Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

 
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Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 30.11.2020 - 17:48 Uhr  ·  #1
Hallo,

ich beschäftige mich erst seit kurzem mit dem Thema "Windenergie", daher stehe ich vermutlich vor einem Problem, mit dem erfahrene User vielleicht leicht umzugehen wissen. Daher erhoffe ich mir hier Tipps, um weiter zu kommen.

Ich habe mir für mein Fernreisemobil vorgenommen, neben der Solartechnik auch einen Windgenerator zu beschaffen. Weil ich noch gar keine Erfahrungen hatte, aber große Lust zum experimentieren, habe ich mir zwei unterschiedliche chinesische Billig-Windgeneratoren gekauft und ein wenig ausprobiert.

Der eine war ein Dreiflügler, der andere ein Sechsflügler. Der Dreiflügler war für 12V-AC und der Sechsflügler für 24V-AC angegeben, beides Dreiphasengeneratoren. Der Dreiflügler war mechanisch recht "hochwertig" aufgebaut mit Edelstahlbauteilen und vernünftigen Kabelquerschnitten, der Sechsflügler aus billigem Blech und dünnen Käbelchen. Beide waren mit "theoretisch möglichen" Leistungswerten beworben, die so astronomisch waren, dass ich mal von "Jahres"-Erträgen ausgehe ... *lach*

Beide Generatoren (egal ob 12V- oder 24V-Variante) zeigen eine gemessene Leerlaufspannung von ca. 60V bei Bohrmaschinen-Antrieb. An dem Laderegler meines Fernreisemobils jedoch zeigte der Dreiflügler bei Maximaldrehzahl meiner Bohrmaschine (als Antriebssimulation) etwa 15A Stromfluss, während der der Sechsflügler auf gerade mal 2-3A kam.

Bei der Testfahrt jedoch fing der Dreiflügler erst jenseits von 30-40 km/h überhaupt an zu drehen, während der Sechsflügler schon am 25 km/h zu drehen anfing. Also habe ich das Sechflügler-Rotorblatt auf den besseren Generator vom Dreiflügler geschraubt, was problemlos ging, und dann mit meinem Fernreisemobil bei leicht ausgefahrenem Mast mal ein paar Geschwindigkeitstestfahrten gemacht.

Und dabei ergibt sich nun folgenden Merkwürdigkeit, für die ich mir hier Tipps erhoffe:

Zwar beginnt das Windkraftwerk dank des Sechsflügler-Rotors tatsächlich schon frühzeitig an zu drehen, aber bis etwa 45 km/h fließt überhaupt kein Strom - nullkommanix, gar nix! Jenseits von 45 km/h steigt es dann pötzlich an bis auf 10 A bei 50 km/h und 15 A bei 60 km/h. Und jetzt kommt das Kuriose: Wenn ich dann verlangsame, fließt noch weiter Strom, auch wenn ich weit unter die 45 km/h abfalle. Bei 30 km/h immerhin noch 2-3 A und bei 25 km/h noch knapp 1 A. Werde ich dann wieder schneller, steigt der Stromfluss auch erwartungsgemäß.

Komme ich aber einmal auf Null, muss ich erst wieder auf mindestens 45 km/h beschleunigen, und das auch für ein paar Sekunden halten, damit überhaupt Striom fließt. Wenn der einmal fließt, dann darf es auch wieder langsamer werden.

Was ist das für ein Effekt? Sowas wie eine Anlauf-Startschwelle, die erst einmal erreicht werden muss? Komisch, in dem Generator gibt´s doch gar keine Elektronik, die das steuern könnte. Der Regler kann es meiner Ansicht nach auch nicht sein. weil der schon bei schwankendem Solarertrag größer 17V durchschaltet (MPPT-Regler) und selbst kleinste Solarströme von wenigen hundert mA anzeigt. Da müssten doch gleichgerichtete 60V vom Windregler sofort durchgeschaltet werden. Der Regler ist übrigens ein Victron MPPT 100/75 (also 100V Eingangsspannung und max. 75 A Ladestrom).

Was ist das für ein Effekt den ich da beobachte? Und wie kann ich dafür sorgen, dass schon unterhalb der 45 km/h Windstrom abgegeben wird? Mit nem Spannungsbooster vielleicht?

Nette Grüße
Gode
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 30.11.2020 - 19:19 Uhr  ·  #2
Kann das sein das der Generator vielleicht keine Magnete hat sondern Selbsterreger ist der mit etwas Restmagnetismus im Eisenkern erstmal auf Touren kommen muß bevor er produziert? Irgendwie ähnlich wie bei einer KFZ Lichtmaschine?

Da könnte man ein wenig Zaubern indem man in die Schlitze zwischen den Erregerspulen kleine schmale Magnetstücke passend schleift und einpasst.

Wie genau und obs bei Dir dann ginge müßtest Du Expertenmeinung im Forum abwarten!
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 30.11.2020 - 21:33 Uhr  ·  #3
wie wird sonst die Batterie geladen ? ist da noch zb eine Lichtmaschine dabei die dazwischenfunkt ?
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 00:30 Uhr  ·  #4
Ne, die drei Phasen gegen auf einen Dreiphasenbrückengleichrichter, und davon gehen Plus und Minus auf den Eingang des MPPT-Reglers. An dessen Ausgang ist die Batterie angeschlossen. Nichts weiter (zumindest nicht während der Versuchsreihe).
Händler
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 05:49 Uhr  ·  #5
Moin,

warum sollte der Victron das Windrad perfekt regeln können....,,?
Der muss doch erstmal erkennen,was da auf ihn einwirkt..langsam eben ,ist ja auch für PV.
Der arbeitet mit 2 möglichen. Mpp Punkten..also nix für ein Windrad.
Erst ab 25 kmh Ladestrom...
Das ist aber nix für Bodennahe Standorte, evtl Strand (Geräusch?)
Mal ohne Regler testen..
Che
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 11:14 Uhr  ·  #6
Hi Gode,

wie kommts eigentlich zu so einem überdimensionierten Laderegler? War sicher nicht billig.
Vielleicht hättest Du fast für das gleiche Geld ein Komplettset bekommen.
Hätte auch nur 10 mA Eigenverbrauch, Deiner sicher 20. Beziehe mich auf die version 100/50, da die mit 75A nicht mehr zu finden.
Bei 20 mA sind das ca 50 Ah in 100 Tagen. Nicht dass es unbedingt kritisch würde. Die PV-Platten liefern ja auch bischen im Winter. Ist mir nur mal so aufgefallen.

Wie der genau sein MPPT organisiert, weiß ich icht. Bekannt ist aber, dass die Algorithmen für Windnutzung nicht geeignet sind.
Und selbst wenn, da PV und WKAs sich gänzlich anders verhalten, ist ne eingangsseitige Parallelschaltung , zumindest wenn MPPT im Spiel ist, nicht zu empfehlen.
Es wird ein Hybridregler gebraucht, mit getrennten Eingängen für PV und Wind.
Da Du auf Deinen Vitron nicht verzichten möchtest, ein zusätzlicher Wind-Laderegler, notfalls ein Hybrid, nur für Wind verwendet.

Bis es dazu kommt, ja, klemme mal die gleichgerichtete Spannung direkt auf die Batterie.
Ne Sicherung dazwischen entsprechend der Drahtstärken schadet nichts. Also, bei 2,5mm² dürfen es 25A sein. Bei 1,5mm² nur 16.
Achtung! Brückengeleichrichter Drehstrom nur bis ca. 4A ohne Kühlkörper betreibbar. Im Anhang dazu am Ende Anhaltspunkte.
Da Batterie evtl. voll vorher etwas entladen! 10 Ah runter schadet nicht.

Mit Fahrgeschwindigkeit ran tasten. 36 km/h sind schon 10 m/s. Hier etwa beginnen viele Anlagen schon ab zu regeln.
Bei 3 m/s wäre es gut, wenn sie angelaufen sind und beginnen, ein zu speisen.
Bei schmalblättrigen Starkwind-Anlagen (ansich nichts für Dich) kann es auch Richtung 5 m/s gehen.

Zu beachten!
1. Strömungsgeschwindigkeit ist wegen Verdichtung durch den Fahrzeugkörper höher als Fahrgeschwindigkeit.
2. Da Windmühle vermutlich am Heck, erfolgt Verwirbelung/Abschattung bei Fahrt durchaus deutlich. S. auch Abb. 22 in http://www.geopolos.de/Entwick…c528057653
Müsstest Deinen Mast so weit raus ziehen, dass Du schätzungsweise wieder in den laminaren Bereich kommst.
3. Es dauert ein paar Sekunden, beim Start auch paar mehr, bis die Drehzahl der Windgeschwindigkeit gefolgt ist.
4. Betreiben ohne Last bei - sage mal über 7 m/s - ist zu vermeiden. Leerlaufdrehzahl nämlich etwa doppelte Nenndrehzahl
5. Ein Kurzschlussschalter zum Abbremsen des Generators vor dem Gleichrichter (!) ist ansich unerlässlich, zumindest für späteren Betrieb. Obwohl 3 Phasen, geht dafür sogar ein Schalter, der nur 2 Durchgänge zugleich (!) schaltet.
Aber wenn Deine Tests an windstillen Tagen erfolgen, gehts vorläufig auch ohne.

Nun berichte uns erst mal über Neuigkeiten! Dann sehen wir weiter.
Vielleicht noch Bezeichnungen der Windräder, Fotos, Daten?


Übrigens: In Ladereglern mit MPPT ist eingengaseitig sehrwohl eine untere Spannungsgrenze, ohne dass die immer genannt wird. Meines Wissens nach gibt es keinen unter 20V DC.
Dass ansonsten die Akkuspannung die Ladeschwelle ist, ist klar.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 11:58 Uhr  ·  #7
Erst mal vielen herzlichen Dank für die sehr ausführlichen Erläuterungen und Antworten. Daraus gewinne ich schon eine Idee, welcher Effekt sich da gezeigt haben könnte. Möglicherweise (idealerweise) hängt´s tatsächlich mit dem Regler zusammen, das wäre für mich dann das einfachste. Ich vermute daher, dass die gemessene Leerlaufspannung zwar im Leerlauf tatsächlich 60 V AC beträgt, aber zunächst mangels Wumms dahinter (Strom) solange unter die Gate-Spannung des Ladereglers zusammenbricht, dass der nicht zu regeln anfängt. Ich vermute (werde das aber ggf. mal nachmessen) dass der zwischen 7-15V rumkaspert, solange die Windgeschwindigkeit unter 45 km/h lag. Das würde sich ja auch mit der vorstehenden Idee decken.

Zum Generator - es handelt sich um den "Buoqua windgenerator 400 Watt": https://www.amazon.de/gp/produ…UTF8&psc=1

mit dem 6-Flügelrotorblatt von diesem Noname-Generator: https://www.real.de/product/356213816/

Ich habe den Victron-MPPT-Laderegler nicht extra wegen dem Windgenerator eingebaut, sondern der dient als generelle Laderegelung für die jeweilige Batterie. Daran angeschlossen (einzeln abschaltbar!) sind eine Reihe verschiedener Einspeisungen, was aber jetzt hier nicht in die Fragestellung reinspielt, weil für den Feldversuch alles abgetrennt war, bis auf den Windgenerator.

Der Windgenerator ist an einem auf 10 m Höhe ausfahrbaren Teleskopmast ziemlich mittig auf meinem Mobil montiert, für den Fahrversuch jedoch war er auf 1 m über Dachoberkante eingefahren. Zuvor habe ich jedoch 3 Tage auf dem höchsten Berg in NRW gestanden bei Windgeschwindigkeiten von 30 km/h, in Böen bis 40 km/h, auf 10m ausgefahren. Da floss aber leider kein Strom.



Mein Brückengleichrichter ist ein 100A-Typ (pro Zweig). Ich vermute mal, dass der ungekühlt wohl die 10-15A ab kann. Als "Bremse" habe ich mir einen Kurzschlussschalter (3-Phasen untereinander) vorgesehen. Bremst natürlich nicht bei zu hoher Drehzahl. Aber da habe ich mir gedacht, im Moment kommt das Ding ja nicht einmal auf so hohe Drehzahl, dass Strom fließt...

In meiner Gesamtschaltung des Fahrzeugs ist vorgesehen, dass bei vollen Batterien die überschüssige Solar- (und demnächst) Windenergie nicht einfach abgeschaltet wird, sondern auf die 245V-Heizpatrone meines Heißwasserboilers geschaltet wird. So habe ich den ganzen Tag über heißes Duschwasser und die Erzeuger sind immer belastet, so dass es nicht zu Leerlaufdrehzahlen kommen kann. Wäre ja schon mal froh, wenn´s überhaupt zu Ertragsdrehzahlen kommt...

Also - nächster Versuchsaspekt wäre, einen Windladeregler auszuprobieren? Empfehlungen für Generatoren dieser Größe?

Nette Grüße
Gode
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 15:49 Uhr  ·  #8
Mast hinterm Fahrerhaus und nicht am Heck. Dennoch genügen 1m Masthöhe nicht für Testfahrt. Da verbleiben doch nur 40 cm vom Rotorrand bis "Autohimmel". Kenne allerdings die maßliche Situation, wo also Ausfahrhöhe Null ist, nicht.

Bezüglich Link zum Windrad: "Farbe: 400W" :-)
Was ich nicht verstehe: Da gehört doch ein Laderegler dazu.
Warum nicht zunächst den benutzen?

Ist nämlich so. Die Mühle hat keinerlei mechan.-aerodyn. Abregelung.
Da ist ne Generator-Kurzschlussfunktion schon mal zwingend, falls die Batt. nichts mehr annimmt.
Selbstschutz ansonsten einfach dadurch, dass der Wirkungsgrad bei höheren Windstärken in den Keller geht.
Rotor wird "abgewürgt" da die Akkuspannung nicht hoch laufen kann. Ob das immer klappt? Wenn nicht, verlierst Du 100 EUR.
MPPT wir da keiner sein, höchstens bei evtl. Boost-Funktion, wenn U_e unterhalb von Akkuspannung. Zum Vergleich.

Also entweder direkt vom Gleichrichter mal auf die Batterie oder mit dem beigelegten Laderegler.
Wenn Ergebnisse, die wir gern kennen würden, negativ ausfallen - bei dem Preis: Es gibt auch Zeugs, dass man nicht verkaufen, sondern verschrotten solte.

War da nicht noch ein 2. Windrad, mit 6 Blättern?
Heizpatrone wirklich 245V?

PS: Lese gerade "Nennspannung: DC27-54Vv". Vielleicht doch MPPT im Laderegler.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 17:07 Uhr  ·  #9
Hallo Gode_RE,

Mit dem 12 V 3 Blattrotor scheinst Du einen guten Griff gemacht zu haben, so etwas mit Edelstahlbauteilen habe ich im China Billigsegment noch nie gesehen, schon gar nicht zu !00 Euro.

Das wäre, wenn man mit voller Auslastung des 400 W 20A Generators rechnen dürfte sogar konkurrenzfähig gegen Solarpower Preise.

Schicke Karre Dein Wohnmobil!

Die Windfahne kommt mir etwas kurz vor, da würde ich den Schwanz absägen und eine Carbon Stange mit Fahnenblatt und mehr Hebelarm für turbulente Windverhältnisse einplanen. Das darf nicht zu schwer sein, gut austariert reagiert das Windrand mit längerer Fahne dann sehr ruhig und treu zur Windrichtung ohne hin und her.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 20:38 Uhr  ·  #10
Ähm ... die Heizpatrone von meinem Boiler hat natürlich 24V, nicht 245V. Tippfehler...

Ja, die Windfahne zu verlängern habe ich mir auch schon überlegt. Im Moment muss ich mir noch was einfallen lassen, den 6-flügligen Rotor auszuwuchten, weil das Windkraftwerk sichtbare vertikale Nickbewegungen vollzieht und somit nachts am Mast "anklopft". Nervtötend, wenn der Mast geräuschmäßig am Wohnfahrzeug angekoppelt ist. Gibt´s da ne Technik, wie man am besten so´n Flügelrad auswuchtet?

Den mitgelieferten Windladeregler hatte ich bei einer ersten Testfahrt ausprobiert, direkt an einer halbvollen Autobatterie. Da die Ergebnisse noch (viel!) schlechter waren, hatte ich den dann gleich ausrangiert. Aber ich werde mal die AC-Spannung messen, wenn der Windgenerator am Victron-Regler belastet wird - mal sehen, auf was die zusammenbricht. Ich habe da noch einen Victron DC/DC-Wandler, der aus 7-12V eine Spannung von 20-24V macht. Falls es daran liegt, dass die zusammengebrochene Spannung nicht über die Mindesteingangsspannung des Solarladereglers von 17V kommt, wäre das ne Option, diese anzuheben. Müsste dann nur ne Spannungsbegrenzung nach oben hin einbauen, nicht dass es mir den Wandler schießt...

Jedenfalls habe ich jetzt erst mal gelernt, dass der von mir beobachtete "Schwellenwert"-Effekt offenbar nichts typisches ist, was hier ein spontanes "aha, daran liegt es!" auslöst. Hätte ja sein können, dass die Güte von Generatoren in solch chinesischen Billigprodukten bekannte Effekte zur Folge hat. Ich habe auch den Eindruck, dass der Stator nicht aus Magneten besteht, sondern aus einem geschlitzten Eisenkern - das wäre nämlich sonst meine nächste Frage gewesen, ob man mittels hochwertigen Magneten im Stator ne signifikant höhere Induktion in den Spulen erzeugen könnte, und ob´s solche Statoren zu kaufen gibt. Und noch ne Idee wäre, nen 1:2 Getriebe anzuflanschen. Bin mir aber nicht sicher, ob dann nicht die Mechanik im Innern überlastet würde.

Also jetzt erst mal weitere Messungen...

Nette Grüße
Gode
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 01.12.2020 - 21:41 Uhr  ·  #11
Dann wenn Du schon den Verdacht hast das der Generator keine Magnete hat, was ja schon meine erste laienhafte Vermutung war dann prüfe das doch mal.

Wenn es kein leichtlaeufiger mit Spulen ohne Eisenkern und Neodymmagneten ist kannst Du den Rotor mit Nabe von der Achse abmachen und am Achsstummel mit Hand andrehen. Geht das etwas schwer oder nur mit Ruckeln dann sind Magnete drin.

Möglich wäre auch, dass es ein Asyncron Generator ist, der läuft mit Kondensator an ohne dass er seine Fremderregung vom Akku haben muss wie die Lichtmaschine oft.

Das wäre ziemlich logisch wenn Dein Generator erst nach 45 kmh anfängt zu liefern und dann gut weitermacht wenn der Wind nachlässt!

Ob das für Dich von aussen ohne Öffnen des Generatorgehäuses zu erkennen ist - keine Ahnung, ich gebe das Wort an die Spezies hier weiter.

Aber wenn es ein Asyncron er ist hätte ich an die Experten die Frage ob man dann nicht die Windmaschine kurz mit Strom auf Touren bringen kann damit sie danach ganz normal mit weniger Wind als 45 kmh weiterläuft und liefert.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 02.12.2020 - 06:16 Uhr  ·  #12
Hi Gode

Wie schon hier mal erwähnt , glaube ich auch zu wissen das MPPT PV Laderegler eher ungeeignet sind für Windkraftanlagen ....

(irgendwann mal gelesen dass die langsamer den Mppt "Punkt " messen

Sagmal , in deinem beeindruckenden "feuerotem Spielmobil" , hasst Du da auch einen AC 230 volt Inselwechselrichter ?

Das hat bei mir bisher am besten geklapt via Windnetzwechselrichter ins eigene Inselnetz einzuspeisen , mein 24 V windrad hat dan auch schon bei 20 Volt etwas an Watt geliefert ....

Gruss Lars
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 02.12.2020 - 08:56 Uhr  ·  #13
Hallo Wieso, guten Morgen!

Warte doch mal ab, unser Gode hat doch in seinem letzten Post gesagt dass möglicherweise keine Magnete im Generator sind und er fragt wie man da Magnete reinzaubern kann.

OK, ich bin wirklich kein Fachmann für Generatoren habe dafür ein Gedächtnis wie ein Elefant:

Mir kommt das mit dem Einsetzen der Leistung erst bei 45 kmh Windgeschwindigkeit und die Aufrechthaltung dann niedrigerer Leistung wenn mit geringerer Windgeschwindigkeit so vor:

Ein Asyncrongenerator kann als Windgenerator genutzt werden, das steht mal fest denn in den 80 er Jahren war es der 2 Mega
H-Rotor auf dem Testfeld in Brunsbüttelkoog der so etwas hatte. Daran reicht meine Erinnerung zurück und lobenswerter Weise auch an einen Post hier im Forum bei dem eine absolute Koryphähe für Generatoren zu Asyncronmaschinen das Wort ergriffen hatte, das war Alois der Gute!

Nun erinnere ich mich aber auch noch an einen Elektromeister auf den Canarischen Inseln mit dem ich vor 30 Jahren in Austausch stand. Er baute auch Windräder und benutzte Asyncronmaschinen.

Auf meine Frage ob das denn ginge veriet er mir dass man dafür einen Kondensator brauche, der gibt den Stromimpuls für eine Ersterregung mit der der Generator dann erst langsam sein Magnetfeld aufbaut und nach Erreichen der nötigen Drehzahl anfängt Strom zu spucken. Wenn die Drehzahl danach langsamer wird kein Problem, das Magnetfeld steht dann ja schon und bleibt.

Das würde doch zum Bericht von Gode passen?

Ich wünschte Alois der alte Hase liest mit und meldet sich hier mal

Gruß, Carl
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 02.12.2020 - 09:47 Uhr  ·  #14
Hallo

Ich zitiere mal :
Beide Generatoren (egal ob 12V- oder 24V-Variante) zeigen eine gemessene Leerlaufspannung von ca. 60V bei Bohrmaschinen-Antrieb. An dem Laderegler meines Fernreisemobils jedoch zeigte der Dreiflügler bei Maximaldrehzahl meiner Bohrmaschine (als Antriebssimulation) etwa 15A Stromfluss, während der der Sechsflügler auf gerade mal 2-3A kam.

Daher schließe Ich auf einen normalen intakten Generator mit Magneten.

Ausserdem:
. Ich habe auch den Eindruck, dass der Stator nicht aus Magneten besteht, sondern aus einem geschlitzten Eisenkern.

Klingt eher nach aufgeklebten Magneten, die "natürlich" Abstände untereinander haben.
Ein geschlitzter Eisenkern ist mir noch nicht unter gekommen, ausser bei Synkronmotoren.
Wenn der G mit Gleichrichtung die Batterie läd, und es mit Regler Probleme gibt ist dieser nicht geeignet in dem System.
Auch ein Solarregler der bei 17 V erst die Arbeit aufnimmt ist nicht für 12 V geeignet, da ist der Akku schon überladen.
Ich schlage vor mit mindestens 2 Meßgeräten gleichzeitig Spannung und Strom hinter dem Gleichrichter zu messen, bevor man dem Generator die Schuld gibt.
Akkus sind bei Ladeströmen die grösser sind wie 1/10 der Kapazität sehr schnell an der Ladeschlußspannung und ein intakter Regler läd nur mit geringem Ladestrom egal wie viel der Generator liefern KÖNNTE ( Akkuspannung bitte messen), der Strom wird bei erreichen der Ladeschlußspannung immer weiter sinken, (runtergeregelt).
Ohne Regler nur mit Gleichrichter aber nicht.

Gruß Aloys.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 02.12.2020 - 13:20 Uhr  ·  #15
Hallo Alois,

ich vertraue auf Deine Erfahrung, würde dennoch gerne von Gode mit der "Daumenprobe" (Rastmomente der Magnete) herausfinden, ob es sich um einen normalen magnet Generator oder um einen eisenlosen handelt.

Bei dem Preis von rund 100 Euronen den er neu für das 400W Teil mit VA Material, anständigen Kabeldurchmessern und dann womöglich noch eisenloser Bauweise hingelegt hat kommt man direkt in Versuchung!

Sowas lässt sich in die Bastelkiste packen wenn man es nicht in der Form nutzen möchte...
Che
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 02.12.2020 - 16:22 Uhr  ·  #16
FamZim: "Auch ein Solarregler der bei 17 V erst die Arbeit aufnimmt ist nicht für 12 V geeignet, da ist der Akku schon überladen."
Eher nicht. Darfst nicht vergessen, dass das Werkzeug des MPPT PWM ist, verschaltet im Sinne eines Step-Down Konverers.

@ Gode: Es wird vergeblich sein, bei laufenden Windgeneratoren in der Hütte zu schlafen. Irgendwelche Geräusche gibt es wohl immer. Daher, Kurzschlussschalter rein und dann erst in die Heia.
Che
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Auswuchten

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Gepostet: 02.12.2020 - 21:22 Uhr  ·  #17
Zum Auswuchten noch:

Geht hervorragend, wenn die Generatoren vom Typ "eisenlos" sind. Dann quasi kein Rastmoment, auch kein Ripple, engl. cogging genannt. Da kann man ausreichend gut fest stellen, wo Überschuss an Masse ist.

Da das bei Dir nicht sein wird, geht ansich nur Auswägen der Blätter, bevor sie montiert werden.
Beim 5-Blättrigen könnte auch Tauschen der Blätter genügen, evtl. mehrmals.
Test dann am Mast bei Wind/Testfahrt.

Wenn Ergebnis nicht ausreicht:
Beim Auswägen der Blätter genügt es nicht, nur (A) das jeweilige Gewicht zu ermitteln,
sondern es geht auch (B) um die Gewichtsverteilung.


Letzteres kann so erfolgen, in Anlehnung an Günther Hacker:
Man lege auf einen Tisch 2 Stapel Bücher, so dass ein Flügel noch etwa dreimal in der Breite dazwischen passt. Dann lege man eine dünne Schnur darüber und einmal unterm Tisch durch, und verknote, damit sie einigermaßen straff ist.
Kann mit den Büchern noch verändert werden.
Jetzt Flügel senkrecht dazu auf legen und so lange verschieben, bis er im Gleichgewicht ist.
Anhand der Schnur Peilmarken am Flügel (mit weichem Bleistift) an bringen. Die Verbindung wäre die Schwerpunktlinie.
Diese Peilmarken so genau es geht auf die anderen Flügel übertragen. Diese anschließend dort auflagen.
Durch Masseabtragung oder Zusatzmassen jeden Flügel an dieser Schwerpunktlinie ins Gleichgewicht bringen.


Beträgt bei A der Unterschied bei dieser Kleinanlage D 1,2m mehr als 0,5 Gramm, ist an zu passen.
Wie machen?
Kammern für Luftgewehr-Kugeln aus Blei gibt es nicht.
Schichten von Klarlack auftragen möchte ich auch nicht empfehlen, da dieser, zumindest aus dem KFZ-Bereich, nach 2 jahren schon recht verwittert aus sieht.
Verbleibt Abschleifen von Material, mit Feile bzw. sogar Winkelschleifer. Tunlichst nicht an glänzenden Oberflächen, sondern üblicherweise an der Hinterkante der Blätter. Die wird geringfügig zurück genommen, dort wo es nötig ist. Dabei so, dass es nicht auf fällt.
Kanten anschließend nicht rund machen! Kann pfeiffende Geräusche geben. Sondern nur leicht brechen - technisch scharf. Aus gleichem Grunde Bereiche nahe der Blattspitzen möglchst unberührt lassen.

Vorgang A und B ggf. mehrfach wiederholen.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 03.12.2020 - 03:58 Uhr  ·  #18
Hallo Code,

nachdem ich Deinen letzen Post nochmal durchgelesen - eine Deiner Fragen war noch unbeantwortet - ob Du ein Getriebe 1 zu 2 vorflanschen solltest.

Eher nicht ratsam, zuviel zusätzlicher Reibungswiderstand für ein Dreifluegler Kleinwindrad. Abgesehen vom späteren Anlauf knappst das auch unverhältnismäßig vom Ertrag ab.

Interessant finde ich im Link zum Angebot bei Amazon / Dreifluegler den Flansch zum Mastrohr. Vielleicht war dies Windrad mal ne Spezialanfertigung für Strassenlaternen. Die Ausführung mit Edelstahlbauteilen spräche dafür und auch der niedrige Preis weil das Windrad sonst vielleicht schwer an den Mann zu bringen wäre mit diesem Flansch. Vielleicht Restbestände ? Die Firma findet man bei Google nicht "Buoqua" windgenerator 400 watt, wohl aber ein Portfolio verschiedener Produkte die mit Windkraft nichts am Hut haben.

Was mich bei Dir wundert ist die Masthöhe Teleskop von 10 m auf dem Camper. Ist natürlich gut so hoch aber wie verspannst Du den Mast, wie stabil ist das?

Zitiere:

weil das Windkraftwerk sichtbare vertikale Nickbewegungen vollzieht und somit nachts am Mast "anklopft".

Zitat Ende

Sichtbar? Klopfen die Flügel an den Mast? Ist vielleicht der Flansch des Windrades lose? Alles Fragen.
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 03.12.2020 - 12:14 Uhr  ·  #19
Zitat geschrieben von Carl

Hallo Wieso, guten Morgen!

Warte doch mal ab, unser Gode hat doch in seinem letzten Post gesagt dass möglicherweise keine Magnete im Generator sind und er fragt wie man da Magnete reinzaubern kann.

OK, ich bin wirklich kein Fachmann für Generatoren habe dafür ein Gedächtnis wie ein Elefant:



Ich wünschte Alois der alte Hase liest mit und meldet sich hier mal

Gruß, Carl

Hey Carl , da hast Du Recht , und mein Gedächtniss ist auch nicht aus Elefantenhaut , aber ich wollt nur einen Punkt ansprechen , und der ist, dass bei meiner Instalation damals, wirklich nix oder wenig von der Windkraftanlage rauskam , wenn die PV den Akku sowieso schon über 25-27 V gehoben hat , bis da genug Wind kam um über den Laderegler bzw die Spannung etwas rumkam, aufkommt , fand ich verschwenderisch , also das Windrad dreht schön aber schaft es nicht die Spannung der Batterie zu erreichen , also bleibt die Energie im Generator oder im "Dump-Heitzelement- Laderegler" , aber da wollte ich die Energie nicht haben , und ich bin mir heute noch sehr sicher dass , eine erhöhte Batterie Spannung ( sagen wir von PV hochgehoben ) dem "einfachem " Windrad den Wind aus den Segeln nimmt ! Prinzipiell sollte Mensch darüber mal nachdenken , aber gerade in dem besprochenem Beispiel wo ja auch noch das Thema ist in einen Heiswasserspeicher zu Laden , dann wird das nicht so einfach klappen , da der Solar (PV) Laderegler wohl erst ab einer gewissen Spannung der Batterie ein Relais aktiviert say @28 Volt , aber das Windrad dies eher schwer erreicht .... , wie genau der Windertrag mit der Akkuspannung zusammenhängt ist mir ein gewolltes Rätzel geblieben , wie Mensch Hybrid Off-grid Anlagen zusammenbringt , jedoch war sehr intresannt ...:)
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Re: Wie bewältige ich das Problem mit der Anlaufgeschwindigkeit?

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Gepostet: 03.12.2020 - 12:21 Uhr  ·  #20
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