Harze und Verarbeitungstechniken

Vergussharze für Spulenscheiben
 
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Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 28.04.2020 - 11:46 Uhr  ·  #1
Harze:
Max schwört auf Venylester-Harze. Hat er mir empfohlen. Bin der Sache allerdings auf den Grund geangen, mit folgendem Ergebnis:
1. Da Industieanwendung, Gebinde in entsprechenden Größen, z.B. 10 kg und mehr.
Was er da mal hatte, als Kilo-Packung, gibts nicht mehr.
Und selbst wenn doch, Härterzugabe üblicherweise gering, hier 1,5%.
Wenn man mal sehr geringe Mengen braucht, um was zu verkleben, lässt er sich schlecht dosieren.

Das Produkt von Ross-Fisch enthält zwar immerhin Styrol. Wichtig, wenn Fasermaterial verwendet wird, welches mit Silanschlichte fixiert ist, wie z.B. Glasvleis. Fehlt Styrol löst sich die Schlichte nicht auf oder nur ganz schlecht.
2. Allerdings ist genanntes Harz mittelviskos eingestellt. Andere sogar thixotroph.
Das ist gut für Laminierungen. Aber für Verguss?
3. Topfzeit 16 bis 20min. Das mag bei versierter Arbeit aus reichen. Aber bei einem Erstlingswerk? Unter Zeitdruck entstehen Fehler. Außerdem: Umso weniger Topfzeit umso mehr Erwärmung beim Härten.

4. Lt. Max nicht mal preiswerter als EPOXIDharz. Ja warum dann nicht gleich zu diesem umschwenken, zumal die Werte nicht schlechter sein müssen. Zudem ist Vinylester-Harz ansich ein Epoxidharz.

Ich habe gute Erfahrungen mit dem hier gemacht: EP 210/EPH 414-1. (Auch größere Gebinde)

An anderer Stelle habe ich folgendes geschrieben:
Zitat
Da Ungesättigtes Polyesterharz (UP) sicher schon hunderte Male verwendet wurde, wird es o.K. sein.
Ich aber habe EPOXID-Harz verwendet, aus folgenden Gründen:
Es hat es einige Vorteile: Richtig ausgesucht - längere Topfzeit. Erstarrungsprozess schleichend. Habe im Keller um die 2h damit arbeiten können. Bei dem von mir verwendeten ein Fest-Werden auch noch bei 12°C in 24h. Stinkt nicht so erbärmlich wie UP (Aber Achtung: EPOX-Dämpfe auch nicht ganz ohne. Hatte danach 4 Tage trockene Nasenschleimhäute. Bei Verarbeitung gut Lüften! Dann erst Kellerfenster schließen.). Kaum Schwund beim Erstarren.
Dabei ist Harz nicht gleich Harz. Habe mir das EP 210 mit Härter EPH 414-1 ausgesucht. Ist bedingt UV-fest. Auch genügen zum Tempern bei 120° 2h. (Habe ich drauf verzichtet). Und nicht zuletzt - Lagerfähigkeit paktisch mehrere Jahre.
Die Firma vertreibt auch recht preiswert das Glasgewebe, und Reichelt-Elektronik derzeit auch.
Vertärkungsfasern:
Glasmatte und Gewebe mit Silanschlichte (Versteifung) nur für UP geeignet! Schlichte löst sich in Styrol, was in EPOX nicht enthalten ist.

Arbeitstechniken:
Der Hinweis von Max, eine Spulenscheibe in 2 Schritten zu vergießen. Dabei beim 1. die Spulen am richtigen Ort zu platzieren und fest werden zu lassen, der hat was, auch thermisch. Müssten dann entgegen meiner Methode umgedreht eingebaut werden. Alle Anschlüsse oben. Da kann man zuvor aus dem Fasermaterial mittels Pinsel die Luftblasen gründlich entfernen.
Ob mit überstehendem Glasgewebe gearbeitet werden kann, muss man sehen. Durch die Kapillarwirkung könnte das Harz hochgesaugt werden. Notfalls hinterher abschneiden.
Bei Glasgewebe würde ich in Zukunft je 2 Schichten nehmen, um 45° gedreht.

Wenn die Spulen dann fest sind, kann man in aller Ruhe verdrahten.

Max meint ja, dass der weitere Verguss in allen Hohlräumen Fasermaterial enthalten sollte, um die thermischen Spannungen bei Spulenerwärmung auf zu nehmen.
Ist sicher abhängig, ob der Stator als einfache Lademaschine verwendet werden soll. Dann in der Tat viel Verlustleistung.
Eine Art Ringanker außen aus raus gezupften Glasfaser-Strähnen macht sicher Sinn. Auch Kurzglas-Fasern (5 bis 7mm) an den späteren Befestigungs-Löchern.
Wenn auch noch in den Spulenöchern - ich würde es mischen mit Korundpulver oder Tonerde zur Erhöhung der thermischen Leitfähigkeit.
Auch reduziert sich dadurch der Harzverbrauch und die Schwindung bei Erstarrung.

Ob der letzte Guss der Scheibe unbedingt mit einer glatten Platte abgeschlossen werden muss, um ne spiegelglatte Oberfläche zu erreichen? Müssen nicht. Ohne hat viele Vorteile:
Die Luftblasen kommen besser raus. Die Reaktionswärme auch.
Weniger Handling auch bezüglich der Anschlüsse.

Wäre nur gut, wenn die Spulen ggf. zuvor einzeln durch Pressen auf Höhe kalibriert werden.

Und ob es Sinn macht, die Spulenanfänge auch nach außen zu führen, um optional ne Dreieckschaltung zu ermöglichen?
Dazu folgender Link: topic.php?t=6201
Wenn die Spulen exakter am richtigen Ort sitzen, mag der Ringstrom vielleicht geringer aus fallen.
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 02.05.2020 - 22:51 Uhr  ·  #2
Mal ne dumme Frage... Das erhöhen der thermischen Leitfähigkeit durch Zusatzstoffe... macht das wirklich Sinn?

Das thermisch empfindlichste Teil am Generator, sind die Magnete (80°C). Das Harz hält gut 120 °C aus... zumindest wenn man beim Kauf darauf achtet. Die Kupferspulen halten weit mehr aus (idR. ca. 180°C und mehr).

Wenn ich jetzt also die thermische Leitfähigkeit des Stators erhöhe, würde ich z. B. dem Sicherungsautomaten Zeit klauen um aus zu lösen, da der Generator im gesamten schneller Heiß wird. Ja er kühlt natürlich auch schneller ab aber das hilft nicht viel wenn die Magnete dann schon hinüber sind. Somit würden dann auch kurze Überlastungen des Generators bereits gefährlich werden. Die Temperatur von Kupferspulen kann extrem schnell steigen.

Bessere thermische Leitfähigkeit würde mir eigentlich nur was bringen, wenn ich die Wärme auch irgendwie wegschaffen kann, bevor sie den Magneten erreicht... bei möglichst klein zu haltenden Abständen zwischen Magnet und Stator eher sportlich.
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 02.05.2020 - 23:46 Uhr  ·  #3
die Magnete werden eigentlich nicht warm da in ihnen kein Widerstsnd induziert wird. zudem bewegt sich der Rotor ja und die Magnete haben viel Kuhlfläche zur Eisenscheibe die ebenfalls gut leitet. Schwachpunkt sind die mittig liegenden Windungen. Zudem kann auch das Harz weich werden wenn es unter Nenntemperatur erwärmt wird. Hier kommt es dann oft zu verformungen so dass sich der Stator wölbt und dann ann den Magneten schleift und an beiden seiten Schäden verursacht. Daher ist viel glasgewebe wichtig da Verzug somit deutlich verringert wird. Es ist wirklich wichtig, Glasfasern auch im Inneren des Stators zu platzieren, ich kann das aus eigenen Erfahrungen und auch jahrelangem internationalen Austausch nur immer wieder hervorheben.

Wenn man richtige Hochleistungsgeneratoren baut dann verwendet man sowas

https://www.elektroniknet.de/e…02957.html

Solche Materialien sind teuer aber hsben eine fast zehn mal,höjere Wärmeleutfähigkeit als,normales Gießharz und sind von Natur aus recht firmstabil unter thermischer Belastung. Hier kostet ein Liter in kleinen gebinden bis zehn luter aber durchaus 70 euro. Habe selbst schon viel mit solcherlei Harz gearbeitet. Zudem gibts auch Kupferdraht der,gute 250 Grad aushält. Alles natürlich entsprechend teuer und eher was für wirkliche Leistungsmonster oder Serienproduktionen bei denen es auf optik und kleine Abmaße ankommt. Eine kühlstromfördernde konstruktion bringt auch nochmal sehr viel. Wärme muss ja nicht nur von den spulen weggeleitet sondern auch von der Statoroberfläche weggefegt werden um diese zu kühlen. das kann durch aktive oder passive Systeme passieren. Wenn man nun noch eine Musterprägung im Stator hat dsnn kann man die wirksame Oberfläche einfach verdoppeln, etwas aufwendiger auch vervierfachen. Es gibt wirkluch eine Vielfalt an Optionen die man noch kombinieren kann wenn nötig.

vg
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 03.05.2020 - 10:41 Uhr  ·  #4
Also mit den Spezialharzen zu vergießen mit Wicklungen kenne ich mich nicht besonders aus.

Polyesterharze haben den Nachteil, dass sie durch das Styrol extrem stark stinken, was übrigens nicht allergen ist.
Das Styrol wird über die Leber wieder abgebaut. Nachteil von Polyester ist, dass es schrumpft (ich glaube bis zu 7 %) und deshalb nicht in der Luftfahrttechnik verwendet werden darf. Vorteil ist, dass es nicht getempert werden muss.

Epoxi schrumpft quasi nicht, muss aber meistens getempert werden. Manche Leute reagieren darauf hochallergen und wer eine solche Allergie hat, bekommt sie nie wieder los. das Tempern ist deswegen nötig, um die sogenannte -> "Glasübergangstemperatur" (TG) hoch zu treiben. Wenn etwas warm wird ist diese der kritische Faktor. Deswegen dürfen Segelflugzeuge auch nur weiß lackiert werden.

Vinylester wurde von einem Luftfahrttechniker eingeführt, der eine Allergie auf Epoxi hatte. Das ist etwa 30 Jahre her.
Dies scheint ein sehr guter Kompromiss, aber mit dem Zeug habe ich noch nie gearbeitet.

Seit zehn Jahren etwa setzt sich Polyurethanharz immer mehr durch. Dies scheint die besten Materialeigenschaften zu haben, hat aber einen Nachteil: Es darf bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht verarbeitet werden. Es hat den Vorteil, dass es ähnliche Materialeigenschaften wie Epoxi hat, aber nicht so exotherm ist.

Wenn man einen Eimer Epoxi herumstehen lässt, fängt der nämlich durchaus mal an zu brennen.
Bei Polyester ist es natürlich genauso. "Faserbuden" brennen deswegen öfters mal ab.

Ora

Ach so- wichtig: die "Schlichte" ist der Haftvermittler zwischen Harz und Faser.
Sie ist also wichtig, dass das Endprodukt auch etwas taugt.
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 03.05.2020 - 20:33 Uhr  ·  #5
Im Fernsehen nichts los. Also kann man auch Fachkultur pflegen. Polizeiruf 110 heute mit einem Thema, was mich nicht interessiert. Auf 3-Sat "Nuhr im Ersten". Schon gesehen. Wer nicht - persönliche Empfehlung!

@ Hannes: Ja ja, die Spulen können schnell in thermische Not kommen. Vor Allem, wenn nach dem Gleichrichter und einem Überladungsverhinderer (umgangssprachlich Laderegler genannt, nur dass da kein Regelkreis drin ist) sofort der Akku kommt.
Es ist eine Illusion, den Draht bis zur zul. Grenze auf zu heizen. 1. halten die meisten Harze das nicht aus. Sie werden zumindest weicher. 2. wird der Iso-Lack bei solchen Torturen verfrüht mürbe. 3. Ist die thermische Ausdehnung bei Plastik ca. 1 Zehnerpotenz höher als bei Metallen.
Ich empfehle daher, bei Normalbetrieb 80° Drahttemp. nicht zu überschreiten. Und wenn es dann mal höher geht bis 100 oder gar etwas mehr. so ist das Reserve.

Wieviel % mehr Wärmeabfuhr solche Beimengungen von Metalloxiden bei Statoren letztendlich bringen, müsste untersucht werden. Da es den Harzverbrauch mindert, die Schwindung bei Erstarrung auch, und die Topfzeit erhöht, warum also soll man es nicht beimischen? Kann ja zusätzlich zu den von Max genannten Glasfasern sein.

Dieses neue Elektro-Gießharz (Max sein Link) mal wieder nur erhältlich nicht unter 5 kG.
Da auf PUR-Basis wäre außerdem an zu fragen, wie niedrig viskos das ist. Muss immerhin per Kapillarwirkung in die Spulen rein gesogen werden.
Sie schreiben, dass sie verschiedene Härtegrade ermöglichen können. Daran hat es bei herkömmliche PU-Verfüllmassen in der Vergangenheit gehapert. Sie blieben für unsere Zwecke zu weich.

@ Ora:
Zitat
...muss aber meistens getempert werden. Manche Leute reagieren darauf hochallergen und wer eine solche Allergie hat, bekommt sie nie wieder los. das Tempern ist deswegen nötig, um die sogenannte -> "Glasübergangstemperatur" (TG) hoch zu treiben. Wenn etwas warm wird ist diese der kritische Faktor. Deswegen dürfen Segelflugzeuge auch nur weiß lackiert werden.

Allergen aufs tempern? :-) Nein, aufs Harz ansich ist gemeint. Ja, aber hoffentlich erst nach einiger Zeit. Auch ist zu fragen, auf die Dämpfe oder bei Hautkontakt? Kenne allerdings einen, der hat sich ein Kleinflugzeug selber gebaut. Kurz vor Ende, ne Allergie eingefangen.

Bezüglich Schrumpfung hilft Fasermaterial und Füllstoffe. Schon erwähnt.

Zu Deinem ewigen Thema, der weißen Oberfläche: Die Airforce One ist teilweise blau. Und Trump seine Mühle sogar mehrheitlich schwarz, von oben, nicht von unten. https://upload.wikimedia.org/w…646%29.jpg Scheint also alles relativ zu sein.

Bezüglich Tempern, warum empfohlen? Dabei kannst Du vielleicht bitte die Glastemp. erklären.

Zitat
...die "Schlichte" ist der Haftvermittler zwischen Harz und Faser.
Sie ist also wichtig, dass das Endprodukt auch etwas taugt.


Erheblich diskussionswürdig.
Zumindest Silanschlichte nur auflösbar mit Styrol. Passt also eher zu UP-Harzen. In Venylharzen auch manchmal beigemischt.
Aus meiner Sicht ist das nur ein Fixativ, damit die Fasern nicht durcheinader fallen, insbes. bei Glasmatte.
Wenn mit normalem EPOX verarbeitet, wirst Du bezüglich Benetzung der Fasern und damit Qualität ein blaues Wunder erleben!
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 05.05.2020 - 08:39 Uhr  ·  #6
Mir ging es dabei eigentlich gar nicht um die Spulen an sich. Die sind vermutlich das letzte um das man sich Sorgen machen sollte.

Zitat
Ich empfehle daher, bei Normalbetrieb 80° Drahttemp. nicht zu überschreiten.


Klar, macht ja auch Sinn. Und bei korrekt dimensionierten Generatoren sollte das auch im Normalbetrieb kein Problem sein.
Bei dem Geni, den ich die nächste Zeit bauen will, werde ich aber versuchen den Ladebeginn soweit nach unten zu drücken, wie es nur geht. Das bringt natürlich das Problem mit sich, dass bei stärkerem Wind sehr sehr viel Energie als Abwärme verloren geht. In meinem Fall wird das so gut wie nie vorkommen, da ich keinen so arg windigen Standort habe - aber es kann ja trotzdem hin und wieder mal stürmen. Der 0,6 mm Draht, den ich auf Grund der Baugröße verwenden muss, ist halt für einen guten Aufbauplatz auch viel zu dünn.

Bei meinem letzten Geni hattest du mir empfohlen einen PT100 zu vergießen - das werde ich auf jeden Fall wieder machen.
Durch meine mechanische Bremse, könnte ich sogar anhand der Spulentemperatur den Rotor Bremsen.


Zitat
die Magnete werden eigentlich nicht warm da in ihnen kein Widerstsnd induziert wird. zudem bewegt sich der Rotor ja und die Magnete haben viel Kuhlfläche zur Eisenscheibe die ebenfalls gut leitet


Die Magnete selbst werden nicht warm aber sie werden durch Abwärme des Stators erwärmt. Und je leichter der Stator seine Wärme abgeben kann, umso schneller werden auch die Magnete erwärmt. Klar, die Generatoren, die ich hier bisher sehen konnte, waren meist offene Bauweisen. Da leuchtet es mir durchaus ein, dass der Stator seine Wärme schnell abgeben soll, denn man kann die Wärme auch weg schaffen. Aber bei einem geschlossenen Generator ist das mit der Belüftung gar nicht so leicht und ein thermisch gut leitenden Stator kann dann schnell nachteilig werden. Aber ich hab da schon ein paar Ideen, den Generator trotz Gehäuse zu kühlen.

Was das Wölben angeht:
Ich liebäugel gerade mit einem Harz, dass zwischen 120° und 140° C aushält (je nach dem wie getempert). Preis ca. 30€ pro Liter. Die Verarbeitungszeit liegt bei 45-60 Minuten... sollte ok sein.
Denkst du für meinen kleinen Hobbygenerator muss ich da noch großartig Glasgewebe mit ein bauen? Ich habe nämlich nicht allzu viel Platz ;-)
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 05.05.2020 - 09:17 Uhr  ·  #7
Gewebe ist super wichtig - würde ich auf jeden Fall machen! Es muss für ddn Innenbereich ja kein Gelege sein, da könntest du auch mit Faserschnipseln arbeitsn, die lassen sich gut einarbeiten. Harz sslbst ist kalt spröde und warm wird es biegsam und weich und das beginnt nicht erst bei 140 Grad. Die Fasern verhindern dass sich was wirft oder sich risse bilden da sie sich nicht mit ausdehnen. Musst du dir vorstellen wie Stahlbeton. Letztlich muss jeder selbst wissen ob der die halbe Stunde Mehraufwand scheut. Das Gejammer kommt dann in der Regel nicht im Forum sondern als PN.

max
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 05.05.2020 - 20:31 Uhr  ·  #8
@ Hannes: Das Harz ist gut. Auch nur 2h Temperzeit bei 70°C. Allerdings 1,5-fach so teuer wie das EP210 mit Härter EPH414-1.
Da kostet das Kilo nur 20,40! Sonst ähnlich.

Über Temp.-Fühler die Bremse aus zu lösen, das nenne ich mal einen Vorschlag!
Wenn Du mich begeistern willst, dann schick mir mal ne Schaltung vom Thermostat. Vermutlich mit OPV, aber möglichst so, dass eine Betriebsspannung aus reicht. Also nicht +12V,-12V.

Musst Dir nur ne Logik überlegen, die auch dann funktioniert, wenn weder Netz noch Akku dran ist, höchstens Notstrom-Akku.
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 05.05.2020 - 21:21 Uhr  ·  #9
Ok: DAs Tempern ist - soweit ich es verstanden habe - notwendig, damit alle Männlein ein Weiblein finden.
teilweise geht das über mehrere Stunden in verschiedensten Temperaturzyklen.

DAs ist wichtig für die Glasübergangstemperatur ->
https://de.wikipedia.org/wiki/Glas%C3%BCbergangstemperatur

Wenn nicht richtig getempert wird und die Sonne später draufhaut, verzieht sich das Blatt.
Unterschiedliche HArze bzw. Harz-Härter- Kombinationen haben auch unterschiedliche TGs-
Und manche muss man nicht tempern- das ist meist bei schnellen Härtern.
DA sollte man drauf schauen.

---
Die Allergie ist gegen Stoffe im Epoxi. Und die ist ganz komisch: DA gibt's Leute, die jahrelang mit Epoxi umgehen und plötzlich sind sie allergisch - und diese Allergie geht nie wieder weg. M.W gibt es die Allergie bei der Polyesterverarbeitung nicht.

----
Schrumpfen: DAs ist bei Polyester systemimmanent. Wenn man es füllt, schrumpft es weniger- klar.
Und es ist nur in der Luftfahrttechnik verboten. Rotorblätter der Firma LM Windpower sind meist aus Polyester.
Weil man die eben nicht tempern muss: Das sind die Formen viel billiger. Epoxy hat wieder eine bessere dynamische Festigkeit.
DAs steht übrigens alles in Normen, was man da ansetzen und nachweisen muss.

--------
Mit der Schlichte kenne ich mich nicht aus- üblich Silan. Aber ob jetzt epoxi eine andere Schlichte hat wie Polyester weiß ich nicht.
DA kann man auch sicher mal bei einer Fa. wie R&G einfach fragen.
---
Gibt übrigens ein gutes altes Buch von einem Herrn Pfefferkorn: "FAserverbundwerkstoffe im Flugmodellbau":
Ist zwar uralt, aber für die Grundlagen wertvoll. Herr Pfefferkorn hat beruflich Satellitenpanels gebaut.

ora
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 05.05.2020 - 21:27 Uhr  ·  #10
Zitat geschrieben von DerHannes


Was das Wölben angeht:
Ich liebäugel gerade mit einem Harz, dass zwischen 120° und 140° C aushält (je nach dem wie getempert). Preis ca. 30€ pro Liter. Die Verarbeitungszeit liegt bei 45-60 Minuten... sollte ok sein.
Denkst du für meinen kleinen Hobbygenerator muss ich da noch großartig Glasgewebe mit ein bauen? Ich habe nämlich nicht allzu viel Platz ;-)

Spalt "kostet" m.W. Wirkungsgrad vom Generator.
MAgnet und Spule müssen möglichst dicht laufen.
DA hat man dann ein Problem mit der Verformung der Antriebswelle.
Deswegen leiten Firmen, die "direct drive" bauen, auch die Kräfte um den Generator herum.
Der sieht dann keine Verformung.
DAs ist mein bescheidenes Wissen zu diesem Thema

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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 05.05.2020 - 22:18 Uhr  ·  #11
Zitat
Aber ob jetzt epoxi eine andere Schlichte hat wie Polyester weiß ich nicht.
Meines Wissens nach gar keine. Sind längst nicht alle Faserwerkstoffe mit Schlichte versehen. Gerade die Gewebe sehr oft nicht. Und wenn doch, dann nur für UP.
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 06.05.2020 - 10:09 Uhr  ·  #12
Zitat
Wenn Du mich begeistern willst, dann schick mir mal ne Schaltung vom Thermostat. Vermutlich mit OPV, aber möglichst so, dass eine Betriebsspannung aus reicht. Also nicht +12V,-12V.


Ich denke mal das wird gar nicht sooooo spektakulär.
Ich will die Bremse über einen Arduino (oder vergleichbarem) steuern.
Ich brauche also:
- Arduino
- PT100 Messwandler
- PT100
- Spannungswandler 5V
- H-Brücke
- Linearmotor
- Anemometer

Dann sollte es mit relativ wenig Aufwand möglich sein, das Windrad anhand von Windmessung und/oder Generator Temperatur zum Stillstand zu bringen.

Abgesehen vom Linearmotor (nicht ganz billig) sollte ich sogar noch alles irgendwo rumliegen haben.

Zitat
Musst Dir nur ne Logik überlegen, die auch dann funktioniert, wenn weder Netz noch Akku dran ist, höchstens Notstrom-Akku.


Das könnte man tatsächlich über nen kleinen 350ma Akku lösen. Allerdings brauche ich dann wieder einen Laderegler für den Akku und einen Stepup-Wandler. Je mehr Komponenten im Spiel sind, desto mehr Strom geht flöten. Ich denke mal da geht dann fast ein Watt im Standby drauf.

Ohne den Akku würde die Bremse zwar automatisch auslösen können aber ggf. nicht mehr automatisch öffnen.
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Re: Harze und Verarbeitungstechniken

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Gepostet: 08.05.2020 - 08:23 Uhr  ·  #13
Hannes, der Grundlagenbereich ist ansich nicht für längere Diskussionen gedacht. Vor allem, wenn sie vom Thema (hier Harze) erheblich ab schweifen. Ich sende Dir also ne PN und bitte ggf. ein gesondertes Thema zu starten bzw. bei Deinem weiter zu schreiben.
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