Doppelscheibe

für die Black 600
 
Che
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Doppelscheibe

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Gepostet: 10.01.2020 - 19:59 Uhr  ·  #1
Hallöchen,
weiter führend von folgendem Link: topic.php?p=53757#real53757,
24 Spulen sind gewickelt, mit 2x1mm Draht parallel.

War nicht unbedingt Vergnügungssteuer-pflichtig. Wobei das Wickeln ansich nicht schlimm war. Wenn nur das Gefummele danach, das Fixieren der Windungen, nicht gewesen wäre.

Wickeln mit einem Akkuschrauber neuerer Generation ging richtig gut.

 

Ganz einfach in den Schraubstock eingespannt, dort, wo beidseitig die Befestigungsgewinde für den Zusatzhandgriff sind.

Wickelvorrichtung aus 3 mm Al-Blech, 60 mm D.

 
 

Noch 6mm PE-Schlauch aus der Pneumatik-Branche über die 5mm Wickelstifte geschoben. Vielleicht nicht unbedingt nötig, aber ich bin so vorsichtig. Dachte, dass so viel Druck drauf ist, dass ich sie mittels Dorn rausschlagen muss. Dem war aber nicht so.

Zum Windungzählen noch 2 kleine Magneten auf U-Scheibe als magnet. Rückverbindung aufgeschnappt, und einen sog, REED-Kontakt mittels einem Verhau aus Zwingen gehalten. Dieser überbrückt vom Taschenrechner je Umdrehung 1x die "=" Taste.
Beschreibung hier: topic.php?p=53768#real53768

 

Beim CASIO also <1++> eingetippt. "=" erledigt jedesmal der REED-Kontakt. Letzterer übrigens überraschend empfindlich. Sicheres Schalten noch in 20 mm Entfernung.
Kenner werden wissen, woher die Halterung mit den 2 Kroko-Klemmen stammt.

Zum Fixieren der Windungen gibt es wunderbare Klebebänder, die schmal sind, und durch hohen Faseranteil in Längsrichtung sehr fest. Davon das 1. und das letzte besonders interessant. Auch Vergussmassen für den Profi sind zu haben. Aber meines Wissens nach nur, wenn der Profi ne Firma hat, leider.
Ich habe zunächst das Fixierband von den Drahtrollen in der Breite geteilt (einfach auseinander reißbar)
und dieses verwendet

 

Weil alle, dann Panzerband. Bis runter auf 8 mm lassen sich Streifen abreißen.
Letztendlich habe ich mich auf eine alte Methode besonnen, welche fast noch besser geht: Festbinden, hier mit Stern-Zwirn. Ist aber gut wenn es kein Billigprodukt ist!
Verzwirnung ist vergusstechisch die beste Methode.

Hier die 4 Varianten von rechts nach links

 

Man sieht, dass ich unter den Drahtüberwurf immer ein Stück Tesafilm geklebt habe. Vielleicht nicht zwingend, aber ich bin auch hier vorsichtig.

Wie geht es weiter?
Heute das Spulenschema für wenig Geld auf A3 drucken lassen und einlaminieren.
Das lege ich drunter, um die Spulen exakt aus zu richten.
Schon mal Glasgewebe angefeuchtet. Konturen scheinen durch. So auch bei EPOX zu erwarten.
Wenn nicht genug, wird die unterste Lage Glasgewebe nachträglich aufgebracht.

2 Erfahrungen noch:
1. Es scheint vergebliche Müh zu sein, bei 2 parallelen Drähten wirklich Windung an Windung zu wickeln. Muss aber wohl auch nicht sein. Hauptsache die Windungszahl stimmt.
2. Spulen bekommen beim Wickeln tonnenartige Auswölbungen. Musste daher die Durchmesser der Scheibe geringfügig erweitern. Bei Magnetscheibe entsprechend. Sollte man wohl immer zuletzt in Auftrag geben.

Bis die Tage
und Gruß
Che
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 24.01.2020 - 20:44 Uhr  ·  #2
Was jetzt kommt war alles schon mal zur Hälfte geschrieben, gegen 19:30. Erstmals war plötzlich mein Text beim Vorschau-Versuch weg. Muss mächtig was los gewesen sein auf der Homepage. Jetzt hoffentlich ruhiger.

Jedenfalls, Form fertig und eine Spulenscheibe gelötet. es könnte vergossen werden. Aber alles nacheinander.

 

Auf ne Möbelplatte zunächst mit Sprühkleber das einlaminierte Spulenschema geklebt. Auf eine Sperrholzplatte das Selbe nochmal, aber nur Papier. Das einzige, was im Baumarkt mit exakt 8mm Dicke zu haben war, war Pappelsperrholz.

Beim Aussägen der Formmulde Blatt der Stichsäge leicht schräg gestellt, wegen der Entformungsschrägen.
Besonderheit:
An den 3 Stellen, wo später die Befestigungslöcher der Scheibe gebohrt werden sollen, kleine Rundkopfschrauben eingedreht. Köpfe sollen die Bohrmitte abformen.

Deckplatte der Form ist nicht fotogen. Wird mit Restform verschraubt.

 

Holzabfall aus der Formmulde zur Lötlehre erweitert. Holzdübel D6 in Löcher 5,5 nur eingeschlagen, nicht geklebt. Löcher schon mit leichter Neigung nach innen gebohrt.

 

Alle späteren Lötstellen mit feinem Kuferdraht D 0,4 (aus Litze 10mm²) zunächst fixiert.

 

Dazu Bindung mit 3 Schlaufen vorgefertigt. Nach Einfädeln nur fest ziehen und mit Zange weiter verdrillen.

 

Meine wohl beste Lötung. Funktional sind sie aber alle.
Der Draht ist lötfähig, allerdings erst ab 350°. Lackisolation löst sich dann auf und dient als Flussmittel. Trotzdem Kolofoniumdraht verwendet, und einen alten 80W Lötkolben. Damit ging es gerade so.

 

Der fertig gelötete Spulensatz. Bei der 2. Scheibe kommt noch ein Temperatursensor hinzu.

Ein Wort noch zum Trennwachs
Bohnerwachs (lösungsmittel-haltig) erscheint mir als nicht fest genug. Auto-Creme von Nigrin ist ne Wasseremulsion. Lässt sich schlecht spritzfähig verdünnen. Scheint auch Polierkörper zu enthalten, z.B. Kreide.
Also von Kerze Wachs abgeschabt und in Waschbenzin aufgelöst. Zur Beschleunigung im Wasserbad erwärmt.

In Garage dann wieder milchige Brühe, die nachverdünnt werden musste. Löslichkeit stark temperaturabhängig.
Gespritz (mehrfach) wurde mit Sprühkopf vom Scheibenenteiser.

Es kann also eingeformt und gegossen werden.
Langsam wird es, und es ist recht befriedigend.
*!*!*!*!*
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 25.01.2020 - 14:08 Uhr  ·  #3
Respekt :D
ora
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 25.01.2020 - 19:37 Uhr  ·  #4
Chapeaux! Die Klemme ist ein klein wenig älter, versieht den Dienst aber tadellos?!
 
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 25.01.2020 - 20:40 Uhr  ·  #5
Hallo Che
Für welchen Spannungsbereich ist dein Generator konzipiert?
Ich such noch einen Geno für mein Vertikalrad mit 48V 2kw.

Baust du auch für extern?
Grüsse
Che
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 25.01.2020 - 22:23 Uhr  ·  #6
Danke für die Blumen.
Speziell @ Ora: Was für ne Klemme?
@ Widmann: Je Scheibe (gesamt 2) ca. 15V bei 200 u/min (zugeordnet ca. 3 m/s bei TSR6). Für Beschaltung dann verschiedene Optionen. Reihenschaltung ist am sichersten.
Es erfolgen Tests.
Ob ich extern was baue, hängt vom Saler ab. Entwerfen geht aber immer.
Werd aber mal sehen, ob ich für Dich einen bezahlbaren geschlossenen finde. Hat für VAWT gewisse Vorteile.
Schönes WE, Ch.
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 27.01.2020 - 10:15 Uhr  ·  #7
Möchte Euch Teil haben lassen an meiner Happyness. Soeben Kostenvoranschlag erhalten für meine Laserplatten, Zeichnungen im Anhang.
Flanschplatte 3,50 EUR Magnetträgerplatte 7,75 EUR jeweils + MWST. Jeweils 3 Stück.
Allerdings: DXF-File habe ich mit geliefert.

Das sind gaaanz andere Preise, als bei Zerspan-Teilen über CNC topic.php?p=53458#real53458
Warum S355 bei den magnetischen Rückverbindungen hier gerechtfertigt ist, dazu später.
Anhänge an diesem Beitrag
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Re: Doppelscheibe

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Gepostet: 01.02.2020 - 20:09 Uhr  ·  #8
Die erste Spulenscheibe ist fertig. (Und GB aus der EU raus. Hat aber nichts damit zu tun.)

Wieder schrittweise:

 

Glasgewebe Köper-Bindung 163g/m² zugeschnitten und Überstände gefiedert (eingeschnitten), damit sie sich am Schluss besser umlegen lassen.

 

Zum Tränken der Spulen und anschließend des Glasgewebes reinen Harzansatz verwendet.

 

An den Befestigungsecken Glasfaserschitzel 5 bis 7 mm "eingejaucht".
Bei den Spulen schon begonnen, mit beigemischtem Edelkorund zu vergießen. Letzterer zur besseren Wärmeleitung. Ob es was gebracht hat, s. später.

Letztendlich alle Hohlräume mit "Wärmeleitharz" vergossen, gefiederte Glasseideüberstände umgeschlagen und eine Decklage Glasgewebe aufgebracht. Vorher noch etwas gewartet und aufgestiegene Luftblasen durch Bewegung im Harz versucht zu entfernen.
Dann Deckplatte der Form aufgebracht und mittels 4 Muttern verspannt, beginnend in der Mitte.

 

Die geschlossene Form.
In allen Bohrungen und Durchbrüchen (beidseitig konisch) zuvor Kerzenwachs mit Lötkolben eingeschmolzen.
Beim Zuschrauben ist Harz aus allen Öffnungen und Spalten ausgedrungen, nicht nur aus den schlitzförmigen Überläufen.
Zuletzt überschüssiges Harz weg getupft.

 

Wenn man vor dem Einharzen irgens etwas vergisst, mit Wachs ab zu decken, sieht das Ergebnis nach dem Öffnen der Form so aus. Wirklich schlimm ist das aber nicht.
Den Schraubenschaft konnte ich mittels Schweißbrenner erwärmen. Nur ist die Wärme nicht bis zum Kopf durchgedrungen.

 

Die verputzte Spulenplatte
Dicke 8 mm ließ sich nicht halten, sind 8,7 geworden.
Man sieht auch größere verbliebene Luftblasen. Könnten verspachtelt oder vergossen werden. "Kann man machen, muss man aber nicht". Ich werde es so lassen.
Zumindest 2 Spulen sind etwas zu weit zur Mitte gerutscht. Werde beim nächsten Mal doch mit Abstandshölzchen arbeiten.

Hat das Beimischen von Korund etwas gebracht?

 

Hier eine Probe vom Verguss in ein 20mm Holzbrett, einmal mit Edelkorund F220 und das andere mal mit Quarzsand gröberer Körnung.
Beides sieht als Schüttgut sehr weiß aus. Dachte schon, man hätte mich mit dem Korund beschissen, aber die Dichte ist anders, also o.K.
Probe mit etwas Wärmeleitpaste an eine Stahlplatte 6 mm thermisch angekoppelt und letztere mittels Induktionsplatte auf ca. 100°C erwärmt.
Ergebnis: Nach 10 min. Oberfläche Korund-Harz 62,6°C; Gemisch mit Sand sogar 64,7°C. (Holztemperatur 43,8°)
Gemessen mit Infraroth-Thermometer. Auch durch Anfassen kein wesentlicher Unterschied feststellbar. Verblüffend.

Zu den Materialien:

Harz:
Da Ungesättigtes Polyesterharz (UP) sicher schon hunderte Male verwendet wurde, wird es o.K. sein.
Ich aber habe EPOXID-Harz verwendet, aus folgenden Gründen:
1. Weil ich es schon hatte. Damit es nicht überlagert.
2. Hat es einige Vorteile: Richtig ausgesucht - längere Topfzeit. Erstarrungsprozess schleichend. Habe im Keller um die 2h damit arbeiten können. Bei dem von mir verwendeten ein Fest-Werden auch noch bei 12°C in 24h. Stinkt nicht so erbärmlich wie UP (Aber Achtung: EPOX-Dämpfe auch nicht ganz ohne. Hatte danach 4 Tage trockene Nasenschleimhäute. Bei Verarbeitung gut Lüften! Dann erst Kellerfenster schließen.). Kaum Schwund beim Erstarren.
Dabei ist Harz nicht gleich Harz. Habe mir das ausgesucht. Ist bedingt UV-fest. Auch genügen zum Tempern bei 120° 2h. (Habe ich drauf verzichtet)
Die Firma vertreibt auch recht preiswert das Glasgewebe, und Reichelt-Elektronik derzeit auch.
Vertärkungsfasern:
Glasmatte und Gewebe mit Silanschlichte (Versteifung) nur für UP geeignet! Schlichte löst sich in Styrol, was in EPOX nicht enthalten ist.
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