Wind zwischen zwei Hochhäuser

 
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Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 29.07.2022 - 00:01 Uhr  ·  #1
Hallo
Ich wohne zwischen 2 Hochhäuser und da pfeift der Wind oftmals wirklich durch. Ich würde neben Solar auch mal Windkraft testen.
Ich würde damit nicht Netzeinspeisung machen sondern Akku laden.

Hat jemand einen Tip was ich bei eBay oder Amazon kaufen könnte, so bis 300 Euro, um zu testen ob sichs lohnt.
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 29.07.2022 - 07:23 Uhr  ·  #2
Vielleicht kann man Dir empfehlen zunächst die Windgeschwindigkeit zu messen, z.B. während einem Zeitraum den Du als oft wahrgenommenes Szenario der Windverhältnisse vor Ort wahrnimmst.

Ein kleines Handanemometer oder Wetterstation könnte da vielleicht grobe Anhaltspunkte liefern.

Wenn Du dann über längere Zeiträume mehr als 5 m/sec Windgeschwindigkeit messen kannst, also nicht nur in den Spitzen der Wind-Böen dann könnte ein Windgenerator gut mithelfen Deinen Akku zu laden
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 30.07.2022 - 13:31 Uhr  ·  #3
Hab mir ein Handanemometer gekauft und was ich als Süddeutscher als Wind bezeichne kann wahrscheinlich ein Nordeutscher nur lächeln. ich komme bei Bö auf 2m/s. Ich begrabe wohl das Projekt.
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 30.07.2022 - 14:58 Uhr  ·  #4
Das tut mir leid für Dich, vielleicht geht dann Solarenergie? Auch senkrecht an Wänden angebrachte Panele können sinnvoll sein. Im Sommer kommt immer noch gut was zusammen und im Winter weniger aber dafür schneefrei und kann so immer noch kleine Verbraucher direkt versorgen.

z.B. den Router, das Telefon, vielleicht auch eine Ledbeleuchtung, vielleicht sogar TV im Sommer.

Weil manche Kleinverbraucher ständig am Netz hängen kann es Sinn machen nur diese separat vom Hausnetz dauerhaft an ein System mit Akku und kleinem Wechselrichter laufen zu lassen, das spart über das Jahr dann auch einen bescheidenen aber immerhin spürbaren Teil der Stromrechnung.
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 30.07.2022 - 16:19 Uhr  ·  #5
Zitat geschrieben von excalfighter

Hab mir ein Handanemometer gekauft und was ich als Süddeutscher als Wind bezeichne kann wahrscheinlich ein Nordeutscher nur lächeln. ich komme bei Bö auf 2m/s. Ich begrabe wohl das Projekt.



Ich hab lange nachgedacht , Dir zu antworten , und sicherlich ist Carl s Advice der richtige , jedoch ist sicherlich dieses Thema ein sehr interesanntes , also die Strömung von Luft in Stätdten und den Luft Austausch in diesen .
Natürlich ist es auffällig in der Stadt , das eine Schneise ja Luft kanalisiert , und dieses Thema ja eher dafür spricht diese Kanalwirkung zu nutzen ... Da kommt der Forschertrieb in jede(r)m Jugendlichen wieder durch ...

Ich hatte oft , auch in solchen Wohnsitiuationen an Windenergie Anlagen gedacht , ist ja wie im U-Bahnschacht , da ziehts oft wie "Hechtsuppe" denke schon da geht mehr als 2 m/s , jedoch ist die Belegung von diesen Dächern mit PV als Energieerzeuger immer noch fehlend , und eine Begrünung der Innerstätdischen Schneisen als " Grüne Lunge" mehr
zwingend notwendig denn je ! Wohl macht es mehr Sinn in solchen Innerstatdischen Scenarien mehr Grünfläche zu schaffen
um sauberere Luft , Abkühlung und Co2 Ausgleich zu fördern

Gruss

Lars
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 30.07.2022 - 19:01 Uhr  ·  #6
Jawohl,

mir hat mal ein Interessent berichtet, dass es in seiner Heimatstadt Mumbai über Jahrhunderte kluge Schneisen in der Bebauung gab, die die Luft in der Stadt erträglich machten, zu viel Hitze der Gebäude abführen konnten.
Na, dann ging es um viel, sehr viel Geld, und die Schneisen wurden zugebaut.
Gluhende Hitze war die Folge.
Die dumme Lösung, Klimaanlagen für Reiche, die andern haben.. Pech..

Oh Nein.
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 31.07.2022 - 01:08 Uhr  ·  #7
Zwischen Gebäuden oder sonstig günstig orientierten Flächen, z.B. auch Tunnel o. ä. findet man nicht selten eine strömungsverstärkende Wirkung wenn alle Vorbedingungen passen.

Das Ermitteln der Hauptwindrichtung und das Auffinden der günstigsten Stelle wäre dann ein guter Anfang.

Die Steigerung der Windgeschwindigkeit an solchen Orten kann beträchtlich mehr Energie bedeuten die ein Windrad generieren könnte, bedeutet doch schon eine Verdoppelung der Windgeschwindigkeit ein Vielfachesavon an zu erntenden Watt.

Allerdings wären die konstruktiven Vorgaben dort meist auch schwieriger zu erfüllen als das einfache Aufstellen eines Windrades mit Mast am Boden. Unkomplizierte Wartungsmöglichkeit gehört mit zu einem reibungslosen Betrieb, das hat man am besten schon beim Aufstellen im Hinterkopf.

Bekannt geworden sind in Presseberichten einige Entwürfe an oder zwischen Hochhäusern die dafür teils sogar eine windverstärkende Form und Aufstellung bekommen sollten, mit größeren Rotoren.

Ob das dann auch gebaut wurde ?

Mit Savonius Rotoren gab es schon Studien bei denen Wände von Gebäuden als verstärkende Leitfläche genutzt wurden. Dort - relativ nahe an den Wänden - ließen sich höhere Erträge als im normalen Umfeld generieren um den Faktor 1 höher sogar, aber was bedeutet das schon bei dem nur halb so grossen Wirkungsgrad solcher Vertikalachser.

Eine Steigerung um viel mehr als die doppelte Windgeschwindigkeit durch Gebäude oder geografische Bedingungen dürfte eher selten sein.

Ich habe vor zig Jahren Versuche mit grossen Trichtern aus Segeltuch die in Windrichtung aufgespannt hingen gemacht und einen Rotor an verschiedenen Stellen plaziert um herauszufinden ob und wo die günstigste Stelle sein könnte.

Ausserdem wurde auch sonst beobachtet wo immer in der Landschaft getunnelte Windbedingungen vorhanden waren, auch auf Bergkuppen - der Effekt der Strömungsverstärkung durch die vorgelagerte Leitfläche des Berges.

Ein Trichter z.B. alleine tuts nicht, darin würde sich die Luft nur stauen.

Erst wenn man damit auf der Rückseite einen zweiten Trichter mit der weiten Öffnung in entgegengesetzter Richtung verbindet fliesst etwas verstärkte Strömung durch so eine Tunnelung.

Bei allen Versuchen kam da kaum mehr als eine Verdoppelung der Strömungsgeschwindigkeit heraus, also nichts in dem Ausmaß wie es Prof. Ingo Rechenberg um die 80 er Jahre in Berlin mit seinen Studenten einmal schaffte, den Faktor 8 - 10.

Das war dort ein Ring mit Flügelflächen die eine konzentrierte Wirbelschleppe im Zentrum ablaufen ließ. der kleine Rotor in der Mitte hinter dem Ring erbrachte tatsächlich das 10 fache dessen was ein winziger Rotor gleicher Größe in den Umbebungs Windverhältnissen erbracht hätte.

Aber dann - Ein riesiges Gebilde bauen für einen kleinen Rotor der möglicherweise nicht einmal die gleiche Leistung generieren kann den ein Windrad mit den Abmessungen des strömungskonzentrierenden Mammutgebildes bringen könnte?

Interessant daran - so könnte man meinen war in jedem Fall die wissenschaftliche Erkenntnis! Es muss auch jede Menge Spass gemacht haben frei so etwas in einer Universität entwickeln, Bauen und prüfen zu dürfen.

Einen brauchbaren Effekt kann auch ein Tunnel unter einem Bahngleis haben zum Beispiel, denn aussenherum wird die Strömung gezwungen wie bei einer Mantelturbine einen Weg zu nehmen bei dem dann auf der hinteren Seite ein niedrigerer Luftdruck entsteht der praktisch die Luft aus dem Tunnel "heraussaugt".

Überall wo ein veränderlicher Luftzug zu spüren ist geschieht Ähnliches..
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 31.07.2022 - 11:48 Uhr  ·  #8
Turbulente Strömungen sind oft nicht nachvollziehbar und widersprechen oft den formalistischen Berechnungen.
Ich habe eben meine drei Windräder (ob insgesamt rationell oder nicht möchte ich hier nicht diskutieren) und zwei davon sind am 2,5m hohen Garagendach mit einem 1,5m hohen Mast und eine mit einem 3m hohen Mast befestigt. Wobei die ersten beiden näher zu den Häusern situiert sind und auch durch Bäume in einen Windschatten sind.
Von der Theorie müsste also die höchste Mast mit dem am weitesten von den Häusern und den Bäumen entfernteste Windturbine den höchsten Ertrag liefern.
Nur ist das bei mir exakt umgekehrt. Die Windturbine am höchsten Mast liefert die geringste Leistung und der eine der am kurzen Mast, der am nächsten zu den Häusern steht, liefert die höchste Leistung.
Und normalerweise sollte der Wind exakt im Übergang zwischen Tag und Nacht am stärksten wehen (Temperaturunterschied), bei mir weht der Wind jedoch in der Nacht fast nie und dann wenn die Sonne am stärksten scheint, drehen sich meine Windturbinen am schnellsten, was mich fast zu dem Schluss bringt, dass die Solarflächen bei Sonneneinstrahlung einen Aufwind erzeugen, der wieder die Windturbinen antreibt.
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 31.07.2022 - 14:54 Uhr  ·  #9
"Turbulente Strömungen sind oft nicht nachvollziehbar und widersprechen oft den formalistischen Berechnungen."

Man kann Seidenbänder oder Fäden an Orten anbringen wo Berechnungen nicht weiterhelfen und so Strömungsverläufe beobachten. Ebenso ist die mobile Erfassung der dort auftretenden Windgeschwindigkeiten im Vergleich mit der normalen Umgebung mit Handheld Anemometer möglich um sich so ein genaueres Bild des Standortes zu verschaffen.
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Re: Wind zwischen zwei Hochhäuser

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Gepostet: 31.07.2022 - 18:15 Uhr  ·  #10
Hallo

Wind ist eine Srömung die großflächig übers Land zieht.
Dazu kommt , durch Sonneneinstrahlung, eine termische Strömung die Termik und Abwind erzeugt.
Am Boden sind das dann die "umlaufenden" Winde, das hört dann am Abend wieder auf.

Gruß Aloys.
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