Zitat geschrieben von Admiral
Ich habe jetzt mal eine eMail mit folgendem Inhalt an die neuen "regierungsverantwortlichen" Parteien und Personen geschickt und warte auf die Reaktionen:
---Beginn---
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich gehöre seit jeher nicht zu ihrem direkten Stammklientel, verbinde aber mit dem Einzug der "Grünen" auf die Regierungsbank in Niedersachsen eine große Hoffnung.
Seit längerer Zeit spiele ich nämlich mit dem Gedanken mir eine kleine Windkraftanlage auf mein Hausdach installieren zu lassen. Diese Anlage hätte einen Rotordurchmesser von 1,8 m und eine geschätzte jährliche Ertragsleistung von rund 1000 KW.
Leider mußte ich feststellen, daß die Errichtung einer solchen Anlage in Niedersachsen mit einem immensen verwaltungstechnischen Aufwand verbunden ist: neben einem vollwertigen Bauantrag müssen noch zustätzlich Gutachten zur Lärmentwicklung und zum Schattenfall privat finanziert und vorgelegt werden. Die hiermit verbundenen zusätzlichen Kosten sind nicht unbeträchtlich, ganz abgesehen von dem zeitlichen Aufwand für die Erstellung der Gutachten, des Bauantrages und der Bearbeitungszeit seitens der Behörden. Ganz zu schweigen natürlich davon, daß nicht einmal solche Kleinstwindkraftanlagen in Wohngebieten generell kaum eine Genehmigung bekommen.
Natürlich verstehe ich die Hintergründe, die dieser Verfahrensweise zu Grunde liegen. Die Nachbarn und die Tierwelt sollen von zu großen negativen Auswirkungen solcher Anlagen verschont bleiben (Lärm und Schlagschatten). Aber bei Kleinstwindkraftanlagen reden wir über Rotoren mit einem Durchmesser von unter zwei Metern! Manche Satellitenschüssel ist da größer!
Nun ist doch die ökologische Energiewende (ein) erklärtes Ziel ihrer Partei.
Ein guter Schritt kann die vermehrte Aufstellung solcher Anlagen sein. Wenn in Niedersachsen nur jeder fünfte der ca. acht Millionen Einwohner eine solche Anlage aufstellen würde, könnten bis zu 1,6 Terrawatt pro Jahr (!) erzeugt werden, was der Jahresleistung eines der beiden AKWs in Niedersachsen entspricht (Grohnde: 1,43 TW; Unterweser 1,41 TW)! Und das alles ohne CO2-Produktion (außer natürlich bei der Herstellung und Aufstellung der Anlagen), ohne Radioaktivität oder ähnliches!
Ich bin sehr gespannt auf eine Reaktion Ihrerseits und verbleibe mit der Hoffnung, daß ihre Partei die Regierungsverantwortung nutzen wird um mit der Genehmigungserleichterung solcher Anlagen einen zugleich einfachen und großen Schritt in Richtung Energiewende zu machen.
Mit freundlichen Grüßen,
---Ende---
Was haltet Ihr von der Idee?
Ich wohne auch in Niedersachsen, ca. 50 km von ihnen entfernt, dabei ganz in der Nähe der Nordsee. Auch ich musste feststellen, dass in den Verwaltungsstuben, Ahnungslosigkeit bzw. Ignoranz hinsichtlich Kleinwindkraftanlagen herrscht.
Anhand ihrer vielleicht etwas zu positiven Ertragsrechnung könnte man zu dem Schluss kommen, dass die Stromkonzerne überhaupt kein Interesse an einen Boom hinsichtlich KWKA haben und ihren Einfluss und ihre Meinung dazu, auch der Politik kundgetan haben, denn ausgerechnet im Windland Niedersachsen, dass schon zugepflastert ist mit großen Windkraftwerken (jedenfalls bei mir), werden dem Privatmann solche Hürden auferlegt.
Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt.
Ich bin auch sehr gespannt ob sich die rot-grüne Regierung für eine Vereinfachung, Beschleunigung und finanzielle Unterstützung bezüglich der Errichtung von KWKA stark macht. Man muss sich bewusst machen, dass jeder andere, seien es die Windparkbetreiber oder die Bauern mit ihren Biogasanlagen, nicht nur für die Errichtung der Anlagen eine staatliche Förderung bekommen sondern auch der eingespeiste Strom überteuert abgerechnet wird, damit ihre Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können.
Doch Otto-Normalverbraucher muss alles selbst finanzieren und in Niedersachsen einen enormen Aufwand betreiben, um solche Anlagen überhaupt genehmigt zu bekommen.
Wie machen es bloß die Bundesländer, in denen KWKA ohne großen Aufwand errichtet werden dürfen?
Zu guter Letzt sollten sie sich vielleicht überlegen ob es denn sein muss die Anlage unbedingt auf dem Dach zu montieren (was Nachteile mit sich bringt). Ansonsten vielleicht einfach „keine schlafenden Hunde wecken“.