Deckenventilator als windrad nutzen?

 
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Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 17.03.2010 - 07:09 Uhr  ·  #1
hallo erst mal, bin neu hier, ich hab mir überlegt aus einem ventilator aus metall, ein Windrad zu bauen, nun ist meine frage ob jemand weiß ob sich diese motoren einfach als generator nutzen lassen. zudem hab ich mir überlegt, den gleichrichter usw, von meiner alten kawasaki zu nehmen, ginge das?
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 17.03.2010 - 07:41 Uhr  ·  #2
Prinzipiell lässt sich jeder Motor zu einem Generator umbauen. Allerdings sind in Ventilatoren unterschiedliche Arten von Motoren verbaut. Mir hoher Wahrscheinlichkeit hast du einen Asynchronmotor. Ohne zusätzliche Regelelektronik für die Ankermagnetisierung kommst du da nicht weit. Du könntest den Motor eher auf Permanentmagnete umrüsten. Dazu ist dann aber vermutlich auch ein Umwickeln der Spulen notwendig. Da ist dann die Frage, ob sich der Aufwand wirklich lohnt...
Als Gleichrichter kannst du prinzipiell natürlich auch einen beliebigen alten benutzen. Es ist aber extrem einfach und billig, einen eigenen zusammenzulöten. Das bekommt jeder auch ohne Löterfahrung hin.
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 17.03.2010 - 11:15 Uhr  ·  #3
theoretisch könnte ich einen scheibengenerator in das metallgehäuse bauen, würde von der vorm her passen und ich würde mir die arbeit für lager, repeller usw sparen. oder sind dazu die blätter zu schräg?
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 17.03.2010 - 11:52 Uhr  ·  #4
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 17.03.2010 - 11:57 Uhr  ·  #5
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 17.03.2010 - 14:44 Uhr  ·  #6
Ach du hast noch gar keinen? Dann würde ich dir von der Idee abraten. Man muss den Motor schon aufschrauben können um die Eignung zu beurteilen. Der weiße scheint nen relativ großen Motordurchmesser zu haben. Das deutet auf einen hohe Polzahl hin. Obwohl das prinzipiell gut ist, würd ich mich an deiner Stelle nicht drauf verlassen, da das nur geraten ist.

edit:
Es gibt deutlich einfachere Anfängerprojekte. Schau dir mal mein Miniwindrad, das blaue Dingen von Menelaos oder das Fahrradwindrad von soderica an.
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 08:25 Uhr  ·  #7
hab schon mal ein windrad gebaut, jedoch nur zu test zwecken. jetzt hab ich mir aus neugier trotz der empfehlung es zu lassen, einen deckenventilator besorgt (kostenlos). jetzt würd mich allerdings eure meinung dazu interessieren, ich hoffe ich kann den motor als generator verwenden!? auf dem datenschild steht nur drauf dass es sich um 230 V handelt und 252 Watt hat

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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 09:01 Uhr  ·  #8
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 09:03 Uhr  ·  #9
der ring sitzt fest in einem gehäuse, dieses gehäuse dreht sich um die welle. der ring ist magnetisch aber nicht stark.
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 09:13 Uhr  ·  #10
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 09:15 Uhr  ·  #11
jap genau.
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 09:32 Uhr  ·  #12
OK und jetzt nochmal die Fragen, die du mir nicht beantwortet hast (was es nicht unbedingt leichter macht dir zu helfen):

1. Kannst du Angaben zur Drehzahl des Motors machen?

2. Kannst du unterschiedliche Geschwindigkeiten einstellen?

Und eine weitere Frage:

3. Könntest du ein Foto von der Regelelektronik/-elektrik (da wo die Drähte zu den Spulen "losgehen") machen?
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 09:56 Uhr  ·  #13
man konnte beim ventilator 3 stufen einstellen, allerdings hab ich jetzt alles abgeklemmt, sind nur noch die 4 drähte zu den spulen hin da. zu den drehzahlen hab ich auch keine angaben, ist halt ein deckenventilator, ich schätze mal der hat im betrieb 100-150 umdrehungen gemacht
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 10:32 Uhr  ·  #14
Hast du die komlette Steuerelektronik/-elektrik weggeworfen? Das wäre schade, da sich daraus Informationen auf die Art der Wicklung schließen lassen.
Momentan würde ich sagen, dass du einen Kurzschluss-/Käfigläufer hast. Jede Geschwindigkeit hat vermutlich eine Wicklung. Vermutlich kannst du dafür sinnvoll nur eine nutzen. Du könntest die die Drahtenden aber mal nummerieren und die Widerstände der Wicklungen messen. Das würde weiterhelfen.

Das Problem beim Kurzschlussläufer ist, dass der Stator nicht von sich aus magnetisch ist. Im Motorbetrieb wird durch das Magnetfeld in den Spulen ein Strom im Käfig des Ankers induziert, der durch diesen Kurzschlussstrom magnetisiert wird. Was du feststellen kannst ist ein Restmagnetismus, der aus der Hysterese des Materials resultiert. Grundsätzlich ist es aber möglich im Generatorbetrieb mit diesem Restmagnetismus einen Strom in den Spulen zu induzieren, deren Magnetfeld dann wieder dafür sorgt, dass der Anker magnetiesiert wird. Dabei benötigst du in der Regel eine Rombachschaltung. Bei dieser Vorgehensweise gibt es ein weiteres Problem. Du musst Energie für das Magnetfeld aufwenden. Dadurch ist der Wirkungsgrad des Generators gering.

Wenn du einen Verbraucher anschließt, der den Generator zu stark belastet, bricht das Magnetfeld zusammen und du hast keinen Restmagnetismus mehr, um die Magnetisierung anzustoßen. Du musst dann den Anker manuell wieder magnetisieren. Das macht man, indem man den Anker für wenige Sekunden an eine 12V Batterie ankemmt. Schutz gegen Überlastung kann die eine Regelelektronik bieten.

Um das Problem mit dem Magnetfeld zu umgehen kann man den Anker auf Permanentmagnete umrüsten. Damit diese auf den Anker passen und nicht am Stator schleifen, muss du diesen abdrehen um Platz zu schaffen. Das lässt sich ohne passende Drehbank nur schwer bewerkstelligen. Natürlich kannst du den Stator auch komplett neu selbst fertigen.

Ein allgemeiner Nachteil von Generatoren mit hoher Spannung im Vergleich zur geplanten Akkubank-Spannung ist, dass diese meist nur einen geringen Wicklungsquerschnitt haben. Das bedeutet einen hohen Innenwiderstand und das wiederum einen schlechten Wirkungsgrad. Abhilfe kann man hier schaffen, indem man die Spulen neu mit einem größeren Querschnitt wickelt. Du könntest Glück haben, dass sich die Unterschiedlichen Spulen in deinem Motor parallel betreiben lassen. Das hängt aber davon ab, wie sie gewickelt sind und ohne einen Versuch wird sich das nicht herausfinden lassen. Außerdem wird der Wirkungsgrad immer noch nicht optimal sein.

Da bei die die Drähte am inneren Teil des Generators angeschlossen sind, musst du den äußeren Teil bewegen, da sich die Leitungen sonst verdrehen. Das ist nicht unmöglich, aber etwas komplizierter als beim umgekehrten aufbau, wie man ihn bei den meisten anderen Motoren findet.

Wenn du also einen Generator umbaust, indem du ihn auf Permanentmagnete umrüstest und ihn umwickelst, stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, oder ob du nicht lieber gleich einen maßgefertigten Scheibengenerator zu deinem Windrad selbst baust.
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Re: Deckenventilator als windrad nutzen?

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Gepostet: 26.03.2010 - 16:37 Uhr  ·  #15
wow, danke wir die ausführliche erklärung. elektronisch bzw elektrisch bin ich überhaupt nicht fit:-( jedoch hab ich industriemechaniker gelernt und studiere maschinenbau, von daher verfüge ich über die kenntnisse des drehens, hab auch eine drehbank zur verfügung.
Zitat
Da bei die die Drähte am inneren Teil des Generators angeschlossen sind, musst du den äußeren Teil bewegen, da sich die Leitungen sonst verdrehen. Das ist nicht unmöglich, aber etwas komplizierter als beim umgekehrten aufbau, wie man ihn bei den meisten anderen Motoren findet.
das ist kein problem, da der ventilator ursprünglich so ausgelegt war, dass sich das gehäuse dreht, kabel stehen fest. am gehäuse lassen sich recht leicht die neuen repeller anbringen. ich weiß, das mit diesem ventilator ist jetzt recht umständlich zwecks dem generator, aber würde gerne diesen verwenden, da er schon so schön gelagert ist und ein eigen gebauter generator nie so rund läuft
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