Mischungsverhältnisse von Harze

 
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Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 31.01.2013 - 21:24 Uhr  ·  #1
Wie der Titel schon sagt soll in diesen Thread, das perfekte Mischungsverhältnis, von verschiedenen Harze aufgelistet werden.
Da ich meine Stator aus Polyesterharz bauen/gießen möchte, bin nich auf der suche nach den richtigen Mischungsverhältnis von Harz und Härter. Ich wäre mir dankbar wenn ihr mir weiterhelfen könntet.
Gekauft habe ich mir schon: 1kg Polyesterhartz + 20g Härter + Glasmatte...
Gerne würde ich die werte dann in beiden Einheiten wissen, also kg, g und l, ml.
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 01.02.2013 - 09:19 Uhr  ·  #2
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 01.02.2013 - 12:40 Uhr  ·  #3
Achso also hängt es vom Hersteller ab okay

Diese angaben stehen zum Harz das ich mir bestellt habe

Menge: 1kg Polyesterharz
20 g Härter
klebfrei aushärtend

Mischungsverhältnis:
100 Gewichtsteile Harz mit
1 bis 3 % Härter. Abhängig von der
Umgebungstemperatur. Je wärmer umso
weniger Härter, je kühler umso mehr Härter
Dichte: 1,06 g/ml
Farbe: himmelblau
Viscosität: 520 +/- 50 mp.s (25°C)

Topfzeit: zwischen ca 23 Minuten
bei 25°C
Verarbeitungstemperatur: 18 - 25°C

Entformbar: nach 3Std bei 20°C
Endfestigkeit: nach 2 Tagen

Überlaminierbar noch nach 2 Tagen ohne
die Oberfläche des Laminates anzu-
schleifen

Kann mir jemand vielleicht erklären, was 100 Gewichtsteile Harz sind? Wie muss denn da, das Mischungsverhältnis, bei 1 kg sein?
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 01.02.2013 - 13:16 Uhr  ·  #4
Tja... bei Harz ist das so:
Um so Wärmer es ist, um so weniger Härter benötigt man.
Bsp: Wenn du dein 1%iges Harz/Härter Gemisch bei 80°C in den Backofen schiebst hat es in 20min seine Endfestigkeit.
Wenn du die Verarbeitungszeit erhöhen willst nimm wenig Härter und mach nicht so Warm in der Werkstatt!
Musst du nur das Gemisch ausgießen und bist in 10min fertig kannst du bis 3% nehmen und bei 20°C in der Werkstatt aushärten lassen.

100 Anteile Harz mit 1% Härter
sind
5g Harz 0,05g Härter
oder
100g Harz 1g Härter
oder
1kg Harz 10g Härter

Kurz die benötigte Harzmenge
1. durch 100 geteilt macht 1% Härter
2. durch 50 geteilt macht 2% Härter
3. durch 33,33 geteilt macht 3% Härter
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 02.02.2013 - 10:01 Uhr  ·  #5
Also einfach die gewünschte Harzmenge durch:
100 Teilen und dann hat man 1% Härter in g raus.
50 Teilen = 2% Härter in g
33,33 Teilen = 3% Härter in g

Sehr ausfürlich und sehr verständlich. Vielen dank für diese Information
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 09.10.2013 - 11:19 Uhr  ·  #6
Hallo.

dafür würde ich lieber Epoxydharz und GF-Gewebe nehmen. Ist einfach stabiler aber halt teuerer.
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 10.11.2013 - 08:40 Uhr  ·  #7
Vorsicht: Epoxi muss man tempern, damit alle Weiblein und Männlein zueinander finden.
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 31.01.2015 - 09:15 Uhr  ·  #8
hallo @ all:

also ich bin hier zwar neu, jedoch möchte ich doch kurz etwas zu polyester und epoxid sagen, bzw ergänzen da ich hauptberuflich mit beiden arbeite und das hier oft genau die fragen sind die "kunststoffneulinge" haben

Wer Polyester nehmen möchte:

Vorteile:
- der niedrige Preis, vllt sogar zum einkaufspreis wenn ihr eine kunststoffbude( meist schwimmbecken) in eurer nähe habt (ca 3 - 3,5 euro der liter harz mit härter)
- UV beständig, in der theorie würde es ohne schutzlack vor UV-strahlen bestehen können( spart die schutzschicht)
- mischungverhältnis "frei" wählbar, somit sind die tropfzeiten von 20min bis hin( mit "verzögerer) zu 120min problemlos machbar
- gesundheitlich besser verträgbar, trotzdem nicht essen oder einatmen und schutzkleidung tragen
- kann auch bei 12C° noch verarbeitet, sollte zum härten aber warmgestellt werden
- kein tempern nötig

Nachteile:
- das hohe gewicht, nur mal so als faustformel: 450g glasfasermatte(emulsionsgebunden/pulvergebunden meist mehr) benötig auch gut 450g harz pro m²( oft jedoch 700g harz pro m²) macht also bei einer lage gute 900g/m²
- werkzeug: entlüfterrolle, nur mit tupfen des pinsels oder mehrmaligem rüberrollen der rolle ist es nicht getan, zu hohes gewicht, zu wenig festigkeit
- nicht so beständig gegen wasser, stichwort osmose, da aber kein ständiger wasserdruck, wie bei booten, anliegt ist das noch vertretbar sollte aber auf die jahre bedacht werden
- nicht verzugsfrei, polyester neigt zum schrumpfen bzw zum verziehen grade die ersten 3 tage nach dem bau des teils
- rovinggewebe( grobes fasergelege meist formbaumaterial) benötig eine fasermatter davor und dahinter um die wirkung zu entfalten
- endhärte meist 3tage später( entformbar nach 24h) sollte wenn möglich solange auf der form gelassen werden und bei 20C° bis 35C° aushärten
- stinkt, wirklich, haut, haare, nägel, klamotten, einfach alles nimmt diesen geruch an und der bleibt ein weilchen



Wer Epoxid nehmen möchte:

Vorteile:
- geringes gewicht, 280g/m² glasfasergelege haben mit epox die selbe stabilität( und besser) als 450g fasermatte mit polyester bei gut 230g harz macht das nur 520g/m² anstatt 1kg
- nazu keine osmose
- sehr geringer verzug
- hohe festigkeit
- leicht verarbeitbar, benötig jedoch eine waage( mischungsverhältnis)
- geringe geruchsbelastung
- vakuumziehen möglich => noch weniger gewicht => noch höhere festigkeit bis hin zu um 180grad biegbar ohne brechen( kohlefaser, ab 75% faseranteil im werkstück und ner guten teflonrolle)

Nachteile:
- gesundheitlich, kann von hautrötungen bis hin zu schweren allergien führen, vorher bitte testen(!), damit ist nicht zu spassen
- mischungsverhältnis muss exakt stimmen jedes gram zuviel oder zuwenig bedeutet verlust von festigkeit
- nicht UV beständig, schutzlack aus polyester ist ratsam
- teuer, geht so ab 7euro der liter los, meist jedoch aufgrund der geringen mengen 9 - 10euro
- keine glasfasermatten(!) verarbeitbar, es fehlt das lösungsmittel für die emulsion bzw des pulvers
- tempern ist bei vielen nötig, gibt aber auch welche die sind temperfrei, vorher zu erfragen, da manche ohne tempern totaler müll sind
- tropfzeiten sind wie angegeben, kleiner tipp: kleine chargen anrühren und nicht immer gleich 1L und nicht in einen hohen behälter kippen, sondern in einen flachen => wärmeentwicklung => verringerte tropfzeiten
- ab 15C° erst verarbeitbar

das erstmal so im groben überblick mit ein wenig eigenerfahrung.

Fazit:

nehmt Epox, allein schon die gewichtseinsparung macht sich bezahlt (lauflager können geringer ausfallen) und die hohe festigkeit sollten anreiz genug seien. ;)

MfG
Bier
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 02.02.2015 - 12:01 Uhr  ·  #9
Danke für die Übersicht. Leider ist nicht alles korrekt.
Dass Polyester im Gegensatz zu Epoxi UV-beständig ist wusste selbst ich nicht.

Aber:
1) Polyester ist nicht schwerer als Epoxi. Da müsste man in den GL-Richtlinien nachschauen-
Sie geben bei beidem ein Volumenverhältnis 50:50 an - muss man umrechnen.
Die Fa. LM Windpower (oder wie sie sonst mittlerweile heissen) baut ihre Blätter in Polyester. Und "ziehen" auch Vakuum.
1a) Polyester hat eine leicht verringerte Dauerfestigkeit gegen Epoxi.
2) "Kein tempern nötig" ist halbrichtig: Wenn man Polyester bei 12°C oder so verarbeitet dann dürfte es durchaus Probleme mit der Dauerfestigkeit geben. Bei RT ist die Aussage korrekt. Es gibt durchaus Schnapsnasen,
die Polyester bei RT verarbeiten und das Bauteil dann im Winter nach draussen schieben- das versagt.
3) Keine Osmose: Hmm-Airbus hatte bei den ersten CFK-Bauteilen die Verwunderung, warum die Flieger immer schwerer werden.
Die Seitenleitwerke ziehen auch Wasser. Kunststoff zieht grundsätzlich immer alles.
4) Polyester auf Epoxi geht zwar bis zu gewissen Schichtdicken, ist aber nicht wirklich zu empfehlen. Vernünftig ist Polyurethan.
5) Glasfasermatten: Das ist so nicht korrekt dargestellt:
Glasfaser{n;matten} haben eine Schlichte (Silan oder so etwas), die den Kontaktvermittler zw. Harz und Fasern darstellen.
Und die Schlichte muss zum Harz "passen". Wenn man ein Wirrgewebe für Poyester (wofür es meistens ist)
nimmt kann's durchaus Probleme mit Epoxi geben.

Ansonsten passt alles, besonders Allergie, Verträglichkeit, Anmischung usw.
Und wenn man zu große Mengen herumstehen lässt kann es durchaus anfangen, sich selbst zu entzünden.
------------
Übrigens gibt's noch als Zwischenlösung Vinylester.

Und neuerdings Polyurethanharze, die sich durch wenig Exothermie auszeichnen.
Ich denke, dass PU in Zukunft Epoxi ersetzen wird.

Der Arminius.
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 02.02.2015 - 21:10 Uhr  ·  #10
@arminius:

okay, nach mehrmaligem drüberlesen, glaub ich das ich es nicht genug beschrieben habe, andererseits wollt ich auch keine ganze anleitung ausgeben, dafür gibbet bücher :)

jedoch:

Zitat
1) Polyester ist nicht schwerer als Epoxi. Da müsste man in den GL-Richtlinien nachschauen-
Sie geben bei beidem ein Volumenverhältnis 50:50 an - muss man umrechnen.


damit meinte ich nicht das gewicht bezogen auf die menge, also NICHT die dichte( druck-, zug-, scherbelastung) von 450g( plus harz) polyester im vergleich zu 280g( plus harz) epoxid( steht bei epox auch etwas ausführlicher)

Zitat
1a) Polyester hat eine leicht verringerte Dauerfestigkeit gegen Epoxi.


...also "leicht" würde ich, meinen 6 jahren haupt und 8 jahren insgesammt erfahrungen, jetzt nicht sagen

Zitat
2) "Kein tempern nötig" ist halbrichtig: Wenn man Polyester bei 12°C oder so verarbeitet dann dürfte es durchaus Probleme mit der Dauerfestigkeit geben. Bei RT ist die Aussage korrekt. Es gibt durchaus Schnapsnasen,
die Polyester bei RT verarbeiten und das Bauteil dann im Winter nach draussen schieben- das versagt.


okay, also ich seh da jetzt iwie eine differenz zu deinem tempern und meinem tempern, poly bei 12C° verarbeiten und dann in die kälte schieben und es geht nicht??? ganz ehrlich, die leute haben es nicht besser verdient(!!!). und wenn der hersteller sagt es geht bei 12C°, dann darf man dem doch trauen oder( nein ich tu es nicht es war nur ein bleispiel :) ), wer arbeitet schon bei 12C°

mein tempern sieht übrigengs so aus:

morgens 8uhr heizung anschmeissen
dann alle 1std um 10C° die bauteile(!) erwärmen nicht(!) die luft drumrum
nach guten 6-8 std die end-temper-temperatur erreichen( je nach harz)
und nach insgesammt 12std die heizungen runterfahren und feierabend machen ;)

das "beliebte" backofen-tempern( backofen, umluft 120C°, vorheizen, teil rein, 6std fertig) is nicht ansatzweise das selbe

Zitat
3) Keine Osmose: Hmm-Airbus hatte bei den ersten CFK-Bauteilen die Verwunderung, warum die Flieger immer schwerer werden.
Die Seitenleitwerke ziehen auch Wasser. Kunststoff zieht grundsätzlich immer alles.


okay ich geb zu, so war meine aussage falsch, jedoch zieht epox bedeutend weniger wasser als poly( siehe boote, 2jahre alt, eins mit eins, ohne epoxversiegelung), sonst hätte AirB ja auch poly nehmen können, jetzt die frage warum haben sie´s nich??? die gründe sind ja wohl klar! ach ja bevor ich es vergess wenn man im grenzbereich arbeitet( 75% faseranteil) mit CFK dann darf man sich nicht wundern das es auch ausschuss gibt ;)

Zitat
4) Polyester auf Epoxi geht zwar bis zu gewissen Schichtdicken, ist aber nicht wirklich zu empfehlen. Vernünftig ist Polyurethan.


ich rede von einem schutzanstricht, damit meine ich die schicht die zwischen trennlack und dem bauteil aus GFK bzw CFK, das ist das was nach styrol stinkende zeug was sich poly nennt :)

und ja, epox auf poly immer poly auf epox nimmer!

Zitat
5) Glasfasermatten: Das ist so nicht korrekt dargestellt:
Glasfaser{n;matten} haben eine Schlichte (Silan oder so etwas), die den Kontaktvermittler zw. Harz und Fasern darstellen.
Und die Schlichte muss zum Harz "passen". Wenn man ein Wirrgewebe für Poyester (wofür es meistens ist)
nimmt kann's durchaus Probleme mit Epoxi geben.


danke, das ist die erklärung die ich immer gesucht habe, haste das iwo abgeschrieben :) ;) das ist richtig, muss ich mir mal merken für unsere neulinge, top danke dir

(silane ist das mistzeug was fusselt und sch***se ist da wird man wahnsinnig
( würde ich nichtmal zum formbau empfehlen)
, dann gibs noch was das nennt sich "finish" oder so und das fusselt nicht( auch beim schneiden) und tränkt sich wunderbar und kost nur n paar cent mehr isses aber wert!)

ich danke dir und werde deine empfehlungen mitnehmen

MfG
Bier
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 02.02.2015 - 23:42 Uhr  ·  #11
Kleine Bemerkungen noch- nu simmer uns aber einig:
Bei Polyester-Epoxi: In den GL-RiLi (Hat die jemand?) geht's um die Steigung der Wöhlerlinie- Dauerfestigkeit.
Und da ist Polyester irgendwie um 1 schlechter als Epoxi-nicht wirklich viel. Ich bin kein Strukturmensch. Das ist viel spröder, aber im Verbund scheint das nicht viel auszumachen.
Bei den Angaben in % sollte man immer angeben, ob man Gewichts% oder Volumen% meint
Die GL-RiLi lassen meines Gedächtnisses nach bis zu 50 Volumen% Fasern zu.
Das muss man dann über das Spez. Gewicht in Gewichts% umrechnen.
Bei Glas-Epoxi sind das etwa 70 Gewichts% Glas. (Bei Kohle ist das deutlich weniger)
Wenn man mehr Fasern verwendet, "hält" das auch; aber die Dauerfestigkeit geht in die Knie.
Also bei einem Flugmodell möglich, bei einer WEA, die 180000 Std.
laufen soll, sollte man es vermeiden. Mit Harzüberschuss ist man da auf der sicheren Seite.
Uns hat mal einer von Airbus gesagt:
"Haben Sie schon einmal ein Surfboard ein Jahr lang ins Wasser gelegt? Wir haben's gemacht. Das können sie wegwerfen!"

In diesem Sinne viele Grüße
Der Arminius.
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 04.02.2015 - 00:23 Uhr  ·  #12
Da hier grad die Profis diskutieren hier ne Frage:
Ich habe meinem WKA Repeller vor 2 Wochen ein Service gegönnt nach einigen Jahren Betrieb und habe beim abnehmen bemerkt das dieser Risse im GFK Flügel hat.
Diese dürften ein Fabrikationsmangel sein. Hatte 2 davon im mittleren Flügelbereich, einer 50 cm und einer 35 cm.
Risse klafften ca 1,5 mm auseinander und waren etwa 3-5 mm tief..

Habe das ganze wie ein Zahnarzt mit einem Dremmel und 3mm Diamant Rundkopf ausgeschlilffen und mit Polyester Feinspachtel und eine Spur Kunstharz dazu (ca 15-20%) damits dünnflüssiger wird und es sich gut in der Rille einfügt und auch Klebekraft hat. Beides aus dem Autozubehörladen.
Statisch waren die Risse unbedenklich das der Flügel 1,4 Meter hat und voll GFK ist und im mittleren Bereich angesiedelt waren.
Wurde dann Geschliffen, entfettet und Acryllack drauf.
Denke die Sache müsste wieder halten halten.
Was sagt ihr zu Lebensdauer meiner einfachen Reperatur?
Bilder folgen.

Gruß Hans
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 04.02.2015 - 09:08 Uhr  ·  #13
Hallo Hans,

Klingt auf die Schnelle ganz gut.
Grundsätzlich:
Risse im GFK (bzw. CFK) werden immer großzügig ausgeschliffen und mein neuen Lagen GFK (bzw. CFK) großzügig neu Aufgebaut. (Schäftung)
Anschließend schön verschleifen um die originale Form wieder herzustellen. Danach spachteln und Lackieren usw....
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 04.02.2015 - 11:47 Uhr  ·  #14
Ist mir bewusst, hatte auch Glasfasergewebe aber wollte den Riss nich unnötig vergrößern und das reinzubekommen bzw außen die Profilform nicht verändern.
Beim außschleifen merkte ich das es dort mehlig war das hab ich abgetragen bis fester Grund da war- Denke Fabrikationsmangel.
Wer er zu bis einem Blattende gegangen wär mir nicht aber nichts anderes übriggeblieben.
Mich interessierte nur wie sich Polyester Feinspachtel mit Kunstharz verträgt da das ganze eine schnelle Aktion war und ich den Repeller vorm bevorstehenden Schnee (Winteinbruch) wieder am Mast haben wollte.
Verarbeitungstemp. war ca 20-24 Grad, hab mir dafür Kellerwerkstatt warmgeheizt und es dannach dort noch 2 Tage gelagert
Gruß Hans


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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 05.02.2015 - 07:17 Uhr  ·  #15
Hi Hans,

Sieht ja ganz fein aus! Auch das mit der Verarbeitungstemperatur ist ganz (!) wichtig!

Eine TOLLE Lektüre ist die "Kleine Flickfibel" von Ursula Hänle.
Die kann man sich auf der Seite von DG-Flugzeugbau kostenlos herunterladen.
Dort sind neben vielen wichtigen Grundlagen auch unter anderem deine Reparatur ausführlich beschrieben.
Diese Lektüre ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen, aber hat meines Wissens immer noch Gültigkeit.

Ich denke dieses Werk sollte die Bibel alles GFK/CFK-Pantscher sein! :love:
Also ich lese dort immer wieder nach.

Auch auf der R&G-Seite gabs mal viele Videos zur richtigen Verarbeitung derer Komponenten.
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 05.02.2015 - 07:31 Uhr  ·  #16
kleiner Nachtrag bezüglich der "mehligen" Struktur...
Ich weiß nicht wie dick das war, bzw. wies ausgesehen hat, aber es kling als wäre das ein zwischen den (äußeren und inneren) GFK-Lagen eingebrachter Stützstoff.
Das wäre somit kein Produktionsfehler, sondern dient MASSIV der erhöhung der Steifigkeit und Belastbarkeit. ;)
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 05.02.2015 - 22:52 Uhr  ·  #17
Die mehlige Struktur war ca 2 mm vorhanden, habs beim ausschleifen bemerkt da es leichter ging und viel mehr staubte.
Dachte eigentlich vorerst das da Wassser, Frost und UV gearbeitet haben, ging aber dann davon aus das da bei der Produktion gepanscht wurde weil mir schon vor 2 Jahren auffiel das dort der Lack nicht richtig glatt verfliest und eine feine Linie hatte.
Alter derzeit ca 5 Jahre Betrieb
Eigentlich ist die Anlage eine Pfusch, gerade Blätter und ein unangepasster (zu schwacher) Generator.
War aber wieder vorteilhaft weil ich die nun von 2,8 Meter Durchmesser auf 2,5 kürzen konnte ohne Nachteile zu haben und somit bessere Umdrehungszahlen habe was leichteren Ladebeginn und bessere Ertragswerte brachte.
Denk stell die alte Mühle mal wo vor. Hat 2006 inklusive 6 Meter 100mm Stahlrohr Mast und Abspannungen/Laderegler 600 Euro gekostet.
Will sie lange am Leben erhalten und mach mich daher mit GFK & Flickmaterial schlau da der Rest unverwüstlich ist und alle Stürme problemlos überlebt hat.
Gruß Hans
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 06.02.2015 - 06:28 Uhr  ·  #18
Zitat
Will sie lange am Leben erhalten und mach mich daher mit GFK & Flickmaterial schlau da der Rest unverwüstlich ist und alle Stürme problemlos überlebt hat.


Find ich gut. Wie gesagt, schaum mal in die "Flickfibel". Die ist echt lesenswert.
Guckst du hier
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 06.02.2015 - 08:59 Uhr  ·  #19
hallo doelle4 and rest,

diese "mehlige" Struktur wie ihr sie nennt, wird (warscheinlich weißlich bis gelblich?) Coremat sein, ist jetzt nicht die highend-lösung um steifigkeit und n gewisse dicke zu erreichen, aber doch n gute wahl in der verarbeitung und es tut ja seinen zweck. ist es jedoch nicht getränkt und noch weich ist es ein produktionsfehler. achtung die grenze "weich" und "weich" is da etwas schwimmend. roh ist es weich wie ein schwamm, verarbeitet ist es flexibel( bricht aber auch iwann) und mit dem finger schwer aufzukratzen, weich kannste das fast in der luft zerreissen.

Coremat:

Vorteil: schnell, "günstig", einfache verabeitung( wie matte), braucht kein vakuum ACHTUNG darf auch nicht is danach platter als n blatt papier

Nachteil: benötigt viel harz [siehe gewicht] (bei 4mm sind das gute 2kg pro m² egal ob poly oder epox), muss vollständig getränkt sein, eine stelle trocken = eine stelle ausschuss( das zeug is sonst so flexibel wie´n schwamm)

,aber trotzdem preislich die beste wahl grad ohne vakuupumpe

wer selber baut:
->low -> mid -> high

low: Coremat
mid: Airex platten der klasse 70 - 75( festigkeit) achtung vakuum benötig und seeehhhrrrr steif also nicht biegbar, aber 5m² a 2cm dick mit einer hab hebbar sogar die ganze palette ;)
high: mein liebling, das non plus ultra, AramidWaben der luftfahrtindustrie, leider verdammt teuer und ohne vakuu und -800mbar nicht sinnvoll

an deiner repratur gibbet eigentlich nix zu mängel, das mit dem etwas grösser ausschleifen wurde schon genannt. acryllack ist meist auf wasserbasis und für draussen nicht immer optimal, ausser er ist für draussen geeignet, besser vllt alkydlack der ist mehr draussen dafür nicht so für drinnen( geruch) geeignet.

ach ja deine frage wie sich der polyspachtel mit kunstharz verträgt :) , was fürn kunstharz? weil künstlich sind se beide ;) in der regel sollte beides mit dibenzoylperoxid( der härter) aushärten, ist es jedoch kunstharz auf epoxbasis wirds einfach "rauslaufen"

hab ich ganz vergessen zu fragen, als du es aufgeschliffen hast, wonach hat es gerochen, nach "plastik" bzw styrol oder mehr scharf, stechend nach essig??

MfG
Bier
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Re: Mischungsverhältnisse von Harze

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Gepostet: 06.02.2015 - 09:08 Uhr  ·  #20
nachtrag:

sorry erst jetzt gelesen

Zitat
mir schon vor 2 Jahren auffiel das dort der Lack nicht richtig glatt verfliest und eine feine Linie hatte.


jupp da wurde gepfuscht, entweder nachgespachtelt, nach laminiert, nachträglich "nur" harz aufgefüllt, die liste is lang, das ende ist jedoch meist das selbe, stelle wo wasser angreifen kann ggf durch wind "hineingedrückt" wird durch winzige poren, sollte es nach essig gerochen haben beim aufschleifen, war/ist wasser drin das ist die berümte osmose( kunststoffe rosten nicht, sie altern, durch wassereinlagerung), wenn nicht, glück gehabt dann haben sie den "pfusch" gut beseitigt und der lackierer is n flasche ;) :)

MfG
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