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Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung

Fizzl

Betreff:

Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 30.06.2012 - 13:01 Uhr  ·  #29301
Hallo,
ich studiere Umweltingenieurwesen an der Technischen Uni München. Gerade schreibe ich an meiner Bachelorarbeit über Kleinwindanlagen (Der Titel wird wohl "Potentiale oder Hemmnisse von Kleinwindenergieanlagen" oder so ähnlich werden:)). Ein Teil dieser soll auch eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit von Anlagen zwischen 1 und 10 kW unter verschiedenen Bedingungen (Standort, Höhe, Einspeisung/Eingenverbrauch usw.....) sein. Dazu würde ich mir drei Anlagen aussuchen, eine mit ca 1kW, eine mit 5 kW und eine mit 10kW. Bisher hab ich mir überlegt die Aero Craft 1000, die WESpe 5.0 und die AirCon 10S zu nehmen. (die letzen beiden haben ja Zertifikate und damit vermessene Leistungskurven, was für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sehr nützlich ist...)
Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob ich da eine sinnvolle Auswahl an Anlagen getroffen hab, deswegen wollte ich euch Experten fragen, wie ihr das seht oder ob ihr noch Tipps bezüglich der Anlagenauswahl für mich habt...Also zum Beispiel, ob eine dieser Anlagen so schlecht ist, dass prinzipiell sowieso von einem Kauf abzuraten wäre oder so, weil dann würde ja auch eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit nicht viel Sinn machen....
Vielen, Vielen Dank :-)

Menelaos

Betreff:

Re: Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 30.06.2012 - 13:11 Uhr  ·  #29303
Eine Betrachtung der Wirtschaftlichkeit wird für 99 % der Standorte ohnehin ergeben dass sich so eine Anlage quasi nie abzahlen wird...denn gerne werden Kosten für Mast, Fundament und auch Wartung nicht mit eingerechnet. Es gehören schon etwas grünes Denken und Spass an der Sache mit dazu. Lohnen tut sich das in sehr vielen Fällen, rechnen leider nicht wirklich.

Wie auch immer, mit den gewählten Anlagen machst du eigentlich nichts falsch. Sie laufen alle prima und sind von guter Qualität.

Gruß
Max

dig-it

Betreff:

Re: Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 30.06.2012 - 17:12 Uhr  ·  #29309
Hier findest Du das Thema schon sehr ausführlich bearbeitet:

Masterstudiengang:

Zukunftsfähige Energiesysteme M.Eng.

Thema:

KLEINWINDENERGIEANLAGEN
UNTERSUCHUNG DER RAHMENBEDIN-
GUNGEN, TECHNISCHEN KONZEPTE UND
WIRTSCHAFTLICHKEIT AM STANDORT
NORDDEUTSCHLAND

Sascha Richter

Masterthesis (Hochschule Bremen)

Da wirst Du dann leider, wie Max es schon ansprach, sehen, dass es wohl eher um die Betrachtung der Unwirtschaftlichkeit geht...

Leider!

Trotzdem viel Glück!

Dieter

Fizzl

Betreff:

Re: Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 02.07.2012 - 15:14 Uhr  ·  #29370
Vielen Dank, das hilft mir auf jeden Fall schon mal weiter...:)
Liebe Grüße,
Krissi

Fizzl

Betreff:

Eigennutzung

 ·  Gepostet: 02.07.2012 - 15:18 Uhr  ·  #29371
Oh, was ich auch noch fragen wollte...Um jetzt die Wirtschaftlichkeit zu überprüfen werde ich wohl von einem repräsentativen Haushalt mit ca 5000 kWh Stromverbrauch im Jahr ausgehen. Worüber ich gerade nachgrüble ist die Frage, wie ich irgendwie sinnvolle Annahmen für den Eigennutzungsanteil des produzierten Stroms für die drei Anlagen treffen kann (1kW, 5kW, 10kW Anlagen). Hat da irgendwer Erfahrungswerte oder eine Idee wie ich das angehen könnte?
Danke nochmals :)
Krissi

dig-it

Betreff:

Re: Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 02.07.2012 - 21:52 Uhr  ·  #29396
Die Verbrauchskurven zum täglichen/jährlichen Stromverbrauch eines Haushaltes findest Du im Internet. Danach mußt Du die täglichen/jährlichen Produktionskurven an Hand verfügbarer Winddaten an auszuwählenden unterschiedlichen Standorten für die drei KWA ermitteln. Und anschließend die Kurven in Relation miteinander setzen. Allerdings scheint mir ein Verbrauch von 5000 KW/h etwas hoch gegriffen, es sei denn, es wird auch elektrisch geheizt. Eigentlich geht man beim Durchschnittshaushalt eher von 3500 KW/h pro Jahr aus.

In wieweit dieses aufwändige Vorgehen allerdings überhaupt Sinn macht, bleibt dahingestellt. Denn die gewonnenen Resultate entsprechen möglicherweise nur annähernd den individuellen topografischen Besonderheiten oder der persönlichen Stromnutzung... Harte Daten für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sind das in meinen Augen nicht.

Möglicherweise dient ja eine Abschlussarbeit wie die Deine "nur" dem Nachweis, dass man die Methodik seines Faches beherrscht. Dann macht das Thema durchaus Sinn. Ein Ergebnis im Hinblick auf eine wirtschaftlich positive Nutzung im klassischen Sinn ist leider nicht zu erwarten.

Es wäre schön, wenn wir die Ergebnisse Deiner Untersuchungen später zu Gesicht bekämen.

Dieter

Erdorf

Betreff:

Re: Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 02.07.2012 - 22:44 Uhr  ·  #29398
Hallo Krissi,

Dieter hat ja schon sehr konkret Hinweise gegeben.

Aus dem Bauch heraus, würde ich bei einer 1:1 'Abdeckung':
z.B. 3500 KWh / Jahr Verbrauch und 3500 KWh / Jahr Strom Produktion für die meisten Standorte,
insbesondere im Binnenland, ohne besondere Maßnahmen unter 10 % direkter Stromnutzung schätzen.
Kurz: Der direkte Eigenverbrauch ist zu vernachlässigen.

Produziert man hingegen nur einen Bruchteil des verbrauchten Stroms,
z.B. 350 KWh / Jahr so steigt dann auch der Anteil an Strom der direkt selbst verbraucht wird
und liegt vielleicht bei 50 % oder mehr.

Anders natürlich wenn man anfängt den Stromverbrauch auf die Stromproduktion vom Wind anzupassen:
Waschmaschine Trockner starten, Kühlgeräte einschalten, Wasserpumpen schalten,
Holz sägen, spalten, eAuto aufladen ...
Letzteres ist oft mühselig oder ein gröberer Eingriff in den Tagesablauf, oder es fehlt die Technik, aber natürlich möglich.

Hat denn jemand der 'Einspeiser' konkrete Zahlen:
Jahresverbrauch, Jahresleistung des WR, Eigenverbrauch und 'verkaufter' Strom?

Gruß Frank

dig-it

Betreff:

Re: Hilfe bei der Bachelorarbeit zu KWA

 ·  Gepostet: 02.07.2012 - 23:35 Uhr  ·  #29400
Zitat

Hat denn jemand der 'Einspeiser' konkrete Zahlen

Ja, allerdings nur für ein sehr untypisches, weil extrem windschwaches Jahr. Unsere Skystream 3.7 mit 2,4 KW/h Nennleistung speist in die Versorgung eines 2-Familienhauses ein. Überschuss lässt den elektromechanischen Zähler rückwärts laufen - was natürlich "noch" einen Sonderfall darstellt.

Die Anlage hat vom 29.6. 2011 bis zum 29.6. 2912 1042 KW/h produziert, das heißt rund 15% unseres Verbrauches. Nur an fünf Tagen hat sie den Tagesverbrauch von rund 18 KW/h mit ihrer Produktion übertroffen. Nun sitzt der Teufel im Detail: Ich vermag nicht zu sagen, wie das Verhältnis stundenweise ausgesehen hat. Für uns spielt das keine Rolle, wir verlieren durch den rückwärtslaufenden Zähler nichts. Aber wenn sonst in einer Sturmnacht 10 KW/h produziert werden, und das Haus nur 1,0 verbraucht, sind natürlich 90% zwar nicht ganz Katz' - aber durch die geringe Einspeisevergütung auch nicht sonderlich interessant.

Dieter