Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

Günstigster Einsatz
 
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Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 18.09.2019 - 12:14 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

ich habe hier einen besonderen, technisch ausgelaufenen Motor mit leckeren technischen Details,
wie ich aktuell denke: 173VDC 1200U/min 10A 1,5 kW

Wie entfalte und verwende ich das Potenzial dieser 42kg am besten?

Wenn ich den Motor von Hand (10cm Hebel) andrehe, bekomme ich an der eigentlichen Ankerwicklung leicht 25V und an der hinteren Wicklung vom Tacho 5V. Den Strom kann ich zurzeit aufgrund fehlenden Gerätes nicht messen ( xD - wies der Zufall so will)

Nach wirklich langer Suche im Netz habe ich noch offene Fragen bzgl. dem An-/ ausschluss der Bremse und der Mitnutzung des 2ten Generators auf der Welle. (Im Foto zu sehen)(Hoffe das Forum Pixelt das Gesamtbild nicht runter sodas Ihr das noch alles lesen könnt.)

Nach einer Anfrage beim Hersteller habe ich folgende Infos sammeln können:

-die Produktabkündigung der Gleichstrom-Vorschubmotoren erfolgte bereits zum 30.09.2007(!)
-sie wurden seit 1975 gefertigt. (vorliegender von 1976)
-Es liegen keine Unterlagen mehr vor.
-Aktuelle gibt es keine kompatiblen Nachfolger .


Nun ein Ausschnitt aus den letzten technischen Unterlagen von 1985 (älter als ich) zum Typenschild , sowie Vorabfotos:
 


Holt ihr mich von meinem freudigen Stuhl herunter oder könnt Ihr euch einen beglückenden Einsatz vorstellen?

Meine Fragen drehen sich um die Essenz dieser ganzen technischen Infos und der bestmöglichen Umsetzung als Generator.
Wohin mit den 173 Volt ?

Bin auf eure Meinungen gespannt! -

Schöne Grüße
Christian
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 18.09.2019 - 14:00 Uhr  ·  #2
Hallo Christian,

vorweg gesagt: Das "Stillstands-Drehmoment" von 18 Nm wird Dir einen Strich durch die Rechnung machen.

Die 173V stellen sich bei Verwendung als Generator nicht bei der Nenn-Drehzahl des Motors ein, sondern in Etwa erst bei der Leerlaufdrehzahl. Die möge im Vergleich zu einer anderen Maschine ähnlicher Bauart um den Faktor 1,44 höher sein. Also etwa 1700 U/min.
Gedanklich verwendet für einen Rotor mit 2,7 m D und TSR 6 ergeben sich bei 11 m/s etwa 600 u/min. Die sollten auch nicht wesentlich überschritten werden. Schon hast Du nicht mehr 173V sondern nur noch 61V (600/1700*173). Wenn auch zunächst Leerlaufspannung - damit ließe sich schon was machen. Belastung mit 15A ist möglich. Vielleicht etwas mehr bei forciertem Kühlluftstrom.

Aber wie schon eingangs gesagt, 18Nm! Wenn es ein Zehntel wäre, würde der Rotor bis 4,5m/s vielleicht angelaufen sein.
So aber: Fürs Museum, oder kann weg.

Gruß
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 21.09.2019 - 13:25 Uhr  ·  #3
Hallo

Ich denke es ist ein großer Gleichstrommotor mit Magneterregung.
Er hat 2 Bürstenträger und ist darum eine 2 polige Maschine.
Mit der Hand an 10 cm Hebel gedreht, wird die Drehzahl bei 3 bis 4 U/sek sein, also um die 200 U/min.
Da liegen doch auch die Rotordrehzahlen, und die Betriebsspannung wäre dann etwa 24 V bei 10 A.
Ich nehme auch an das es kein spürbares Rastmoment gibt, sondern eher eine teigige schwergängigkeit die das Windrad überwinden muß.
Ansonsten passt das doch schon, nur hin und wieder auf den Verschleiß der Kohlen achten .

Gruß Aloys.
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Messung an Motor

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Gepostet: 22.09.2019 - 15:33 Uhr  ·  #4
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 23.09.2019 - 14:13 Uhr  ·  #5
Na fein! Auch die Ausführung.
Da Drehmoment nicht ausgerechnet, mach ich das mal.
Nehme mal 35g, das sind 0,035kg, * 9,81m/s² = 0,34 kg*m/s², also 0,34N.
Mit Hebelarm 0,25m miltipliziert ergeben sich 0,085Nm, Da der Hebelarm auch etwas wiegt, obwohl aus Holz, sogar noch weniger. (Man kann das Eigengewicht auch vorher messen und abziehen, oder Tara-Funktion (auf Null stellen)).
Weniger als 0,1 Nm, das ist für diese Größe erstaunlich wenig, und ganz gewiss geeignet, Rotoren um 2,7 bis 3,2 m sauber anlaufen zu lassen.

Den Abschätzungen von FamZim schließe ich mich an, habe ich doch im Video etwa 5 u/s abgezählt, *60=300U/Min. Lt. Video gut für ca. 36V DC. Die Leerlaufspannung ist proportional zur Drehzahl. Haut genau hin.
Frage mich nur, was im Datenblatt mit Stillstands-Drehmoment gemeint ist. Vielleicht das "Abwürge-Moment", also das maximale?

Gut als Lademaschine für 24V, Lt. Datenblatt bis 15A!, oder zur Netzeinspeisung mit einem Einspeise-WR "WindInvert". Die 36V-Typen gehen etwa von 23 bis 65V DC, die 48-Typen etwa von 28 bis 80.

Nun gehen die Herausforderungen aber erst los, z.B.:

1. 42 kg+ müssen gehändelt werden, auch bei mind. 36 m/s noch. Allerdings Rotor ab ca. 11 m/s aus dem Wind geschwenkt.
Empfehle dazu das sog. Furl-System, welches von Piggott verwendet wird.
2. Nach dessen Bauanleitung können auch die Blätter hergestellt werden, oder man lässt sich was Chinesisches über das Netz kommen und versucht es damit.
3. Standortfragen (Globaler Mittelwind, hindernisarme Anströmung)
4. Ein Mastsystem muss her.
5. Nicht zuletzt, was soll mit dem gewonnenen Strom passieren?

Wenn zu anspruchsvoll, kann man den Geni verkaufen. Nun, wo die Verwendbarkeit recht klar ist.

Wenn Du aber etwas damit vor hast, so wende Dich mal per PN an mich. Da kann ich Dir aus der Literatur etwas zukommen lassen, wofür ich keine Veröffentlichungs-Rechte habe.
Bin aber ab Mittwoch für ca. 1 Woche nur eingeschränkt erreichbar.

Gruß
Che
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Gepostet: 23.09.2019 - 15:35 Uhr  ·  #6
Hallo nochmal.

Laut Typenschild doch nur 10A DC, bei guter Kühlung vielleicht etwas mehr.

Mit 28V multipliziert bleibts bei 280W. Nicht unbedingt berauschend. Mal davon abgesehen, dass die TSR und damit der Cp sehr bald runter gerissen wird, müsste rechtzeitig durch "aus dem Wind schwenken" abgeregelt werden.
Viel besser ist die Energiebelanz bei Verwendung eines LAdereglers mit MPPT, z.B. windMaxx 1000 von der Fa. Schams-Solar. Da darf die Spannung bis 200V hoch laufen. Bei 11 m/s hätte man z.B. 66V (unter Last). Mit 10 A sind es immerhin 660W.
Ähnlich gut sieht es bei Verwendung der genannten Einspeise-WR aus.
Allerdings: Es ist edele Technik, und die kostet.

Rotor-D dann vielleicht nur 2,4m nötig, oder sogar weniger.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 24.09.2019 - 11:47 Uhr  ·  #7
Hallo

Drehmomente sind Motorstromabhängig, also für einen Strom von 10 A angegeben.
So wohl für Betrieb als auch im Stillstand, dann mit runter geregelter Motorspannung.
Stärkere Anforderungen sollte die Last dann nicht auf Dauer erfordern.
Bei Generatorbetrieb muß der Rotor dann dieses Drehmoment bei 10 A liefern ! egal bei welcher Drehzahl oder Spannung.
Kurzgeschlossen wirt da noch mehr möglich sein, kanst ja mal kurzgeschlossen dran drehen.

Gruß Aloys.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 24.09.2019 - 16:42 Uhr  ·  #8
Kurzschluss-Moment nicht Drehzahl-abhängig? Würde mich wundern.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 25.09.2019 - 08:53 Uhr  ·  #9
Hallo

Ich habe vor Jahren mal versuche gemacht mit Drehzahlen und dem dazugehörigem Kurzschlußstrom.
Auch das Drehmoment ist dabei ! es war sehr aufschlußreich, lade das mal hoch


Ich habe den Motorgenerator noch ein mal gequält und folgendes heraus gefunden .

Drehzahl--Kurzschlußstrom-- Drehmoment !
1000 U/min-----43 A-------------164 Ncm
2000 U/min-----66,2A-----------146 Ncm
3000 U/min-----71 A------------111 Ncm
4000 U/min-----72,3A-----------88,8 Ncm
5000 U/min-----72 A------------75,2 Ncm
6000 U/min-----72 A------------65,8 Ncm

Wie man sieht, steigt der Strom nicht weiter an, auch bei erheblich höherer Drehzahl.
Wobei "erheblich", das DREIFACHE ist, und nicht einzelne Prozente !!!!!!
Das Drehmoment sinkt aber fast so stark wie die Drehzahl zu nimmt .

Daraus erkennt man das ein zu schwacher Generator ein Windrad nicht mehr bremsen kann wenn es zu schnell geworden ist.

Gruß Aloys.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 25.09.2019 - 12:26 Uhr  ·  #10
Nehme mal an, es ist ein Kommutator-Motor, permanenterregt mit Ferrit, Neodym vermutlich nicht.
So etwas treibt mich auch um,
dass es ab gewisser Drehzahl Stromsättigung gibt, bei guter Abstimmung einen kurzschlussfesten Generator.
Kommt dabei das Eisen in Sättigung oder liegt das an der Feldschwächung durch den Spulenstrom?

Ist solche Stromsättigung bei Neodym auch erwartbar?

Das fallende Drehmoment bei quasi gleichem Strom ist sonderbar. Widerspricht es doch dem linearen Zusammenhang von Strom und Moment, welches Du wohl auch irgendwo erwähnt hast.

Ist da irgendwas zunehmend warm geworden, Lagerfett vielleicht, oder woran mag es liegen?
Belastung kann ja nicht variiert worden sein, denn Kurzschluss ist Kurzschluss.

Richtig ist, dass einen Generator bei Stromsättigung betrieben, ein Kurzschlus garnicht juckt. Alles schon erlebt.
Brennt nie durch, kann aber auch fatal sein. Setzen doch z.B. die Windinvert-WR zum Selbstschutz einen Kurzschluss, wenn das Netz aus fällt oder die Eingangspannung einen gewissen Wert übersteigt.
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Update und Korrektur

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Gepostet: 25.09.2019 - 17:04 Uhr  ·  #11
Update und Korrektur:


Nehme mal 35g, das sind 0,035kg, * 9,81m/s² = 0,34 kg*m/s², also 0,34N.
Mit Hebelarm 0,25m miltipliziert ergeben sich 0,085Nm.


Mit einer Feinwaage bis 300 Gramm habe ich den Test wiederholt. Hier liegt beinahe das Zielgewicht.Einen Hauch mehr und es dreht sich. Habe es mehrfach mit der 1. Waage nachgeprüft. Die paar Gramm von Hand zu dosieren war nicht leicht. Ich möchte das Gewicht von 330 Gramm zum Rechnen weiterverwenden. Der Wert wirkt mir am stabilsten.

Danach habe ich die Wicklungen kurzgeschlossen und der Unterschied ist da. Mit der 1. Waage kamm die Bewegung besser spürbar und später. Ab ca spätestens 360 Gramm sage ich hier - Da ich die Waage zum Messpunkt führe ist das in dem Bereich etwas schwierig zu Dosieren ^^ . Aus Angst was kaputt zu machen habe ich nicht schnell gedreht und auch nur eine halbe Umdrehung. Dabei spürte ich einen wubbernden Widerstand. Wellig und schlammig - aber konstant.


3. Standortfragen (Globaler Mittelwind, hindernisarme Anströmung)

Laut dem DWD kann ich an meinem Wohnort im besten Fall 4m/s annehmen (10m üG).
http://www.renewable-energy-co…en_10m.pdf

Jetzt zum Ambiente:

Auf der Karte zu sehen ist das Haus. Der Wind kommt aus Westen über Freifeld. Links neben dem Haus verläuft eine 2m hohe Tujahecke von Nord nach Süd 2m abfallend (Gelände wie auch die Hecke). Vor dem Haus ist ca 2m hoch Buschwerk. Im orangen Bereich habe ich an eine Windschraube gedacht. Wenn es windet, dann hier etwas mehr. Es wirkt regelrecht wie ein Windkanal. Leider keine Vor-Ort-Messung bis jetzt.

 


Die anderen Fragen stelle ich vorerst an.

Mich interessiert gerade noch, was passiert und ob es Sinn machen könnte, wenn ich die aktuellen 2 Wicklungen getrennt abnehme um so die Maximalspannung generell zu halbieren? ? wie die 4 Kontakte Ihre entsprechenden Partnerkontakte finde blick ich auch gerade noch nicht.

Schöne Grüße
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 25.09.2019 - 18:03 Uhr  ·  #12
Hallo Che

Hier ist der link wo die Versuche gelaufen sind mit einem Bürstenlosen mit Neodym.
http://www.rc-network.de/forum…Generator-!

Zum Motor von Gruener-Petz
Da sind 2 Motore auf einer Welle.
Der kleine dient nur um die Spannung und dadurch die Drehzahl zu messen und wirt normaler weise nicht belastet.
Die können auch nicht zusammen geschaltet werden da sie unterschiedliche Spannungenm haben.
Auch nicht in reie da der kleine keinen hohen Strom verträgt, den würde ich nicht mit benutzen.
Das ruckeln beim drehen kommt durch die 20 Eisenstege die dieser Motor hat, er hat ja auch 20 Kolektorlamellen.
Die Eisenstege wechseln beim drehen die Stellung zum Magneten, also einer geht zb aus dem Magnetfeld und ein andere geht auf der anderen Seite wieder hinein.
Dadurch wirt der eine entmagnetisiert und der andere magnetisiert.
Das geschieht nicht zu 100% gleichzeitig, daher das ruckeln.
Um den Wiederstand bei Motorstrom zu fühlen muß man schon etwas schneller drehen ohne Wage, so 2 U/sek mit der Hand.
Durch das drehen mit der Hand macht man auch nichts kaput, da rutscht nur die Zwinge von der Welle .

Gruß Aloys.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 25.09.2019 - 18:44 Uhr  ·  #13
Fahre erst morgen weg wegen schlechtem Wetter. Trotzdem nur kurz.

Dass die sog. MMK (Magnetomotorische Kraft) gemessen in A (ja ja), beim Elektromagnet gebildet durch Aw (A * Windungen),
durch den Spulen-Nennstrom z.B. um 12 % sinkt, im Kurzschluss aber um 100% (geht nicht, aber lt. Rechnung), das habe ich schon mal berechnet. Bei Ferrit wurden aus 12% 48% (!), bei dem speziellen magnetischen Kreis. Scheint analog der Gegen-Induktionsspannung beim Motor zu sein.

Trotzdem würde ich ab Stromsättigung ein konstantes Drehmoment erwarten.


Dieses pulsierende Moment nennt man sinnigerweise auch Rastkraftrippel.

Startmoment also 10 mal so groß. Hatte mich schon gewundert. Aber immer noch unter 1 Nm. Nach wie vor brauchbar.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 25.09.2019 - 18:52 Uhr  ·  #14
"Durch das Drehen mit der Hand macht man auch nichts kaputt, da rutscht nur die Zwinge von der Welle "

Habe es kurzgeschlossen 2mal schnell gedreht. Es gab Funken. Der Widerstand war ruckeliger und etwas härter. Würd ich, nach den Wägeversuchen, auf keine 600 Gramm schätzen. 18Nm durch 1/4m sind 4,5Nm ? --> wenn ich das Kurzschluss-Messgewicht falsch schätze und es als 450 Gramm annehme, dann hätte ich an der Welle direkt doch die 18Nm vom Stillstandsdrehmoment? Oder??

Mit 2 Spulen meine ich nicht den Tachogenerator hinten drauf. Den würde ich abbauen oder evtl. zum Bedini umbauen.

Die eigentliche Ankerwicklung hat 4 Bürsten und sehr viel mehr von diesen Kollektoren. Der Außendurchmesser ist an der Stelle sicher 80mm. Diese Bürsten sind untereinander verbunden. Hier habe ich doch 2 verschiedene Wicklungen. An die dachte ich hier. Mehr Wicklung bringt doch höhere Spannung. Wo gehts in diese Richtung hin?

Grüße
Christian
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 26.09.2019 - 18:42 Uhr  ·  #15
Hallo Christian.

Du schreibst noch mehr Kolektoren, etwa auf der anderen Seite ?
Ich habe auch 2 kleine Motore mit 4 Kohlen, aber auf einer Seite.
Das Gehäuse ist aus einem Stück, aber auch 4 Polig, je 90 ° ist ein Pohl, dazwischen ist der "Stator dünner und nicht bis an den Anker heran.
Die "gegenüber liegenden" Kohlen sind parallel verschaltet, es ist eine durchgehende Wicklung gewickelt, heist , alle haben eine Verbindung.
Wenn 2 Kolektoren je vorne und hinten drann sind können es auch 2 getrennte Wicklungen sein.
So etwas sind dann "Motorgeneratoren" .
Einer ist der Antriebsmotor und der andere ein Generator.
Da können dann auch Wicklungen für unterschiedliche Spannung und Ströme drauf sein.
Mit mehr Bildern könnte ich das besser beurteilen.

Gruß Aloys.
Che
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 29.09.2019 - 16:37 Uhr  ·  #16
Bin wieder da. Hirsche bei der Brunft beobachtet, auf dem Darß nördlich vom Zeltplatz Prerow.
Etwas weiter weg an der Elbe Tangermünde besucht. Selten schöne Stadt!

Bezüglich Generator:
Was Du brauchst, Christian, ist nicht mehr Spannung sondern mehr Strom. Gleiche Systeme ließen sich parallel schalten, wenn gleichphasig. Ähnliche Systeme mittels je einer Rückfluss-Verhinderungsdiode auch.
Ist da aber wirklich ein 2. System, außer dem Drehzahlsensor?

Empfehle, das Anschlussschema noch einmal genau zu besehen, unten rechts im Link modules/cback_mediamgr/uploads/u9683_1568802973_81725.jpg
Da ist neben einem Temperatursensor noch eine Bremse zu sehen, wiederum rechts.
Macht natürlich das Teil unnötig schwer.

Bezüglich Standort:
Immerhin 4 m/s. Nicht üppig, aber na ja. Evtl. in Hauptwindrichtung NW freie Anströmung. Gegenrichtung (bei Hochdruck) vermutlich Ost. Verbaut, oder?
Freistehender Bauernhof wäre besser, aber Du wirst wegen besserem Standort weder umziehen wollen noch können.

Probleme bereiten nicht die 2m hohen Hecken, sondern die Gebäude. Auch aus rechtlichen Gründen.
Ich zitiere mal für NRW aus http://bundesverband-kleinwind…eslaender/ "Genehmigungs-Freistellung" (für) "(Kleinwindanlagen bis zu 10 m Anlagengesamthöhe, außer in reinen, allgemeinen und besonderen Wohngebieten, sowie Mischgebieten)" Das könnte also ne Totgeburt werden.

So ne Genehmigung stehst Du finanziell vermutlich nicht durch.
Wenn sie es zum Schutz der Bewohner nicht wollen, können sie all das verlangen, was die Großen auch vor legen müssen. Also z.B. Festigkeitsgutachten, Schattengutachten, Lärmgutachten, Vogelflug-Gutachten, Fledermausgutachten. Selbst wenn nicht alles - der Bauantrag muss von einem "Antragsberechtigten" gestellt werden, also einem Architekten oder Bauing. Die wollen aber von sowas leben.

Einen Schwarzbau riskieren würde ich hier nicht. Kannst mal ne Voranfrage starten, aber ich ahne Schlimmes.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 30.09.2019 - 17:19 Uhr  ·  #17
Willkommen zurück - hallo zusammen,

soeben habe ich den Motor geöffnet und die Kabel zu den Bürsten gelöst sowie den Tachogenerator ausgebaut - dadurch dreht sich der Motor bei 25cm Hebel bereits bei 260 Gramm.

Alle Bürstenkontakte haben zu allen anderen Durchgang...

Die beiden Dräthe in der Lüsterklemme verschwinden im gemeinsamen Mantel in der Wand. Sie sind mit einem losen Schrumpfschlauch mit I und II gekennzeichnet. Von der Innenseite kann ich sie nicht weiterverfolgen. Scheinbar weg. Ich kann also weiterhin die Bremse und den Temp. Fühler nicht identifizieren. Die Bremse wäre dann ja scheinbar auch die ganze Zeit offen.

Mit dem Akkubohrschrauber und einem frischen Akku erhielt ich bei 350 u/min 48V und bei 1300 u/min 125V. Das sind also ca 72% im Vergleich zum Betrieb als Motor.

Habe den Tacho (aufgedruckte Angabe: 20V bei 1000 u/min) wieder angebaut und ihn mit dem Akkuschrauber bei 1300 u/min auf 20V gemessen - also dreht mein Akkuschrauber nicht 1300 u/min, oder aus anderen Gründen liefert der Motor bei mehr als 1000 u/min nicht mehr Spannung. Oder sind das hier natürlich auch nur die ca. 70% bei Nutzung als Generator...

Die Tabelle mit den Drehzahlen und der Spannung ist, bis auf die grünen Felder, theoretischer Natur und soll der Auswahl der im Feld praktikabelsten Anwendung dienen.

 


Jetzt würde ich eigentlich versuchen eine Fläche, welche bei 4 m/s Wind meinen Motor drehen kann, zu suchen.
Etwas in diesem Stil schwebte mir da ursprünglich vor. http://www.wind-of-change.org/index.php/technik.html

Schöne Grüße und Danke für eure Kommentare!
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 01.10.2019 - 10:13 Uhr  ·  #18
Guten Morgen Che,

Bezüglich Generator:
Ein zweites System gibt es nicht, nachdem ich den Drehzahlsensor abgebaut habe. Die Spule für diesen, ist noch an der Welle. Weiß noch nicht ob ich dieses Hinterteil abschrauben kann. Der Permanentmagnetring ist auf jedenfall raus aus dem Motor.

Den Temperatursensor an der Lüsterklemme kann ich mir vorstellen. Das war auch kein Kupferdraht sondern der härtere graue - wie ich es von Temp-Sensoren kenne.
Wo aber die Bremse sein soll, finde ich bislang nicht. Kenne es von SEW-Motoren so, dass eine Motorbremse hinten auf den Motor angebaut wird und irgendwo zwei Drähte raus hat. Die Bremse lässt sich sogar beim langsamen anfahren überwinden, bis sie so heiss wird, dass sie dann doch Bremst. So etwas finde ich hier aber nicht. Wenn ich dem Anschlussschema nachgehe, müsste ich im vorderen verschraubten Bereich, nach der Bremse suchen. Hierbei fällt mir ein, da ich die Klemmen im Inneren selbst mit einem Kabel verbunden habe: Für gewöhnlich schließe ich den Motor am Klemmenkasten an und nicht wir hier, im Inneren durch ein Loch nach Außen. Entweder Fehlt dieser Kasten, oder es gab keinen. Das war vorher auch ein Motor der an einer CNC-Drehmaschine verbaut war. Da war der Motor mit einem Transistor-Gleichstromsteller verbaut. Davon habe ich aber kein Bild.

Bezüglich Standort:
Mir ist klar das ich keine optimale Anlage an einem optimalen Ort errichten kann. Aber aus genannten Gründen jetzt das Projekt abzubrechen liegt nicht in meinem Sinn.

Wenn ich nächste Woche aus dem Teuteburger Wald zurück bin, schaue ich mal was sich noch zerlegen lässt, um die Bremse zu finden.

Schöne Grüße
Christian
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 01.10.2019 - 12:50 Uhr  ·  #19
Möglicherweise hattest Du meinen Beitrag noch garnicht gelesen, wo Du Deinen veöffentlicht hast.

Klar kann man erst mal weiter über interessante Technik reden, unabhängig davon, ob und wo sie aufgestellt wird.

Dein Drehzahlsensor wird schon ziemlich genau sein. Nun weißt Du auch, wie "genau" Drehzahlangaben beim Akkuschrauber sind. Sicher auch nur Leerlauf-Angaben.

Dazu gleich zum Motor:
Zitat
bei 1300 u/min 125V

Ein Gleichstrommotor wirkt erst dann (bezogen auf die Nennspannung) als Generator, wenn (durch Fremdantrieb) die Drehzahl über die Leerlaufdrehzahl getrieben wird. Denke, das kann "Familie Zimmermann" auch bestätigen.
Nenndrehzahl beim Motor immer bei Nennlast, hier 1,5 kW (mechanisch). Leerlaufdfrehzahl nicht angegegeben.

Gut möglich, dass die Bremse nicht verbaut worden ist. Bezüglich Widerstandsläufer eigentlich schade, denn das wäre das Einzige, was als Sturmsicherung noch verbleibt. Diese muss aber a automatisch ausgelöst werden und b möglicht auch selbständig wieder entriegelt und c fest genug anbeißen, auch beim sog. 50-Jahres-Wind. Die 50-Jahres-Bö dauert ja nur 7 s.
Ziemlich anspruchsvoll.
Wenn Du b erst mal weg lässt, a kannst Du mit dem Drehzahlsensor erledigen. einfach abgestimmt auf ein Relais, mit anschließender Selbsthaltung. Das schaltet dann die Bremse.

Zu Deinem Link im Netz: Beworben wird eifrig, ob nun top oder Flopp. An der dargestellten Dachposition läuft schon mal garnichts, Auch hat der klassische Savonius mit 2 Halbschalen und 10% Überlapp wesentlich höheren Wirkungsgrad als der 3-blättrige sog Durchströmläufer. Und was nehmen sie? Letzteren.

Kennlinien zum klassischen Savonius im Anhang. Drehmoment-Kennlinie (die untere) bezüglich Festbremsung unangenehm.
Läuft los wie ne Dampfmaschine. Anlauf aus jeder Stellung.

Dennoch Schnellberechnung :

Nenn-TSR: 1; Ladebeginn 3,14 m/s (damit es sich einfacher rechnet)
Umfang 3,14 m, dann D 1m; Mit TSR1 dann 1u/s.
Du brauchst aber 4u/s, damit Du auf etwa 25V (eigentlich bis 28V nötig) kommst, ob nun zur Batt.-Ladung oder zur Netzeinspeisung.
Also D verkleinern auf ca. 25 cm.

Höhe 1m, ergibt Fläche 0,25 m². Na Klasse, ein Spielzeug. Bei 11 m/s sind im Wind 832W/m² drin. Davon 1/4 * 0,2 (Wirkungsgrad gesamt ca.). Nach Adam Riese 42W. Zufrieden? Nö.

Aber Du hast ein Kettenritzel. Damit ließe sich selbst mit waagerecht geführter Kette eine Aufwärtsübersetzung bewerkstelligen. Brauchst für 1m Rotor-D ü 1:4. Vielleicht passt was vom Moped, da hättest Du noch ne mechan. Feststellbremse.

Ein Gartenfass aus PLastik in 2 Hälften geschnitten. Versetzt mit je 1 Deck- und Fußscheibe (aus sog. Siebdruck z.B.) verschraubt. Über Lagerung reden wir später. Alles schon gebaut worden.

Zur simulierten Festigkeit von Wid.-Läufern geht es hier: Link 2

Widerstandsläufer, viel Material verbaut, um die Fläche ab zu decken. Sturmsicherung zumindest anspruchsvoll.
Aber auch langsameres Erscheinungsbild. Möglicherweise auch weniger auerodyn. Geräusche.
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Re: Seltener! Antriebsmotor, spezielle TechDetails

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Gepostet: 02.10.2019 - 11:26 Uhr  ·  #20
Hallo Che

Ein Gleichstromgenerator läuft immer als Generator nicht nur bei voller Drehzahl.
Die mit der Drehzahl ansteigende Spannung ist auch mit Strom belastbar, es wirt aber für den CU Widerstand einiges an Spannung verbraucht.
Aus der Lehrlaufspannung von 125 V bei 1300 U/min, und der Motorspannung von 173 V ,erkennt man das sehr gut .
Er braucht ~ 48 V Eigenverbrauch um bei 10 A die Drehzahl zu halten.
So kann man bei nidriger Spannung auch keine 10 A entnehmen, dann bliebe die Spannung auf der Strecke.
Also halbe Spannung nur halber Strom usw.
Da landen wir bei 25 V und 2 A , na ja das muß aber das Windrad im Schwachwindgebiet erst mal bringen.
50 Watt über 24 Stunden sind aber auch 1,2 kwh am Tage.

Gruß Aloys.
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