Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

 
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Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 14.11.2017 - 10:47 Uhr  ·  #1
Guten Tag zusammen,

ich hoffe mein Thread ist in diesem Unterforum richtig. Ich fange einfach mal an mich kurz vorzustellen:

Mein Name ist Steffen, ich bin 26 jahre alt, studiere Wirtschaftsingenieurwesen/Maschinenbau und befinde mich gerade in der Enphase des Studiums. Seit knapp 1 1/2 Jahren setze ich mich neben dem Studium verstärkt mit 3D-Technik auseinander und habe mir im letzten Jahr einen Drucker selbst gebaut. Das Ganze ist bereits soweit fortgeschritten, dass ich neben Studium und Werkstudententätigkeiten Teile für Unternehmen erstelle und anfertige. Darum geht es hierbei aber kaum.

Ich habe mir vergangenen Sommer zusammen mit meiner Freundin einen 26-jährigen VW T4 gekauft. Schönes altes Auto, welches nun für die Autarkie ausgestattet werden soll. Ziemlich schnell kam das Thema Stromversorgung unterwegs auf, wodurch sich bereits ein kleines 100W Solarpanel mit MPPT-Laderegler auf dem (Hoch-)Dach niedergelassen hat. Nun habe ich noch einen Schritt weitergedacht und durchstreife seit knappen 2 Wochen in jeder freien Minute Foren und sonstige Websites zum Thema Windkraft (so bin ich letztendlich auch hier gelandet). Die kleine Windkraftanlage soll (natürlich nur im Stand) auf einem kleinen Mast an der Seitenwand des Hochdaches, welches ich vorher von innen verstärken und mit der Karosserie verbinden würde, betrieben werden. Damit das ganze auch gut transportierbar ist, habe ich dabei an einen demontierbaren H-Rotor der Darrieus-Bauweise gedacht. Ist das ganze mit drei Flügeln und einem Durchmesser von 50 cm realisierbar? Die Flügel würde ich selbst erstellen, aus ABS, oder PET-G drucken und anschließend mit Glasfaser verstärken. Was für eine Leistung könnte ich mir da erhoffen? Einen festen Standort kann ich natürlich nicht angeben, aber da wir beide Küstenkinder sind, werden wir uns vermutlich auch weitesgehend in Küstennähe aufhalten. Nabenhöhe wird bei knappen 3 Metern liegen.

Da das ganze Projekt "Bus" nun schon mehrere tausend Euro gefressen hat, wäre ich glücklich, wenn ich bei dem Generator relativ günstig davonkommen würde. :D
Ich habe unter anderem hier im Forum bereits von der Verwendung von "Scootermotoren" oder Nabenmotoren gelesen. Macht das Sinn?
Nach allem was ich so gelesen habe, fallen Motoren mit Getriebe raus, da sich das Gerät beim Schlafen knapp über unseren Köpfen befindet.

Geladen werden soll damit eine 12v Versorgungsbatterie. Größter Verbraucher ist die umgebaute Kühlbox mit ca 4A bei 12V. Beleuchtung liegt bei rund 500mA sofern voll aufgedreht. Damit könnte man Fahrzeuge potentieller Nachbarn aber mit ausleuchten ^_^ . Dazu kommt noch eine Wasserpumpe zum Ansaugen von Seewasser für den 0,02 Mikrometerfilter, was allerdings zu vernachlässigen ist, bzw auch ohne Pumpe manuell durchgeführt werden kann.

Sollte ich nun noch irgendweche Angaben fehlen (was sicherlich der Fall ist), habt Rücksicht - ich bin kein Profi O-)

Über einige Denkanstöße würde ich mich sehr freuen :)

Grüße aus Kiel,
Steffen
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 14.11.2017 - 11:46 Uhr  ·  #2
hmmm ... Mast am Auto ... Der Generator wird auch Geräusche erzeugen, die dann im Bus schön brummen können ...
würde eher auf Teleskopmast mit Abspannung gehen.
Scootermotoren gehen prinzipiell schon gut als Generator, haben aber n recht hohes Rastmoment, sprich sie brauchen Drehmoment für den Anlauf und brummen im Lauf recht deutlich.
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 14.11.2017 - 13:33 Uhr  ·  #3
Hallo Vitis,

vorerst vielen Dank für deine Antwort.

Ich habe mir auch schon gedacht, dass das zu einem Problem werden könnte. Ein leises Brummen wäre hier im Tausch für gekühlte Lebensmittel auf jeden Fall tragbar. :lol:
Im weiteren Verlauf meiner Planung werde ich dann wohl die Variante mit dem Teleskopmast bevorzugen.

Mein Problem ist aktuell die Auswahl eines geeigneten Generators sowie die Ermittlung der Schnellaufzahl. Bisher habe ich gelesen, dass H-Rotoren dazu neigen, schneller als der Wind zu drehen, was eine SLZ von mehr als 1 bedeuten würde. Fürs Verständnis und der Annahme einer SLZ von 1 und den aktuellen 9 m/s Wind hier in Kiel würde bei einem Durchmesser des H-Rotors von 50 cm bereits eine Drehzahl von 344 min^-1 ergeben. Das ist mehr als ich erwartet hätte, da 9 m/s ja quasi Windstille ist. :P
Gibt es da einen Richtwert für unterschiedliche Bauweisen?

Für mich, zur Auswahl eines Generators, wäre doch die Drehzahl bei 12V bzw. zum Laden bei 14,2V richtig? Um quasi bei aktuellem Wind zu einer Ladung zu kommen, müsste die Spannung bei 344 u/min die Akkuspannung übersteigen, oder? Für bereits erwähnte Scootermotoren mit Drehzahlen von 2750 min^-1 würde ich um ein Getriebe ja nicht rumkommen.
Welche Generatoren/Motoren würden denn beispielsweise bei niedrigen Drehzahlen auf eine ausreichende Spannung kommen?

Und da hätte ich schon die nächste blöde Frage O-) : Wechsel/dreh- oder Gleichstromgeneratoren? Entweder suche ich komplett falsch, oder das ganze ist weitaus weniger dokumentiert als beispielsweise alles ums Thema Photovoltaik =) . Laderegler scheinen (bis auf einen Chinaböller) scheinen größtenteils mit Wechselspannung zu arbeiten.

Fühle mich gerade etwas verloren :-|

Gruß
Steffen
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 14.11.2017 - 23:34 Uhr  ·  #4
Hallo Steffen
die Idee ist an und für sich ja gut und könnte durchaus umgesetzt werden, wie bereits erwähnt, wird es aber bestimmt zum Brummen im Innern kommen, falls die Windmühle direkt mit der Carroserie verschraubt wird. Ein separater Mast ist da sicherlich die bessere Wahl, aber bedeutet auch Mehrarbeit. Hast Du Dir schon mal Gedanken darüber gemacht, Windenergie zu nutzen, während der Fahrt? Die Rechnung geht wahrscheinlich auf, denn so wie ich es verstehe, seid ihr gern auf Achse, bewegt Euch mit dem Bus von Punkt A zu B. Da hier ja Energie verbraucht wird, kann man diese auch dazu verwenden einen vetrikalen Rotor zu nützen und die Geräuschemissionen wären dann auch erträglich. Allerdings dann in horizontaler Lage am Dach angebracht, so dass der Fahrtwind den Rotor antreiben wird. Entsprechend könnte die Konstruktion auch mittels Hebe-Senkvorrichtung im Stillstand des Autos in die entsprechende Höhe gebracht werden. Hier gibt es genügend Potential um etwas zu entwickeln- zu verwirklichen.

In Bezug auf den Generator, wäre der Motor von einem E-Bike eine gute Variante ( die grossen Brummer, die mit den Speichen mit der Felge verbunden sind ), die sind entsprechen gross und stabil gebaut, so dass die Flügel gut daran montiert werden könnten. Beim Bike Händler, in der Bucht oder auf dem Schrottplatz findet man oft günstige Motoren, gibts glaube ich, auch als 12 Volt Version???. Zum Laden einer 12V Batterie wäre das also mehr als geeignet. Vielleicht machst Du Dich da mal im WEB etwas schlauer, in welchen Versionen diese Motoren erhältlich sind. Informationen sind auch zu Horizontal- Vertikal Läufern im WEB zu finden, wurden auch schon in horizontaler Lage in Hausdächer integriert.

Gruss Bruno
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 15.11.2017 - 05:22 Uhr  ·  #5
Windkraftnutzung während der Fahrt soll doch aus physikalischen Gründen nicht wirtschaftlich sein (und LiMa vom Motor läuft doch dann eh schon) oder hat sich dran etwas geändert?
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 15.11.2017 - 07:40 Uhr  ·  #6
meine Güte ... Fahrtwind zu Energie ... dann noch gleich nen E-Motor in den T4 und nach dem Anschieben läuft die Kiste mit Gratisstrom bis in alle Ewigkeit ...

Schonmal was von den Hauptsätzen der Thermodynamik gehört??? Davon abgesehen, das Dir der TÜV den Murks um die Ohren schlägt bekommst Du aus einem System NIE mehr Energie raus als Du hinein steckst, sprich, die Energie, die Du dem Fahrtwind entnimmst musst Du vorher aus Kraftstoff generieren, natürlich zuzüglich der Verluste ... Herr wirf Hirn

E-Bike ist allerdings keine Verkehrte Idee.
Zum Laden brauchst Du so oder so DC, also Gleichstrom, sprich der Wechselstrom muss eh gleichgerichtet werden. Viel spannender wird die Frage der Belastungskurve relativ zur Ladung und zum Wind.
Spannungsanpassungen kann man z.B. durch entsprechende Windungszahlen im Generator erreichen, z.B. 230V Generator statt 12V, dann kommst Du bei niedrigerer Drehzahl auf Deine benötigte Spannung.
Oder auch per Hochsetzsteller wäre es möglich
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 15.11.2017 - 09:31 Uhr  ·  #7
Guten Morgen!

Danke für die Ideen O-)

Die Idee den Fahrtwind zu nutzen kam bei mir auch kurz, aber wurde aufgrund genannter "Probleme" schnell wieder verworfen. Während der Fahrt habe ich stattdessen die Zweitbatterie über Trennrelais (zündungsgesteuert) parallel zur Starterbatterie geschaltet.

Bezüglich Nabenmotoren für Elektrofahrräder habe ich vor einigen Tagen diesen gefunden. Klar, das Teil ist alleine aufgrund von Bürsten und Planetengetriebe nicht optimal, aber dennoch fürs Verständnis: Bei 12V kann ich nur von ca. 80 Watt ausgehen, oder?

Im Zusammenhang mit einem Gleichstrommotor kann ich auch keine Laderegler á la diesen verwenden, oder? Da klingt die Bremse bei Sturm oder vollem Akku für mich nämlich recht gut. Also: Wechselspannungsmotor zusammen mit dem China-Laderegler könnte funktionieren? Ich würde nochmal schauen, ob es vergleichbare Laderegler auch in Deutschland gibt, aber zur Veranschaulichung sollte der erstmal reichen.

Danke sehr O-)
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 16.11.2017 - 15:40 Uhr  ·  #8
Ich nochmal,

leider kann man Postings nur innerhalb der "ersten 21600 Sekunden" bearbeiten, also man möge mir mein doppelposting verzeihen. O-)

Ich habe gestern Abend mal schnell eine 3D-Zeichnung ohne Berücksichtigung von Hilfsbauteilen erstellt. Zentral logischerweise der Nabenmotor, daran die Träger für die Flügel. diese würde ich am liebsten aus Aluminium anfertigen, aber soweit ist das ganze noch nicht fortgeschritten. Die Flügel, hier beispielhaft NACA 0012, würde ich dann drucken. Zur Veranschaulichung habe ich noch einen Mast erstellt. Hier würde ich als Innendurchmesser den Wellendurchmesser des Motors wählen und ebendieses Gewinde schneiden. Wo der Mast letztendlich befestigt wird, habe ich ebenfalls noch nicht weiter durchdacht. Vermutlich wie bereits vorgeschlagen selbststehend und abgespannt, wobei ich auch eine Befestigung am Auto probieren werde, um zu schauen ob es tatsächlich zu laut ist.

Was sagt ihr?

Motorwahl ist leider immer noch offen, da ich noch keine Zeit hatte, zu schauen was zu der Art von Laderegler passt. Getriebelose Motoren sprengen scheinbar leider völlig das Budget, weswegen ich mich wohl mit einem Planetengetriebe abfinden muss.

Gruß
Steffen

EDIT: Habe nochmal ein Bild zur Darstellung des Flügelaufbaus hinzugefügt
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 16.11.2017 - 16:12 Uhr  ·  #9
Zuerst würde ich den möglichen anteiligen Energieinhalt, der von einem Darrieus-Rotor mit 50 cm Durchmesser und einer maximalen Rotorhöhe (die uns hier bei Steffen bisher unbekannt ist) sagen wir mit 1 m Höhe der Flügel aus der Strömung bei zu erwartenden Windgeschwindigkeiten abgeerntet werden kann.

Sowohl die erwünschten Ziele Verbraucher damit zu versorgen als auch die Wahl (Größe, Bauart) des Generators sind davon einigermaßen abhängig.

Vorweg: 1 m Rotorhöhe können ganz hübsche Kräfte über den Hebelarm auf das Dach erzeugen, mal abgesehen von Geräuschen ginge das auch nicht so ganz ohne aufwendige Stabilisierungen. Ein Meter Höhe wäre jedoch notwendig, sofern man die Kühlbox bei 9 m/sec Wind direkt vom Windrad mit 48 Watt betreiben möchte.

Nach meiner Wind - Tabelle von Horst Chrome wären für 1 qm Rotorfläche und den Rotor - Wirkungsgrad von 29% bei 9 m/sec Wind knapp 100 Watt Leistung zu erwarten. Also auch für einen mittleren Darrieus-Rotor.
Der bei Steffen einem halben Quadratmeter Fläche (die ein 50 cm x 100 cm Rotor dem Wind entgegensetzen würde) entspräche und dann die 48 Watt erzeugt wie die Kühlbox es braucht.

wenn 9 m/sec Durchschnittswind überall an den Küsten (die Steffen besucht) häufig genug vorkommt - im Inland ist das häufigste Mittel in Bodennähe eher 3 m/sec, 9 m/sec ist schon recht gut - dann wäre die Wahl des Stromerzeugers an diesem Mittel, an der Rotorgröße und an der Bauform des Rotors auszurichten. Generell ist zu sagen, dass ein Darrieus-Rotor je nach Wahl der Flügelform und Abmessung unterschiedliche Schnelllaufzahlen und Leistungsparameter haben kann. Mit 4 Umdrehungen in der Sekunde laufen die noch im gemütlicheren Bereich.

Was für die Gegeratorwahl dann wichtig sein kann. Ein schnell laufender Rotor hat diese Eigenschaft (Schnelligkeit) immer auf Kosten des dann geringeren Drehmoments, was bedeuten kann, dass ein falsch gewählter Generator mit zu großer Anlaufträgheit, Kogging der Magnete und zu hoher magnetischer Reibung das Windrad abwürgen kann, bevor es überhaupt zum Laufen kommt.

Vorsicht auch bei der Auswahl von Nabenmotoren! Um Gewicht zu sparen sind bei sehr vielen Modellen kleinere Motore in der Nabe verbaut, die über Planetengetriebe für Antrieb sorgen. Für diese braucht ein Rotor dann auch entsprechend Drehmoment, um über den Losbrech-Moment zu kommen und um zu laufen. Ich würde einem Darrieus-Rotor lieber einen eisenlosen Generator verpassen wegen des leichten Anlaufs und für schwerer drehende Stromerzeuger lieber den Savonius oder andere Langsamläufer mit viel Drehmoment und extrem niedriger Schnellaufzahl nehmen. Savonius etwa ist unter Last etwa bei 0,9 Umdrehung per sec in seinem optimalen Leistungsbereich, hat eine mittlere Schnelllaufzahl von 1,6 unbelastet.

Gruß, Carl
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 17.11.2017 - 04:49 Uhr  ·  #10
Für Steffen möchte ich noch einige Aspekte hinzufügen:

Da Deine Anfangserwartung dahin geht, während eines Strandaufenthaltes mit dem Darrieusrotor eine Kühlbox mit 48 Wh Verbrauch zu betreiben - wohl nachts wenn die Sonne das schon vorhandene Solarpanel nicht mehr verwöhnt - könnte Dein Verschleiß an Freundinnen die wegen Vibrationen, Geräuschen und Sperrigkeit des zu transportierenden Teils im knappen Innenraum während der Fahrt möglicherweise genervt werden könnten dadurch etwas gemildert werden dass der Rotor dann nicht 1 m hoch sondern nur etwa die Hälfte sein müsste...

Also nur halb so viele Freundinnen :-)

Tagsüber, während das Solarpanel das Kühlelement versorgt könnte das Windrad die Batterie auf Stand halten und nachts dann mit der Batterie gemeinsam den Rest schaffen. Vorausgesetzt, die Kühlbox wird nachts weniger oft geöffnet kühlt sie auch effektiver was einer Speicherfunktion gleichkäme.

Mir sind keine sehr kleine eisenlose Generatoren bekannt, deren Nennleistung unter 100W liegt, bei dem Savonius-Hersteller ElvWis (schau mal online bei Google oder bei ebay) findest Du auch eine Baureihe verschieden großer eisenloser Genis von denen der kleinste des Sortiments zu Deinem Plan passen könnte. Das Geld dafür bleibt im Rahmen von um die 200,00 Euro was auf jeden Fall eine gescheite Ausgabe wäre. Teilweise werden diese mit Edelstahl Welle und Lagern angeboten was wiederum bei Salzluft an der Küste ein großer Vorteil ist.

Mache das besser so, denn mit den Nabenmotoren von Fahrrädern wirst Du bei der von Dir geplanten Baugrösse keine Freude haben und Nabendynamos, von denen es in der teureren Preisklasse einige leichtgängigere geben könnten die - vielleicht - gingen, schaffen zwar durch die Bank die Spannung von über 12 V für den Akku zu liefern, das jedoch bei für Deine Erwartungen zu geringer Stromstärke. Mehr als 5 Watt unter guten Verhältnissen ist da nicht drin.

Forenmitglied XXL Ray, dessen erstes hier vorgestelltes Projekt auch ein kleinerer Darrieus war kann die Probleme die bei zu stark abgebremsten (belastetem) Rotor auftreten vielleicht bestätigen.

Gruß
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 17.11.2017 - 07:39 Uhr  ·  #11
Zitat

Tagsüber, während das Solarpanel das Kühlelement versorgt könnte das Windrad die Batterie auf Stand halten und nachts dann mit der Batterie gemeinsam den Rest schaffen.


Das Problem dabei ist, dass nachts - insbesondere in der warmen Jahreszeit - nur sehr selten ein verwertbarer Wind weht. Und noch seltener in einer Höhe von nur wenigen Metern. Selbst an der Küste. Natürlich gibt es da Ausnahmen, etwa in den Zonen der Passat- oder Monsumwinde. Aber ob die zu Euren Reisezielen gehören...?

Dieter
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 17.11.2017 - 12:09 Uhr  ·  #12
Na gut, hat hier jemand Erfahrung mit einem mobilen Einsatz von Geothermie und der Stromerzeugung daraus? :fgrin:

Erstmal vielen Dank für die Anregungen und Hilfestellungen. Ich hatte auch schon meine Zweifel bei der Verwendung von Nabenmotoren, gerade bezüglich der Leichtläufigkeit. Inzwischen ist auch die anfängliche Euphorie verflogen und ich bin wieder bei dem Gedanken an einem Selbstbau (Scheibengenerator, Halbach Array...), was aber noch einige Abende im Selbststudium erfordert.

Meint ihr denn, dass mir das ganze überhaupt Potential hätte, oder nur ein Windspiel wird? Dann könnte ich mir die Anstrengung und vor allem das Geld nämlich sparen. Spaß habe ich bereits an der Theorie sehr viel, aber Geld ist natürlich immer das Problem >_<

Gruß
Steffen
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 17.11.2017 - 20:19 Uhr  ·  #13
Zitat

Meint ihr denn, dass mir das ganze überhaupt Potential hätte, oder nur ein Windspiel wird?


Wenn Du es so konkret fragst... Nein, ich glaube nicht, dass Du genügend Potential hättest. Bei einer noch gerade vertretbaren Größe (Platzbedarf, Geräuschentwicklung, Kosten, Arbeitsaufwand...) kommt angesichts des zumeist verfügbaren Windes kein vernünftiges Ergebnis heraus. Das Problem ist hier im Forum schon diskutiert worden, und man kam zum gleichen Ergebnis. Ich denke, Du solltest einfach noch in weitere Batteriekapazität investieren, die Du dann entweder mit der Lichtmaschine oder weiteren Solarpaneelen lädst...

Dieter
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 18.11.2017 - 01:31 Uhr  ·  #14
Wenn es tatsächlich nur um Vernunft geht und nicht um die Verwirklichung einer kreativen Idee - praktischer wäre es schon mit etwas mehr Akku und evtl. Panelpower.

Ansonsten - mit einem Darrieus-Rotor auf dem Dach eines Bullis verhält es sich aehnlich wie mit dem Geweih eines Hirsches - je grosser das Teil desto besser die Fortpflanzungs Chancen.
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 18.11.2017 - 05:41 Uhr  ·  #15
Hallo,

vielen Dank für die ehrlichen Einschätzungen.
Problem bei Erweiterung der bestehenden Panelflächen ist selbstverständlich die eigentliche Dachfläche. Da wäre noch ein Zweites, eventuell ein Drittes möglich. Das Dritte wäre dann aber bereits relativ hohen Kräften ausgesetzt (über Windschutzscheibe).

Grund der Idee war letztendlich die Unabhängigkeit von der Sonne. Wenn ich dadurch letztendlich nur ein lautes Windspiel hätte, bringt mir das Ganze aber recht wenig.

Ich werde mich nun erstmal mit einer möglichst flachen automatischen Nachführung des Solarpanels auseinandersetzen und mir vielleicht irgendwann ein günstigen China-Horizontalachser für Testzwecke (wenns für den Bus nichts wird, dann anderorts) zulegen.

Nochmals vielen Dank für die Unterstützung.

Gruß
Steffen
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 29.12.2017 - 00:13 Uhr  ·  #16
Hallo,

Funktionierende Outdoor Wind Turbinen sind quasi nicht käuflich zu erwerben.
Außer für Boote/Segelboote weil es dort in der Anwendung ja sehr viel Wind gibt.

Das Problem:
Wo viel Wind ist, will man normalerweise nicht übernachten.
- zu laut, zu kalt, zu ungemütlich ...

Meistens geht es 'nur' darum die Smartphone Offgrid aufladen zu können.
Also um wenige Watts, so etwa 3 .. 5 Watt.

Die hier haben schon recht gute Ansätze, wie ich finde:
https://www.digitaltrends.com/…b-charger/

Ich würde versuchen die Dachflächen mit PV zu nutzen, wobei ich wohl auf eine automatisch Nachführung verzichten würde.
- mehrere nachgeführte Module Schatten sich selbst ab
Was ich wohl machen würde:
Eine feste Winkelanpassung für den Breitengrad und die Jahreszeit und
den T4 OW ausrichten so dass die Module nach Süden schauen.
Wenn das nicht reicht, vieleicht noch ein zusätzliches Modul, was auf dem Boden aufgebaut
und verankert wird ...

Grüße
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 31.12.2017 - 01:50 Uhr  ·  #17
Ich würde auch auf solar setzen.
Bei meinem Bus habe ich 200 Watt installiert und könnte auf bis zu 400 W aufstocken. Meinen Akku mit 200Ah kriege ich auch jetzt im Winter nicht leer. 20 ah kommen immer rein, egal,wie verregnet,die ohnehin kurzen Tage sind. Das reicht noch immer für Heizungsgebläse, Licht und Musik etc.

Meine module sind übrugens nur 2 mm dick und flexibel. Ich habe sie mit Sika aufgeklebt. Von unten sieht man sie nicht.

Für 20€ habe ich einen Kühlschrank gebraucht gekauft der auf 12, 220v und Gas! läuft.Mit einer 11kg flasche läuft das,Teil etwa einen Monat am Stück...auf maximaler Stufe.

Während der Fahrt dann läuft er auf 12v, wenn ich stehe schalte ich um.

Mein Tip: Stromkühlbox gegen Absorber tauschen ( im bild das braune Ding links neben der Mikrowelle), wenns nötig ist noch etwas mehr Solarfläche und später ggf. ein,etwas grösserer Akku und gut ist.

Wenn alle Stränge reißen hast du ja immer noch den Fahrzeugmotor als Ladequelle.
Ich habe zudem noch eine zweite Lima verbaut die hoch übersetzt nochmal gut 2 Kw leisten kann da ich den Wagen ab und an als mobilen Stromgenerator verwende, habe ich zum campen aber noch nie gebraucht.

vg
max
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 01.01.2018 - 14:27 Uhr  ·  #18
Hallo,

ich finde die Lösung von max, mit den aufgeklebten Solarzellen am besten
und widerspreche meinem vorherigen Posting.

+ Das hält super, ist am leichtesten und benötigt wenig Aufwand
+ Man muss das Wohnmobil nicht ausrichten beim Aufstellen
das wäre ja immer wieder zu berücksichtigen und würde immer wieder aufwändig sein.
+ Die Ladung ist so auch nicht schlecht, weil die Sonne so aus allen Winken genutzt wird
+ Bei Bewölkung ist die Ladung so übrigens am besten!
+ Man kann nahezu die vorhandene Fläche maximal nutzen,
weil sich so keine Module gegenseitig abschatten können
+ Falls es Offgrid dann nicht reicht sollte man eine Möglichkeit vorsehen über Motor im Leerlauf und LIMA zu laden.
Eine Standard LIMA hat ca. 1KW, was pro Stunde etwa 70Ah bei 14 V ausmacht.

Zitat
Mein Tip: Stromkühlbox gegen Absorber tauschen

Max, kannst du mir das bitte etwas genauer erklären?
Vorteile des Absorbers und was ist das überhaupt, wie funktioniert das?

Danke und Grüße
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 01.01.2018 - 15:28 Uhr  ·  #19
Moin,

Der Absorberkühlschrank arbeitet mit einem Wasser-Ammoniak-Gemisch in einer Wasserstoffatmosphäre. Im Kocher werden Ammoniak und Wasser durch Wärmezufuhr (z. B. Gasflamme, elektrische Beheizung, Sonnenwärme) in gasförmiges Ammoniak und Wasser getrennt. Danach werden das flüssige Wasser und das gasförmige Ammoniak über verschiedene Rohrsysteme weitergeleitet. Das Ammoniak wird im Kondensator verflüssigt; hier gibt der Kühlschrank Wärme an die Umgebung ab. Im Verdampfer im Innenraum verdampft das flüssige Ammoniak wegen des geringen Partialdrucks, der Wasserstoff dient als Druckausgleich – an dieser Stelle kühlt der Kühlschrank. Anschließend wird das Ammoniak im Absorber mit dem abgekühlten Wasser aus dem Kocher in Lösung gebracht.

Die Kühlschränke in Wohnwagen/ Mobilen funktionieren nach diesem Prinzip. Das ganze ist zudem vollkommen geräuschlos, kein Kompressor, kein Lüfter.
Natürlich sind die Dinger bei weitem nicht so effizient wie ein Kompressorkühlschrank da im Strombetrieb der Prozess durch quasi eine Elektroheizspule betrieben wird.
Gebraucht bekommt man sie manchmal für viel Geld oder auch mal hinterhergeschmissen wenn man etwas sucht. Auch ein defektes Gerät kann man kaufen, ist leicht zu reparieren und ist bei 90 % der gerate von Erfolg gekrönt. Ich mache bei mir im Bulli damit sogar Eiswürfel :-)

Während der Fahrt betreibe ich ihn auf 12 Volt. Er zieht dann im Schnitt etwa 8-10 Ampere und hängt bei mir an der Verbraucherbatterie. Ich habe einen Batteriewächter dran der ihn bei 12,2 Volt abschaltet und wieder anschmeißt wenn die Spannung sich auf 13,5 Volt erholt hat. Das ist für kurze Stops auf Reisen bzw. für einige wenige Stunden auch total ausreichend.
Bin ich irgendwo am Platz so kann ich ihn auch auf 220V betreiben. Stehe ich autark dann stelle ich ihn um auf Gasbetrieb. Eine 6 Kilo Flasche reicht im Sommer bei Temperaturen im Bulli von um die 30 Grad aus um zwei Wochen zu kochen und den Kühlschrank auf 5 bis 7 Grad zu halten. Strom braucht er im Gasbetrieb gar keinen, es sei denn man will Licht wenn man die Tür öffnet :-D
Im obersten Fach kann man wie gesagt auch Eiswürfel machen, dauert aber den ganzen Tag.

Hier mal ein Beispiel

https://www.ebay-kleinanzeigen…97-220-399

Alles in allem sehr praktisch und man hat eben einen richtigen Kühlschrank und keine blöde Kiste in der man permanent umherkramen muss ( es gibt sie aber auch als Box wer das gerne möchte). Solar brauche ich somit nur für Licht, Musik, ab und an Mikrowelle und was man eben sonst noch so betreiben will wie z.b. Wasserkocher oder Toaster oder Staubsauger über 220V mit 2 KW Sinuswechselrichter - in kalten Winternächten bei Bedarf noch einen Zibro Automatik Petroleum-Laserofen ( sehr sehr geil da er keine Feuchte produziert, mobil einsetzbar, mit Thermostat etc. und schluckt 15 Watt )
Aber das nur nebenbei :-)

Max
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Re: Windgenerator für mobilen Einsatz am T4

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Gepostet: 16.01.2018 - 10:07 Uhr  ·  #20
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