Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

 
Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 28.11.2008 - 04:27 Uhr  ·  #241
@Bernd: Wegen des identisch mit dem Bogen der Umlaufbahn gebogenen Hinterfluegelteils habe ich nie Messungen gemacht, um zu bestaetigen, dass diese Form wirklich bessere Wirkungsgrade erzielt als ein gerades Blatt. Zwar erwartet man eigentlich aus logischen Gruenden, dass ein gebogenes Blatt bessere Werte aufweist, jedoch gibt es bisher keine Vergleichsdaten, an denen man sich orientieren koennte. Carl
arcobär
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 28.11.2008 - 09:19 Uhr  ·  #242
Hallo Bernd,

wenn du noch weiter probieren willst, dann messe doch noch mal mit einem geraden Blatt gleicher Abmessung, da dieses nach meinen Überlegungen eventuell günstiger sein könnte.

Bei deinen bisherigen guten Ergebnissen macht man sich schon langsam Gedanken zum Bau einer „Großausführung“.
Das größte Problem wird der Generator werden, da man bei der niedrigen Schnelllaufzahl nicht ohne Spezialgenerator oder Getriebe bzw. Übersetzung auskommen wird.
Das eigentliche Problem ist auch gar nicht mal der Wirkungsgrad des Getriebes, denn dieser liegt bei einstufigen Getrieben bzw. Riemenübersetzungen zwischen 85 und 95%, sondern die Erhöhung des Leerlaufmomentes bzw. Rastmomentes entsprechend der Übersetzung.
Es eignen sich dafür nur Generatoren bzw. Motore mit leicht drehenden Wellen und die muss man erst mal finden.

Gruß Uli
Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 28.11.2008 - 11:40 Uhr  ·  #243
Da Uli gerade den Gedanken einer Nutzanlage fuer draussen anspricht, ich lese gerade sorgsam alle Beitraege von Anfang an durch und sehe da auf Seite 2 den Beitrag von Levusco (Joerg): Fuenffluegler, Rotordurchmesser 3m, Fluegelhoehe 80 cm, Fgl.breite 50 cm, Material Sperrholzplatten, Dachrinne. Von Bruno wurde die geringe Fluegelhoehe als unproportional zum Rotordurchmesser eingeschaetzt und nachteilig fuer einen guten Wirkungsgrad genannt. Das mag bei konventionellen Profilen zustimmen, hier am durchstroemten Fluegel ist ein Wirkungsgradverlust wegen der Endkappen, die Fluegelrandverluste sehr effektiv verhindern, nicht mehr relevant. Man kann durchaus mit kurzen Fluegeln einen leistungsfaehigen Rotor bauen. Kurze Fluegel haben zudem den nicht zu unterschaetzenden Vorteil, dass sie besser den Belastungen durch Lastwechsel standhalten, denn mit einer einzigen punktmaessigen Befestigung an nur einem Tragarm sind alle, nicht nur dieser Typ Fluegel bei groesserer Fluegellaenge starken Materialermuedungserscheinungen besonders am Befestigungspunkt ausgesetzt. Mein Tip: Bei langen Fluegeln in mehreren Sektionen zusaetzliche Tragarme verwenden! Als sehr sicheren Bauwert wuerde ich den Rotorradius als Abstandsmass der einzelnen Tragarmsegmente zueinander waehlen, ohne Ruecksicht auf Leistungsverluste durch Reibung im Windstrom. Ein Abstand in der Groesse des Rotordurchmessers wuerde ich als absolutes Minimum betrachten! Alle Experten, die laengere Zeit mit H-Rotoren zu tun hatten, kennen die starken Materialbelastungen durch die Lastwechsel der Fluegel im Umlauf. Die kann man mit Tragarmsegmenten besser auffangen. Wird natuerlich aufwendiger und teurer, weshalb der durchstroemte Fluegel sich mit seinen auch bei proportional kurzen Fluegeln gutem Wirkungsgrad fuer eine Bauweise wie bei Joerg gut eignen duerfte. Der Rotordurchmesser der Anlage von Joerg scheint proportional zum Standort und zu seinem stabil wirkenden Aufbau auf einem Dach mit der Fluegelhoehe zu harmonieren, ich haette ohne Ruecksicht auf Wunschleistungen instinktiv die etwa gleichen Abmessungen gewaehlt, wobei die fuenf Fluegel dem Rotordurchmesser entsprechend ebenfalls fuer einen guten Drehmoment sorgen duerften. Joergs Rotorabmessungen scheinen absolut zu der Umgebung des Aufbaus zu passen, ich wuerde da nichts Grundlegendes dran aendern. Wegen der Moeglichkeit, durchgehende Tragarme zu verwenden, haette ich bei ihm vielleicht sogar 6 Fluegel gewaehlt. Drei Meter Rotordurchmesser lassen diese Anzahl Fluegel locker zu. Die Relation der Fluegelanzahl zum Rotordurchmesser scheint mir eine lohnende Aufgabe fuer Messexperten wie Bernd zu sein, nur fuerchte ich, dass man ihn nicht zu sehr belasten darf, vielleicht schafft man das auch mit weniger anspruchsvollen Messmethoden. Je groesser desto mehr kommt der Vorteil hoeheren Drehmomentes von einer groesseren Anzahl von Fluegeln zum Tragen. Das haengt mit der Relation von Drehzahl, Drehmoment und Massetraegheit im Uebersetzungsstrang und Generator zusammen. Was bei kleinem Durchmesser mit drei Fluegeln noch gut ist, kann sich mit der groesseren Abmessung des Rotordiameters enorm aendern! Genauso wie ein Floh 200 mal so weit springt, wie er lang ist. Das kann ein Elefant nicht und muss sich deshalb anderer Mittel bedienen, wenn er eine Nuss knacken will. Bitte schaut mal in Wikipedia im Artikel Kreisbahnlagerung, wo am Ende des Artikels auch Kreisbahnlagerungen fuer Windkraftanlagen angesprochen werden. Ich habe vor 15 Jahren in Gran Canaria den durchstroemten Fluegel als Zweifluegler auf Rollschuhen mit angeschlossenen Fahraddynamos am Boden rotieren lassen, funktioniert einwandfrei! Laeuft prima an, Gluebirnchen leuchtete ab 3-4 msec. Windgeschwindigkeit! Theoretisch kann man eine solche Kreisbahn auf mehrere Kilometer Durchmesser ausdehnen und damit die Leistung eines Atomkraftwerkes in den Schatten stellen (theoretisch). Bei solchen Abmessungen wird dann auch deutlicher, welche Relation die Fluegelanzahl mit dem Rotordiameter haben kann. Eine Anlage mit 10 km Durchmesser wird mit nur drei Fluegeln schlecht ausgelastet sein. Nach Betrachten des etwas wackeligen Videos von Joerg sehe ich, dass die Drehzahl noch einigermassen akzeptabel ist (jedenfalls fuer diese rustikale Variante eines Rotors) - 1 Umdrehung = 2 Sekunden bei Wind von etwa 10msec. oder? - dafuer hat der grosse Diameter doch sehr starke Hebelwirkung, es gibt einen sehr hohen Drehmoment der auch gemeinsam mit der Vielzahl der Fluegel zusaetzlich beim Anfahren mithilft, die Traegheit durch Uebersetzungsgetriebe und Generator zu ueberwinden. Als Generator fuer die Groesse seines Windrades wuerde ich einen leichtlaufenden Generator mit etwa 500 Watt fuer einen guten mittleren Wert halten, wenn man keine genaueren Messdaten fuer eine exakte und optimale Berechnung zur Verfuegung hat. Ich schaetze das mal so aus dem Handgelenk nur mit Hilfe der optischen Betrachtung. Die langsame Umdrehungszahl taeuscht ja auch etwas, weil im aeusseren Umkreis des Rotors doch hoehere Geschwindigkeiten erzielt werden. Die Auslegung von Joerg gefaellt mir also sehr gut fuer den Anfang, nur muss er sich wohl damit zufrieden geben, dass mit solch einer Konstruktion nicht mehr als der Ertrag von 10 mittleren Solarmodulen a 50 Watt erreicht werden duerfte, eher noch etwas weniger. Das ist aber auch schon etwas, wenn man die hohen Preise fuer Solarmodule in Betracht zieht und bedenkt, dass ein Windrad wie Joergs, welches aus recykeltem Material und aus Holz gebaut wurde, keine Umweltbelastung bei der Herstellung der Materialien und beim Bau verursacht. Das ist dann aber auch eine Anlage, die man als Bauer irgendwo auf dem Land nachbauen kann, waerend eine hochentwickelte leistungsfaehigere Anlage kaum noch anders als industriell gefertigt werden kann, wenn sie nicht unverhaeltnissmaessige Kosten durch Zeitaufwand und Material, Maschinen und anderen Aufwand verursachen soll. Da ist es fuer jeden immer eine Frage, in welcher Richtung er seine Prioritaeten setzt. Nicht zuletzt ist es auch eine Frage des Koennens, der Fertigkeiten und der Moeglichkeiten im Umfeld. Also: von meiner Seite ein Bravo an Joerg, nicht den Mut verlieren, und wer sich mehr zutraut, so wie viele andere hier im Forum - lasst Euch nicht davon abhalten, es hat beides grosse Zukunft. Sowohl der industrielle Fortschritt als auch eine dezentralisierte Versorgung mit primitiven Mitteln macht einen guten Sinn. Wenn ein Hufschmied ein Windrad reparieren kann, dann ist es gut fuer das Land. Wir brauchen beides. Carl
BerndH
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 28.11.2008 - 22:01 Uhr  ·  #244
@ Uli
Zitat
Deine Vorflügel sehen optisch sehr gewaltig aus. Meiner besteht aus einem halben 30-er Plasterohr und mein gerades Profil ist 13 cm tief, so dass der Vorflügel wesentlich kleiner wirkt.

Immerhin hat dein Flügel bzw. Leitblech schonmal nahezu exakt die Abmessungen die auch meins hat, nämlich 13,2cm. Das ist schonmal gut.

Ich habe mir heute alte Abdeckungen von grossen Kunststoffkabelkanälen mitgebracht, aus denen ich morgen
gerade "Leitbleche" auch mit 13,2cm Tiefe (wie meine derzeitigen gebogenen Alubleche) sägen werde.
Dann werde ich Messungen mit geraden und im Rotorradius gebogenen Leitblechen durchführen.
Meine Prognose : Das gebogene Blech wird leicht vorn liegen.
Aber das wird sich morgen zeigen

Uli wie wäre es mit einem eisenlosen Generator der über ein Planetengetriebe mit sagen wir 1:3 angetrieben wird ?

Für die konstruktive Auslegung eines "realen Grossmodells" sehe ich derzeit zwei wichtige Bemaßungsfaktoren.

Nr. 1
Das Verhältnis von Vorflügeldurchmesser zur Leitblechtiefe.

Dieses Verhältnis liegt bei meinem derzeitigen Testrotor bei 1 : 2
Ob das Ideal ist wird sich noch zeigen müssen.

Nr. 2
Das Verhältnis von Gesamttiefe aller vorhandenen Rotorblätter zum Rotorumfang.

(Das liegt bei mir derzeit bei ca. 1 : 3,3 = 3x 16cm : 157cm)
Ich schreibe bewusst "aller" Rotorblätter, also alle Blatttiefen zusammengezählt,
weil ich denke das es ein Idealverhältnis auf dem Rotorumfang gibt von "Flügel zu kein Flügel".
Zu wenig Flügelfläche ergibt zu wenig Ernte, siehe Einflügler.
Zuviele Flügel/Flügelfläche beschattet/behindert sich vermutlich gegenseitig.
Wo das Idealmaß liegt ist derzeit noch unklar. Ganz weit vom Ideal scheinen wir bauchgefühlmässig aber nicht entfernt zu liegen.

Wenn beide Faktoren ermittelt sind, kann sich jeder individuell "sein" Windrad daraus bauen.
Die Flügelanzahl und Blatttiefe kann dann gemäß diesen Werten individuell gestaltet werden, z.B. 2 Flügel,
3 Flügel oder auch 5 oder auch sieben... es ändert sich dann nur die Blatttiefe und die Vorflügelgrösse.
Trotzdem würde jeder "Individualist" immer nahe am Optimum operieren. Eine prima Sache denke ich.

Für beide Bemaßungsfaktoren müssen Idealwerte ermittelt werden, bei denen sich ein Maximum an Ertrag ergibt.
Genau das werden wir nach und nach durch unsere Untersuchungen heraus bekommen.
Ich frage mich manchmal, ob jedes kommerzielle Produkt derart akribisch optimiert wurde ?
Wenn wir fertig sind, können wir glaube ich wirklich ein bisschen Stolz auf das alles sein. :)

@ Carl
Deine Kreisbahnlagerung auf Rollschuhen finde ich einfallsreich, sowas gefällt mir immer.
Wie du schon sagtest könnte man auf diese Weise wirklich einen riesen Durchmesser erzeugen.
Dann müsste man sich aber noch Gedanken machen, wie man es erreichen kann
das die Konstruktion bei starken Wind nicht umkippt.

Auch fand ich es gut, das du die vielen Vorherigen Beiträge zu durchströmten Profil zum Teil nochmal angesprochen hast.
Der Jörg der den wohl bislang grössten Rotor baute, hat ja leider schon eine Weile nichts mehr geschrieben.
BerndH
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 28.11.2008 - 22:19 Uhr  ·  #245
Anlaufverhalten 3 flügeliger durchströmter Rotor

Von Anfang an hat mich das sehr gute Anlaufverhalten des durchströmten Rotors fasziniert.
Heute habe ich dann den Hardcoretest durchgeführt.

Ich habe in meinem sehr langen Hausflur den 40cm Tischventilator in über 5m Enternung zum 3 flügeligen Rotor aufgebaut.
Dann habe ich den Ventilator auf Stufe 1 (!) eingeschaltet und was soll ich sagen, der Rotor dreht einfach so los.
Um genauere Aussagen treffen zu können bemühte ich meinen Windmeßgerät "Windmaster 2"


Dieser Windmesser ist wirklich nur zu empfehlen. Sein Mini Schalen-Anemometer ist ähnlich einem mechanischen Uhrwerk
in Edelsteinen gelagert und dreht extrem leicht, was fast noch untertrieben ist. Wenn man ihn langsam vor sich hin und her schwenkt,
ermittelt er dabei wie schnell man das Gerät in der Luft bewegte, wirklich sehr überzeugend.

Mit Hilfe des Windmaster ermittelte ich ab wann sich der Rotor zu drehen beginnt.
Die folgenden Werte setzen natürlich eine sehr leichtgängige Lagerung des durchströmten Rotors voraus.

Rotoranlauf bei : bei 0,6 m/s
Rotorweiterlauf : ab 0,5 m/s
Bei beiden Werten fällt es mir schwer noch von "Wind" zu reden und auch der super feinfühlige Windmaster hört bei ca. 0,4m/s auf Werte anzuzeigen.

Im Grunde sagen diese Werte natürlich nichts über Qualitäten wie Wirkungsgrad etc aus,
ich fand es dennoch interessant und nennenswert.
Immerhin scheinen die Werte eine gute Schwachwindnutzung in Aussicht zu stellen.
BerndH
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 01:28 Uhr  ·  #246
Messergebnisse zu später Stunde. Einfluss der Vorflügelgrösse :
Messungen am 2 flügeligen durchströmten Rotor mit unterschiedlichen Vorflügelgrössen und Formen:



1)
Vorflügel ohne Endkappen, Durchmesser 6,5cm Durchmesser parabelförmig geformt (Marley Dachrinne Duplex)


Leerlaufdrehzahl = 115
100 U/min = 0,013 NM = 0,136 W
90 U/min = 0,026 NM = 0,245 W
80 U/min = 0,042 NM = 0,352 W
70 U/min = 0,061 NM = 0,447 W
60 U/min = 0,068 NM = 0,427 W

1)
Vorflügel ohne Endkappen, Durchmesser 5,2cm Durchmesser halbkreisförmig geformt


Leerlaufdrehzahl = 105
100 U/min = 0,011 NM = 0,115 W
90 U/min = 0,022 NM = 0,207 W
80 U/min = 0,040 NM = 0,335 W
70 U/min = 0,055 NM = 0,403 W
60 U/min = 0,062 NM = 0,390 W

Der Unterschied entspricht im Nutzdrehzahlbereich in etwa dem prozentualen Unterschied des Vorflügelsdurchmessers.
Ich werde den Vorflügel weiter vergrössern um den idealen Faktor (Vorflügeldurchmesser zu Blatttiefe) zu finden.
Derzeit scheint sich ein recht grosser Vorflügel (Bauchgefühl) als vorteilhaft zu erweisen.
Vermutlich ist das Verhältnis Vorflügeldurchmesser zur Blatttiefe von 1 : 2 (wie bei meinener Marley Dachrinne als Vorflügel)
noch nicht das Optimum.
Ich bin gespannt.
Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 04:16 Uhr  ·  #247
Bernd: Beeindruckend Deine Messungen. Das Anlaufverhalten hat mich auch immer gepackt wie auch die sonstigen Leistungen. Wenn mir auch mangels Messungen dabei immer die unumstoessliche Sicherheit gefehlt hatte. Ich musste ja irgendeinen Grund haben, 20 Jahre lang an das System zu glauben, andere Bestaetigung war ja nicht und solche guten Messmethoden, dazu gehoeren nicht nur viel Wissen und Werkzeug sondern auch ein Haendchen dafuer. Einer allein kann nicht die ganze Welt tragen. Gut, das Du jetzt auch alle Verhaeltnissmaessigkeiten auslotest. Verhaeltniss: Vorfluegeldurchmesser zu Leitblechtiefe, Verhaeltniss: Abstaende Leitblech-Vorfluegel und das Verhaeltniss: Gesamttiefe aller Fluegel zusammengerechnet zum Rotorumfang. Bei letzterer Messung wuerde mich auch interessieren, ob das ermittelte Idealverhaeltniss konstant bleibt, wenn man den Rotordurchmesser veraendert. Du hast die Kreisbahnlagerung angesprochen und gefragt, wie man verhindern kann, dass bei sehr umfangreichen Kreisbahnen bei Sturm die Rotorkomponenten nicht umkippen. Diese Frage verstehe ich so noch nicht, weil doch eine Kreisbahnlagerung extrem breit gelagert kaum umkippen kann. Allerdings laesst sich eine solche Anlage bei kilometergrossem Durchmesser nicht mehr konstruktiv mit dem zentralen Drehpunkt verbinden, waere zu schwer. Vielleicht meinst Du einzelne Fluegel, die weitgehend eigengelagert ohne statische Verbindung zur Drehachse umlaufen und so in Gefahr waeren, umzustuerzen. Das stelle ich mir dann so vor, dass die Leitschiene, auf der ein solches Vehikel laeuft, gleichzeitig auch die Elektrizitaet erzeugend (Linearmotor-Magnetbahn) die Stabilitaet geben kann, wenn diese Leitschiene als breite Doppelschiene gestaltet ist, so breit, dass die Fluegel (oder Segel) ausreichend nach allen Seiten breit gelagert, abgestuetzt oder verstagt werden koennen. Der Abstand der Fluegel zueinander liesse sich leichter fixieren als die Verbindung zum Mittelpunkt der Kreisbahn, vielleicht durch elektronische Sensortechnik, weil das weniger Materialaufwand mit sich bringt. Ist natuerlich alles Utopie, obwohl ich sowas Grosses gerne mal in Echt erleben wuerde, frage ich mich natuerlich auch wo denn ueberhaupt Platz dafuer da sein soll. Wegen der moeglichen, erzielbaren Leistung waere ich eigentlich eher optimistisch. Ich bin froh, dass Du so akribische Messungen machst, denn gestern habe ich eine Maratonsitzung gemacht und alle Beitraege hier in Ruhe nochmal durchgelesen. Ich bin ueberwaeltigt von dem grossen Interesse an den durchstroemten Fluegel, von der Vielzahl der meist korrekten Beobachtungen, es war eine sehr spannende Lektuere fuer mich. Eben weil so viele Forumsmitglieder mitmachen, ist es toll, dass unser Bernd in der Lage ist, konkrete Daten zu liefern, es wird den spaeteren Bau einer Anlage oder von weiteren Versuchsmodellen fuer jeden von uns sehr erleichtern. Beim Durchlesen bekam ich oefters Lust, einzelne Punkte zu beantworten und auf alle Mitmacher einzeln einzugehen, aber da am Schluss die meisten Fragen von Euch selbst mit scharfer Beobachtungsgabe und grosser Begeisterung, gepaart mit technischem Verstaendniss und Improvisationsfreude auch ohne mein Zutun geloest wurden, habe ich nichts mehr dazu sagen muessen. Bis auf Joerg, dem ich noch eine Privatmail im Forum geschickt habe. Joerg! melde Dich doch! Carl
Levcuso
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 07:26 Uhr  ·  #248
Hallo Carl und natürlich alle anderen auch,
auch wenn ich mich im Moment wenig bis garnicht aktiv im Forum beteilige, heißt es noch lange nicht, das ich nicht mehr dabei bin. Lesen tu ich eigentlich alles. Ich habe leider im Moment keine Zeit mit meinem Windrad weiter zu experimentieren. Der größere 3-Flugler, den ich gebaut habe ist leider aufgrund einer abgelaufenen Kette ohne Last im Sturm gelaufen, :evil: Bilder werd ich ma einstellen von den Resten. Meine Tendenz in der Größenordnung wird irgendwas zwischen dem 5 und dem 3 flügler sein. Und dann bin ich ja auch immer noch am experimentieren mit dem Generator/en. Ich bleib dran aber ich bin in der Baubranche tätig und alle wollen bis Weihnachten fertig sein...

Gruß von der Ostsee
Jörg
Windikus
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 10:12 Uhr  ·  #249
Morgen allerseits,


Carl schrieb:
Zitat
Ist natuerlich alles Utopie, obwohl ich sowas Grosses gerne mal in Echt erleben wuerde, frage ich mich natuerlich auch wo denn ueberhaupt Platz dafuer da sein soll. Wegen der moeglichen, erzielbaren Leistung waere ich eigentlich eher optimistisch.


Als ich von der Kreisbahnlagerung das erste mal gelesen hab, vielen mir spontan stillgelegte Start- und Landebahnen respektive Flughäfen ein. Dort gibts 'ne Menge Platz, sind sehr eben und haben i.d.R. eine eine ideale Anströmung. So macht man aus Brachland "ohne viel Aufwand" ein Kraftwerk :).

Edit:
Idealerweise sollte sich in der Nähe ein kleiner Berg befinden, auf den man mit überschüssiger Energie Wasser pumpt um damit in Flautezeiten
den Energiebedarf ausgleicht (Pumpspeicherwerk). Somit hätte man das leidige Thema der Energiespeicherung auch erschlagen.
... Leider eben alles nur Utopie...


Bernd, nochmal meinen Respekt für soviel Einsatz. Wann schläfst du eigentlich ? ;)



Gruss
Andre
BerndH
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 10:17 Uhr  ·  #250
Hallo Jörg

Da hat es deinen Rotor also zerlegt 😢
Es ist verständlich das du derzeit keine Zeit hast zum basteln. Schön das du dich aber weiter für diesen Rotor interessierst.

@Carl
Mensch Carl, jetzt hast du mir auch noch die Kreisbahnlagerung schmackhaft gemacht.. :)
Ein erstes "Versuchsfeld" besitze ich schon, das grosse Rasenstück in meinem Garten.
Dort könnte ich vorübergehend für Versuchszwecke eine Kreisbahnlagerung von stattlichen ca. 20m Durchmesser aufbauen.
Der Boden ist fast total eben und in Waage.
Man bräuchte nur noch eine Idee, aus was man so einen "Laufring" günstig basteln könnte,
denn meinen schönen Golfrasen würde ich ungern betonieren. :)
Man könnte ja auch kleiner beginnen, 20m sind ja schon heftig für einen Versuch,
und so eine Art Laufring auf einfache Weise oberhalb des Rasen aufbauen.
Naja vorerst gibt es noch andere Dinge die erledigt werden wollen.

@Andre
Naja am Wochenende kann man schonmal etwas länger aufbleiben :)
Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 13:16 Uhr  ·  #251
@Andre: Stimmt, brachliegende Flugplaetze sind ein tolles Experimentierfeld fuer sowas und liessen sich bestimmt gut als Windfarm gebrauchen. Da Du gerade Flugplaetze erwaehnst, ich habe mit dem durchstroemten Fluegel auch Flugversuche (Papierflieger, Nurflueglermodell ohne Rumpf) gemacht und war erstaunt von der niedrigen Sinkrate. Den Hinterfluegel hatte ich wie eine Zieharmonika aufgefaltet in grossflaechigem Zickzack an dem ziemlich dicken wannenfoermigen Vorfluegel an den Raendern befestigt, mit UHU. Das kann jeder hier nachvollziehen, Endkappen nicht vergessen! Allerdings muss ich dazu sagen, dass mein Erstaunen etwas relativ ist, weil ich ansonsten weder mit Flugmodellbau noch der Fliegerei ueberhaupt etwas naeher zu tun gehabt habe. Dennoch habe ich mir lange Zeit Gedanken ueber eine moegliche Anwendung dieser Fluegeltechnik an Fluggeraeten gemacht, eben wegen der Umweltbelastung durch hohen Kerosinverbrauch und habe mir ueberlegt, dass, wenn einmal in der absehbaren Zukunft das Erdoel zuende gegangen ist, eventuell wieder auf die Flugtechnik der Zeppeline zurueckgegriffen wird. Die brauchen riesige gasgefuellte Auftriebskoerper und nutzen so gut wie garnicht den aerodynamischen Auftrieb von Tragflaechen. Warum denn eigentlich nicht? Sie braeuchten dann doch bedeutend weniger Auftriebskoerper und waeren mit Fluegeln weit schneller und manoevrierfaehiger. Genauso wie Flugzeuge immens viel Treibstoff verbrauchen, um ueberhaupt in die Luft zu kommen! Ein Zeppelin verbraucht ja wohl kaum Sprit nur um hochzukommen. Ein Zwitter aus beidem koennte doch eine Loesung sein, auch dann, wenn man sich richtig hohe Geschwindigkeiten dabei erstmal abschminken muss! Das wird man irgendwann doch sowieso, weil kaum was anderes uebrig bleibt! Oder kehren wir dann zurueck in die Steinzeit? Mal sehen! Dann, mit Tragflaechen, braucht ein Zeppelzeug viel weniger gasgefuellten Auftriebskoerper, oder? Also, weil unser durchstroemter Fluegel mit Stoff oder Folie aufgespannt als Fluegel zwischen zwei "Zigarren" als Auftriebskoerper an deren Verbindungsgestaenge aufgespannt sein koennte, sagen wir mal so wie bei einem Katamaran die Zwischenbespannung, worauf die Segler es sich "gemuetlich" machen, wuerde er doch als Fluegel bei viel Spannweite enorm Gewicht einsparen koennen, viel Auftrieb liefern und so ein solches Flugkonzept moeglicherweise vorteilhaft unterstuetzen koennen. @Bernd: Dass Dich der Gedanke der Kreisbahnlagerung fasziniert, haette ich mir fast gedacht. Aber das Du gleich deinen schoenen Rasen zweckentfremden willst, ist wohl doch eher nur eine spontane Ueberlegung? Reicht denn der runde Wohnzimmertisch oder auch nur ein altes rundes Tablett nicht aus? Jedenfalls ist ein 20m im Durchmesser grosses Gebilde in Deinem Garten zwar ein grossartiges Mittel, in der Nachbarschaft weltberuehmt zu werden, Deine Frau und Kinder zum Ausziehen zu bewegen und auch, um Dir selbst nahezulegen, es doch mal beruflich als Manager oder Firmenvorstand zu versuchen. Schliesslich kostet es viel Geld, jedesmal eine Spedition zu beauftragen, wenn Du Dich mal auf dem Rasen in einer Liege in der Sonne raekeln willst. Der naechste Sommer kommt ja wieder! Ach so, ja - Wegen der Messung - kann das sein, dass ein winziger Savonius dem durchstroemten Fluegel mit gleichen Rotorabmessungen wirkungsgradmaessig ueberlegen ist? Und umgekehrt bei grossen Abmessungen der durchstroemte Fluegel mit dem Rotordurchmesser besser abschneidet? Das war auch der Hintergrund, warum ich Dich zuvor schon fragte, vielleicht einmal auch die Relation Gesamtfluegelflaeche - Rotorumfang - Rotordiameter zu pruefen. Ich bin mir nicht sicher, ob es da Unterschiede gibt, habe nur so ein Gefuehl, als ob da noch etwas versteckt sein koennte was wir noch wissen muessen. @ Joerg! Na, da bist Du ja wieder! Gut, dass Dich die Enttaeuschung wegen des speziell extra solide gebauten Dreiflueglers nicht zu sehr mitgenommen hat! Ich finde, solche Rueckschlaege sind die beste Moeglichkeit, sich mit den natuerlichen Bedingungen draussen auseinanderzusetzen und zu lernen. Ich wuerde an Deiner Stelle aus alten Brettern und Stahlblech wieder einen langsamer laufenden mit grossem Rotordurchmesser, wieder mindestens 3 Meter und mit fuenf oder noch mehr Fluegeln bauen. Gib Dich einfach zufrieden mit einem kleineren Generator und mach die Fluegel wieder so kurz wie Du sie vorher hattest! Ich hab Dir ja in einer Mail auch etwas ueber leicht zu beschaffende gute Generatoren geschrieben. Wie Du in einem Deiner Beitraege schreibst, hast Du es zwischenzeitlich mal mit einem Asyncron-Motor - ohne Erfolg - versucht. Soviel ich weiss, sind Asyncron-Motore eine gute Wahl, es sollten langsamlaufende sein und meines Wissens muss auch ein Kondensator zwischengeschaltet sein, damit sich ein Kraftfeld aufbauen kann. Aber da lass Dir mal lieber von einem anderen hier im Forum helfen, weil ich von Elektrotechnik nur ganz wenig verstehe. Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 13:29 Uhr  ·  #252
Nun macht dieser Carl sich über meine Begeisterungsfähigkeit lustig :D
Du hast natürlich recht das man sich nicht eben so ein Monster in den Garten bauen würde. Aber in klein werde ich es mal testen.
Hast du evtl. noch Bilder von deinem "Rollschuhläufer" ?

Du hast mich daran erinnert das ich nochmal den kleinen Savonius im Vergleich zum durchströmten Rotor messen wollte.
Das werde ich heute abend machen.

Carl so ganz steige ich noch nicht durch wieso du vermutest das sich die Verhältnisse von Savonius zu
durchströmter mit der Rotorgrösse ändern könnten ?
Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 14:38 Uhr  ·  #253
@Bernd Beim "Durchstroemten" geschehen die Lastwechsel bei winzigen Abmessungen viel schneller, der Savonius-Rotor ist konzentrisch angestellt - anders als der "Durchstroemte", dessen Anstellwinkel linear zur Umlaufbahn liegt, alles Umstaende, die mich in der Hinsicht nachdenklich machen. Kann der "Durchstroemte" bei kurzen Lastwechseln ein vergleichbares Potenzial aufbauen? Den Savonius hielt ich immer fuer genial, in kleinen Abmessungen, klar, denn zu gross wird er unbeherrschbar. Klein und kompakt kann er jedoch starke Stroemungen umsetzen, extrem starke sogar. Das kann man konstruktiv noch umsetzen. Je groesser, desto schwieriger wird das. Was ihn auch als Wasserturbine interessant machen koennte. Auch wegen der vertikalen Drehachse, die es erlaubt, den Generator ueber Wasser zu stationieren. Vielleicht passiert garnichts wenn Du Dich entschliesst, eine Messung dazu zu machen, aber ohne Nachpruefen, nur mit Theorie uebersieht man manchmal Dinge. Jedenfalls frage ich dies nicht wegen irgendwelcher Wahrnehmungen an Modellen, da habe ich bisher auch noch nicht bewusst darauf geachtet. Es waere aber logisch, dass es da Unterschiede gibt, ein Segelschiff, welches unter Segeln geradeaus faehrt, kann weit schneller sein, als in einer Kurve. Dementsprechend muesste dann bei unterschiedlichen Umfaengen des durchstroemten Rotors etwas davon bemerkbar sein. Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 29.11.2008 - 15:03 Uhr  ·  #254
Hallo Bernd: Wegen dem Foto des Rollschuhlaeufers - ja ich glaube da ist noch eines da, ein ziemlich schlechtes, nicht in Funktion sondern auf meiner Terasse in Agaete versteckt (wo ich in G.C. 20 Jahre verbrachte). Ich hatte mit Kamera kein Aufsehen unter den Fischern hervorrufen wollen und das Modell demontiert an einen einsamen Ort transportiert. Damals fuerchtete ich noch, jemand koenne mir zuvorkommen und die Idee klauen. Wie ich das Foto hier hoch laden kann, weiss ich aber nun nicht, hast Du eine E-Mail Adresse? Vielleicht beschreibe ich Dir besser so den Rotor: Er war etwa 1m hoch, 1,5m im Durchmesser diagonal verspannt mit Draht und Quertraegern, mit zwei Fluegeln, die auf jeweils zwei weit auseinander liegenden Skateboardrollen liefen. Kann man mit ein paar Brettern wohl leicht nachbauen. Eine der Skateboardrollen Gummis) war einfach auf einen Fahrraddynamo als Drehachse und Stromerzeuger aufgesteckt. Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, ein zentrales Rotordrehlager zur besseren Fixierung auf der Drehbahn wurde am Boden noch mit Gewichten festgehalten. Bei 3 oder 4 Fluegeln und einem Diameter von 20 m wie auf Deinem Golfrasen waere das vielleicht nicht mehr notwendig. :roll: Die jeweils zwei pro Fluegel (weit auseinander liegenden) Rollen beim Zweifluegler sollten etwas Stabilitaet geben, besser ist da natuerlich eine rundum gleichmaessig breite vollkreismaessig abgedeckte Bodenlagerung. Carl
BerndH
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 30.11.2008 - 12:50 Uhr  ·  #255
Hallo Leute
Die ganze Sache kostet doch einiges an Zeit.
Gestern abend habe ich sehr intensiv die Auswirkungen der Vorflügeldimensionen untersucht,
mit interessanten Ergebnissen. (Ich machs spannend :) )
Ich erprobte 5 verschiedene Vorflügelgrössen.
Die Vorflügel wurden jeweils mit passenden Endkappen geschlossen, so wie es sich gehört :)
Fotos und Meßwerte später, heute steht noch viel auf dem Terminkalender. (Familiäre Dinge und ein Haus als Sendestandort mieten)
arcobär
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 30.11.2008 - 17:16 Uhr  ·  #256
Hallo,

ich habe heute noch mal meinen Einflügler vermessen. Die Jahreszeit ist für solche Dinge nicht gerade optimal. So einen langen geheizten Flur, wie du Bernd, habe ich leider nicht. Man muss sich bei der Windströmung und Temperaturen um 0 Grad schon warm anziehen.
Meinem DC-Motor schien die niedrige Temperatur auch nicht zu behagen. Er hatte ein wesentlich höheres Reibmoment als im Sommer und auch der Innenwiderstand war wesentlich höher und vor allem nicht konstant. Ich werde ihn mal öffnen und schauen, ob eine Bürste hängt. Auf das Bremsmoment hatte das zwar keinen Einfluss, da der Strom unabhängig von der Motorspannung durch die Regelung konstant gehalten wird, aber die Drehzahl musste ich sicherheitshalber mit der Stoppuhr ermitteln.
Ich habe folgende Leistungswerte ermittelt:

Einflügler ohne Endkappen
Pmax = 0,225 W bei 75 U/min

Einflügler mit Endkappen
Pmax = 0,24 W bei 75 U/min

Der Unterschied ist bei mir relativ gering, da ich den Vorflügel bewusst an Holzleisten an den Flügelenden befestigt habe, die schon wie Spanten wirken.

Hier noch ein paar Bilder von meinem Messplatz.



Gruß Uli
Tüftler
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 30.11.2008 - 18:03 Uhr  ·  #257
Hallo Bernd,

Hut ab ! tolle Leistung die Du hier an den Tag legst. 😉
ich verfolge schon seit geraumer Zeit die Beiträge hier im Forum,
so habe ich mir meine Gedanken über den Rotor mit den durchströmten
Flügeln gemacht, dabei kam mir die Idee,:idea:
indem man im Zentrum des Rotors noch einen Flettner-Rotor einbaut, vielleicht könnte die Leistung
dadurch noch gesteigert werden, oder es treten andere Effekte hervor, der Durchmesser müsste allerdings
wieder durch Versuche ermittelt werden.
ich habe keine Ahnung ob das was bringt, aber es ist ohne viel Aufwand
zu bauen, oft sind es ja die einfachen Dinge die einem weiterhelfen :lol:
Carl
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 30.11.2008 - 18:50 Uhr  ·  #258
@Uli: In dem Vorfluegel kann sich ein kraeftiger Druck aufbauen, wenn die Endkappen nicht rundum dicht sind, verlierst Du Leistung. Wenn da noch ein Luftspalt ist, klebs mit nem Kaugummi zu, macht schon einen Unterschied. Fuer den grossen Fluegel sieht das Halbrohr vorne auch etwas schmal aus, aber lass mal sehen, was Bernd sagt mit den Messungen zu den Vorfluegelbreiten. Ich bin ja auch mal gespannt, was spaeter bei den Messungen mit gebogenem und flachen Hinterfluegel rauskommt. Wenn Dein Brett (Hinterfluegel) dick ist, versperrt es auch bei so schmalem Vorfluegel empfindlich die seitlichen Eintrittsoeffnungen und klaut Dir Wirkungsgrade. Man sieht das auf dem Foto nicht ganz deutlich. Gruss, Carl
arcobär
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 30.11.2008 - 21:06 Uhr  ·  #259
Carl, auf dem Foto ist nur der Flügel ohne Abdeckkappe zu sehen. Für die zweite Messung habe ich eine Abdeckkappe aus Pappe angebracht, die den Vorflügel vollkommen verdeckt. Mein Sperrholzflügel ist 3 mm dick. Beim Vorflügel hatte ich mich an deine Angabe gehalten, dass der Vorflügelumfang etwa der halben Blatttiefe entsprechen sollte. Bernd nimmt den Vorflügeldurchmesser als halbe Blatttiefe und kommt dadurch auf einen größeren Umfang. Er will uns ja heute noch aufklären. Ich bin gespannt.

Bernd hatte bei seinen ersten Messungen geschrieben, dass die größte Kraft bei Einleitung von Hinten in den Flügel erzeugt wird. Bei mir ist es seltsamerweise anders.
Bei senkrechter Anströmung der Luft auf den Flügel ist die Kraft enorm, der Flügel ruckt regelrecht beim Beschleunigen. Bei Anströmung von Hinten wird auch noch Kraft erzeugt, aber wesentlich weniger. Vielleicht liegt es an meinem kleinen Vorflügel oder an der etwas anderen Windanströmung.

Gruß Uli
BerndH
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Re: Darrieusrotor mit durchströmten aeroelastischen Flügelprofil

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Gepostet: 30.11.2008 - 23:00 Uhr  ·  #260
Hallo Uli
Geile Windmaschinen hast du da :)
vielleicht kaufe ich mir auch so einen grossen Lüfter. Bei Ebay hab ich 2 im Auge mit 55cm Propellerdurchmesser.
Die von Dir ermittelten Werte für den Einflügler von ca. 0,24W entsprechen ja in etwa den Werten die ich auch ermittelte.
Ich muss nun mal mit einem geraden Flügel testen, wie ich da liege.

Du musst aber etwas was ich sagte falsch aufgefasst haben oder ich hab mich blöd ausgedrückt.
Auch bei mir entsteht die größte Kraft wenn der Wind fast 90 Grad zum Leitblech aufströmt, also senkrecht aufs Blech.
Noch stärker wenn er (aus dieser Position gesehen) etwas von hinten kommt, also vielleicht 75 Grad oder so.
Ich werde demnächst ein Diagramm erstellen wann bei wieviel Grad welches Moment entsteht.
(Nachdem ich gerade 2 Stunden Exel geübt hab :) )

Gleich mein ausführlicher Test zu den Vorflügeldimensionen.
Eins schon vorab, dein Vorflügel ist zu klein für ein gutes Ergebnis.
P.S. was für ein Motor treibt den tollen 4 flügeligen Propeller an ?
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