Nickel Ferrit Akku

"Der erste Solarstromspeicher der sich lohnt"
 
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Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 14.05.2016 - 07:21 Uhr  ·  #1
Oben auf der Startseite im Kleinwindforum unter "Politik" fand ich diesen Thread: "Der erste Solarstromspeicher der sich lohnt"

Max (Moderator Menelaos) hat dort gesagt, dass NIFE Akkus mit ihrer ewigen Lebensdauer und Wartungsfreiheit die Akkus seiner Wahl sind, ich nehme an für stationären Einsatz bei Windkraft - und Solaranlagen.

Hier im gesamten Themenbereich zu Akkus, Ladereglern, Inselbetrieb etc. mit insgesamt 18 Seiten Treads - also fast einer Grabbelkiste - fand ich gar keine weiteren Hinweise zu NIFE Akkus. Was ist da los!

NIFE Akkus sind doch angeblich, da sie im wesentlichen aus Nickel, Eisen und Kalilauge bestehen material mäßig sehr einfach gestrickt, halten ohne Austausch der Kalilauge als Elektrolyt bis zu 20 Jahre und danach nocheinmal so lange, nach Recherche online sogar bis zu 70 Jahre ohne den üblichen Wartungs- und Kostenaufwand für Neuanschaffungen.

Als weitere Info, von Max schon angedeutet, sie sind ziemlich teuer.

Jetzt meine Frage: Was macht sie denn so teuer, wenn die Grundkomponenten so total billig sind, also Nickel, Eisen und Kalilauge (Pottasche)?

Und als meine Schlussfolgerung: Warum können wir uns das nicht selber bauen, zum Bruchteil sonstiger Kosten?

Gelochtes Eisenblech, Nickelblech in Rollen sind im Handel preiswert zu haben und da wir schon dabei sind: gerolltes Nickelblech inspiriert doch!

Grosse Akkus sind meist rechteckig, quadratisch, in jedem Fall sind da die Anoden-Kathoden-Platten immer ziemlich aufwendig gestapelt verbaut, man könnte doch ähnlich wie bei den kleinen Nicad - Batteriezellen die Anoden - Kathodenplatten als Rolle mit Trennmembran gerollt in richtig große runde Behälter einbauen und dort die Kalilauge (Elektrolyt) einfüllen.

Sogar das Kalium für die (20% ige) Kalilauge könnten wir selber herstellen:

Die Herstellung von elementarem Natrium gelang erst im Jahre 1807 Humphry Davy durch Elektrolyse von geschmolzenem Natriumhydroxid (Ätznatron) unter Verwendung von Voltaschen Säulen als Stromquelle. Wie er am 19. November 1807 vor der Royal Society in London berichtete, gewann er zwei verschiedene Metalle: Das in Soda enthaltene Natrium nannte er Sodium, was die noch heute gebräuchliche Bezeichnung des Metalls im französischen und englischsprachigen Raum ist; das andere Metall nannte er Potassium (Kalium)

Mit dem als Nebenprodukt anfallenden Metall Sodium (Natron) kann man dann super Experimente machen: Wenn man sowas wie einen Flipperstein über eine Wasseroberfläche hopsen läßt gibt es tolle Reaktionen, es explodiert! Tolle Überraschung!

Vor allem auch deshalb wären gerollte Bleche ideal, weil als Akku - Behälter einige leicht zugängliche Lösungen in Frage kämen, z.B. dicke Plastedruckrohre deren Böden man mit gleichem Material dicht schweißt. Das machen schon die Hersteller solcher Rohre kostengünstig, ich denke da an die dicken zäh-elastischen schwarzen Wasserleitungen für agrikulturelle Bewässerungssysteme. Passende viereckige Akkukästen für konventionelle Akkus findet man eh nicht so leicht für solche Zwecke zumal das schon vom Bastelaufwand mit den Plattenpaketen eine Schweinerei wäre.
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 14.05.2016 - 11:56 Uhr  ·  #2
Hallo

Du stellst dir das sehr einfach vor ! ist es aber nicht, denn die Bleche die Du aufwickeln wilst, sind nur als Ableiter des Stromes zu gebrauchen.
Diese Bleche haben, so komisch das klinkt, haben fast keine Oberfläche, die nutzbar ist.
Alle aktiven Materialien in Akkus sind Sintermetalle, also kleinste Metallteile die zusammen gepresst eine unglaublich gloße Oberfläche haben.
Wenn die noch, wegen besserer Haltbarkeit gesinter sind (heiß gepresst) ist der Aufwand etwas mehr als nur Bleche aufwickeln.

Gruß Aloys.
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 14.05.2016 - 14:13 Uhr  ·  #3
Danke erstmal! Das wäre schade. Ich hatte mir das viel einfacher vorgestellt weil ich bei Youtube ein Video mit einem Experiment gesehen hatte, wo ein Nutzer "Segelohrenbob" eine einfache NICAD-Zelle auseinandergenommen hat um an das dort gewickelte Nickelblech ranzukommen. Das hat er dann plattgemacht und mit gelochtem Eisenblech als Gegenpol hat er dann einen kleinen NIFE-Akku draus gezaubert.

Also die normalen NICAD Zellen haben auch so gesinterte Materialien? Ich frage nur, ist nicht gerade mein Plan alte NICAD Zellen zu riesigen NIFE Akkus zu rezyklieren. Das wäre mir auch zu pingelig und auch noch gefährlich wegen dem Cadmium.

Mich reizt einfach der Gedanke, dass man sich bei NIFE jahrzehntelang nicht mehr sonderlich drum kümmern muß. Schade aber auch!
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 14.05.2016 - 21:21 Uhr  ·  #4
.... also wie gesagt in dem Speicher thread ( denke ich hab ichs angesprochen )

Meine Art von Batterie (Panzerplatten Batterie ) liegt bei unter 5 cent pro herausgenommener kWh (ohne Electronik zum Laden und ohne Verluste gerechnet ) , da gibts bisher noch nix vergleichbares und und ich glaube auch, dass das fast unmoeglich zu schlagen ist

Die Panzerplattenbatterie LadeZyklen Kurve

und die Zyklenkurve der in Europa erhaeltlichen NiFe zellen http://shop-microtherm.com/pdf/batteries/NiFe_de.pdf

leider sind diese Graphiken "verdreht "
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 15.05.2016 - 08:52 Uhr  ·  #5
Danke für den Hinweis, Panzerplatten habe ich auch schon länger auf dem Radar! Bei NIFE Akkus hat man weniger Wartung, der Elektrolyt ist weniger problematisch mit Vergasung und die Akkus leichter als mit Bleiplatten. Natürlich steht da der Kostenfaktor bei Panzerplatten besser, ok, es ist wohl mehr der Umstand, dass man Akkus zwar braucht, nur eben nicht jedem den grossen Spass macht, die Dinger zu warten.

Deshalb strenge ich immer noch meine grauen Strohhalme an, um vielleicht doch NIFE Akkus selber bauen zu können, auch unter Verzicht industriell erreichter Werte.

Also spielt maximal mögliche Oberfläche beim Nickel die Hauptrolle? Die Nickelbleche, die z.B. in der Bucht als Rolle verkauft werden, sind teils nur 0,1 mmm stark. Sowas zieharmonika-ähnlich eng mit kleinen Steigungen zusammenfalten - z.B. wie bei Luftfiltern bei Verbrennungsmotoren - ergäbe schon ein Mehrfaches an möglicher Oberfläche und wenn man die Akkus dann doppelt oder dreifach größer machen muß um eine vergleichsweise Speicherkapazität zu bekommen - ginge das?

Ist die Oberfläche bei den gepressten Sinter-Metallpartikeln so viel größer, das man - um ein gleiches Ergebnis zu erreichen - es dann mit Wahnsinns-Dimensionen bei der Baugröße zu tun hat?
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 15.05.2016 - 11:49 Uhr  ·  #6
Naja Wartungsarbeiten bei Panzerplatten batterien ? Mit Recombinationstopfen und oder Electrolyte umwaelzung (mit Luft) = fast 0

Da ich dies nicht habe , brauch ich ca 25 l destilliertes wasser und 1 Stunde Arbeit pro Jahr .... fuer die einst 40 kWh batterie


Aber Egal , ich will dir hier nicht nur in die Suppe spucken ,

Was mich an Speicher intressiert im Moment , ist wieviel Recourcen man braucht und wie weit diese auf Erden vorhanden sind , da schneidet die Blei Batterie eher schlecht ab ( deshalb hab ich ja auch einen Speichersee)

Ich denke die Vanadium Flow Battery waere wohl mein Selbstbau project

Gruss Lars
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 15.05.2016 - 15:01 Uhr  ·  #7
Na ja, da gibts auch solche großen, früher bei der Post, da lohnte sich nach ein paar Jahren das Säubern der Bleiplatten. Kein schöner Job. Leider hat nicht jeder einen Speichersee, braucht man eigentlich mit Netzkonverter und gerade mal genug selbsterzeugtem Strom um eigenen Bedarf zu decken auch nicht. Eine Notstromreserve ist immer gut, darum ginge es bei mir. Und um`s Tüfteln. Vanadium Flow, das ist ein Flüssigspeicher? Ich hab nicht so viel Ahnung davon, sorry. Hört sich kompliziert an.
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 18.05.2016 - 00:54 Uhr  ·  #8
Noe , kompliziert ist gar nix , 100% erneuerbaren Strom war alles was ich rausfinden wollte , war ein klaks <_<
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 18.05.2016 - 12:32 Uhr  ·  #9
Ok, mit Vanadium Flow will ich mich jetzt online etwas schlauer machen, danke für den Tip!

Was die selbstgebastelte NIFE Technik angeht, da hat mich das mit der riesigen nötigen Oberfläche durch kleinste gepresste und gesinterte Metallpartikel, aus denen die Bleche gemacht sind natürlich etwas entmutigt.

Was nicht heißt, dass ein Versuch mit Faltblech nicht mehr bei mir auf dem Zettel steht. Experimentieren macht Spass, vielleicht geht es, größere NIFE Zellen zu bauen als konventionell nötig um so leidlich in die Nähe industriell gefertigter Produkte zu kommen. Nickel, Eisen und der Elektrolyt sind relativ preiswerte Grundmaterialien und haben vergleichsweise wenig umweltschädliche Einflüsse. Das wäre neben der Wartungsarmut und hoher Lebensdauer ein lohnender Anreiz - wenns denn überhaupt geht...
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 18.05.2016 - 17:52 Uhr  ·  #10
Hallo

Es gibt eine Dünnblechtechnik, eher eine Folientechnick, und zwar bei Kondensatoren.
Die laufen unter MP-Kondensatoren und sind für Wechselspannung.
Da ist das Blech wirklich extrem dünn.
Ob es das in Eisen und Nickel gibt ??
Fallttechnik wär auch nicht schlecht, da braucht man nur wenige Separatoren zwischen den Platten.

Gruß Aloys.
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 19.05.2016 - 06:21 Uhr  ·  #11
Moin,moin,

Schade, dass es das Blech nicht als Küchenrolle wie bei Alufolie gibt. Ein Experiment kann man zuerst im Kleinen machen und wenn erfolgversprechend, größer. Dann tun die vielen Fehlschläge nicht so weh! :-)

das dünnste bisher gefundene Nickelblech - bei ebay - hat 0,1 mm Wandstärke. Bei Eisenblech weiß ich noch nichts. Was nimmt man da eigentlich als Separator?

Gruß, Carl
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 28.03.2020 - 23:39 Uhr  ·  #12
Ich krame mal das alte Thema raus, da ich mich im Zuge meiner / unserer Off-Grid-Möglichkeit auch mit dem Thema befasst habe. Es gibt zum Thema einen sehr interessanten Artikel von der Zukunftswerkstatt (2013)....
Im Gästebuch findet sich auch ein "Erfahrungsbericht" eines Nutzers.

https://zukunftswerkstattverke…-wahrheit/

Die Kritikpunkte sind im Wesentlichen:

- Teuer, da nur 2 Hersteller weltweit
- Sehr wartungsintensiv und gefährlich im Handling ( Knallgas )
- eine doch nicht soooo berauschende Haltbarkeit durch die Zugabe von Lithiumhydroxid ( Plattenkorrosion )

Es ist außerdem sehr wenig bekannt und es gibt kaum Erfahrungsberichte. Deckt sich auch mit meinen Erfahrungen im Internet!
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Re: Nickel Ferrit Akku

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Gepostet: 29.03.2020 - 02:24 Uhr  ·  #13
Danke für die gute Info!
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