Bleiakkumulatoren

 
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Elektrolytumwälzung

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 00:06 Uhr  ·  #201
Elektrolytumwälzung EUW

Elektrolytumwälzung ist bewährte und einfache Technik (z.B. Hawker 1987).
Durch Einblasen von externer, gefilterter, Luft am Boden des Akkus, wird die Säure durchmischt wird. Die Akkus müssen hierfür vorbereitet sein. Man kann direkt beim Akku Kauf darauf achten, auch ist es oft noch möglich die EUW nach zurüsten.

pezibaer hat das Thema in einem Photovoltaik wiki recht übersichtlich auf einer Seite zusammengefasst
ich finde das gerade als Einstieg übersichtlich und schnell lesbar. Photovoltaik wiki pezibaer

Die EUW ist ein beliebtes Mittel um z.B. im Stapler Betrieb Zwischenladungen zu ermöglichen.
Zwischenladungen sind ein Normalfall in der Strominsel.

Was bringt die EUW aus meiner Sicht für die Strominsel?
+ Erhöhung des maximalen DoD von 50% .. 60% auf 80%
+ Verbesserung des Ladefaktors (Ladewirkungsgrad) von 1.20 auf 1.05 (80% auf 95%)
+ schnellere Ladung, Verlängerung der Bulk Phase
+ Verringerung des Innenwiederstandes beim Laden und Entladen
+ Gleichmäßigere Abnutzung des Bleis
+ Effektive Verhinderung der Säureschichtung
+ Verringerung der Alterung, Verringerung von Sulfatierung, Korrosion, Bleisumpf

Im Sommer kann eine deutlich geringere Ladespannung verwendet werden was den Abbau des Bleis verlangsamt.
Im Herbst und Frühling hilft der DoD von 80% die Zeiten ohne Beiladung zu verlängern.
Im Herbst, Frühling und Winter hilft sowohl die schnellere Ladung als auch der bessere Ladewirkungsgrad,
mehr regenerativen Strom in den Akku zu bekommen, die Beiladung effizienter zu machen und zu verkürzen.

Kurz: Eine gut funktionierende EUW holt ca. 40% mehr aus dem selben Akku raus und erhöht gleichzeitig die Lebensdauer.

Hoppecke bietet die Technik als "Sun Air" für ihre OPZS Akkus an. Das macht schon einen super Eindruck, kostet aber auch.
Quelle: Hoppecke Sun Air

 


Was braucht man wirklich?
+ Eine Membran Pumpe mit Hepa Filter beim Lufteinlass (viele Staubsauger erfüllen den Hepa Standard)
+ Ein Rückschlagventil um die Pumpe vor Knallgas und Säure dämpfen zu schützen
+ Viel durchsichtiger Kunststoff Schlauch
+ T-Stücke, X-Stücke, Eckstücke, Verbinder
+ Die sogenannten Degen, die in die Akkus gesteckt werden

'Größere' Pumpen (ca. 15 Watt) werden gerne mit Zeitschaltuhr und manuell beim Beiladen gesteuert - das hatte ich mal so gemacht. Mittlerweile würde ich ausprobieren eine kleinere Pumpe zusätzlich permanent laufen zu lassen,
das finde ich noch besser weil die EUW auch beim Entladen also immer hilft.

Kritik, Fragen oder Ergänzungen? Her damit :D
Administrator
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Elsfleth
Alter: 36
Beiträge: 4778
Dabei seit: 04 / 2007
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 07:17 Uhr  ·  #202
Che,
ob Solar, Wind, BHKW oder Fusionsreaktor - Was auch immer hier jetzt als Stromerzeuger fungiert ist doch für die in diesem Threat besprochene Thematik erstmal egal. Hier geht es um die Theorie zur Akkupflege sowie daran geknüpfte Erfahrungen aus der Praxis. Dass man das in einer Insel nicht stets voll umsetzen kann ist logisch. Mit dem Basiswissen und dem Verstehen der versch. Prozesse znd Optimierungsvarianten kann der Kapitän aber zumindest den groben Kurs abstecken. Dass es durch Deviation, Stromversatz und Wind zu Kursabweichungen kommt ist dem Schiffsführer bekannt. Wichtig ist aber erstmal dass er nicht nach Westen fährt wenn er nach Süden will nur weil er nicht versteht wie der Kompass funktioniert.
Che
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Wurzen
Alter: 67
Homepage: geopolos.de
Beiträge: 1770
Dabei seit: 06 / 2014
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 07:24 Uhr  ·  #203
Schon richtig.
Ich meine aber diese Empfehlungen von Batt.-Kapazität und PV-Größe. Es fehlen Beispiele mit Windkraft als 2. Energiequelle.
Gerne sowas generell in einem anderen Thema und das verlinkte dahin verschoben. Vielleicht <Planung von Energieinseln>
****
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Oberbayern
Alter: 47
Beiträge: 52
Dabei seit: 12 / 2017
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 08:32 Uhr  ·  #204
Die Frage wäre dann wie oft oder lange muss die EUW laufen?

Erst kürzlich hat Pezibear im PV-Forum gesagt, es reicht einmal 10min nach dem Ladevorgang. Zuvor hatte ich die EUW immer von Morgens bis Abend, jede Stunde so 15 min mit einer Zeitschaltuhr laufen lassen...
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 09:11 Uhr  ·  #205
Hallo Vollkorn,

Bei Stapler Akkus, die Anwendung wo die EUW zunächst für entwickelt wurde,
läuft die EUW nur während des Ladevorgangs, oft gekoppelt mit Ladegeräten die selbst die Pumpleistung regeln und z.B. damit auch Wärme abführen. Während der Entladung wird hier und bei allen anderen mobilen Anwendungen auch,
die Säure durch hinreichend durch die Bewegung gemischt. Teilweise haben die Akkus intern einfache Strukturen
um die Durchmischung durch Bewegung noch zu unterstützen.

Die EUW wirkt auch beim Entladen, wenn auch geringer als beim Laden. Zudem ist es in einer reinen Strominsel,
so gesteuert kaum vorhersehbar wann nun geladen wird und wann entladen.
Das Hoppecke System arbeitet mit einem Shunt zur Strommessung. Was und wie die das Nutzen weiß ich nicht.
Ich kann mir vorstellen, dass Hoppecke mit diesen Informationen 'geizt' :D

Ich habe die EUW alle 6 Stunden also viermal jeden Tag für je 30 Minuten laufen gelassen
und durchgehend während der Beiladung über Gas Generator.
Die Pumpe dauerhaft laufen lassen konnte ich damals nicht, weil das ca. 20% des Tagesbedarfs meiner 'kleinen' Strominsel
(Haus in Spanien) im Winter bedeutet hätte.

Zu deiner Frage "wie oft oder lange muss die EUW laufen?"
"Müssen" ist wohl der falsche Ausdruck. Ich zitiere mich mal selbst:
Zitat
Mittlerweile würde ich ausprobieren eine kleinere Pumpe zusätzlich permanent laufen zu lassen,
das finde ich noch besser weil die EUW auch beim Entladen also immer hilft.

Das setzt gut gefilterte Luft voraus und dass der Strom für die Pumpe vernachlässigbar klein ist im Verhältnis zur Anlage.

Und bitte bedenken ich beziehe mich hier auf eine reine Strominsel, nicht auch eine Netz angebundene Strominsel, wie deine.
Die Dinge sind sicherlich teilweise übertragbar, in den Details und Verhältnissen kann das noch nicht überblicken.
Wenn du möchtest dass ich mir das genauer anschaue, mache doch bitte einen eigenen Thread dafür auf.

Grüße
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Alter: 73
Beiträge: 1248
Dabei seit: 08 / 2014
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 09:24 Uhr  ·  #206
Hallo

Wer hat den schon mal die Säuredichte über und unter den Zellen nachgemessen, nach dem Laden und zwischen durch.
Wie groß sind die Ladeströme ? normal 10 % der Kapazität wären je 100 Ah 10 A bis die Gasung beginnt.
Kenne Ich nur bei 60 % Ladung und darüber.
Ist die Ladung sowieso schon über 60 % gast es bei diesem Ladestrom ja sofort oder.
Also runter mit Ladestrom bis auf 1 % , dauert dann aber 40 Stunden, ist zum Schluss aber immer noch zu hoch.
Also wird der Akku niemals zu 100 % voll, erst recht nicht wenn zwischen durch wieder etwas verbraucht wird.

Gruß Aloys.
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 09:35 Uhr  ·  #207
Hallo Famzim,

Ich habe noch nicht die Säuredichte unten gemessen.
Aber oben sehr wohl und das reicht auch um Säureschichtung beurteilen zu können.
Ich habe mit diese Methode immer angewandt nachdem ich den Akku zuvor voll geladen habe.

Ich habe mit C20 bis max C10 geladen und dann dauert es eben bis die Gasungsspannung erreicht wird.
Und bei Gasungsspannung beginnt erst die Gasung:
Bläschen von 1mm Größe, erst wenige dann mehr, wie in der Sprudel Flasche.

Insofern habe ich nie einen Nachweis über Messungen geführt dass Säureschichtung wann in in welchem Umfang auftritt.
Jedoch darauf geachtet das diese möglichst verhindert wird.

Das es den Effekt der Säureschichtung gibt, ist in diversen Quellen nachlesbar.
Mir reicht das, ich kann auch Ergebnisse anderer übernehmen ohne diese im Detail nach messen zu müssen.

Natürlich ist es legitim diesen Effekt schwächer zu bewerten als ich das tue.

Davon unabhängig sind letztendlich auch die Handlungsoptionen entscheidend.
Und wenn man recht kostengünstig eine EUW installieren kann, warum denn nicht?

Hallo Max,

Zitat
Mit dem Basiswissen und dem Verstehen der versch. Prozesse znd Optimierungsvarianten kann der Kapitän aber zumindest den groben Kurs abstecken. Dass es durch Deviation, Stromversatz und Wind zu Kursabweichungen kommt ist dem Schiffsführer bekannt. Wichtig ist aber erstmal dass er nicht nach Westen fährt wenn er nach Süden will nur weil er nicht versteht wie der Kompass funktioniert.
Das klingt nach einer super Einleitung für das Thema ;-)

Grüße und Danke für eure Mitarbeit
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 11:12 Uhr  ·  #208
Hallo Famzim,

Noch einmal zu Thema Messen der Säureschichtung.
Immerhin konnte ich den Effekt, die Auswirkung der Säureschichtung im Betrieb sehen.

Hierdurch wachsen die Bleisulfat Kristalle von unten nach oben an den negativen Polen.
Vielleicht hilft dir diese Information ja.

Und die EUW verhindert diese Säureschichtung nur als Nebeneffekt.
Haupteffekt der EUW ist die Durchmischung um geladene Säure von den Bleiplatten weg zu transportieren und ungeladene Säure den Bleiplatten zuzufügen und diese 'Arbeit' nicht nur von der elektrischen Spannung und Anziehung machen zu lassen.

 
Che
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Wurzen
Alter: 67
Homepage: geopolos.de
Beiträge: 1770
Dabei seit: 06 / 2014
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 13:11 Uhr  ·  #209
Entschuldigung dass ich auch noch was beitrage.
Aloys, man muss nicht alles selber messen. In der Grafik hier aus einem Buch ist verankert, was zuvor wissenschaftlich ermittelt wurde, also auch gemessen. Da kann man schon bischen Vertrauen entwickeln.
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 04.03.2021 - 14:29 Uhr  ·  #210
Danke Che ;-)

Hallo zusammen,

Wer Lust hat kann ja versuchen ein Paar fragen zu dem Bild (2009) der Bleisulfat Kristalle zu beantworten.
Ihr müsst schätzen, ich meistens auch 8-)
Die Bleisulfat Kristalle sind weiß-gräulich am Boden der negativen Bleiplatten zu erkennen.

1. Erkennt ihr die gebildeten Bleisulfat Kristalle?
2. Was schätzt ihr welchen SoH (StateOfHealth, Restkapazität C24 in %) der Akku noch hat?
3. Was glaubt ihr ist sein Verhalten bezüglich Innenwiderstand, also maximale Ladeströme und Entladeströme in % zum neuen Akku?
4. Was glaubt ihr ist sein Verhalten bezüglich Selbstentladung in %/Tag bezogen auf 10kWh c100 Nennkapazität

Jetzt die Sternchen Fragen O-)

5. Was glaubt ihr wie lange der Akku noch sinnvoll einsetzbar war, wenn der Akku 10kWh c100 Nennkapazität hat
und Im Winter ca. 1.5 kWh / Tag leisten muss?
7. Was glaubt ihr war in welcher Priorität der Grund für den Austausch?
Ihr müsst alles drei in der richtigen Reihenfolge nennen:
a) mangelnde Kapazität
b) zu schlechter Innenwiederstand
c) zu hohe Selbstentladung
8. Wie hätte der Akku, für diese Anwendung besser konstruiert werden können,
ohne den Bleianteil zu erhöhen?

Ich wünsche viel Spaß beim Rätseln :P
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 05.03.2021 - 10:04 Uhr  ·  #211
Klar die Fragen sind super schwer, ich hatte dennoch gehofft ihr habt Spaß an der "Challange " ^_^
Traut euch :D

Zitat
2. Was schätzt ihr welchen SoH (StateOfHealth, Restkapazität C24 in %) der Akku noch hat?

Ich schätze den SoH noch auf ca. 50%, Restkapazität also ca. 5 kWh C24 d.h. bei 24h Entladung.
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 05.03.2021 - 22:49 Uhr  ·  #212
"Was glaubt ihr ist sein Verhalten bezüglich Innenwiderstand, also maximale Ladeströme und Entladeströme"
Die Spannung im Akku war sehr schnell hoch, es ging nur noch ein Bruchteil des Stroms wie ursprünglich rein.
Beim Entladen knickte die Spannung deutlich und deutlich früher ein.
In % würde ich nur noch 33% des anfänglichen Leitwertes schätzen.

"Was glaubt ihr ist sein Verhalten bezüglich Selbstentladung in %/Tag bezogen auf 10kWh c100 Nennkapazität"
Ich schätze so 5% Selbstentladung pro Tag, was ca. 500 Wh ausmachte.
Administrator
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Elsfleth
Alter: 36
Beiträge: 4778
Dabei seit: 04 / 2007
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 07:56 Uhr  ·  #213
Man muss es ja nicht schätzen, man kann es ja über ein, zwei Zyklen messen, dann hat man ein Ergebnis und ist mit dem Resultat sicher nicht zufrieden. Und dann?

Was machen nun so Firmen die PZS Akkus "regenerieren"?
Wie sprengt man die Platten wieder frei oder versucht den Kram wieder teilweise aufzulösen ohne dass sich am Biden so viel Schmodder sammelt dass es zum Kurzschluss kommt?
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 11:32 Uhr  ·  #214
Hallo Max,

Man muss beim Blei Akku mehr schätzen als einem lieb ist :D
Das liegt unter anderem daran, dass der Blei Akku ja täglich benötigt wird.
Bei einem Wohnmobil konnte ich einmal eine Kapazitätsmessung durchführen, die dauerte fast 16h.
Das ist in einer Strominsel, die permanent benötigt wird und noch dazu mehre Tage Akku hat, unpraktikable.
Was noch praktikable ist, den Innenwiederstand beim Entladen messen.
Man muss erhobene Messwerte auch mit etwas vergleichen können, z.B. mit dem Neuzustand.
Dazu später ggf. mehr.

Zitat
Was machen nun so Firmen die PZS Akkus "regenerieren"?
Wie sprengt man die Platten wieder frei oder versucht den Kram wieder teilweise aufzulösen ohne dass sich am Boden so viel Schmodder sammelt dass es zum Kurzschluss kommt?

Was die genau machen, weiß ich nicht.
Kochen löst Blei Sulfat Kristalle und Korrosion. Die Platten werden dadurch gereinigt und
werden wieder aktiver, tote Masse sinkt zu Boden, das kann man nicht verhindern.
Ein Zyklus zur Regeneration wäre: Laden, Kochen, Entladen, sofort wieder voll Laden.
Davon mehrere Zyklen bis sich die elektrischen Eigenschaften nicht mehr verbessern lassen.
Vermutlich wird dann die Säure gewechselt, der Akku gespült und so gut wie möglich vom "Schmodder" befreit.
Danach neue Säure nachgefüllt, ggf. mit alter gefilterter Säure. So zumindest meine grobe Vorstellung.
Vielleicht hilft auch Vibration oder Ultraschall.

Zurück zu meinen Fragen:

Der Akku wäre noch einen Winter (+Sommer) einsetzbar gewesen. Nach dem Winter, im Frühling wurde der Akku getauscht.

Grund für den Austausch war:
zu schlechter Innenwiederstand und zu hohe Selbstentladung
mangelnde Kapazität war nicht so sehr das Problem
Der Akku konnte zu schlecht aufgeladen werden und hielt diese Ladung nicht mehr gut genug.
Letztendlich war sein Ladefaktor >= 1.5. Man musste also 50% und mehr Strom rein stecken als das man wieder raus bekam.

Wie hätte der Akku, für diese Anwendung besser konstruiert werden können, ohne den Bleianteil zu erhöhen?
EUW von Anfang an, hätte die Alterung gleichmäßiger gemacht, Lebensdauer verlängert.
Ein größerer Stauraum am Boden für den Bleisumpf hätte die Selbstentladung reduziert und
es wäre möglich gewesen durch Reaktivierung das Blei noch weiter zu reinigen, den Innenwiederstand zu verbessern.
Modernere Akkus haben mehr Stauraum am Boden --> längere Lebensdauer, jedoch mit altersbedingt, reduzierten Fähigkeiten.

Grüße
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Beiträge: 1954
Dabei seit: 12 / 2010
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 12:23 Uhr  ·  #215
Ich werd mal rumfragen bei Kollegen , wie alt ihre Gabelstaplerbatterien sind ....


Aber eigentlich ists klar wie Klosbrühe , Preis Leistung sind die unschlagbar und 15 Jahre machen die locker mit , bei richtiger Anwendung und Grösse , so wie halt hier im Thread beschrieben ....

Ich hab halt etwas höher diese geladen wenns zur Volladung kam , da ich keinen Sinn mehr gesehen habe in eine 7 Jahre alte Batterie eine Elektrolyte Umwälzung einzubauen die wohl womöglich den Bleischlamm am Boden aufgewirbelt hätte

Das köcheln der Batterie zu hören beim Vorbeilaufen war erst erschreckend aber dann eher entspannend , natürlich hat das mehr Wasser gekostet , aber Destiliertes Wasser kostet nicht die Welt oder man kriegts umsonst von Schnee und Regen und eigener Destilitation

LG LARS
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Alter: 73
Beiträge: 1248
Dabei seit: 08 / 2014
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 12:51 Uhr  ·  #216
Hallo

Hab da noch eine Idee, und zwar der Bleiwiederstand.
Nach dem suchen nach einem Leitwert für Blei kam die Anzeige keine Werte vorhanden, Ich solle in anders sprachigen Foren mein Glück versuchen, na toll !
So hab Ich selbst "mal was" gemessen und kam auf den 15 fachen Wert wie bei CU.
Es ist ja einiges an Blei im Akku verbaut, aber es geht beim Laden und Entladen um Millivolt oder.
Mal ein Beispiel.
10 gleiche Akkus oder Einzelzellen werden parallel geschaltet.
Am Ersten kommt der Haubtanschluß drann, dann geht es mit zwei Kabeln weiter zum nächsten.
Und so weiter 2 Kabel nach Nummer Drei und so bis zum 10 ten Acku.
Also nicht alle parallel an den Haubtpol.
Die Kapazität ist 10 mal die eines einzelnen, und dann wirt Entladen in 5 Std.
Durch die auch nur geringen Wiederstände in den Kabeln treten genau wie im Bleigitter eines Akkus Verlustspannungen auf und der letzte liefert einen geringeren Teilstrom des Endladestroms.
Dieser wirt also schneller entladen wie die anderen.
Also ist auch die Säuredichte schneller runter als beim letzten, oder im unteren Bereich eines Akkus, zumal dieser eine sehr hohe Bauform hat.
Beim Laden nimmt der erste oder der obere Bereich mehr Ladung schneller auf, die unteren Bereiche werden aber auch gleich mitgeladen, und voller als voll geht ja nicht.
Eine Verbesserung kann erreicht werden mit Seitlichen Anschlüssender Bleigitter und auch nicht von einer Seite, sondern wie bei NC üblich, einer links und einer rechts.
So sind und bleiben Säure und Entladung in allen Höhen gleich, Säureschichtung also eher von links nach rechts.
Die Abstände der + und - Platten sollten so groß sein das die benötigte Säuremenge komplett zwischen den Platten vorhanden ist, wie bei Geelakkus.
Dann ist der Gesammtwiederstand eher etwas grösser, aber die gesammte Oberfläche der Platten werden gleich belastet mit Strom.

Gruß Aloys.
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 14:00 Uhr  ·  #217
Hallo Aloys,

Parallel und Reihenschaltung von Blei Akku Zellen ist auch ein Thema.

Innerhalb einer Zelle werden meist mehrere Blei Platten parallel geschaltet.
z.B. 5pzs = 5 Platten. Was die da genau machen um diese Effekte zu verhindern weiß ich nicht,
jedoch wird EUW hier auch helfen um möglichst alle Platten gleichmäßig zu verwenden.

Parallel und Reihenschaltung von kompletten Zellen wird mit 'unerwartet' dickem Kupfer oder Alu gemacht.
Das deswegen, so nehme ich an, um diese Millivolt Spannungsunterschiede und unterschiedliche Belastung der Zellen zu verhindern und damit keine komplizierte Verschaltung nötig ist.

Letztendlich gibt es auch noch die sogenannte Ausgleichsladung.
z.B. wöchentlich oder einmal im Monat um Unterschiede in den Zellen auszugleichen.
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Alter: 73
Beiträge: 1248
Dabei seit: 08 / 2014
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 17:51 Uhr  ·  #218
Hallo

Es geht mir um die Bleigitter die nur oben an einer dicken Bleibrücke angegossen sind.
Nach unten sind die dann schon filigran und dünn bemessen, und haben auch einen Wiederstand.
Je grösser der Strom um so mehr kommt das Spannungsgleichgewicht von oben nach unten auseinander.
Oben sind die Sröme daher immer grösser als unten, bis oben lehr ist.
So wirt oben die Säuredichte schneller verbraucht als unten.
Die Frage ist aber auch ist ein Mischen besser, oder sollten die stärker entladenden Zellenbereiche zum wieder Laden in schwächerer Säure verbleiben.
Mische Ich das wieder hoch, kann dann noch genügent Leistung oben eingeladen werden, dann müßte die Dichte ja weiter steigen als 1,28 ??

Gruß Aloys.
Moderator
Avatar
Geschlecht:
Alter: 51
Homepage: kleinwindwiki.com
Beiträge: 2405
Dabei seit: 12 / 2009
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 06.03.2021 - 20:23 Uhr  ·  #219
Hallo Aloys

Ja, es ist richtig, dass durch den elektrischen Widerstands des Bleis, zunächst bevorzugt oben in der Zelle geladen und entladen wird. So ähnlich hatte ich das schon bei der Säureschichtung beschrieben.

Zitat
Die Frage ist aber auch ist ein Mischen besser, oder sollten die stärker entladenden Zellenbereiche zum wieder Laden in schwächerer Säure verbleiben.

Das hängt davon ab wie schnell zwischen Entladen und Laden gewechselt wird.
Wenn das immer kurz hintereinander im Wechsel passiert, wäre es besser nicht zu mischen.
Dann bräuchte ich keinen Akku, Kondensatoren würden ausreichen.

Zitat
Mische Ich das wieder hoch, kann dann noch genügend Leistung oben eingeladen werden, dann müsste die Dichte ja weiter steigen als 1,28 ??

Die Säure hat auch einen Widerstand geladen zu werden. Ist die Säure gesättigt oder kein Bleisulfat zum spalten mehr vorhanden, kann man diese nicht weiter laden.
Genau deswegen ist es ja gut zu mischen um die geladene Säure von den Bleiplatten weg zu transportieren.
Ohne EUW würde die elektrische Spannung andere, leichtere Säure anziehen, welche dann die dichtere Säure verdrängt.
Die Energie, welche die Verdrängung benötigt geht verloren, sowohl beim Laden und Entladen.
Auch deswegen erreicht man mit EUW einen besseren Ladewirkungsgrad und reduziert den Innenwiderstand.

So sehe ich das.

Grüße
*!*!*!*!*
Avatar
Geschlecht:
Alter: 73
Beiträge: 1248
Dabei seit: 08 / 2014
Betreff:

Re: Bleiakkumulatoren

 · 
Gepostet: 08.03.2021 - 09:03 Uhr  ·  #220
Hallo

Die Grundkonstruktion eines Bleisammlers ist ja schon Uralt und wurde nur vom verwendeten Material verbessert.
Dabei sind + und - immer an einer Seite angeschlossen, und bei Lageabhängigen immer Oben.
So ist der Übergangswiederstand durch die Säure und das lange Bleigitter an der Anschlußseite auch dort am kleinsten.
Legt man die Anschlüsse zum Beispiel rechts und links in den Akku, also gegenüber, ist immer zb + Anschluß kurz und der - Anschluß am langen - Gitter.
Umgekehrt - Anschluß direckt am Pol und das lange Gitter zum + Pol.
So ist es auch bei den NC Akkus, zwar aus anderen Gründen, aber das geht beim Bleiakku sicher auch.
Ich bin überzeugt das es zu einer sehr gleichmässigen Ladung der Platten auf ganzer Fläche füren wird.
Es müssen nur die Anschlüssen von den Polen von oben an die Seite verlagert werden.
Hört sich erst mal kompliziert an, sollte aber auch möglich sein.

Gruß Aloys.
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0