückstau und Verwirbelung bevor der besagte Sog den Rest der Strömung
entsprechend verstärken kann.

Meine Meinung ist, daß ein solches System den ohnehin schon schlechten
Wirkungsgrad eines solchen Schaufelflügels zwar verbessern kann, aber
eine Leistungsverstärkung wie sie vom Hersteller angegeben wird, halte
ich nicht für möglich. Die Werte des Vergleichs zu einem herkömmlichen
Dreiflügler sind in meinen Augen nicht erklärlich. (Und meines Wissens
auch noch nicht belegt)
Aber dies ist nur meine Meinung und die muß ja nicht die richtige sein :lol: :lol:
Gruß
Günter
Westerwald

cashu

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 04.06.2008 - 13:07 Uhr  ·  #6445
Hallo WWWFREAK,

Die Windkraft ist genau da maximal zu nutzen, wo sie am höchsten konzentriert ist: am effektiven Übergang von der Kompression zur Dekompression, denn dort sind sowohl die Strömungsgeschwindigkeit wie auch die Dichte des Mediums am höchsten. Demzufolge ist genau dort auch der optimale Platz für den Rotor der Turbine.

Ohne Verlustbetrachtung entnimmt eine Verminderung der Strömungsgeschwindigkeit um

5% etwa 14,7%
10% etwa 27,1% (etwa max für Savonius)
15% etwa 38,6%
20% etwa 48,8% (etwa max. HAWT)
26% etwa 59,3% (theor. max. Ernte-Faktor)

der im Wind enthaltenen kinetischen Energie. Dies ist unabhängig von der Bauart der Turbine:

Eintritts-Energie - entnommene Energie = Austritts-Energie

Natürlich kommen noch Strömungsverluste am / im Gehäuse (durch Umwandlung in Wärmeenergie) hinzu.

klaus werner

Betreff:

energy age wind eightwind leistungskurven?

 ·  Gepostet: 04.06.2008 - 17:43 Uhr  ·  #6453
Leider sprechen einfache physikalische Fakten gegen die "theoretische Leistungskurve" der eightwind.

Fakt ist folgendes:

Der Wind bringt eine wissenschaftlich einwandfrei zu berechnende Energie pro qm Windlastfläche einer WKA mit.

Die Nennleistung der Eightwind lt. Leistungsdatenblatt "Leistngskurve Prototyp eightwind EW 125/5 soll bei 8,5ms liegen.

Die Windlastfläche der eightwind ist mit 4,5 qm angegeben.

Auf diesen 4,5qm Arbeitsfläche kommt bei 8,5ms Windgeschwindigkeit eine Energie von:

8,5ms³ x 1.225 x 0,5 = 614,12 x 1,225 x 0,5 = 376,14 Watt pro m² x 4,5m² = 1.692,60 Watt Leistung

Also aus 1692,60 Watt natürlich im Wind enthaltener Energie ( auf die Fläche von 4,5m² bei 8,5msek )macht die eightwind lt. Leistungskurve stolze 3600 Watt elektrische Energie.

3600 Watt : 1.692,60 Watt = schlappe 212% Wirkungsgrad!

W o u w! ...sagte der Mann vom Patentamt... wieder ein

Perpetuum Mobile erster Art (Wikipedia)

Die Idee ist, dass eine Maschine mit einem Wirkungsgrad von über 100 Prozent die zu ihrem Betrieb notwendige Energie und zusätzlich Nutzenergie liefern würde ...... da sie Energie aus nichts produziert.

...

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 04.06.2008 - 18:43 Uhr  ·  #6454
Moin:habe einige male kleine MANTELSTROM TURBINEN in der Praxis bei leicht turbulenter Anstroemung beobachten können. Bei mäßigen Wind geschw. war selten ein Anlaufen zu verzeichnen. Vermutl. fließt die Gasmasse einfach um die Turbine herum.(schon der am idealen Punkt sitzende Rotor könnte da zuviel Widerstand aufbauen.Mfg.Cerco

WWWFREAK

Betreff:

Re: was haltet ihr hier von? [energy-age-wind]

 ·  Gepostet: 04.06.2008 - 18:50 Uhr  ·  #6455
Hallo cashu,

ich stimme Deiner Betrachtung bei, daß bei Verminderung der
Durchströmgeschwindigkeit um 20% der Ertrag, also die kinetische
Energie die auf die Windangriffsfläche wirkt, um ca.50% vermindert wird.

Nur das ist ja nicht der Punkt, an dem wir uns anscheinend alle stossen.
Es geht um die Aussage, daß sich durch die Komprimierung und
anschließende Dekomprimierung die Durchströmgeschwindigkeit so
erhöhen soll, daß sie den ca. 2-3fachen Leistungswert der
Eingangsleistung pro Größe der Einlassöffnung (Geschätzte 1,25m²)
erbringen soll.

Du schriebst:

und das Ganze auf möglichst kleinem Raum und unter
Aufrechterhaltung einer möglichst laminaren Strömung, also konstruktiv
alles andere als trivial !


Genau hier melde ich meine Bedenken an, die theoretisch zu errechnende
Verdichtung und Beschleunigung kann nur für einen freien Durchlass
entsprechender Größe gelten. Durch die Flügel, die dem Luftstrom unter
Last einen entsprechenden Widerstand entgegensetzen, ist eben kein wie
Du schreibst "laminarer Luftstrom" möglich. Deshalb kann man auch nicht
von der Annahme ausgehen, die Strömungsgeschwindigkeit würde in
besagter Art erhöht und deshalb diese astronomischen Leistungswerte
erbringen. Ich meine mich daran erinnern zu können, von dem viel
zitierten Hrn. Betz gelesen zu haben, daß, um einen guten Wirkungsgrad
zu erreichen, immer ein bestimmter Prozentsatz des Luftstromes durch
die Flügel gehen muß. Ist dies nicht möglich, verschlechtert sich die
eingebrachte Leistung, es bildet sich Rückstau und Verwirbelungen die die
nachströmende Luft außen um den Einlass herumleiten.

Wie ich glaube, ist diese Diskussion immer wiederkehrend, es gibt doch
dieses Produkt schon längere Zeiten auf dem Markt. Man könnte doch
ganz einfach diese bestehenden "Unklarheiten" durch einen Feldtest
unter realen Bedingungen beseitigen?

Hier würde sich doch ganz schnell die Spreu vom Weizen trennen.
Solch ein revolutionierendes Teil wäre doch innerhalb kürzester Zeit ein
Verkaufsschlager und würde alle anderen Techniken über Nacht
verblassen lassen.

Da dies aber nicht passiert ist, scheinen Theorie und Praxis hier nicht
Hand in Hand zu gehen. Aber, die Zeit wird es zeigen 😉


Gruß
Günter
Westerwald