Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 
Zephyrus
*****
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Alter: 50
Homepage: wind-werkstatt.de
Beiträge: 304
Dabei seit: 09 / 2013
Betreff:

Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 18.02.2022 - 15:04 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen (und speziell an WL01)

ich habe mir jetzt diesen bekannten grünen China-Laderegler gekauft und erste Tests (mit 3Phasen Generator und Autobatterie) werfen viele Fragen auf.

 


Das Hauptproblem ist, dass mal wieder keinerlei MPPT-Regelung erkennbar wird. Es ergeben sich in etwa die gleichen Messwerte wie bei einem Direktanschluss an die Batterie über einen Gleichrichter. D.h. die Strombelastung im Generator ist zu hoch und der Wirkungsgrad bei ca. 50% eher schlecht. Folgerichtig erscheint auch kein Aufleuchten der MPPT-Anzeige im Regler. Sie hat nur einmal kurz aufgeleuchtet als der Generator schon ziemlich heiß wurde, und somit wahrscheinlich die Spannung abgefallen ist..??
Ich habe verschiedene Drehzahlen von 400 bis 750 U/min mit dazugehörigen Leerlaufspannungen von 14,4 V bis 27V und zugehörigen 6 W bis 60W getestet. Ab 750 U/min kann die Batterie offensichtlich nicht genug Strom aufnehmen und die Bremse setzt ein. Nur mit einer zusätzlichen Last geht es höher und die Stromstärke im Generator übersteigt 5A, was bei einem Spulen-Drahtdurchmesser von 0,6mm viel zu hoch ist..

Der Regler zeigt die aktuelle Spannung der Batterie an (U_bat) und die aktuelle Spannung sowie Strombelastung des Generators (U_fan und I_fan) an. Allerdings ist das nicht die Leerlaufspannung, sondern U_fan liegt immer ca. 0,5V über U_bat. Wie kann man das interpretieren?

Die Bremsfunktion aktiviert sich auf verschiedenen Wegen:
wenn die maximale Batteriespannung (U_over) von U_fan überschritten wird
wenn der Boost-Parameter BCV von U_fan überschritten wird
wenn der Parameter U_fanbreaking von U_fan überschritten wird.

U_over ist klar und passt soweit
was dieser BCV Parameter zu bedeuten hat weiß ich nicht
und was der Extra Parameter U_fanbreaking bringt, ist mir auch unklar, da U_over ja eigentlich ausreichen müsste (evtl. ist das die Bremsspannung wenn keine Batterie angeschlossen ist?)

Dann gibt es noch den Parameter "float" (Batterie-Erhaltungsspannung) von dem ich auch nicht so recht weiß, was man damit anfangen soll.

Die Batterie Unterspannung (U_under) funktioniert und alle Verbraucher werden abgeschaltet, sobald die Batteriespannung unter U_under sinkt.


Doch zurück zum Hauptproblem - warum aktiviert sich kein MPPT? Könnte es daran liegen, dass meine Bohrmaschine die Drehzahl unabhängig von der Belastung konstant hält? Was könnte man noch probieren? Oder ist der Regler einfach defekt?

Gruß Zephyrus
WL01
*****
Avatar
Geschlecht:
Alter: 63
Beiträge: 296
Dabei seit: 08 / 2021
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 18.02.2022 - 20:55 Uhr  ·  #2
Ganz klug bin ich von diesem Gerät auch nicht geworden. Nur die Funktion Float und die Ladefunktion für die Batterie (rote LED) hat sich bei mir nie aktiviert und hat so lange Energie aus der Batterie gesogen bis sie leer war.
Bis ...
... bis ich eine Stromquelle an den Solareingang angeschlossen hatte (15V Computernetzteil oder kleine Solarpanele, vielleicht hilft hier auch ein Durchgangskurzschluss -Vorsicht habe ich nie selbst getestet- ). Erst dann wird die Batterie aufgeladen und das System funktionierte einigermaßen. Nur nahm mir der Laderegler (übrigens ein weiteres Modell genau so) die Drehzahl meiner Windturbinen so herunter, dass man deren Leistungen vergessen kann.
Übrigengens das einzige was man mit den Parametern wirklich steuern kann, ist der Stromausgang am "Leistungsausgang", der wird bei Unterschreitung des V-under-Wertes ausgeschalten..

Mittlerweile habe ich diesen Typ Laderegler stillgelegt, bin am Testen eines weiteren (auch nicht besonders effizient) und werde dann in der wärmeren Jahreszeit den dritten Ladereglertyp (neuestes Modell) testen.

Das Hauptproblem m.A. ist, dass diese Laderegler in China verwendet werden, um primär Straßenlaternen damit zu betreiben. Und dazu nutzen sie Windräder, Solarpanelen, starke Batterien und 12V LED-Lampen. Dafür wurden diese "Hybridladeregler" konstruiert und damit funktionieren die angeblich auch optimal. Allerdings werden die dort verwendeten Spezifikationen auch nicht genannt.
wieso
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 2960
Dabei seit: 12 / 2010
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 06:12 Uhr  ·  #3
Ich hab mal die Bedienungsanleitung überflogen ....
Da steht eigentlich nichts drinn dass das ein MPPT-Abwätzwandler ist . (das ist ja eigentlich der Sinn der Sache )

Die Rede ist nur von einem "MPPT - Aufwärtzwandler " (ob man das aber als MPP Ladereglung bezeichnen darf :-/ )
Zitat
Boost MPPT is mainly designed for the situation that most of the time in most
regions where wind energy is not enough to support the generator to generate
electricity to charge the battery


Im Englischen wird von diesen 2 Methoden auch gerne von buck und boost geredet

Auch macht die Ladreglung Erklärung keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck (Absorbtion charge nicht mal erwähnt , und Equalize ist normalerweisse einiges höher bei Säure Batterien)


Gruss Lars
Anhänge an diesem Beitrag
Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler
Dateiname: Screenshot 2022-02-1 …  pdf.jpg
Dateigröße: 39.17 KB
Titel:
Heruntergeladen: 496
WL01
*****
Avatar
Geschlecht:
Alter: 63
Beiträge: 296
Dabei seit: 08 / 2021
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 07:10 Uhr  ·  #4
Im Menü des "Hybridladerreglers" kann man im Grunde nur 3 Parameter beeinflussen:
Vover, Vunder und Floatingcharge.

Laut Tabelle ist:
Vover = Over Voltage Shut off = 16V (hatte ich noch nie)
Vunder = Over Discharge Disconnect = 10.8V (wenn die Batterie darunter fällt, dann schaltet er den Leistungsausgang aus)
Floating = Charging Floating Charge = 13.8V (was er da macht, ist mir schleierhaft)

Das einzige was wirklich etwas bewegte, war eben der Vunder-Wert:
Wenn man im Defaultwert bleibt (10.8V ist für die Batterie etwas schlecht), gibt der Laderegler, wenn Leistung von der Windturbine und der PV-Panele kommt, kontinuierlich so um die 10 Watt.
Also so eine gleichbleibende Leistungskurve mit täglich ca. 230 Wattstunden:
 


Wenn man Vunder auf 11,8V erhöhte, kam es laufend zu so einem Zyklus.
Also zuerst keine Leistungsabgabe und Batterie wird aufgeladen. Dann eine Spitze in der Leistungsabgabe bis fast 60 Watt, schwankend zwischen 20 und 40 Watt, dann wieder Pause und aufladen der Batterie, in Summe so rund 320 Wattstunden am Tag:
 
Levcuso
*****
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Mecklenburg-Vorpommern
Alter: 48
Homepage: sonnenhof-dalliend…
Beiträge: 366
Dabei seit: 03 / 2008
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 10:36 Uhr  ·  #5
Bei meinem Mppt Regler, der dem sehr ähnlich ist, gibt es lediglich ein Boost Funktion, welche an meinem 24v system schon bei knapp 10v effektiv Strom in die Batterie einspeist, welcher allerdings auch vom windrad geliefert werden muss! Die belastung liegt ca. Bei 12watt. Wenn der wind zu schwach ist wird das windrad abgewürgt und anschließend wieder laufen gelassen. Mppt ist anders...
Einmalig konnte ich beobachten das das windrad laut Anzeige 29v lieferte und die batteriespannung bei 27v war. Der Unterschied zum direkt Anschluss an die Batterie ist nur leichte Nutzung unterhalb der batteriespannung und eine bisher sehr zuverlässige dumpload Schaltung. Hat die letzten Stürme mit Bravur gemeistert.
wieso
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 2960
Dabei seit: 12 / 2010
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 10:37 Uhr  ·  #6
Und ? Kann ich net verstehen !


MPPT heisst für mich , die Spannungs differtrnce von Generator und Batterie Sopannung auszugleichen und etwas mehr zu generieren

Ist doch verschissen einfach ein PV modul generiert ca 18 V und die Batterie will halt nur ca 14 V max
Levcuso
*****
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Mecklenburg-Vorpommern
Alter: 48
Homepage: sonnenhof-dalliend…
Beiträge: 366
Dabei seit: 03 / 2008
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 10:41 Uhr  ·  #7
Deswegen schrieb ich ja auch das MPPT was anderes ist als das was diese laderegler tun...
Zephyrus
*****
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Alter: 50
Homepage: wind-werkstatt.de
Beiträge: 304
Dabei seit: 09 / 2013
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 17:09 Uhr  ·  #8
Vielen Dank für eure Erfahrungen! Das ist schon krass dass offensichtlich die wenigsten MPPT-Regler auch tatsächlich ein MPP-Tracking (also einen Spannungsausgleich) machen. Es sieht für mich mittlerweile so aus, dass MPPT nur ein anderes Wort für die Boost-Funktion ist (dass also bei wenig Drehzahl die Spannung etwas angehoben wird um früher zu laden).

Allerdings wundert es mich schon, denn mein Regler hat ja extra zwei Anzeigen die eine (BCV) für die Boost-Funktion und dann nochmal eine extra MPPT-Anzeige, die ja auch einmal kurz (warum auch immer?) aufgeleuchtet hat.

Die Batterie- Überwachungsfunktionen funktionieren offensichtlich ganz gut und ebenso der Dumpload. Auch die rote Ladeanzeige leuchtet bei mir sofort bei Energieerzeugung und lädt die Batterie - nur eben ohne MPPT und daher mit schlechter Effizienz.

Die Boost-Funktion muss ich noch genauer untersuchen wenn ich einen langsameren Antrieb habe..
Che
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Wurzen
Alter: 68
Homepage: geopolos.de
Beiträge: 2785
Dabei seit: 06 / 2014
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 18:43 Uhr  ·  #9
Wenn bei Hybrid-Ladereglern MPPT angegeben ist, so muss man damit rechnen, dass das nur für den PV-Teil gilt.

"U_fan liegt immer ca. 0,5V über U_bat" Da ist noch ein FET dazwischen, was ja zur Vermeidung von Überladung abschalten soll.
Wenn mit 2 Messgeräten gemessen: Es gibt Toleranzen.

"Parameter "float" (Batterie-Erhaltungsspannung)" bzw. "Floating = Charging Floating Charge = 13.8V (was er da macht, ist mir schleierhaft)". Muss aktiviert werden, wenn Bleibatterien verwendet werden, die keine Gasung vertragen, wie Vlies-Batt. (AGM) oder Gel-Ausführungen.

Dass ne Batterie mit ihrer, verglichen mit dem Generator, konstanten Spannung einen Generator "runter zieht" und überlasten kann, ist bekannt.
Wenn dann noch ein Booster dazu kommt, wird zumindest das wohl auch nicht besser. Habe gerade einen vermessen.
wieso
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 2960
Dabei seit: 12 / 2010
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 19.02.2022 - 22:28 Uhr  ·  #10
Zitat
The wind generator charging part and Solar charging part are independent
from each other, wind generator charging adopts booster MPPT technology,
which makes under low wind speed, the wind generator's electricity can still be
used; In the high wind speed or the wind generator power beyond the scope of
the battery and load absorption, the controller launches the unloading function
by dump load resistor, protects the system and controller, battery. Solar
charging use in series MOS tube PWM technology, which makes the power
consumption small, more stable


steht so im "Handbuch" des Ladereglers


Che
Zitat
Wenn bei Hybrid-Ladereglern MPPT angegeben ist, so muss man damit rechnen, dass das nur für den PV-Teil gilt.
da stimm ich Dir zu , deshalb hatte ich auch etwas nachgeforscht , weil normallerweisse diese Hybrid Laderegler der MPPT Teil eher nur für PV gilt !
Aber ist halt wohl wieder mal ein "Bauernfänger" Produkt , leider und das schadet der guten Idee eines Midnite Classic Wind MPPT Laderegler, auch Schams-solar http://schams-solar.de/download/WIND/prospekt-WMR500_DE.pdf

Und auch wenn es mich nicht viel angeht , sollten wir hier deutlich machen , was zu empfehlen ist! Die MPPT Theorie eventuel nochmal besser beleuchten hier im Forum , ...

Bei PV ist es mir nicht mehr so wichtig wie früher , da zb ein 30 volt Netz Modul ja eigentlich recht genau bei 24 V Batteriespannung liegt , und das ändert sich nicht viel, ob jetzt mehr oder weniger Sonne aufkommt , ganz im Gegensatz zu Windverhältnissen , denn dan würde die Windturbine gerne mehr aber darf nicht da an der Batterie angeklebt .... und falls Du Dich erinnerst war das mein Grund meine Windturbine von der Batterie zu lössen um via Netzwechselrichter und Mppt diese zu betreiben
Che
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Wurzen
Alter: 68
Homepage: geopolos.de
Beiträge: 2785
Dabei seit: 06 / 2014
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 20.02.2022 - 09:24 Uhr  ·  #11
"der MPPT Teil eher nur für PV gilt !" Steck nicht drin in dem Teil, war aber ne Vermutung.
Müsste mal mit einem Labor-Netzteil was eingespeist werden, was höher als die Batteriespannung ist.
Erst dann dürfte das MPPT wirksam werden.
Vorwiderstand als Simulation für den Wicklungswiderstand aber davor! Sonst gibt es aus meiner Sicht auch keinen Arbeitspunkt zu finden.

Verarsche ist das nicht unbedingt. Man muss nur wissen, wie man es lesen muss. Einfache Ladegeräte für Wind waren wohl alle ohne MPPT. Die es aber haben kosten auch entsprechend.

Nachtrag für Zephyrus:
"und die Stromstärke im Generator übersteigt 5A, was bei einem Spulen-Drahtdurchmesser von 0,6mm viel zu hoch ist."
Ein Rotor wäre in der Drehzahl runter gegangen, da zu viel Energie entnommen wird.
Ne Bohrmaschine aber behält ihre Power.

PS: Ein Akku muss auch passen. Was wohl nicht gegeben ist, wenn für 5A ne zusätzliche Last nötig war.
wieso
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 2960
Dabei seit: 12 / 2010
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 20.02.2022 - 09:34 Uhr  ·  #12
Zitat
Verarsche ist das nicht unbedingt. Man muss nur wissen, wie man es lesen muss.


Absolute Verarsche ist dies ! Ich kenn MPPT Laderegedler ! Und Du .... Kennst Du einen persönlich ?
Zephyrus
*****
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Alter: 50
Homepage: wind-werkstatt.de
Beiträge: 304
Dabei seit: 09 / 2013
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 20.02.2022 - 14:17 Uhr  ·  #13
Ja das ist bitter - es deutet wirklich alles darauf hin, dass sich das MPPT nur auf den Solarteil bzw. die Boost-Funktion bezieht. Dass das bei diesen kleinen, günstigen gekapselten "MPPT"-Reglern so ist, damit hätte man rechnen können. Aber dass diese großen und teuren Regler windseitig im Grunde gar nichts regeln als nur die Batterie-überwachung + Bremse hätte ich echt nicht gedacht..das ist schon Bauernfängerei..

Ich habe lange überlegt ob ich in den sauren Apfel von Schams-Solar (windmax 500 für 400 Euro, ohne Digitalanzeige) beißen soll oder eben so ein schickes China-Produkt für weniger als den halben Preis nehmen soll. Naja jetzt bin ich schlauer...
Aber 400 Euro sind für so kleine Windräder wie meines (1,12 m Durchmesser) eigentlich nicht mehr im Verhältnis.

Irgendwie muss es doch eine Möglichkeit geben, wie man mit einfachen Mitteln (Spannungswandlern, Kondensatoren, Batterien unterschiedlicher Spannungen etc.) dem Generator seine Spannung hochlaufen lässt um ohne Überhitzung überhaupt mal in höhere Leistungsbereiche (bis 200W) zu kommen und den Wirkungsgrad zu verbessern? Wer das schafft, sollte den Kleinwind-Nobelpreis gewinnen :-)

@ Che
Es stimmt schon, dass die Bohrmaschine die Drehzahl aufrechterhält und im Realbetrieb die 5A nicht dauerhaft wären, aber 5A bei 12 V sind eben auch nur 60W und somit spätestens bei Windstärke 4 Feierabend..

Vielleicht mache ich noch einen Test und schließe den Generator über einen Gleichrichter an den Solareingang des Reglers an. Mal sehen ob sich dann das MPPT einschaltet. Oder kann man da etwas kaputtmachen?

@wieso

Wo hast du eigentlich das Handbuch her? Gibt es das im Netz? Bei meinem Regler war nur so ein Mini-Büchlein mit wenig Information dabei..
Erdorf
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 52
Beiträge: 2689
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 20.02.2022 - 15:33 Uhr  ·  #14
Hi Zephyrus,

Zitat
Irgendwie muss es doch eine Möglichkeit geben, wie man mit einfachen Mitteln (Spannungswandlern, Kondensatoren, Batterien unterschiedlicher Spannungen etc.) dem Generator seine Spannung hoch laufen lässt.


Ja, je ein bi-polare Kondensator in Reihe geschaltet auf je eine der Phasen, zumindest theoretisch.
Wir hatten so etwas mal hier im Forum versucht. Vielleicht findest du es ja noch.

Die Idee: Kondensatoren in Reihe werden mit zunehmender Frequenz (Drehzahl) leitend, lassen also mehr Strom durch.
Hierdurch wird ähnlich wie bei elektronischen MPP Verfahren, das Windrad mit höherer Spannung und Drehzahl betrieben.

Die Schwierigkeiten dieses Ansatzes:
+ Die Kosten der Kondensatoren
+ Strombelastbarkeit und Langlebigkeit der Kondensatoren
+ Abstimmung, Dimensionierung auf das Windrad

Ein anderer Ansatz wäre z.B. ein Micro Controller der mittels analoger Eingänge Drehzahl, Spannung, Strom des
Windrades erfasst und eine PWM ansteuert.
Diese PWM steuert dann über externe MOSFET dann die Belastung, den Strom des Windrades.

Links:
https://store.arduino.cc/products/arduino-uno-rev3
https://create.arduino.cc/proj…fet-7e0242

Grüße
Zephyrus
*****
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Alter: 50
Homepage: wind-werkstatt.de
Beiträge: 304
Dabei seit: 09 / 2013
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 21.02.2022 - 10:08 Uhr  ·  #15
@erdorf

Danke für deine sehr interessanten Ansätze - leider bin ich elektrotechnisch sehr schlecht bewandert und kann die beiden Ideen nur schwer beurteilen.
Aber die Idee mit mehreren in Reihe geschalteten Kondensatoren wäre genial und genau das was ich suche - ein unkompliziertes, leicht zu verstehendes, selbstregelndes System das "nur" durch die Wahl der richtigen Komponenten zufriedenstellende Ergebnisse liefert (muss nicht das Optimum sein) und nicht all zu viel kostet. Falls einzelne Kondesatoren verschlissen sind, könnte man die irgendwann austauschen. Knackpunkt sind eben die Kondensatoren: welche Art von Kondensatoren wären denn geeignet und um welche Größenordnung (vor allem auch preislich) geht es dabei?
Leider konnte ich noch keinen Thread zu dieser Idee finden...gibts irgendwie ein Stichwort?


Aber auch die Microcontroller-Variante klingt interessant - hat sich da schonmal jemand rangetraut? Kann man so ein MOSFET nicht auch ohne Microcontroller ansteuern - am besten über die Generatorspannung selbst? Denn wenn ich das richtig verstanden habe arbeitet so ein MOSFET ja wie eine Art Verstärker. Je höher die Steuerspannung, desto mehr Strom lässt er durch (oder auch anders herum je nach Ausführung) und entsprechend mehr (oder weniger) Leistung wird dem Generator abverlangt. Dann hätte man zwar nur eine lineare Kennlinie, statt der exponentiellen Leistungskennlinie des Windrades, aber dann wäre vielleicht schonmal ein Großteil des Problems gelöst - wenn auch nicht optimal, dafür aber sehr einfach..?
FamZim
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Alter: 74
Beiträge: 1635
Dabei seit: 08 / 2014
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 21.02.2022 - 12:09 Uhr  ·  #16
Hallo

Zu Kondensator in Reie.
Aus 2 Elkos macht man einen Bipolaren Kondensator.
Mein Versuch - 2 Elkos 35 V und 3700µF an 5 V Wechselspannung mit 50 Hz leiten einen Strom von 5 A durch.
Es ist kaum eine Wärmeentwicklung festzustellen.
Man lötet einfach beide + oder - zusammen .
Die anderen Anschlüsse sind dann in Reie mit der Wicklung vor dem Gleichrichter zu schalten.
Meine Elkos sind nur Daumengroß.
Für höhere Spannung oder Frequenz ist dann ein geringerer Wert zu wählen, die Spannung lieber höher so 63 V gibt es da.

Gruß Aloys.
wieso
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 2960
Dabei seit: 12 / 2010
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 21.02.2022 - 17:24 Uhr  ·  #17
Zitat
@wieso

Wo hast du eigentlich das Handbuch her? Gibt es das im Netz? Bei meinem Regler war nur so ein Mini-Büchlein mit wenig Information dabei..


Hi Zephyrus

Ich denke das dies das Manual ist, zu dem besprochenen Laderegler , hat mich irgendwie intressiert , da uích wohl auch schon den ein oder anderen Laderegler gekauft habe wo MPPT draufstand aber nicht drin war

https://www.alternativ-strom.c…al-en-.pdf
Che
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Wurzen
Alter: 68
Homepage: geopolos.de
Beiträge: 2785
Dabei seit: 06 / 2014
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 21.02.2022 - 18:56 Uhr  ·  #18
Zitat
Die Idee: Kondensatoren in Reihe werden mit zunehmender Frequenz (Drehzahl) leitend, lassen also mehr Strom durch.
Hierdurch wird ähnlich wie bei elektronischen MPP Verfahren, das Windrad mit höherer Spannung und Drehzahl betrieben.

Muss die Wirkung nicht gerade umgekehrt sein? Wenn die Spannung wegen der höheren Drehzahl am generator hochsteigen will, muss der Widerstand zur Batterie hin steigen, damit jene die Generatorspannungt nicht runter ziehen kann.

Jetzt aber alternativ 3 Drosseln zu wickeln fände ich überzogen.
Dann würde ich es fast bei ner einfachen Lademaschine belassen, mit weniger Ertrag dann.

MPPT sollte für Windkraft auch funktionieren, denn im Handbuch (über wieso) steht:
Kapitel III:
◆ Using MPPT fan charging method, the charging efficiency is more superior
than ordinary PWM method
◆ Boost charging function solves the problem of low charging efficiency due to
fan's low wind speed (optional)

Kapitel IX:
"Wind generator MPPT charge function"

Kann sein, dass das garnicht so leicht fest zu stellen ist. Denn wenn die Generatorspannung (DC) zufällig der Batteriespannung entspricht, muss da auch nichts gewandelt werden.

Zitat
Vielleicht mache ich noch einen Test und schließe den Generator über einen Gleichrichter an den Solareingang des Reglers an. Mal sehen ob sich dann das MPPT einschaltet. Oder kann man da etwas kaputtmachen?

Musst sehen, dass Du mit Volt DC nicht höher kommst, als für PV-ingang zulässig. Sonst könnte es die Varistoren zerhauen, die leistungsarme Überspannungen kappen, wie z.B. durch Blitzeinschläge in der Nähe (indiktive und kapazitive Einstreuungen)

Dass bei PV-MPPT alle paar Minuten mal der gesamte Arbeitsbereich vom Leerlauf bis zum Kurzschluss durchfahren wird, das könnte sein, muss aber nicht.
Zephyrus
*****
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Alter: 50
Homepage: wind-werkstatt.de
Beiträge: 304
Dabei seit: 09 / 2013
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 21.02.2022 - 21:04 Uhr  ·  #19
@famzim

Dass die Kondensatoren nicht warm werden ist denke ich ein gutes Zeichen. Aber irgendwie bräuchte ich eine wenigstens grobe theoretische Grundlage, wie man die passenden Kondensatoren berechnen kann. Ansonsten müsste man sich da sehr mühsam mit Versuch und Irrtum herantasten. Aber preislich sieht es gar nicht so schlecht aus, solange man keinen großen Becher-Elkos braucht..

@Che
Zitat
Dann würde ich es fast bei ner einfachen Lademaschine belassen, mit weniger Ertrag dann.


Ein Direktanschluss ist einfach unbefriedigend - der Wirkungsgrad schlecht, die Überhitzungsgefahr sehr groß bzw. bei spätestens 60W Ende der Fahnenstange. Irgendeine (Zwischen-)Lösung muss da her..

Aber interessant was im Handbuch steht (danke @wieso!) - sollte also doch MPPT bei Windstrom geben, nur wie? Ich habe ja verschiedene Drehzahlen ausprobiert und auch bei 750U/min (da hätte mein Generator eine Leerlaufspannung von 27V) war keine MPPT-Regelung erkennbar, obwohl es da auf jeden Fall etwas zu regeln gegeben hätte..

Den Anschluss an den Solareingang würde ich erstmal nur mit kleiner Drehzahl machen (ca. 17V Leerlaufspannung). Mal sehen was passiert..
Erdorf
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 52
Beiträge: 2689
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Erfahrungen und Probleme mit China-Laderegler

 · 
Gepostet: 21.02.2022 - 22:18 Uhr  ·  #20
Hallo Che,

Zitat
Muss die Wirkung nicht gerade umgekehrt sein? Wenn die Spannung wegen der höheren Drehzahl am generator hochsteigen will, muss der Widerstand zur Batterie hin steigen, damit jene die Generatorspannungt nicht runter ziehen kann.


Bei dem "Kondensator Hack", geht es darum den Strom in den Akku mit zunehmender Drehzahl (Frequenz/Wind) ansteigen zu lassen. Hierdurch läuft dann das Windrad hoch, dreht schneller und wird erst bei höheren Drehzahlen mit viel Strom
und Drehmoment belastet. Die Spannung wird dann vom Akku + Kondensatoren vorgegeben.
Das hilft wenn das Windrad zu früh belastet und abgewürgt wird.
Normalerweise geht die Leistung des Windrades kubisch mit der Windgeschwindigkeit.
Ohne Kondensatoren wird linear mit der Windgeschwindigkeit belastet, da Ugen ~ Vwind
Mit Kondensatoren wird immerhin quadratisch mit der Windgeschwindigkeit belastet.
Soviel zu dieser Theorie, so richtig MPPT wird das nichts mit nur Kondensatoren.

Grüße
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0